Sommerpäckchen II: Zufall/Unfall (1/5)
Jun. 27th, 2010 10:21 pmTeam: Byron
Fandom: Yu-Gi-Oh
Charaktere: Seto Kaiba, Katsuya Jounouchi
Challenge: "Zufall/Unfall"
Warnungen: (wie immer) dialoglastig
Wörter: ~1200
Vorwort: Ich benutze zum ersten Mal Joeys Originalnamen - ist sogar total plotrelevant. Ich hoffe, dass mir zwischendurch kein unbeabsichtigtes Wheeler rausrutscht. Macht mich ruhig darauf aufmerksam, wenn es doch passiert sein sollte. ^^ Ansonsten viel Spaß!
„Tot“, wiederholt Kaiba und verschränkt die Arme. Er klingt nicht begeistert. Unter diesen Umständen kann ich ihm das nicht mal verdenken.
„Ja, man - TOT!“ Ich wedele zur Bekräftigung mit den Armen. „Weggestorben! Dahingeschieden! Verendet! Abgenippelt! Von uns gegangen! Das Zeitliche gesegnet! Ins Gras gebissen! Den Löffel abgegeben! MAUSETOT!“
Kaiba lässt einen kurzen, abschätzigen Blick über den Tisch gleiten, vor dem wir stehen und bemerkt kühl: „Dieser Ausdruck dürfte angesichts der Opfer nicht grade passend sein.“
Überlassen wir es Kaiba auch in solchen Momenten noch irgendetwas zu finden, weswegen er mich kritisieren kann. Blöder Bastard!
Ungefähr zwei Sekunden lang bin ich ihm eben tatsächlich dankbar gewesen, weil er wirklich hierhergekommen ist – und das nur aufgrund meines vollkommen aufgelösten Anrufes in seiner Firma. Ich hatte damit wirklich nicht gerechnet. Also, dass er überhaupt auftaucht.
Im Nachhinein war das beinah witzig. Auch wenn ich sicher bin, dass er mir garantiert ewig vorhalten wird, dass ich in ihn mitten in einer Konferenz unterbrochen und vor einem Haufen steifer Anzugsträger eine panische Nachricht von wegen „Leichen“, „Spuren verwischen“ und „keine Polizei!“ auf seinen Anrufbeantworter gefaselt habe. (Ich war eben aufgewühlt, okay? Aufgewühlt! Wir können ja nicht alle emotionslose Gefrierschränke sein.)
Seine Antwort beschränkte sich auf ein unterkühltes „Setz deine Drogen ab, Köter“. Aber gekommen ist er trotzdem.
Ich gebe zu, das war echt nett. Er hätte mich ja auch alleine mit dem Schlamassel sitzen lassen können. Andererseits wäre es vielleicht nie so weit gekommen, wenn er mich nicht von vorne herein mit der ganzen Arbeit allein gelassen hätte. Also, kann er mir genauso gut helfen die Suppe wieder auszulöffeln. Ohne an meiner Wortwahl herumzukritisieren!
„Wer sagt, dass nicht auch Hamster mausetot sein können?“ gebe ich widerspenstig zurück. Wenn jemals irgendetwas irgendwo mausetot war, dann doch wohl die Beiden da.
Kaiba hebt eine spöttische Augenbraue. „Was soll das werden? Willst du jetzt ernsthaft linguistische Diskussionen führen?“
Ich blinzele verwirrt. „Lingu-… was? Sind das nicht Nudeln?“
„Das sind Linguini, du Schwachkopf. Musst du immer ans Essen denken?“
„Gar nicht wahr-… Kaiba! Lass das!“ grummele ich wütend. „Wir haben jetzt andere Probleme.“
Er seufzt angesichts dieser absolut zutreffenden Aussage und fährt sich mit einer Hand durch die Haare. Sein Blick sieht immer noch finster und kein bisschen glücklicher aus, als er erneut auf den Tisch sieht.
„Was ist überhaupt passiert? Haben sie dich gesehen und sind einfach umgefallen?“
„Sehr witzig – ich lach mich tot!“ fauche ich unüberlegt zurück.
„Ich möchte dich bitten, das zu unterlassen. Deine Leiche zu entsorgen, dürfte sich als wesentlich aufwändiger erweisen.“
Wenn Blicke töten könnten, hätte ich es gleich mit drei Leichen zu tun … leider ist Kaiba völlig immun gegen jede Art von giftigem Blick. Vermutlich kassiert er sie schon so oft, dass er sie kaum noch bemerkt. „Ich weiß nicht, was passiert ist, okay?“ fühle ich mich genötigt hinzuzufügen. „Es war auf jeden Fall nicht meine Schuld! Heute Morgen ging es ihnen noch gut … und als ich eben nach ihnen gesehen habe, lagen sie auf dem Rücken und hatten die Beine von sich gestreckt! Ich habe sie sogar mit einem Lineal angestupst und sie haben nicht mal gezuckt.“
Kaiba tritt einen Schritt auf den Käfig zu und wirft einen kurzen, angewiderten Blick hinein. „Hast du daran gedacht, dass es sinnvoller gewesen wäre einen Tierarzt anzurufen, und nicht mich?“
„Bist du verrückt?!“, japse ich entsetzt. „Wir können keine Zeugen gebrauchen! Wir müssen die beiden unauffällig verschwinden lassen. Wir müssen das Ganze vertuschen!“ Langsam gerate ich in die längst überfällige Panik.
Wir reden hier ja schließlich nicht von irgendwelchen Hamstern. Was hier grade tot, und mit allen acht Beinchen in der Luft, im Stroh liegt, sind Sigfried und Roy, die heiß geliebten Maskottchen unserer Schule. Wir werden öffentlich gelyncht, wenn bekannt wird, dass sie ausgerechnet während unserem Klassendienst draufgegangen sind, das muss doch sogar Kaiba klar sein! Auch wenn er vermutlich wirklich nicht viel dazu beigetragen hat. Wie sollte er auch, nachdem er die ganze Arbeit mir überlassen hat.
Es ist eine der Ungerechtigkeiten des Lebens, dass unser wöchentlicher Klassendienst so eingeteilt ist, dass immer die beiden Leute, die auf der alphabetischen Namensliste hintereinander kommen, zusammen haben. Dreimal dürfte ihr raten, was der erste Name hinter ‚Jounouchi’ ist.
J, K … K wie Kaiba. Genau.
Besagter Kaiba, der grade die Augen verdreht und mehr als angefressen aussieht. Er blickt ungeduldig auf seine Armbanduhr. „Ein weiteres Zeugnis deiner Unfähigkeit. Ich kann nicht fassen, dass du mich aus einer wichtigen Konferenz geholt hast, nur um zwei tote Hamster im Klo runterzuspülen! Kannst du nicht mal das alleine erledigen?“
„WAS …?!“ Entsetzt sehe ich ihn an und senke unwillkürlich meine Stimme, obwohl abgesehen von uns längst niemand mehr in der Schule sein dürfte. „Im Klo? Runter? Spinnst du? Das können wir nicht machen! Wir müssen sie wenigstens stilvoll beerdigen!“
„Himmelherrgott nochmal, Jounouchi.“ Kaiba sieht langsam ernsthaft angepisst aus. Und gestresst. „Geht das nicht in dein kleines Spatzenhirn? Ich habe keine Zeit für solche Banalitäten. Ich habe Verhandlungen laufen, die ich unmöglich absagen kann. Wenn dir so viel daran liegt, kann ich Roland herholen und …“
Jetzt wo ich meine Aufmerksamkeit lang genug auf etwas anderes richten kann, als die zwei Hamsterleichen vor uns, fällt mir zum ersten Mal auf, dass er wirklich gestresst er aussieht. Blass. Übermüdet. Als hätte er seit Tagen nicht mehr richtig geschlafen, sondern ununterbrochen in seinem Büro im 35. Stock der Kaiba Corp. Gehockt und vor Bildschirmen gebrütet.
Allerdings ist Kaiba auch ganz generell kein Mensch, der Essen und Schlafen besonders hoch oben auf seiner Prioritätenliste stehen hat. Von daher kann das auch der ganz normale Wahnsinn bei ihm sein.
„Hast du irgendwie Stress in der Firma?“ frage ich trotzdem unwillkürlich.
„Ich wüsste nicht, was dich das angeht“, erwidert er kühl.
„Schon gut, vergiss dass ich gefragt habe.“ Ich verdrehe die Augen. Gott bewahre, dass Kaiba, der Eisblock mal was Persönliches erzählt.
Ich lege den Kopf schief und taxiere ihn aufmerksam. Egal was er sagt, so erschöpft wie er grade aussieht, hätte er eine Pause, in der er mal aus seinem miefigen Büro kommt dringend nötig. Nicht, dass er das jemals zugeben würde.
„Du kannst nicht immer vor der Verantwortung drücken“, sage ich stattdessen. „Ich habe mir diese Einteilung auch nicht ausgesucht, das kannst du mir glauben. Und mir steht es bis hier …“ ich mache vielsagende Bewegungen vor meinem Kinn, „… dass ich immer die ganze Arbeit alleine an der Backe kleben habe. Hast du eine Ahnung was ich die letzten Wochen alles gemacht habe? Aufräumen, Tafel wischen, Blumen gießen, Klasse ausfegen, alte Kaugummis unter den Tischen abpulen, Edding wegpolieren, die blöden Hamster versorgen …“
„Ja, hier sieht man ganz klar das Ergebnis dieser Mühe“, erwidert er bissig. „Dein vollkommener Mangel an Fähigkeiten erstaunt mich immer wieder.“
„Grrrrr, Kaiba!“ Ich explodiere gleich, wenn er so weiter macht. „Jetzt hilf mir gefälligst, du Bastard! Du bist auch nicht weniger schuld daran! Du warst genauso für sie verantwortlich wie ich! Wieso bist du überhaupt hergekommen, wenn du mich nur fertig machen willst?“
Sekundenlang bin ich beinah gekränkt, was absolut albern ist, weil Kaiba sowieso den lieben langen Tag nichts anderes tut als mich fertig zu machen. Ich sollte langsam daran gewöhnt sein.
Aber er IST nun mal hergekommen. Er ist hergekommen, als ich ihn um Hilfe gebeten habe … das muss doch irgendwas zu bedeuten haben, oder?
Zu meiner Überraschung presst er zwei Fingerspitzen an die Schläfen und atmet tief durch, aber er nickt. „Meinetwegen“, knurrt er unfreundlich. „Bringen wir es hinter uns. Hauptsache es geht schnell.“
„Danke.“ Ich verschränke die Arme.
„Und Jounouchi …“
„Was?“
„Versuch bitte von weiteren Leichen abzusehen, solange ich dabei bin.“
„Hey, ich sagte doch, das war nicht meine Schuld!“
Fortsetzung folgt ...
Fandom: Yu-Gi-Oh
Charaktere: Seto Kaiba, Katsuya Jounouchi
Challenge: "Zufall/Unfall"
Warnungen: (wie immer) dialoglastig
Wörter: ~1200
Vorwort: Ich benutze zum ersten Mal Joeys Originalnamen - ist sogar total plotrelevant. Ich hoffe, dass mir zwischendurch kein unbeabsichtigtes Wheeler rausrutscht. Macht mich ruhig darauf aufmerksam, wenn es doch passiert sein sollte. ^^ Ansonsten viel Spaß!
„Tot“, wiederholt Kaiba und verschränkt die Arme. Er klingt nicht begeistert. Unter diesen Umständen kann ich ihm das nicht mal verdenken.
„Ja, man - TOT!“ Ich wedele zur Bekräftigung mit den Armen. „Weggestorben! Dahingeschieden! Verendet! Abgenippelt! Von uns gegangen! Das Zeitliche gesegnet! Ins Gras gebissen! Den Löffel abgegeben! MAUSETOT!“
Kaiba lässt einen kurzen, abschätzigen Blick über den Tisch gleiten, vor dem wir stehen und bemerkt kühl: „Dieser Ausdruck dürfte angesichts der Opfer nicht grade passend sein.“
Überlassen wir es Kaiba auch in solchen Momenten noch irgendetwas zu finden, weswegen er mich kritisieren kann. Blöder Bastard!
Ungefähr zwei Sekunden lang bin ich ihm eben tatsächlich dankbar gewesen, weil er wirklich hierhergekommen ist – und das nur aufgrund meines vollkommen aufgelösten Anrufes in seiner Firma. Ich hatte damit wirklich nicht gerechnet. Also, dass er überhaupt auftaucht.
Im Nachhinein war das beinah witzig. Auch wenn ich sicher bin, dass er mir garantiert ewig vorhalten wird, dass ich in ihn mitten in einer Konferenz unterbrochen und vor einem Haufen steifer Anzugsträger eine panische Nachricht von wegen „Leichen“, „Spuren verwischen“ und „keine Polizei!“ auf seinen Anrufbeantworter gefaselt habe. (Ich war eben aufgewühlt, okay? Aufgewühlt! Wir können ja nicht alle emotionslose Gefrierschränke sein.)
Seine Antwort beschränkte sich auf ein unterkühltes „Setz deine Drogen ab, Köter“. Aber gekommen ist er trotzdem.
Ich gebe zu, das war echt nett. Er hätte mich ja auch alleine mit dem Schlamassel sitzen lassen können. Andererseits wäre es vielleicht nie so weit gekommen, wenn er mich nicht von vorne herein mit der ganzen Arbeit allein gelassen hätte. Also, kann er mir genauso gut helfen die Suppe wieder auszulöffeln. Ohne an meiner Wortwahl herumzukritisieren!
„Wer sagt, dass nicht auch Hamster mausetot sein können?“ gebe ich widerspenstig zurück. Wenn jemals irgendetwas irgendwo mausetot war, dann doch wohl die Beiden da.
Kaiba hebt eine spöttische Augenbraue. „Was soll das werden? Willst du jetzt ernsthaft linguistische Diskussionen führen?“
Ich blinzele verwirrt. „Lingu-… was? Sind das nicht Nudeln?“
„Das sind Linguini, du Schwachkopf. Musst du immer ans Essen denken?“
„Gar nicht wahr-… Kaiba! Lass das!“ grummele ich wütend. „Wir haben jetzt andere Probleme.“
Er seufzt angesichts dieser absolut zutreffenden Aussage und fährt sich mit einer Hand durch die Haare. Sein Blick sieht immer noch finster und kein bisschen glücklicher aus, als er erneut auf den Tisch sieht.
„Was ist überhaupt passiert? Haben sie dich gesehen und sind einfach umgefallen?“
„Sehr witzig – ich lach mich tot!“ fauche ich unüberlegt zurück.
„Ich möchte dich bitten, das zu unterlassen. Deine Leiche zu entsorgen, dürfte sich als wesentlich aufwändiger erweisen.“
Wenn Blicke töten könnten, hätte ich es gleich mit drei Leichen zu tun … leider ist Kaiba völlig immun gegen jede Art von giftigem Blick. Vermutlich kassiert er sie schon so oft, dass er sie kaum noch bemerkt. „Ich weiß nicht, was passiert ist, okay?“ fühle ich mich genötigt hinzuzufügen. „Es war auf jeden Fall nicht meine Schuld! Heute Morgen ging es ihnen noch gut … und als ich eben nach ihnen gesehen habe, lagen sie auf dem Rücken und hatten die Beine von sich gestreckt! Ich habe sie sogar mit einem Lineal angestupst und sie haben nicht mal gezuckt.“
Kaiba tritt einen Schritt auf den Käfig zu und wirft einen kurzen, angewiderten Blick hinein. „Hast du daran gedacht, dass es sinnvoller gewesen wäre einen Tierarzt anzurufen, und nicht mich?“
„Bist du verrückt?!“, japse ich entsetzt. „Wir können keine Zeugen gebrauchen! Wir müssen die beiden unauffällig verschwinden lassen. Wir müssen das Ganze vertuschen!“ Langsam gerate ich in die längst überfällige Panik.
Wir reden hier ja schließlich nicht von irgendwelchen Hamstern. Was hier grade tot, und mit allen acht Beinchen in der Luft, im Stroh liegt, sind Sigfried und Roy, die heiß geliebten Maskottchen unserer Schule. Wir werden öffentlich gelyncht, wenn bekannt wird, dass sie ausgerechnet während unserem Klassendienst draufgegangen sind, das muss doch sogar Kaiba klar sein! Auch wenn er vermutlich wirklich nicht viel dazu beigetragen hat. Wie sollte er auch, nachdem er die ganze Arbeit mir überlassen hat.
Es ist eine der Ungerechtigkeiten des Lebens, dass unser wöchentlicher Klassendienst so eingeteilt ist, dass immer die beiden Leute, die auf der alphabetischen Namensliste hintereinander kommen, zusammen haben. Dreimal dürfte ihr raten, was der erste Name hinter ‚Jounouchi’ ist.
J, K … K wie Kaiba. Genau.
Besagter Kaiba, der grade die Augen verdreht und mehr als angefressen aussieht. Er blickt ungeduldig auf seine Armbanduhr. „Ein weiteres Zeugnis deiner Unfähigkeit. Ich kann nicht fassen, dass du mich aus einer wichtigen Konferenz geholt hast, nur um zwei tote Hamster im Klo runterzuspülen! Kannst du nicht mal das alleine erledigen?“
„WAS …?!“ Entsetzt sehe ich ihn an und senke unwillkürlich meine Stimme, obwohl abgesehen von uns längst niemand mehr in der Schule sein dürfte. „Im Klo? Runter? Spinnst du? Das können wir nicht machen! Wir müssen sie wenigstens stilvoll beerdigen!“
„Himmelherrgott nochmal, Jounouchi.“ Kaiba sieht langsam ernsthaft angepisst aus. Und gestresst. „Geht das nicht in dein kleines Spatzenhirn? Ich habe keine Zeit für solche Banalitäten. Ich habe Verhandlungen laufen, die ich unmöglich absagen kann. Wenn dir so viel daran liegt, kann ich Roland herholen und …“
Jetzt wo ich meine Aufmerksamkeit lang genug auf etwas anderes richten kann, als die zwei Hamsterleichen vor uns, fällt mir zum ersten Mal auf, dass er wirklich gestresst er aussieht. Blass. Übermüdet. Als hätte er seit Tagen nicht mehr richtig geschlafen, sondern ununterbrochen in seinem Büro im 35. Stock der Kaiba Corp. Gehockt und vor Bildschirmen gebrütet.
Allerdings ist Kaiba auch ganz generell kein Mensch, der Essen und Schlafen besonders hoch oben auf seiner Prioritätenliste stehen hat. Von daher kann das auch der ganz normale Wahnsinn bei ihm sein.
„Hast du irgendwie Stress in der Firma?“ frage ich trotzdem unwillkürlich.
„Ich wüsste nicht, was dich das angeht“, erwidert er kühl.
„Schon gut, vergiss dass ich gefragt habe.“ Ich verdrehe die Augen. Gott bewahre, dass Kaiba, der Eisblock mal was Persönliches erzählt.
Ich lege den Kopf schief und taxiere ihn aufmerksam. Egal was er sagt, so erschöpft wie er grade aussieht, hätte er eine Pause, in der er mal aus seinem miefigen Büro kommt dringend nötig. Nicht, dass er das jemals zugeben würde.
„Du kannst nicht immer vor der Verantwortung drücken“, sage ich stattdessen. „Ich habe mir diese Einteilung auch nicht ausgesucht, das kannst du mir glauben. Und mir steht es bis hier …“ ich mache vielsagende Bewegungen vor meinem Kinn, „… dass ich immer die ganze Arbeit alleine an der Backe kleben habe. Hast du eine Ahnung was ich die letzten Wochen alles gemacht habe? Aufräumen, Tafel wischen, Blumen gießen, Klasse ausfegen, alte Kaugummis unter den Tischen abpulen, Edding wegpolieren, die blöden Hamster versorgen …“
„Ja, hier sieht man ganz klar das Ergebnis dieser Mühe“, erwidert er bissig. „Dein vollkommener Mangel an Fähigkeiten erstaunt mich immer wieder.“
„Grrrrr, Kaiba!“ Ich explodiere gleich, wenn er so weiter macht. „Jetzt hilf mir gefälligst, du Bastard! Du bist auch nicht weniger schuld daran! Du warst genauso für sie verantwortlich wie ich! Wieso bist du überhaupt hergekommen, wenn du mich nur fertig machen willst?“
Sekundenlang bin ich beinah gekränkt, was absolut albern ist, weil Kaiba sowieso den lieben langen Tag nichts anderes tut als mich fertig zu machen. Ich sollte langsam daran gewöhnt sein.
Aber er IST nun mal hergekommen. Er ist hergekommen, als ich ihn um Hilfe gebeten habe … das muss doch irgendwas zu bedeuten haben, oder?
Zu meiner Überraschung presst er zwei Fingerspitzen an die Schläfen und atmet tief durch, aber er nickt. „Meinetwegen“, knurrt er unfreundlich. „Bringen wir es hinter uns. Hauptsache es geht schnell.“
„Danke.“ Ich verschränke die Arme.
„Und Jounouchi …“
„Was?“
„Versuch bitte von weiteren Leichen abzusehen, solange ich dabei bin.“
„Hey, ich sagte doch, das war nicht meine Schuld!“
Fortsetzung folgt ...
no subject
Date: 2010-06-27 09:22 pm (UTC)Ansonsten war der Dialog definitiv typisch Kaiba & Jonouchi. Bin gespannt, wie sie das mit den Hamstern "erklären" wollen...XD
no subject
Date: 2010-06-27 09:28 pm (UTC)Ich setz mich morgen oder so mal an ne Fortsetzung. Vielen Dank. ^_^
no subject
Date: 2010-06-27 09:25 pm (UTC)und die hamster, lol. ich dachte, oh mann, was hat joey jetzt schon wieder gemacht, und dann waren es hamster*g* aber, die armen puschel. wie kannst du hamster umbringen?
Dialoge sind toll, du darfst weiter viele Dialoge schreiben und deine Charas labern lassen.
no subject
Date: 2010-06-27 09:29 pm (UTC)Danke fürs lesen und kommentieren! ♥
Ihre Dialoge flutschen so schön wie bei niemandem sonst ... ich hab die ganze Zeit Fossi und Kahnmeyer im Kopf, während ich sie schreibe.
no subject
Date: 2010-07-01 09:53 pm (UTC)Danke! ^__^
Ich hab die beiden auch wahnsinnig lieb.
no subject
Date: 2010-07-02 10:09 pm (UTC)Dialog. Joey und Kaiba. Dialog. Von den beiden. Von dir. *___*
no subject
Date: 2010-07-04 06:24 pm (UTC)no subject
Date: 2011-01-20 08:38 pm (UTC)Ich wusste gar nicht, dass Joey eigentlich einen anderen Namen hat. Ich nehme mal an, dass er im Manga Jounouchi heißt und der Anime amerikanisiert wurde...?
Wie auch immer, es hat mir sehr gut gefallen und es ist ein großes Kompliment an dich, dass du es geschafft hast die beiden so genial und amüsant umzusetzen. Da muss ich wohl mal über meinen YGO-Schatten springen und noch mehr von dir zu ihnen lesen. ;)
Hoffentlich schreibst du dazu noch eine Fortsetzung.
Oder gibt's die schon und ich hab's nur übersehen?