Fandom: Original ("I once ruled the World")
Challenge: unüberbrückbare Differenzen
Wörter: 900nochirgendwas
Genre: angst, romance (das war fast schon ein Versehen)
Anmerkung: Sorry für´s Spammen. Hätte ich gewusst, dass nach dem nge-Eintrag noch ein kreativer Erguss folgen würde... Kommt nicht wieder vor.
„Bist du dir sicher, dass das in Ordnung ist?“
Bei der Frage ertappt sie sich, als er den Schlüssel für das kleine, süße Sommerhäuschen aus einem scheinbar beliebigen Blumentopf gräbt- ja, gräbt und die Tür aufschließt.
„Das ist Suzukis Haus.“, entgegnet er.
„Du weißt schon, der dessen Kopf sie zerschlagen haben.“
Wie könnte sie das jemals vergessen. Sie hat es immerhin selbst gesehen.
„Ich denke nicht, dass ihm das was ausmacht wenn wir hier eine Nacht schlafen.“
Seine Stimme ist düster.
Es ist ein hübsches Häuschen, sehr dem europäischen Stil nachempfunden. Man schlängelt sich durch das Wohnzimmer mit Flachbildfernseher, Couch und Parkettfußboden, kommt vorbei an einer kleinen, niedlichen Küche und von der Veranda aus richtet sich der Blick auf den stillen See, dessen Wasser in der Dämmerung schwarz aussieht.
„Er hat mich mal eingeladen hierher, vor ein paar Jahren“, hört sie ihn erklären als er die Rucksäcke vor der Couch abstellt.
„Wie konntest du dir nur den Weg merken?“, murmelt sie ohne den Blick vom See zu nehmen.
„Das hier ist der verlassenste Ort auf der Welt.“
„Und damit der beste.“
Sie schaut über ihre Schulter und sieht dabei zu wie er in der Küche ein paar Schränke auf- und zuklappt, auf der Suche nach etwas Essbarem. Instant-Nudeln kommen zum Vorschein, ein paar Kekse, Fanta und Misopaste.
„Ich konnte mir Wege, je komplizierter sie waren, schon immer ganz gut merken.“
Und er hätte, so nimmt sie an, scheinbar nie gedacht, wie hilfreich ihm diese verquere Gabe mal werden könnte.
Sie reden eigentlich nie so wirklich miteinander. Das fällt ihr auf, als er sie sich in ein riesiges Handtuch gewickelt, auf die Veranda setzt und den See betrachtet. Es ist ein See, der perfekt für Legenden über Nixen ist. Im angrenzenden Wald schreien Vögel mit dunklen Stimmen. Immer wieder betrachtet sie argwöhnisch den winzigen, beinahe nicht existenten Waldweg, vom welchem sie gekommen sind, in der Finsternis.
Aber da ist niemand.
Sie reden immer über wichtige Dinge. Wann wohin. Wer wann schläft. Wieviel Geld ist noch da, um etwas zu Essen zu kaufen? Wie soll es weitergehen? Was ist der Sinn des Lebens und des Sterbens? (Das geht meist von ihrer Seite aus). Tatsächlich ist er der einzige Mensch, mit dem sie noch nie Small Talk gehalten hat. Kein unbedingter Verlust wenn man Small Talk hasst.
Aber trotzdem... es ist als ob irgendwo ein Schritt, eine Stufe fehlt.
Er kommt zu ihr getappst, mit nackten Füßen, nassen Haaren, in einem dunkelblauen Bademantel und hält ihr die Kekstüte hin. Auf dem Teil seiner nackten Brust, der nicht bedeckt ist, kleben Krümel.
Und plötzlich, als hätte er ihre Gedanken gelesen, gerochen, erahnt, fängt er mit dem Small Talk an. Oder zumindest mit dem, was sie untereinander als solches verstehen könnten.
„Warum bist du eigentlich hier?“ Er murmelt es zwischen zwei Happen.
Die Kekse schmecken alt, aber noch ganz gut.
„Weil du mich hergeführt hast.“
„Das mein ich nicht. Was du hier in diesem Land machst, meine ich. Dass es hier gefährlich werden kann, haben sie dir doch sicherlich schon bei der Einreise gesagt.“
„Haben sie. Die Einreisesperre kam aber erst ein paar Tage später.“
„Also warum dann?“
Sie wendet sich ihm zu, guckt ihm ins Gesicht und dann an ihm herunter.
„Unüberbrückbare Differenzen.“
„Bei dir zu Hause?“
„Hm.“
„Mit wem?“
Am Ufer direkt neben ihnen knackt etwas und sie schrecken beide auf. Der Fuchs aber, der genau an der Stelle stand, scheint noch etwas erschrockener zu sein und verschwindet flink im Geäst. Himmel, sie sind wirklich in der Pampa.
„Ich hätt´s lieber, wenn ich noch ein bisschen die geheimnisvolle Ausländerin bleiben dürfte“, sagt sie schließlich.
„Davon abgesehen ist das nicht wichtig, für niemanden von uns.“
Sie klopft Krümel vom Handtuch.
„Vielleicht ist es das doch“, beharrt er. Den Geruch des Shampoos, das auch sie benutzt hat, dringt von ihm herüber. Und erst jetzt bemerkt sie, wie nahe sie sich doch eigentlich immer sind.
„Ich meine doch nur...wir kennen uns gar nicht. Wie soll man sich im Notfall dann einschätzen können?“
„Hat doch bisher auch ganz gut geklappt.“
Dann schweigt er und es schweigt, die gesamte Umgebung. Nur die Tüte raschelt als sie den nächsten Keks nimmt. Die romantische Stimmung vergiftet alles.
„Vielleicht fangen wir mal damit an“, murmelt sie,
„dass wir uns beim Namen nennen? Alles ist besser als `Ey, Vorsicht´ oder `Du, sag mal-´.“
Er schiebt bedächtig die Unterlippe etwas vor und nickt langsam.
Nicht, dass `Hey, pass auf!´ damit unwesentlich würde. Aber vielleicht ist es ein Fortschritt.
Sie sprechen lange nicht, sondern sitzen nur essend auf den vom Tag noch warmen Steinplatten in der Idylle. Man muss ja auch nicht viel reden, wenn man soviel ohne Worte kommuniziert. Zum Beispiel werden sie nachher nebeneinander im Bett landen statt sich sittsam auf Bett und Couch aufzuteilen, sie aufgeklärt und er zu müde um sich darüber Gedanken zu machen.
„Solveigh“, sagt er, als wolle er es einmal austesten.
Gut, es klingt nicht so. Er rutscht, typisch für Japaner, auf dem l ab, sagt `So-ru-bé´ und es hört sich an wie „Sorbet“.
Aber immerhin ist es ehrlicher als bei vielen, vielen Menschen zuvor, die den Namen perfekt ausgesprochen haben.
„Jetzt sag meinen.“
„Wieso? Denkst du, ich hätte ihn vergessen?“
„Nein, aber so zum Eingewöhnen.“
„Masaaki.“
Das bringt ihn tatsächlich zum Lächeln.
„Kannst Masa sagen. In der Kürze liegt die Würze!“
Dann steht er auf und wendet sich wieder dem Haus zu. Immer wieder streift sein Blick nervös den Waldweg, der jetzt wie ein schwarzes Nichts vor ihm liegt.
„Solveigh....Solveigh...Kann mir nicht vorstellen wie jemand mit dir Differenzen haben kann...“, wispert er im Gedanken und wiederholt ihren Namen übenderweise immer wieder.
Sie schaut ihm nach, rappelt sich auf und wünscht sich seufzend ein Eis.
Challenge: unüberbrückbare Differenzen
Wörter: 900nochirgendwas
Genre: angst, romance (das war fast schon ein Versehen)
Anmerkung: Sorry für´s Spammen. Hätte ich gewusst, dass nach dem nge-Eintrag noch ein kreativer Erguss folgen würde... Kommt nicht wieder vor.
„Bist du dir sicher, dass das in Ordnung ist?“
Bei der Frage ertappt sie sich, als er den Schlüssel für das kleine, süße Sommerhäuschen aus einem scheinbar beliebigen Blumentopf gräbt- ja, gräbt und die Tür aufschließt.
„Das ist Suzukis Haus.“, entgegnet er.
„Du weißt schon, der dessen Kopf sie zerschlagen haben.“
Wie könnte sie das jemals vergessen. Sie hat es immerhin selbst gesehen.
„Ich denke nicht, dass ihm das was ausmacht wenn wir hier eine Nacht schlafen.“
Seine Stimme ist düster.
Es ist ein hübsches Häuschen, sehr dem europäischen Stil nachempfunden. Man schlängelt sich durch das Wohnzimmer mit Flachbildfernseher, Couch und Parkettfußboden, kommt vorbei an einer kleinen, niedlichen Küche und von der Veranda aus richtet sich der Blick auf den stillen See, dessen Wasser in der Dämmerung schwarz aussieht.
„Er hat mich mal eingeladen hierher, vor ein paar Jahren“, hört sie ihn erklären als er die Rucksäcke vor der Couch abstellt.
„Wie konntest du dir nur den Weg merken?“, murmelt sie ohne den Blick vom See zu nehmen.
„Das hier ist der verlassenste Ort auf der Welt.“
„Und damit der beste.“
Sie schaut über ihre Schulter und sieht dabei zu wie er in der Küche ein paar Schränke auf- und zuklappt, auf der Suche nach etwas Essbarem. Instant-Nudeln kommen zum Vorschein, ein paar Kekse, Fanta und Misopaste.
„Ich konnte mir Wege, je komplizierter sie waren, schon immer ganz gut merken.“
Und er hätte, so nimmt sie an, scheinbar nie gedacht, wie hilfreich ihm diese verquere Gabe mal werden könnte.
Sie reden eigentlich nie so wirklich miteinander. Das fällt ihr auf, als er sie sich in ein riesiges Handtuch gewickelt, auf die Veranda setzt und den See betrachtet. Es ist ein See, der perfekt für Legenden über Nixen ist. Im angrenzenden Wald schreien Vögel mit dunklen Stimmen. Immer wieder betrachtet sie argwöhnisch den winzigen, beinahe nicht existenten Waldweg, vom welchem sie gekommen sind, in der Finsternis.
Aber da ist niemand.
Sie reden immer über wichtige Dinge. Wann wohin. Wer wann schläft. Wieviel Geld ist noch da, um etwas zu Essen zu kaufen? Wie soll es weitergehen? Was ist der Sinn des Lebens und des Sterbens? (Das geht meist von ihrer Seite aus). Tatsächlich ist er der einzige Mensch, mit dem sie noch nie Small Talk gehalten hat. Kein unbedingter Verlust wenn man Small Talk hasst.
Aber trotzdem... es ist als ob irgendwo ein Schritt, eine Stufe fehlt.
Er kommt zu ihr getappst, mit nackten Füßen, nassen Haaren, in einem dunkelblauen Bademantel und hält ihr die Kekstüte hin. Auf dem Teil seiner nackten Brust, der nicht bedeckt ist, kleben Krümel.
Und plötzlich, als hätte er ihre Gedanken gelesen, gerochen, erahnt, fängt er mit dem Small Talk an. Oder zumindest mit dem, was sie untereinander als solches verstehen könnten.
„Warum bist du eigentlich hier?“ Er murmelt es zwischen zwei Happen.
Die Kekse schmecken alt, aber noch ganz gut.
„Weil du mich hergeführt hast.“
„Das mein ich nicht. Was du hier in diesem Land machst, meine ich. Dass es hier gefährlich werden kann, haben sie dir doch sicherlich schon bei der Einreise gesagt.“
„Haben sie. Die Einreisesperre kam aber erst ein paar Tage später.“
„Also warum dann?“
Sie wendet sich ihm zu, guckt ihm ins Gesicht und dann an ihm herunter.
„Unüberbrückbare Differenzen.“
„Bei dir zu Hause?“
„Hm.“
„Mit wem?“
Am Ufer direkt neben ihnen knackt etwas und sie schrecken beide auf. Der Fuchs aber, der genau an der Stelle stand, scheint noch etwas erschrockener zu sein und verschwindet flink im Geäst. Himmel, sie sind wirklich in der Pampa.
„Ich hätt´s lieber, wenn ich noch ein bisschen die geheimnisvolle Ausländerin bleiben dürfte“, sagt sie schließlich.
„Davon abgesehen ist das nicht wichtig, für niemanden von uns.“
Sie klopft Krümel vom Handtuch.
„Vielleicht ist es das doch“, beharrt er. Den Geruch des Shampoos, das auch sie benutzt hat, dringt von ihm herüber. Und erst jetzt bemerkt sie, wie nahe sie sich doch eigentlich immer sind.
„Ich meine doch nur...wir kennen uns gar nicht. Wie soll man sich im Notfall dann einschätzen können?“
„Hat doch bisher auch ganz gut geklappt.“
Dann schweigt er und es schweigt, die gesamte Umgebung. Nur die Tüte raschelt als sie den nächsten Keks nimmt. Die romantische Stimmung vergiftet alles.
„Vielleicht fangen wir mal damit an“, murmelt sie,
„dass wir uns beim Namen nennen? Alles ist besser als `Ey, Vorsicht´ oder `Du, sag mal-´.“
Er schiebt bedächtig die Unterlippe etwas vor und nickt langsam.
Nicht, dass `Hey, pass auf!´ damit unwesentlich würde. Aber vielleicht ist es ein Fortschritt.
Sie sprechen lange nicht, sondern sitzen nur essend auf den vom Tag noch warmen Steinplatten in der Idylle. Man muss ja auch nicht viel reden, wenn man soviel ohne Worte kommuniziert. Zum Beispiel werden sie nachher nebeneinander im Bett landen statt sich sittsam auf Bett und Couch aufzuteilen, sie aufgeklärt und er zu müde um sich darüber Gedanken zu machen.
„Solveigh“, sagt er, als wolle er es einmal austesten.
Gut, es klingt nicht so. Er rutscht, typisch für Japaner, auf dem l ab, sagt `So-ru-bé´ und es hört sich an wie „Sorbet“.
Aber immerhin ist es ehrlicher als bei vielen, vielen Menschen zuvor, die den Namen perfekt ausgesprochen haben.
„Jetzt sag meinen.“
„Wieso? Denkst du, ich hätte ihn vergessen?“
„Nein, aber so zum Eingewöhnen.“
„Masaaki.“
Das bringt ihn tatsächlich zum Lächeln.
„Kannst Masa sagen. In der Kürze liegt die Würze!“
Dann steht er auf und wendet sich wieder dem Haus zu. Immer wieder streift sein Blick nervös den Waldweg, der jetzt wie ein schwarzes Nichts vor ihm liegt.
„Solveigh....Solveigh...Kann mir nicht vorstellen wie jemand mit dir Differenzen haben kann...“, wispert er im Gedanken und wiederholt ihren Namen übenderweise immer wieder.
Sie schaut ihm nach, rappelt sich auf und wünscht sich seufzend ein Eis.
no subject
Date: 2010-07-12 01:03 pm (UTC)Ich mag es. Ich mag, daß die Findung des Verstecks von Ihm ausgeht. Ich den makabren, traurigen Grund, aus dem sie in gerade diesem Waldhaus sind. Ich mag, wie du die Atmosphäre beschreibst, den See, das Haus, die Schreie der Vögel. Und ich mag die awkwardness, der sie sich hingeben müssen, weil's eben mal kurz Ruhe ist. ^^
Es paßt zu ihm, daß er den Small Talk in Gang bringt ... irgendwie habe ich das Gefühl, daß es ihm in den Knochen drinsteckt, angenehm sein zu wollen. Und das klappt schließlich auch ganz gut. Wenn die Lage nicht so schräg wäre.
Gute Umsetzung auch von dem Prompt, eigentlich eine der besten überhaupt - das Ganze nicht zum Thema zu machen, sondern einfach nur in den Dialog fallen lassen.
Wie er ihren Namen ausspricht, ist sowas von niedlich! Ich mag die beiden Namen auch unheimlich gern, irgendwie.
Und ich drücke ihnen die Daumen, daß sie sich in dem Waldhaus kurz ausruhen dürfen!
no subject
Date: 2010-07-13 08:09 pm (UTC)Oh *____*
Zuviel der Ehre!
Und danke, danke! =) Wenn du das so magst, muss ich ja irgendwas richtig gemacht haben daran. Dann kann ich ja ruhigen Gewissens weiter daran rumbasteln.
An den Namen habe ich laange gesucht. Da ich ihn an einer real existierenden Person anlehne, wollte ich auch einen Namen haben, der dem des Kerls nachempfunden ist. Nach dem Nachnamen suche ich immer noch ._. XD
Hach, danke nochmal!