[identity profile] chija.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Monroe
Fandom: Original-Crossover (Lies, damn lies/Schattenspiele)
Charaktere: Ricarda de Cesco, Damien Lucas
Worte: 808
Disclaimer: Lies gehört immernoch zum größten Teil [livejournal.com profile] der_jemand, Ricarda demnach auch.
Kommentar: Zu spät, aber ich hab erst um 10 angefangen.

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„Die komplette Inneneinrichtung? Ein durchgehendes Designkonzept? In Kent?!“ Dass Ricarda de Cesco bei diesem Angebot nicht im Dreieck um ihren Schreibtisch gesprungen war, war auch das höchste der Gefühle gewesen. Ein Hotel, untergebracht in einem ehemaligen Herrenhaus, das eine Runderneuerung wollte. Die Chance, Cornwalls grüne Hügel und schroffe Küsten mit internationalen Einflüssen und der Gemütlichkeit altenglischer Adelshäuser zu vereinen. Und die Zusammenarbeit mit einem Gartenarchitekten. Kunst, Kitsch und Hecken in Einhornform. Einen besseren Job hätte sie sich wirklich nicht wünschen können. Und rein abgesehen davon – sie durfte nach England fliegen! Auch nach Jahren in ihrem Beruf und so vielen Reisen, dass es ihr zu manchen Zeiten schon fast wieder zu viel geworden war, war sie mit so etwas doch unglaublich leicht glücklich zu machen.

Und als die Spanierin knappe drei Wochen später ihre neue Wirkungsstätte das erste Mal zu sehen bekam, fand sie ihre kühnsten Träume bestätigt. Das Haus war wundervoll. Und die jetzt unglaublich plüschige und streublümchenbehaftete Innenausstattung war Erklärung genug, warum der Besitzer unbedingt eine komplette Neuausstattung forderte.

Die Managerin, eine strenge Frau Ende dreißig mit dem unaussprechlichen Namen Siobhan Gallagher, führte Ricarda durch die Räume. „Hier können sie alles rausreißen lassen. Diese Samtvorhänge sehen aus, als wären sie noch aus dem letzten Jahrhundert. Die Räume sollten allgemein heller werden, und abwechslungsreicher, sie verstehen, was ich meine? Bringen sie unterschiedliche Einflüsse zusammen. Wir möchten ein breiteres Publikum ansprechen, vor allem auch jüngere Leute. Und die könnten sich doch nicht wohlfühlen in diesem altmodischen Pomp. Verstehen Sie, was ich meine?“ Ricarda nickte. Natürlich verstand sie. Und rote Samtvorhänge hatte sie noch nie leiden können, sie erinnerten sie immer an das Wohnzimmer der Degeners und die unsagbar schreckliche halbe Stunde, die sie hinter einem dieser Samtvorhänge hatte verbringen müssen, weil... wie dem auch sei. Die Samtvorhänge würden gehen müssen.
„Ich habe für morgen Nachmittag ein Treffen mit dem Statiker organisiert, der bei der letzten Renovierung beteiligt war. Wenn Sie der Meinung sind, dass man die Raumstruktur ändern sollte, dann ließe sich auch sicherlich das einrichten.“
Das klang sympathisch. Die zwei direkt nebeneinander liegenden Zimmer, die jetzt die Suite bildeten und irgendwann wohl mal als Schlafzimmer gedient hatten zum Beispiel hätten einen breiteren Durchgang nötig. Und auch in den preislich niedriger angesiedelten Räumen... Ideen hatte Ricarda genug.

„Möchten Sie noch einen Kaffee? Sie können sich unten auf die Terrasse setzen, von dort haben Sie zudem einen ausgezeichneten Blick über den Garten und könnten sich dazu schon Gedanken machen.“
Nun, das ließ sich Ricarda nicht zwei Mal sagen. Sie ließ sich zu der großzügigen Terrasse führen (früher vermutlich direkt an eine Art Ballsaal angeschlossen) und bestellte sich einen Milchkaffee, bitte mit vier Zuckertütchen und viel Milch. Ach, und gerne noch Schokokuchen dazu. Allein diese Möglichkeiten. Sie würde alles hier verändern. Es heller machen, offener. Vielleicht Terrakotta in der Eingangshalle. Erdfarbene Wände. Abgesetzt mit Sonnengelb. Oh ja. Oh JA! Sie holte einen Block aus der Tasche und begann, sich Notizen zu machen.

„Sind Sie die Architektin?“
Der Mann, der plötzlich vor ihrem Tisch stand und sie damit gehörig erschreckte, Ricarda hatte ihn nicht kommen hören, musste weit über 80 sein. Sein Gesicht war von tiefen Furchen durchzogen, die nicht alle so wirkten, als wären es Altersfalten, das schlohweiße Haar war ordentlich zurückgekämmt und er stützte sich auf seinen Stock als versuche er, immer noch aufrecht zu wirken.
„Bin ich.“ Neugierig musterte Ricarda ihn. „Warum fragen Sie?“
„Ich möcht’ Sie um ’was bitten.“
Oh Gott. Hoffentlich war das kein durchgeknallter alter Mann, der jetzt zu irgendeinem Sermon anhob... kurz schaute sie sich nach der Managerin um, aber Frau Galla-nochwas war schon wieder im Haus verschwunden. Und von ihrem Kaffee auch noch keine Spur.
„Ich hab’ viele Jahre in diesem Haus gelebt und gearbeitet. Es hat ’ne Geschichte. Machen ’se die nich’ kaputt. Wär’ schade drum.“
„Bitte, setzen Sie sich doch.“

Als Ricarda dem Hotelbesitzer und der Managerin ihre ersten Entwürfe und Ideen zeigte, waren die beiden schockiert.
„Eine zweistöckige Suite? Wie stellen Sie sich das vor?“
„Über die Dienstbotentreppe. Sehen Sie hier, die Zimmer sind direkt verbunden, wenn man die Möbel nur ein wenig anders stellt. Hier das gleiche. Wenn Sie die Suiten übereinander statt nebeneinander legen, haben Sie bedeutend mehr Platz, und zudem hat es ein besonderes Flair, sich sozusagen in den Wänden des Gebäudes zu bewegen.“
„Und was hat es mit diesen Dachzimmern auf sich?“
„Die ehemaligen Dienstbotenquartiere würden hervorragende günstige Zimmer für junge Menschen hergeben. Schüler, Studenten, Backpacker. Man kann es dort oben unheimlich gemütlich machen, und es hat einen Hauch von Nostalgie und Abenteuer.“
„Nun, das klingt nicht uninteressant. Was ist das hier?“ Die Managerin deutete auf eine Zeichnung auf dem Rand eines Blattes, ein freundliches, männliches Gesicht, umrahmt von halblangen Haaren.
„Der Entwurf für eine Engelsfigur. Für die Fensterbank in dieser Suite.“
„Und warum das zum Teufel?“
„Mir wurde gesagt, dass dort ein Engel gelebt haben soll.“

Date: 2010-07-18 04:49 pm (UTC)
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From: [personal profile] der_jemand
Zum größten Teil, hä? ;) - Nun, offensichtlich... Ich konnte mir Ricarda nie als begeistert von Innenarchtiektur vorstellen. - Eigentlich kann ich das immer noch nicht, aber für dieses Crossover bin ich bereit, jedwede Vorstellung von ihr zu beerdigen. (Aber die Degeners und Samtvorhänge... Nein. xD - Andererseits: Der Satz ist es wert. *gg*)

Davon abgesehen: Haaaach. Hach! ...Oh, wie ich ihn mag, oh wie schön, dass sie sich treffen. Sehr hübsch. Es ist so ein tolle Sache, dass er noch immer da ist... Das hat einfach was.

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