[identity profile] leviathans-moon.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel:Von Männern und Frauen, und was es dazwischen noch gibt
Genre: Fußball, Original
Character: The Mannschaft plus Trainer
Challenge: "Mich dünkt, ihr seid nicht ganz bei Sinnen." (reguläre Challenge)
Disclaimer: die spieler, die auch tatsächlich spielen, gehören nicht mir. Lee und Ben allerdings schon.
Kommentar: etwas crackiges, für [livejournal.com profile] hope_calaris geschrieben, und nach dem gestrigen Spiel eine gute Gelegenheit, um unsere tolle Mannschaft ein wenig zu feiern.





Die gesamte Mannschaft saß in der Lounge und wartete. Die Atmosphäre glich der, die man bekam, wenn man zwanzig notgeile Hunde in einen Zwinger steckte und stundenlang mit einer läufigen Hundedame davor herumlief. Letztendlich waren es 23 notgeile Männer, die auf die Damen warteten. 22 Damen plus ein Mann. Sein Mann.

Armer Ben. Allein in einem Flugzeug mit so vielen Frauen, die sicherlich ihren Spaß mit Ben gehabt haben werden. Sie haben ihn bestimmt ausgequetscht und mit ihm getratscht. Ben war nicht tuntig genug, um mit 22 Frauen klar zu kommen. In wenigen Minuten würde er es aber überstanden haben.

Betrunkene Schmetterlinge kotzten sich auf Lees Herz aus, hauptsächlich, weil er Angst vor den Reaktionen hatte. Wenn man es nicht unter die Nase gerieben bekam, konnte man es ja verdrängen. Aber wie würde die Mannschaft reagieren, wenn Lee plötzlich an einem Kerl dranhängt, statt eine Frau an sich hängen zu haben?

„Los, Flipper. Die holen wir noch ein.“ Poldi war in Kampfposition. Er und Phillip lagen mehrere Tore hinterher, und das war ein Unding. Poldi verlor nie beim Tischfußball.

Phillip schubste ihn. „Hör auf mich Flipper zu nennen!“

„Hau ihm eine runter, Chef!“ Nur Bastian durfte ihn ‚Chef‘ nennen. So wie nur Poldi ihn ‚Flipper‘ nennen durfte… manchmal… selten.

„Nein, keine Gewalt unter meiner Führung.“

„Er sperrt ihn nachher in den Kerker und peitscht ihn aus.“

„Arne, bitte, lass deine verstörenden Sex-Fantasien zu Hause. Und niemand wird hier irgendwo eingesperrt.“, rief der Trainer von der Terrasse herein. Er hatte sich clever positioniert. Unauffällig, aber so, dass er alles mitbekam.

„Außerdem fällt einsperren eh unter Gewalttat.“, warf Miro ein.

„Nein, Gewalttat wäre das hier.“ Phillip schlug mit der flachen Hand auf Poldis Hinterkopf. „Einsperren ist eher Freiheitsberaubung als wirkliche Gewalt.“ Poldi starrte ihn entgeistert an, während Bastian sich am Tisch festhalten musste, damit das Lachen ihn nicht umwarf.

„Ich dachte, unter deiner Herrschaft gibt es keine Gewalt?“, fragte Lee von der Couch.

„Das war nur eine Demonstration. Im Ernstfall würde ich das natürlich nie machen.“ Phillip grinste, und Poldi reichte es. Er umfasste mit beiden Armen Phillips Brustkorb und hob ihn hoch. „So, Flipper, du gehst baden.“ Zu Phillips größter Not, packte Bastian seine Beine.

„Per, Arne, helft mir.“, schrie Phillip, während Bastian und Poldi ihn zum Pool trugen. Der Trainer schmunzelte und holte seine Kamera hervor. Er brauchte Fotos zum Erpressen, und es sah nicht grade graziös aus, wie Phillip in den Pool flog. Poldi zog sich das Trikot aus und sprang gleich hinterher. Bastian musste von Per erst durch Schubsen zum Schwimmen animiert werden, und Arne schmiss noch eine Luftmatratze hinterher, unter der Bastian prustend hervorkam. Einige der anderen Spieler hatten sich jetzt dazugesellt. Letztendlich war es die beste Methode, um ein wenig überschüssigen Dampf abzulassen.

Lee blieb an der Terrassentür stehen, Hände in den Hosentaschen, und beobachtete das Schauspiel aus sicherer Entfernung. Per war gerade dabei Phillip unter zu stucken, und Poldi und Bastian hatten sich auf die Luftmatratze gekämpft.

„Matrose, Anker fieren.“, rief Poldi, der Kapitän.

„Ähm, Kapitän, der Anker ist unten, wir müssen ihn einholen.“, sagte Bastian lachend.

„Mann, dann hol ihn eben ein. Idiot.“ Und Bastian bekam eine Ladung Wasser ins Gesicht, was ihn dazu veranlasste seinen Kapitän vom Schiff zu stoßen.

Lee lachte, und ein Teil der Nervosität löste sich. Es waren alle gute Männer. Sie hatten bisher nichts gesagt, warum sollten sie jetzt.

„Ich denke, das einzige, das du erwarten kannst, sind schlechte Schwulen-Witze von Poldi.“, kam es vom Trainer, als ob er Gedanken lesen konnte. Es wäre ihm zuzutrauen. Jogi Löw traut man alles zu.

„Da kann er mich nicht überraschen. Ich kenne sie alle.“

Bevor der Trainer etwas erwidern konnte, vernahm er das Geräusch eines ankommenden Busses. Er stand auf und klatschte laut in die Hände. „Jungs, eure Frauen sind da.“ Er drehte sich zu Lee um. „Und dein Mann.“ Ein Klaps auf die Schulter und der Trainer verschwand im Gebäude, um den Spielern ihren Raum zu geben.

„Hey, Lee? Wer von euch beiden ist eigentlich die Frau in der Beziehung?“, rief Poldi ihm zu, während er sich abtrocknete.

„Poldi, schau dir meine Größe an, und dann überleg‘ nochmal, ob du mir diese Frage wirklich stellen willst.“ Lee sah ihn auffordernd an.

„Ha, ich wusste es. Du Weichei.“ Bei Lees linker Hand ging der Mittelfinger nach oben. Das nach ihm geworfene Handtuch sah er aber schon nicht mehr. Volle Konzentration auf Ben.

Date: 2010-07-04 09:44 am (UTC)
From: [identity profile] chija.livejournal.com
Wie guuuut!
Ich mag Fußballgeschichten normalerweise nicht, weil ich RPF nicht mag. Aber du hast die Spieler so schön zu Nebencharakteren gemacht, dass es respektvoll bleibt, und deine Originalfigur passt sich da wirklich gut ein. Toll! Ich würde gerne mehr von den beiden lesen, sie gefallen mir.

Date: 2010-07-04 10:51 am (UTC)
From: [identity profile] nebel-kraehe.livejournal.com
Die Mischung hat mir auch sehr gut gefallen. Bin eigentlich auch kein RPF-Fan, aber hier war es wirklich angenehm zu lesen und die beiden Originalcharas mag ich jetzt schon sehr.

Jogi Löw traut man alles zu
THIS XDDD
Ich find seine aufmerksam-unauffällige Präsenz hier generell herrlich ~

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