[Sommerpäckchen #3] "Freak"
Jul. 11th, 2010 12:35 pmAutor: Jenchan
Team: Sartre
Challenge: "Freak"
Word count: 686
Fandom: Original
Titel: Schuldilemma
Warnungen: unbetaed, random
Kommentar: Gewidmet allen, den es in der Schule ähnlich gegangen ist, wie "ihr". Und natürlich allen Bücherverrückten XD
Schuldilemma
Als sie in die Schule gekommen war, war sie davon eigentlich begeistert gewesen. Endlich konnte sie mehr lernen. Ihre Eltern waren von ihren ewigen Fragen schon sehr genervt und sie hatte sich einiges sogar selbst beigebracht, auch wenn das sehr schwierig gewesen war.
Da konnte sie nun wirklich nicht den ersten Schultag erwarten.
Allerdings erkannte sie schnell, dass das nicht das Wahre war. Eigentlich war es so gar nicht das, was sie sich darunter vorgestellt hatte. Es war zwar zeitweise interessant, aber Schultstunden konnten so lange sein und im Grunde genommen langweilte sie sich zu Tode. Sie hatte nicht einmal die Möglichkeit, die Lehrerin wirklich mit Fragen zu durchlöchern, da sie immer nur dieselben Antworten bekam: „Das wirst du noch früh genug lernen. Konzentrier dich auf unsere Aufgaben...“
Warum ihr die Lehrerin nicht schwierigere Aufgaben stellte, war ihr sowieso ein Rätsel und mit den anderen Kindern verstand sie sich auch nicht wirklich gut. Die kamen ihr alle irgendwie dumm vor und machten in den Pausen nur irgendwelche Albernkeiten. Aus Mangel an Alternativen saß sie deshalb an ihrem Platz und sah sich das einfach nur an. Sie war unglaublich unzufrieden.
So vergingen die Jahre und mit den Jahren stieg die Hoffnung, dass die nächst höhere Schulstufe mehr Forderung brachte. Alle sagten immer, dass JETZT der Ernst des Lebens begann und Grundschule ja noch einfach war. Da war es nur natürlich, dass ihre Hoffnungen gestärkt wurden.
Aber dann kam der Wechsel und erneut war sie enttäuscht. Die Lehrer nahmen sich noch weniger ihren Fragen an und verwiesen sie immer auf andere Unterrichtsfächer oder andere Lehrer oder andere Tage. Der Lernstoff hielt auch nicht wirklich etwas für sie bereit und als sie dann endlich genug hatte, nahm sie sich ihre eigenen Bücher mit. Genug Lexika hatte sie sich ja schon von ihrem Taschengeld gekauft - jeden Monat eines, wobei sie mittlerweile auf alle zwei Monate umsteigen musste oder zeitweise einfach nichts mehr fand, was ihr Interesse begehrte.
Als sie ein paar Jahre später im Physik ebenfalls mit ihrem eigenen Buch aufkreuzte, waren ihre Schulkameraden zuerst neugierig. Aber das dauerte nur, bis sie merkten, dass dieses dicke Buch tatsächlich nur Physik enthalten sollte.
Ab da hörte sie dann öfter das Wort „Freak“. Sie wusste, dass die Leute gelegentlich über sie redeten, nur was sollte sie machen? Ihr Wissensdurst konnte irgendwie nicht durch die Schule gestillt werden. Also ertrug sie tapfer alles Mobbing und jede spitze Bemerkung und konzentrierte sich auf die Antworten ihrer Fragen. Mit dem Internet war das in der Regel nicht all zu schwer. Aber im Grunde genommen stand sie auf Bücher. Bücher vermittelten ihr das Wissen einfach auf angenehmere, beruhigendere Weise. Als würde sie einem alten weisen Mann, oder in dem Fall gingen natürlich auch alte weise Frauen, lauschen.
Sie mochte es, irgendwo in einem Park zu sitzen und einfach nur all ihre Fragen zu beantworten.
So verging die Zeit und für viele kam es überraschend, dass sie plötzlich beschloss, die Schule zu schmeißen. Eigentlich war es keine plötzliche Entscheidung gewesen, es war viel mehr ein Muss, da das Taschengeld einfach nicht reichte und ihr die Schüler und Lehrer einfach nicht mehr zu Gesicht standen. Sie waren ihr alle zu überheblich. Sie kamen alle nicht an Bücher heran.
Umso mehr freute sie sich, dass sie eine Stelle als Buchhändlerin fand. Die Jahre, die sie nun noch in der Schule verbringen musste, waren erträglicher, auch wenn sie da aus anderen Gründen das Wort „Freak“ an den Kopf geworfen bekam. Aber sie hatte ihren inneren Frieden gefunden und konnte nur bestätigen, dass sie tatsächlich ein Freak war - sie war einfach über die Jahre hinweg einfach nur Bücherwahnsinnig geworden, aber umso mehr machte ihr die Arbeit Spaß - wo es doch noch dazu eine Fachbuchhandlung war, die unter anderem auch die ganzen Schulbücher führte.
Sie liebte ihren Job und die Kunden, die sie bekamen. Jedenfalls bereutete sie nie, dass sie nicht den ganzen Weg im Irrenhaus Schule durchgezogen hatte. Was die dort lernte, konnte sie sich jeden Tag nun selbst nachlesen und musste sich zumindest nicht mehr anhören, dass ihre Fragen einfach nicht beantwortet werden wollten.
Team: Sartre
Challenge: "Freak"
Word count: 686
Fandom: Original
Titel: Schuldilemma
Warnungen: unbetaed, random
Kommentar: Gewidmet allen, den es in der Schule ähnlich gegangen ist, wie "ihr". Und natürlich allen Bücherverrückten XD
Schuldilemma
Als sie in die Schule gekommen war, war sie davon eigentlich begeistert gewesen. Endlich konnte sie mehr lernen. Ihre Eltern waren von ihren ewigen Fragen schon sehr genervt und sie hatte sich einiges sogar selbst beigebracht, auch wenn das sehr schwierig gewesen war.
Da konnte sie nun wirklich nicht den ersten Schultag erwarten.
Allerdings erkannte sie schnell, dass das nicht das Wahre war. Eigentlich war es so gar nicht das, was sie sich darunter vorgestellt hatte. Es war zwar zeitweise interessant, aber Schultstunden konnten so lange sein und im Grunde genommen langweilte sie sich zu Tode. Sie hatte nicht einmal die Möglichkeit, die Lehrerin wirklich mit Fragen zu durchlöchern, da sie immer nur dieselben Antworten bekam: „Das wirst du noch früh genug lernen. Konzentrier dich auf unsere Aufgaben...“
Warum ihr die Lehrerin nicht schwierigere Aufgaben stellte, war ihr sowieso ein Rätsel und mit den anderen Kindern verstand sie sich auch nicht wirklich gut. Die kamen ihr alle irgendwie dumm vor und machten in den Pausen nur irgendwelche Albernkeiten. Aus Mangel an Alternativen saß sie deshalb an ihrem Platz und sah sich das einfach nur an. Sie war unglaublich unzufrieden.
So vergingen die Jahre und mit den Jahren stieg die Hoffnung, dass die nächst höhere Schulstufe mehr Forderung brachte. Alle sagten immer, dass JETZT der Ernst des Lebens begann und Grundschule ja noch einfach war. Da war es nur natürlich, dass ihre Hoffnungen gestärkt wurden.
Aber dann kam der Wechsel und erneut war sie enttäuscht. Die Lehrer nahmen sich noch weniger ihren Fragen an und verwiesen sie immer auf andere Unterrichtsfächer oder andere Lehrer oder andere Tage. Der Lernstoff hielt auch nicht wirklich etwas für sie bereit und als sie dann endlich genug hatte, nahm sie sich ihre eigenen Bücher mit. Genug Lexika hatte sie sich ja schon von ihrem Taschengeld gekauft - jeden Monat eines, wobei sie mittlerweile auf alle zwei Monate umsteigen musste oder zeitweise einfach nichts mehr fand, was ihr Interesse begehrte.
Als sie ein paar Jahre später im Physik ebenfalls mit ihrem eigenen Buch aufkreuzte, waren ihre Schulkameraden zuerst neugierig. Aber das dauerte nur, bis sie merkten, dass dieses dicke Buch tatsächlich nur Physik enthalten sollte.
Ab da hörte sie dann öfter das Wort „Freak“. Sie wusste, dass die Leute gelegentlich über sie redeten, nur was sollte sie machen? Ihr Wissensdurst konnte irgendwie nicht durch die Schule gestillt werden. Also ertrug sie tapfer alles Mobbing und jede spitze Bemerkung und konzentrierte sich auf die Antworten ihrer Fragen. Mit dem Internet war das in der Regel nicht all zu schwer. Aber im Grunde genommen stand sie auf Bücher. Bücher vermittelten ihr das Wissen einfach auf angenehmere, beruhigendere Weise. Als würde sie einem alten weisen Mann, oder in dem Fall gingen natürlich auch alte weise Frauen, lauschen.
Sie mochte es, irgendwo in einem Park zu sitzen und einfach nur all ihre Fragen zu beantworten.
So verging die Zeit und für viele kam es überraschend, dass sie plötzlich beschloss, die Schule zu schmeißen. Eigentlich war es keine plötzliche Entscheidung gewesen, es war viel mehr ein Muss, da das Taschengeld einfach nicht reichte und ihr die Schüler und Lehrer einfach nicht mehr zu Gesicht standen. Sie waren ihr alle zu überheblich. Sie kamen alle nicht an Bücher heran.
Umso mehr freute sie sich, dass sie eine Stelle als Buchhändlerin fand. Die Jahre, die sie nun noch in der Schule verbringen musste, waren erträglicher, auch wenn sie da aus anderen Gründen das Wort „Freak“ an den Kopf geworfen bekam. Aber sie hatte ihren inneren Frieden gefunden und konnte nur bestätigen, dass sie tatsächlich ein Freak war - sie war einfach über die Jahre hinweg einfach nur Bücherwahnsinnig geworden, aber umso mehr machte ihr die Arbeit Spaß - wo es doch noch dazu eine Fachbuchhandlung war, die unter anderem auch die ganzen Schulbücher führte.
Sie liebte ihren Job und die Kunden, die sie bekamen. Jedenfalls bereutete sie nie, dass sie nicht den ganzen Weg im Irrenhaus Schule durchgezogen hatte. Was die dort lernte, konnte sie sich jeden Tag nun selbst nachlesen und musste sich zumindest nicht mehr anhören, dass ihre Fragen einfach nicht beantwortet werden wollten.