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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Byron
Challenge: Fanfic als Original (und die alte Vulkanchallenge hat sich einfach reingeschlichen oO)
Fandom: Original
Anmerkungen: Ich fürchte, es ist nicht sehr schwer... aber egal, ich hatte Spaß beim schreiben. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich dafür schämen soll oder nicht oO

So war das eigentlich nicht geplant gewesen.
Glaubte er.
Bei Steve wusste man das nie so genau. Eigentlich wollten sie jetzt in Paris sein, das hatte auch auf ihren Flugtickets gestanden.
Dort waren sie aber nicht, sondern standen am Flughafen von Berlin. Irgendwas wegen Asche... Vulkan...
Okay, das konnte nicht auf Steves Mist gewachsen sein.
Aber in Moskau war davon noch nicht die Rede gewesen. Er hatte doch gesagt, sie hätten den Zug nehmen sollen. Wäre sowieso gemütlicher gewesen.
„Steve... hier geht’s nicht weiter. Alle Flüge sind ausgefallen.“ Dummerweise. Sarah würde ihn auslachen, wenn sie das erfuhr. Und Frank sowieso. Worauf hatte er sich da nur eingelassen? Nur weil Steve unbedingt eine Rundreise mit ihm machen wollte. Aber er konnte einfach sehr überzeugend sein.
„Sieht so aus... gut, bleiben wir eben erstmal hier, Berlin ist auch toll. Da gibt es einige nette Clubs, die ich dir unbedingt zeigen muss.“ Die letzten Worte schnurrte er schon fast an seinem Ohr und die dunklen Haare kitzelten seinen Hals. Er erschauerte. Sein Freund wusste ganz genau, dass es ihn wahnsinnig machte, wenn er das tat.
„Lass das...“, murmelte er eher halbherzig und versuchte die Hitze in seinem Gesicht zu ignorieren. Nur auf Steve reagierte er dermaßen sensibel, das konnte doch nicht mehr normal sein!
„Was?“ Inzwischen waren es keine Haare mehr, die ihn kitzelten, sondern Lippen und nun hatte er die Nase wirklich voll. „Ich hab gesagt, lass das! Nicht hier...“
Er schob Steve eher halbherzig von sich und ließ es zu, dass er die Arme um ihn legte und an sich zog. „Ich mag es, wenn du so schüchtern bist...“
„Das hat nichts mit Schüchternheit zu tun“, hatte es doch, „sonder eher damit, dass hier ne halbe Massenpanik ausgebrochen ist und das vielleicht nicht der richtige Ort ist, um...“
Weiter kam er nicht, denn schon hatte Steve ihm sehr effektiv das Wort abgeschnitten – indem er ihn einfach küsste. Sehr ausgiebig.
Und er konnte zu seiner Ehrenrettung nicht mal sagen, dass er diese orale Vergewaltigung unterband – dafür gefiel es ihm einfach viel zu gut. Es gab Tage, da fragte er sich wirklich, warum dieser Mann sich ausgerechnet in ihn verliebt hatte... womit er das verdient hatte.
„Wolltest du irgendwas sagen...?“
Einen Moment lang starrte er Steve verständnislos an. „Hä?“ Ja, er kam sich etwas dämlich vor, aber er war hier nichts weiter als ein hilfloses Opfer! Nach so einem Kuss würde jeder erstmal einen Moment brauchen, bis sein Hirn wieder einsetzte – auch wenn Frank natürlich vehement wiedersprechen würde. Aber der hatte ja auch noch nie Steve geküsst – was ihm selbst auch ganz Recht so war.
Frank vermutlich auch.
„Können wir jetzt woanders hingehen?“, erinnerte er sich mit einiger Verspätung wieder an das, was er eigentlich hatte sagen wollen.
„Wenn du willst...“ Wieder dieses Schnurren... irgendwie hatte er das Gefühl, dass Steve nichts Gutes im Schilde führte. Aber nun ja... warum nicht? Sie würden sicherlich viel Zeit haben. „Eine Freundin hat mir mal ein Hotel hier empfohlen, das könnten wir ja ausprobieren...“ Allein diese Tonlage genügte, um ihn die zahllosen Menschen um sich herum vollkommen zu vergessen. Gott... das war wirklich nicht mehr normal, so notgeil konnte er doch nicht sein!
„Dann sollten wir uns besser beeilen, sonst ist das voll ausgebucht.“ Auch wenn er keinen Zweifel hatte, dass Steve irgendwie doch an ein Zimmer kommen würde. Er gehörte einfach zu den Leuten, die Leute kannten. Manchmal nervte das wirklich, aber es gab Momente, da hatte er gegen diesen Umstand wirklich nichts einzuwenden.
„Ich glaube nicht...“ Steve schien beschlossen zu haben, etwas Rücksicht auf die armen Nerven seines Freundes zu nehmen und sah sich um. „Die meisten werden wohl hoffen, dass es bald irgendwie weitergeht. Im Moment ist ja noch nichts wirklich klar. Keiner weiß irgendwas. Nein, viele bleiben erstmal hier und werden das Beste hoffen. Oder sich ein Hotel in der Nähe des Flughafens suchen. Schwierig könnte es nur bei den Taxis werden. Komm, schauen wir mal, ob wir noch eins kriegen.“
Seinen Optimismus wollte er wirklich haben. Auch wenn der bei den meisten der anderen gestrandeten Fluggäste wohl besser aufgehoben wäre, die große Mehrheit wirkte nämlich so, als würde sie dem nächstbesten, die irgendwie negativ auffiel, an die Gurgel springen. Okay, andere – wie die drei halbwüchsigen Mädchen, an denen sie gerade vorbeigingen – waren eher den Tränen nahe... aber überall lagen die Nerven blank. Er konnte es verstehen.
Man fühlte sich so hilflos. Ausgeliefert.
Ein Gefühl, dass er selbst auch kannte und nicht mochte. Steve und er gehörten wohl zu den ganz wenigen, denen es egal war, wo sie ihren Urlaub verbringen würden. Paris würde nicht weglaufen und sie hatten noch zwei Wochen Zeit, es zu besuchen. Vielleicht ergab sich da noch eine Gelegenheit. Er hoffte es, Steve hat sehr von der Stadt geschwärmt. Auch wenn ihn die überschwänglichen Schilderungen des Eiffelturms bei Nacht nicht besonders interessiert hatten...
„Fred?“ Er hatte kaum bemerkt, dass er stehengeblieben war, bis er die Stimme seines Freundes hörte, diesmal ließ sie den gewohnten, fast leichtfertigen Tonfall vollkommen vermissen und klang merkwürdigerweise ein wenig besorgt.
„Es ist nichts... ich habe nur nachgedacht.“
„Du siehst müde aus.“ Die schwere Reisetasche wurde ihm abgenommen und auf den Boden gestellt. Er nahm es irgendwie kaum wahr.
„Das geht schon. War ein anstrengender, langer Tag.“ Aber damit hatte er rechnen müssen, nachdem er sich auf diesen Urlaub eingelassen hatte.
„Ich habe dir wohl etwas viel zugemutet... tut mir Leid.“ Warme, weiche Lippen streiften seine Wange und er lächelte.
„Du musst dich nicht entschuldigen. Ich konnte mir ja denken, worauf ich mich einlasse.“
Steve lachte leise. „Und du willst es immer noch durchziehen?“
„Klar. Aber wir sollten trotzdem jetzt zu dem Hotel fahren, sonst schlafe ich dir noch im Stehen ein.“ Er bückte sich nach seiner Tasche und hob sie wieder hoch.
Steves grinste. „Auch wenn ich mir das sehr niedlich vorstelle... hier ist es doch etwas unbequem.“
„Ja, mir wäre ein Bett auch lieber.“
„Mir auch...“
Warum klang eigentlich in letzter Zeit alles, was Steve sagte, so anzüglich? Aber das war wohl nichts, worüber er an einem Ort wie diesen genauer nachdenken sollte. Später... war dafür immer noch genug Zeit. Sobald sie alleine waren und ihre Ruhe hatten.

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