Päckchen #3: Sinkende Schiffe (fürs Team)
Jul. 11th, 2010 05:05 pmTeam: Byron
Fandom: Original
Charaktere: Jake, Ashley, Mikey und Reese
Challenge: "Sinkende Schiffe" + Fanfic --> Original
Warnungen: La la la ... möglicherweise leicht inzesuöse, hetero-y, slashy, und femslashy hints. Möglicherweise auch alles ganz harmlos. Und die obligatorischen Daddy!issues. Wann hab ich je Fandoms ohne Daddy!issues?
Wörter: ~1300
Vorwort: Das war tatsächlich mal ein Fandom. XD Wer errät wer die Charas ursprünglich sein sollen, kriegt nen Keks. Aber ich schwöre euch - da kommt ihr NIE drauf. NIE IM LEBEN. ;P Es ist völlig random und überkam mich einfach. Die Namen hab ich mir auch einfach grade so aus dem Ärmel geschüttelt. Und
maddle darf nicht mitraten! `_´ Die weiß es schon.
„Es ist amtlich“, verkündete Jake, als er über den Rasen lief. „Wir sind blank.“
Er zerrte an seiner Krawatte als ob sie ihn erstickte und schleuderte sie achtlos über einen Liegestuhl. Sein schwarzes Jackett folgte hinterher. Schuhe und Socken hatte er offensichtlich schon auf dem Weg an den Pool hinter sich gelassen, denn er war barfuß.
Seine Schwester war die erste, die reagierte.
„Blank“, wiederholte Ashley irritiert. Sie lag in einem Bikini auf einer Liege und trug eine riesige, weiße Jackie O-Sonnenbrille. Neben ihr stand ein bunter Cocktail mit rosa Schirmchen. Sie und Reese waren offensichtlich grade dabei gewesen sich gegenseitig die Schultern einzucremen.
Reese, die in Shorts und einem Bikinioberteil hinter ihr kniete, ließ die Sonnencreme sinken und starrte Jake überrascht an.
„Pleite“, bestätigte Jake. „Bankrott. Ruiniert. Zahlungsunfähig. Wir können Konkurs anmelden.“
Er ließ sich neben Mikey auf einen Liegestuhl sinken und krempelte seine Hemdsärmel nach oben. Ohne zu fragen angelte er nach dem geöffneten Bier, was neben ihm auf dem Tisch stand und nahm einen großen Schluck.
„Oh …“ Mikey blinzelte verwirrt seinem Bier hinter her, das sich scheinbar unangekündigt aus dem Staub machte. Trotz der Hitze trug er eine Jeans und ein T-Shirt, beides in schwarz. Seine dunklen Haare hingen zerzaust in seinem Gesicht, er hatte einen Kugelschreiber zwischen den Zähnen und Kopfhörer auf den Ohren, die er in einer beiläufigen Bewegung abstreifte und beiseite legte. Er kratzte sich am Kopf. „Und jetzt?“
„Nichts.“ Nonchalant zuckte Jake mit den Schultern und hob die Flasche. „Meine Mutter wird es vermutlich bald erfahren. Dann wird sie hier herkommen und mich umbringen. Und wenn sie es nicht tut, wird es mein Vater tun. Und darauf trinken wir jetzt einen.“
Reese und Mikey tauschten einen beunruhigten Blick über Ashleys Rücken aus.
Erneut war es Ashley, die zuerst reagierte. Sie setzt sich langsam auf, schlug die Beine übereinander und schob ihre Sonnenbrille ein Stück nach oben.
„Könntest du dich etwas deutlicher ausdrücken?“ befahl sie mit gerunzelter Stirn. „Letzte Woche hieß es noch, dass seien ‚saisonal bedingte Schwankungen der Börse‘“, sie machte Gänsefüßchen mit den Fingern, „und jetzt sind wir plötzlich bankrott?“
Jake seufzte und ließ sich mit geschlossenen Augen nach hinten sinken. „Zwei unsere Tochtergesellschaften in New York sind um drei Ecken in den Lehman-Schlamassel verwickelt und haben letzte Nacht Konkurs angemeldet. Unsere Aktien stürzen grade ins Bodenlose. Freier Fall. In weniger als zwei Stunden werden sie nicht mal mehr das Papier wert sein auf dem sie stehen.“
„Na und? Wir stoßen sie ab.“ Ungeduldig wippte Ashley mit einem Fuß auf und ab, der in zierlichen, mit Edelsteinen besetzten Flipflops steckte. „Wo ist das Problem? Wir haben noch mehr Zweigfirmen.“
Jake schnaubte und fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht. Ruckartig setzte er sich wieder auf und blickte irritiert um sich. „Was muss man in seinem eigenen Haus eigentlich tun, um was zu trinken zu bekommen?“
Wortlos schob Reese ihren Cocktail zu Mikey, der ihn ebenso wortlos an Jake weiterreichte. Keiner sagte etwas als er ansetzte und ihn in einem Zug austrank.
„Das Problem, Schwesterherz“, sagte Jake schließlich und wedelte mit dem leeren Kristallglas, „sogar wenn man vom Imageverlust absieht und die Weltwirtschaftskrise nicht mit einrechnet, bleibt immer noch die Tatsache dass wir haftbar sind und für die finanziellen Schäden aufkommen müssen. Und zwar mit unserer Aktienrücklage, die sich grade im spektakulären Abwärtsflug befindet. Laut unserer Finanzabteilung sind wir allerdings voraussichtlich in spätestens zwei Wochen sowas von blank, dass uns keiner mehr zum zahlen auffordern kann. Halleluja. Das nenne ich mal Glück gehabt.“
Er wandte sich mit einem spöttischen Lächeln an Mikey und Reese. „Das heißt natürlich nicht, dass ihr nicht zum Abendessen bleiben könnt. Vielleicht ist Ashley sogar bereit, eine ihrer Haarspangen für ein Drei-Gänge-Menü zu opfern.“
Ashleys Glas zerbrach in tausend Scherben als sie es mit einer wütenden Handbewegung zu Boden fegte und ruckartig aufstand. In zwei großen Schritten stand sie vor seinem Stuhl. Ihre Hand hinterließ ein äußerst befriedigendes Klatschen auf Jake Wange, als sie ihm eine scheuerte. Reese zuckte heftig zusammen. Mikey, der das hatte kommen sehen, presste kurz die Augen zusammen.
Jake Kopf flog zur Seite und er machte keine Anstalten ihn wieder zu heben. Seine Haare hingen strähnig in seiner Stirn. Er blickte nicht hoch zu seiner Schwester, die wie eine atemlose Rachegöttin vor ihm stand und seiner Mutter in ihren besten Zeiten erschreckend ähnlich sah.
Sekundenlang sagte niemand etwas.
Mikeys Kugelschreiber nutzte diesen Moment, um den ersten Suizid der Krise zu begehen. Er kullerte mit einem leisen Klackern auf gekachelten Boden und rollte zielstrebig in den Pool, wo er langsam ertrank. Möglicherweise lag es auch nur daran, dass Mikey ihn sehr ruckartig hatte fallen lassen.
„Jake …“, sagte Mikey sehr leise und sehr behutsam. Er berührte seinen besten Freund an der Schulter und sah dabei zu, wie Jake zuerst zusammen zuckte und schließlich langsam und tief ausatmete. Endlich hob Jake den Kopf und ihre Blicke trafen sich kurz.
Jake seufzte und nickte unmerklich.
Nachdrücklich, beinah gewalttätig rieb er mit einer Hand über seine Stirn. „Tut mir leid“, sagte er schließlich.
Ashley nickte steif und gefasst.
„Wann könnt ihr eure Eltern wieder erreichen?“ fragte Reese und stellte sich neben sie. Sie warf forschende Blicke zwischen Jake und Ashley hin und her.
Jake schüttelte den Kopf. „Diese Woche nicht mehr. Es spielt auch keine Rolle. Nicht mal Mutter könnte diesen Crash noch aufhalten. Und Vater …“, er zuckte mit einer Gleichgültigkeit, die niemanden überzeugte mit den Schultern, „Vater wird definitiv nicht überrascht sein, dass ich ihn schon wieder enttäusche. Anderer Leute Erwartungen zu erfüllen, ist wirklich sehr befriedigend.“
„Wenn du fertig bist mit dem Suhlen im Selbstmitleid“, sagte Ashley schnippisch, „könnten wir uns vielleicht hinsetzen und uns irgendwas produktives überlegen.“ Sie hob eine Augenbraue. „Bevor ich tatsächlich meine Haarspangen veräußern muss.“
Jake schnaubte erneut, aber diesmal klang es eher belustigt, als frustriert. „Zu spät, mein Schatz. Ich hasse es unnötigen Pessimismus zu verbreiten, aber glaub mir - dieses Schiff ist bereits gesunken.“
„Sinkende Schiffe …“, murmelte Mikey kurzfristig geistesabwesend. Seine Finger trommelten sacht einen Rhythmus auf seiner Armlehne, den nur er hören konnte. „Das ist schön. Daraus könnte man einen Song machen.“
Reese schlug ihm mit der flachen Handfläche auf den Hinterkopf. „Lass das!“, befahl sie streng und stemmte die Hände in die Hüften. „Keine Emosongs jetzt. Das ist echt das letzte, was wir brauchen.“
„Hör auf mich zu schlagen, Weib!“, knurrte Mikey und rieb sich mit der Hand über die misshandelte Kopfpartie. „Du unterbrichst meinen künstlerischen Flow! Das ist total häusliche Gewalt, was ihr zwei treibt.“ Er warf Ashley und Reese giftige Blicke zu.
Ashley lächelte süß. „Tu nicht so wehleidig. Ich habe dich nie geschlagen. Ich schlage nur meinen Bruder.“
Sie ließ sich auf Jake Schoß sinken und schlang zärtlich die Arme um seinen Nacken. „Wir kriegen das schon hin“, sagte sie. „Wir sind brillant und sehen gut aus. Wenn wir nicht an Geld rankommen, wer dann? Und keine Sorge wegen Dad. Ich beschütze dich schon vor ihm.“
„Gut zu wissen.“ Jake schlang einen Arm um ihre Taille, damit sie nicht hinunterrutschte und ließ den Kopf auf Mikeys Schulter sinken. Zu viel Alkohol und der freie Fall pulsierten wie Adrenalin durch seine Venen. Er schloss die Augen und lauschte Mikey und Reese, die sich anzickten und damit bedrohten, sich gegenseitig im Pool zu ertränken. Es war seltsam vertraut und sehr beruhigend. Es klang ein bisschen nach seinen Eltern.
Der Eisberg war passiert, die Titanic war am Sinken. Aber vielleicht, dachte er, nur vielleicht gab es ja noch genug Rettungsboote, um alles zu retten was ihm wichtig war.
Nachwort: Die Kommentare sind verdeckt - falls es doch jemand errät. ;P
Fandom: Original
Charaktere: Jake, Ashley, Mikey und Reese
Challenge: "Sinkende Schiffe" + Fanfic --> Original
Warnungen: La la la ... möglicherweise leicht inzesuöse, hetero-y, slashy, und femslashy hints. Möglicherweise auch alles ganz harmlos. Und die obligatorischen Daddy!issues. Wann hab ich je Fandoms ohne Daddy!issues?
Wörter: ~1300
Vorwort: Das war tatsächlich mal ein Fandom. XD Wer errät wer die Charas ursprünglich sein sollen, kriegt nen Keks. Aber ich schwöre euch - da kommt ihr NIE drauf. NIE IM LEBEN. ;P Es ist völlig random und überkam mich einfach. Die Namen hab ich mir auch einfach grade so aus dem Ärmel geschüttelt. Und
„Es ist amtlich“, verkündete Jake, als er über den Rasen lief. „Wir sind blank.“
Er zerrte an seiner Krawatte als ob sie ihn erstickte und schleuderte sie achtlos über einen Liegestuhl. Sein schwarzes Jackett folgte hinterher. Schuhe und Socken hatte er offensichtlich schon auf dem Weg an den Pool hinter sich gelassen, denn er war barfuß.
Seine Schwester war die erste, die reagierte.
„Blank“, wiederholte Ashley irritiert. Sie lag in einem Bikini auf einer Liege und trug eine riesige, weiße Jackie O-Sonnenbrille. Neben ihr stand ein bunter Cocktail mit rosa Schirmchen. Sie und Reese waren offensichtlich grade dabei gewesen sich gegenseitig die Schultern einzucremen.
Reese, die in Shorts und einem Bikinioberteil hinter ihr kniete, ließ die Sonnencreme sinken und starrte Jake überrascht an.
„Pleite“, bestätigte Jake. „Bankrott. Ruiniert. Zahlungsunfähig. Wir können Konkurs anmelden.“
Er ließ sich neben Mikey auf einen Liegestuhl sinken und krempelte seine Hemdsärmel nach oben. Ohne zu fragen angelte er nach dem geöffneten Bier, was neben ihm auf dem Tisch stand und nahm einen großen Schluck.
„Oh …“ Mikey blinzelte verwirrt seinem Bier hinter her, das sich scheinbar unangekündigt aus dem Staub machte. Trotz der Hitze trug er eine Jeans und ein T-Shirt, beides in schwarz. Seine dunklen Haare hingen zerzaust in seinem Gesicht, er hatte einen Kugelschreiber zwischen den Zähnen und Kopfhörer auf den Ohren, die er in einer beiläufigen Bewegung abstreifte und beiseite legte. Er kratzte sich am Kopf. „Und jetzt?“
„Nichts.“ Nonchalant zuckte Jake mit den Schultern und hob die Flasche. „Meine Mutter wird es vermutlich bald erfahren. Dann wird sie hier herkommen und mich umbringen. Und wenn sie es nicht tut, wird es mein Vater tun. Und darauf trinken wir jetzt einen.“
Reese und Mikey tauschten einen beunruhigten Blick über Ashleys Rücken aus.
Erneut war es Ashley, die zuerst reagierte. Sie setzt sich langsam auf, schlug die Beine übereinander und schob ihre Sonnenbrille ein Stück nach oben.
„Könntest du dich etwas deutlicher ausdrücken?“ befahl sie mit gerunzelter Stirn. „Letzte Woche hieß es noch, dass seien ‚saisonal bedingte Schwankungen der Börse‘“, sie machte Gänsefüßchen mit den Fingern, „und jetzt sind wir plötzlich bankrott?“
Jake seufzte und ließ sich mit geschlossenen Augen nach hinten sinken. „Zwei unsere Tochtergesellschaften in New York sind um drei Ecken in den Lehman-Schlamassel verwickelt und haben letzte Nacht Konkurs angemeldet. Unsere Aktien stürzen grade ins Bodenlose. Freier Fall. In weniger als zwei Stunden werden sie nicht mal mehr das Papier wert sein auf dem sie stehen.“
„Na und? Wir stoßen sie ab.“ Ungeduldig wippte Ashley mit einem Fuß auf und ab, der in zierlichen, mit Edelsteinen besetzten Flipflops steckte. „Wo ist das Problem? Wir haben noch mehr Zweigfirmen.“
Jake schnaubte und fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht. Ruckartig setzte er sich wieder auf und blickte irritiert um sich. „Was muss man in seinem eigenen Haus eigentlich tun, um was zu trinken zu bekommen?“
Wortlos schob Reese ihren Cocktail zu Mikey, der ihn ebenso wortlos an Jake weiterreichte. Keiner sagte etwas als er ansetzte und ihn in einem Zug austrank.
„Das Problem, Schwesterherz“, sagte Jake schließlich und wedelte mit dem leeren Kristallglas, „sogar wenn man vom Imageverlust absieht und die Weltwirtschaftskrise nicht mit einrechnet, bleibt immer noch die Tatsache dass wir haftbar sind und für die finanziellen Schäden aufkommen müssen. Und zwar mit unserer Aktienrücklage, die sich grade im spektakulären Abwärtsflug befindet. Laut unserer Finanzabteilung sind wir allerdings voraussichtlich in spätestens zwei Wochen sowas von blank, dass uns keiner mehr zum zahlen auffordern kann. Halleluja. Das nenne ich mal Glück gehabt.“
Er wandte sich mit einem spöttischen Lächeln an Mikey und Reese. „Das heißt natürlich nicht, dass ihr nicht zum Abendessen bleiben könnt. Vielleicht ist Ashley sogar bereit, eine ihrer Haarspangen für ein Drei-Gänge-Menü zu opfern.“
Ashleys Glas zerbrach in tausend Scherben als sie es mit einer wütenden Handbewegung zu Boden fegte und ruckartig aufstand. In zwei großen Schritten stand sie vor seinem Stuhl. Ihre Hand hinterließ ein äußerst befriedigendes Klatschen auf Jake Wange, als sie ihm eine scheuerte. Reese zuckte heftig zusammen. Mikey, der das hatte kommen sehen, presste kurz die Augen zusammen.
Jake Kopf flog zur Seite und er machte keine Anstalten ihn wieder zu heben. Seine Haare hingen strähnig in seiner Stirn. Er blickte nicht hoch zu seiner Schwester, die wie eine atemlose Rachegöttin vor ihm stand und seiner Mutter in ihren besten Zeiten erschreckend ähnlich sah.
Sekundenlang sagte niemand etwas.
Mikeys Kugelschreiber nutzte diesen Moment, um den ersten Suizid der Krise zu begehen. Er kullerte mit einem leisen Klackern auf gekachelten Boden und rollte zielstrebig in den Pool, wo er langsam ertrank. Möglicherweise lag es auch nur daran, dass Mikey ihn sehr ruckartig hatte fallen lassen.
„Jake …“, sagte Mikey sehr leise und sehr behutsam. Er berührte seinen besten Freund an der Schulter und sah dabei zu, wie Jake zuerst zusammen zuckte und schließlich langsam und tief ausatmete. Endlich hob Jake den Kopf und ihre Blicke trafen sich kurz.
Jake seufzte und nickte unmerklich.
Nachdrücklich, beinah gewalttätig rieb er mit einer Hand über seine Stirn. „Tut mir leid“, sagte er schließlich.
Ashley nickte steif und gefasst.
„Wann könnt ihr eure Eltern wieder erreichen?“ fragte Reese und stellte sich neben sie. Sie warf forschende Blicke zwischen Jake und Ashley hin und her.
Jake schüttelte den Kopf. „Diese Woche nicht mehr. Es spielt auch keine Rolle. Nicht mal Mutter könnte diesen Crash noch aufhalten. Und Vater …“, er zuckte mit einer Gleichgültigkeit, die niemanden überzeugte mit den Schultern, „Vater wird definitiv nicht überrascht sein, dass ich ihn schon wieder enttäusche. Anderer Leute Erwartungen zu erfüllen, ist wirklich sehr befriedigend.“
„Wenn du fertig bist mit dem Suhlen im Selbstmitleid“, sagte Ashley schnippisch, „könnten wir uns vielleicht hinsetzen und uns irgendwas produktives überlegen.“ Sie hob eine Augenbraue. „Bevor ich tatsächlich meine Haarspangen veräußern muss.“
Jake schnaubte erneut, aber diesmal klang es eher belustigt, als frustriert. „Zu spät, mein Schatz. Ich hasse es unnötigen Pessimismus zu verbreiten, aber glaub mir - dieses Schiff ist bereits gesunken.“
„Sinkende Schiffe …“, murmelte Mikey kurzfristig geistesabwesend. Seine Finger trommelten sacht einen Rhythmus auf seiner Armlehne, den nur er hören konnte. „Das ist schön. Daraus könnte man einen Song machen.“
Reese schlug ihm mit der flachen Handfläche auf den Hinterkopf. „Lass das!“, befahl sie streng und stemmte die Hände in die Hüften. „Keine Emosongs jetzt. Das ist echt das letzte, was wir brauchen.“
„Hör auf mich zu schlagen, Weib!“, knurrte Mikey und rieb sich mit der Hand über die misshandelte Kopfpartie. „Du unterbrichst meinen künstlerischen Flow! Das ist total häusliche Gewalt, was ihr zwei treibt.“ Er warf Ashley und Reese giftige Blicke zu.
Ashley lächelte süß. „Tu nicht so wehleidig. Ich habe dich nie geschlagen. Ich schlage nur meinen Bruder.“
Sie ließ sich auf Jake Schoß sinken und schlang zärtlich die Arme um seinen Nacken. „Wir kriegen das schon hin“, sagte sie. „Wir sind brillant und sehen gut aus. Wenn wir nicht an Geld rankommen, wer dann? Und keine Sorge wegen Dad. Ich beschütze dich schon vor ihm.“
„Gut zu wissen.“ Jake schlang einen Arm um ihre Taille, damit sie nicht hinunterrutschte und ließ den Kopf auf Mikeys Schulter sinken. Zu viel Alkohol und der freie Fall pulsierten wie Adrenalin durch seine Venen. Er schloss die Augen und lauschte Mikey und Reese, die sich anzickten und damit bedrohten, sich gegenseitig im Pool zu ertränken. Es war seltsam vertraut und sehr beruhigend. Es klang ein bisschen nach seinen Eltern.
Der Eisberg war passiert, die Titanic war am Sinken. Aber vielleicht, dachte er, nur vielleicht gab es ja noch genug Rettungsboote, um alles zu retten was ihm wichtig war.
Nachwort: Die Kommentare sind verdeckt - falls es doch jemand errät. ;P
no subject
Date: 2010-07-12 04:58 pm (UTC)Aber trotzdem hab ich es total gern gelesen. Das schnippische Hin und Her, diese Kaltschnäuzigkeit zwischen verwöhnten Gören, die es dann doch nicht leicht haben und die eigentlich doch ziemlichen Schiß vor der Lage haben, war wahnsinnig unterhaltsam. Ich hab auch irgendwie die Analyse der Firmenlage unheimlich genossen. Und auf alle Fälle sind eine Menge interessanter Beziehungen untereinander angedeutet. Laß mich nicht dumm sterben und verrat mir irgendwann, welches Fandom!
PS: Ich liebe die soapigen Vornamen. *g*
no subject
Date: 2010-07-12 05:36 pm (UTC)Kurz: Ich habe keine Ahnung.
Ich liebe es aber trotzdem! Es herrscht eine ganz tolle Dynamik zwischen den Charakteren. Einfach klasse. Allerdings würde ich schon gerne wissen, wen du da in Ruin treibst. ;) Auch wenn Ashley als Ashley auch sehr überzeugend ist, ich finde sie äußerst gelungen. XD Und ich mag ihre FlipFlops. XD Die hätte äußerst gerne, wenn auch nur wegen den Edelsteinen. XD
Jetzt hast du mich aber motiviert, und ich versuche mich auch mal an dieser Challenge.
no subject
Date: 2010-07-20 06:59 pm (UTC)no subject
Date: 2010-07-20 07:34 pm (UTC)no subject
Date: 2010-07-20 07:43 pm (UTC)