Team: Sartre
Fandom: Harry Potter
Challenge: Sommerpäkchen #2 Echte Männer weinen nicht
Anmerkung: Nicht gegen gelesen.
Wörter: 485
Draco Malfoy stand reglos daneben, während er zusah wie sein Vater abgeführt wurde. Lebenslang Azkaban. Das war trotz all der Grausamkeit, die diese Entscheidung beinhaltete noch immer besser als er erwartet hatte.
Der Kuss.
Das war es womit er und seine Mutter gerechnet hatten. Und Azkaban für sie beide. Und nun war es doch anders gekommen. Sein Vater musste nach Azkaban – ein mildes Urteil für seine Taten – während Draco und seine Mutter sogar mit Hausarrest davon gekommen waren.
Und Draco wusste wem er das zu verdanken hatte. Und mit einem Male stand eben dieser auch vor ihm, mit tiefen Ringen unter den Augen und offensichtlich müde, aber befreiter als Draco ihn jemals gesehen hatte. Draco spürte immer noch Erstaunen wenn er an Potters Auftritt im Zeugenstand dachte wo Potter für sie ausgesagt hatte. Potter hatte eine Macht und eine Selbstsicherheit ausgestrahlt, die er zuvor nie gesehen hatte. Aber das kam wohl davon wenn man einen wahnwitzigen schwarzen Zauberer das Handwerk legte.
„Wie immer ein Held Potter?“, fragte Draco und war direkt wütend auf sich selbst wegen seinem sarkastischen Tonfall. Dieser Mann hatte ihn gerade vor lebenslangem Gefängnis bewahrt. Sie hatten einen Krieg hinter sich. Da sollte man über irgendwelche Feindseligkeiten hinweg sein oder?
Potter jedoch schien sein Tonfall nicht auszumachen, denn er lächelte ihn tatsächlich an.
„Nur wenn es notwendig ist Draco.“
Draco war über die Verwendung seines Vornamens überrascht, aber nicht negativ. Gerade erinnerte ihn sein Nachname nur daran wie sehr seine Familie in Ungnade gefallen war. Potter stand immer noch vor ihm und Draco wusste, er sollte etwas sagen, aber als er den Mund öffnete, wollte einfach kein Wort raus kommen.
„Ich hab noch was für dich.“, erklärte Potter dann, griff in die Tasche seiner Robe und holte einen Zauberstab hervor. Für einen Augenblick dachte Draco Potter würde ihn jetzt angreifen, dann aber begriff er, dass es sein eigener Zauberstab war den Potter da in der Hand hielt.
„Ich wollte ihn dir zurückgeben.“, sagte Potter.
Draco streckte die Hand aus, aber statt nur den Zauberstab zu nehmen, schloss er seine Hand um Potters, der Zauberstab zwischen ihren Handflächen liegend.
„Danke.“, sagte Draco und hoffte, dass Potter verstand, dass er nicht den Zauberstab meinte oder zumindest nicht nur.
„Gern geschehen.“, sagte Potter und nickte und Draco wusste, dass er verstanden hatte. Er fühlte wie sich ein Kloß in seinem Hals sammelte.
„Wir sehen uns bald Draco?“, fragte Potter und Draco konnte nur nicken. Dann stand seine Mutter neben ihm und Potter nickte ebenfalls und ging.
Tatsächlich war Draco sich sicher, dass sie sich bald wieder sehen würden. Es steckte wohl doch mehr hinter dem Mann als Draco immer gedacht hatte, abgesehen davon, dass er einen Dunklen Lord besiegt und somit die Welt gerettet hatte, ließ er gerade Draco seine letzte Würde bewahren, indem er die Tränen ignoriert hatte, die sich in Dracos Augen gesammelt hatten.
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Date: 2010-07-11 03:08 pm (UTC)Hat mir sehr gut gefallen :)
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Date: 2010-07-11 03:16 pm (UTC)no subject
Date: 2010-07-23 06:15 pm (UTC)Toller Moment, toll geschrieben.