[identity profile] sommerschnee.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Sartre
Fandom: Gilmore Girls
Challenge: Sommerpäkchen #2 Szenario: Ausgesperrt.
Anmerkung: Aus einer komischen Laune heraus entstanden und nicht gegen gelesen.
Wörter: 1.327
Szenario: Ausgesperrt.

 Fassungslos stand Rory vor der Tür des Hauses. Abgeschlossen.

 

Sie brauchte gar nicht in Ihre Tasche zu schauen um zu wissen, dass sich dort kein Schlüssel befand. Schließlich hatte sie diesen mit Absicht nicht mitgenommen. Wann war ein Schlüssel denn auch schon einmal notwendig gewesen?

Eine Tür, ein Fenster, irgendetwas stand immer auf. Oder Lorelai war da.

Aber als Rory vorhin angekommen war, war Luke's Diner leer gewesen. Caesar hatte keine Ahnung wo Luke sich befand und Rorys Mutter war nirgendwo zu sehen gewesen.

Rory war zurück zum Haus gefahren, in der Hoffnung ihre Mutter wäre inzwischen hier, aber die Tür war immer noch verschlossen.

Rory war sich nicht sicher was sie tun sollte. Ihre Mutter ging nicht ans Handy und als sie im Dragonfly Inn angerufen hatte war nur Michelle am Telefon gewesen, der auf seine ganz eigene Art, ohne irgendwelche Informationen Preis zu geben mitgeteilt hatte, dass weder Lorelai noch Sookie im Haus waren.

"Ich habe schon hinten nachgeschaut. Die Tür ist auch abgeschlossen." Rory fuhr erschrocken zusammen und erstarrte dann als Sie erkannte wer dort neben ihr stand.

"Jess.", sagte sie und ärgerte sich selbst darüber, dass ihre Stimme sich anhörte als wäre Sie wieder 14 Jahre alt.

Sie würde sich gerne einreden, dass der Anblick von Jess, wie er vor ihr steht ihr nicht die Knie weich werden lässt: Dunkle Jeans, weißes Hemd, beides gepflegt, aber darüber immer noch die Lederjacke, die er bereits vor zehn Jahren trug, inzwischen ausgebleicht und auseinander fallend. Er sah gut aus und an seiner Haltung und seinem Auftreten war zu sehen, dass er dies auch wusste. Und Rory war keine 14 Jahre mehr alt und wusste es besser, als sich selbst irgendetwas einzureden.

"Du siehst gut aus.", erklärte Jess, von Ihrer Anwesenheit offensichtlich nicht erstaunt. Er trat vor sie, lehnte sich vor und küsste sie sanft auf die Wange. Ihre Haut prickelte von dieser ungewohnten Geste.

"Was tust du hier?", fragte sie schließlich als sie ihre Stimme wiederfand und sich erinnerte, dass sie sonst eigentlich nicht auf den Mund gefallen war.

"Luke rief an. Faselte irgendetwas davon, dass es wichtig sei und ob ich für ein paar Tage hierher kommen könnte. Du kennst ihn ja. Wenig Worte, noch weniger Informationen."

Sie zog den Gurt Ihrer Tasche hoch, der ihr von der Schulter zu rutschen drohte. "Aber du bist gekommen."

Jess zuckte mit den Schultern. "Es klang wichtig und ich dachte schaden kann es nicht." Er klang gleichgültig, lächelte dabei aber auf eine Art und Weise, die zeigte, dass er sich freute hier zu sein.

"Mum war nicht viel anders. Rief an, erzählte etwas von Paul Anka und welchen Unsinn er wieder angestellt hat, teilte mir mit, dass das Freitag Abend Essen gestrichen ist und bevor ich es wusste saß ich im Auto und fuhr hierher."

"Was hat deine Mutter mit Paul Anka zu tun?"

Rory lächelte "Nicht der Mensch, der Hund."

"Aber natürlich.", erwiderte Jess, als würde die Aussage tatsächlich für ihn Sinn machen.

Einen Moment lang standen sie sich schweigend gegenüber, dann nickte Jess zu dem Sofa hinüber welches noch immer auf der Terrasse stand. "Wollen wir uns setzen?"

Sie stellte ihre Tasche neben dem Sofa ab und setzte sich. Es war seltsam neben Jess zu sitzen. Ihre letzten Begegnungen waren zunächst freundschaftlich gewesen, aber nach dem Kuss vor einigen Jahren bei welchem sie ihn so enttäuscht hatte und der ihr noch immer ein schlechtes Gewissen Logan gegenüber und Jess gegenüber machte wusste sie sich nicht ob sie sich in seiner Nähe wohlfühlte oder nicht.

"Geht es dir gut?", fragte Jess und als sie den Kopf drehte um ihn anzuschauen sah sie an seinem Gesicht, dass er nicht gerade im Moment meinte, sondern insgesamt.

Sie nickte. "Ich reise derzeit viel. Ich hatte meinen Job bei der New York Times nicht bekommen und war danach mit Obama auf Wahltour als Reporter. Seit dem… ergibt eigentlich ein Job den anderen."

"Und du bist damit glücklich?"

"Erstaunlicher Weise ja. Ich dachte ich bräuchte einen festen Ort und einen festen Job um Karriere zu machen und um glücklich zu sein, aber das ist gar nicht so. Und wenn ich etwas Ruhe brauche, dann komme ich hierher und fühle mich Zuhause. Normalerweise zumindest. Wenn meine Mutter mich nicht ausschließt, verschwindet und wahrscheinlich irgendetwas irrwitziges macht."

Jess schien einen Moment zu zögern. "Und dein Idiot? Was sagt er dazu, dass du so viel unterwegs bist?"

Rory wandte den Blick vom ihm ab und schaute auf den Rasen hinaus. "Wir sind schon eine Weile nicht mehr zusammen. Wir hatten unterschiedliche Vorstellungen von unserer Beziehung."

"Also hat er Mist gebaut? Ich hatte dich gewarnt, dass er dir weh tun würde" Rory war überrascht wieviel Wut in Jess Stimme mitklang, obwohl doch alles schon so lange her war und versuchte gleichzeitig den Vorwurf in seinen Worten zu ignorieren.

Sie schüttelte den Kopf "Ich habe wohl eher ihm weh getan. Er wollte mich heiraten, aber dazu war ich nicht bereit."

Stille. Rory musste lachen. "Ich glaube.", erklärte sie "Ich bin meiner Mutter ähnlicher als selbst mir lieb ist. Immer dann wenn es ernst wird renne ich weg." Sie schaute ihn strafend an. „Und Logan war nicht immer ein Idiot. Nur manchmal.“

Jess schüttelte den Kopf. „Was immer dich glücklich macht.“

„Ich bin glücklich.“, sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen und Trotz in der Stimme. „Glücklicher Single. Ich brauche keinen Man um mich glücklich zu machen. So viele Frauen meistern inzwischen ihr Leben, ohne einen Mann an ihrer Seite, warum sollte ich dann einen brauchen, ich…“

Er unterbrach Rory, bevor sie in einen Redefluss geraten konnte. „Ich fände es nett manchmal.“

Sie schaute Jess fragend an. „Was meinst du?“

„Nicht alleine zu sein, jemanden zu haben, der bei einem ist und das alles mit einem durchsteht.“

Sie saßen schweigend nebeneinander.

„Jess…“, begann Rory schließlich, im selben Moment in dem Jess sprach: „Ich vermisse dich.“

Und sie saß da, sprachlos und die Gedanken drehten sich in ihrem Kopf. Die Situation war so irreal, wie so vor dem verschlossenen Haus ihrer Mutter saß, mit ihrem früheren Freund, den sie schon ewig hinter sich gelassen hatte und dessen Weg sich dennoch ständig mit ihrem kreuzte. Es war irre und vollkommen abwegig und dennoch unglaublich richtig.

Und dann, bevor sie ihre Stimme wieder finden konnte fuhr der Wagen ihrer Mutter vor, mit Luke auf dem Beifahrersitz und Sookie hinten.

„Rory!“ Lorelai stolperte über den Rasen, fiel ihr Tochter um den Hals. „Da bist du ja. Steig ein, steig ein, wir müssen los!“

Rory lachte. Es war lange her, dass sie ihre Mutter so strahlend erlebt hatte. „Aber wohin?“

„Heiraten!“

„Heiraten?“, fragte Rory und Lorelai nickte.

„Heiraten.“, bestätigte sie und nun war es Rory, die ihrer Mutter um den Hals fiel.

„Kommt schon, wir müssen uns beeilen und verschwinden, bevor diese verrückte Stadt merkt was Luke und ich vor haben. Hallo Jess, packst du die Taschen ins Auto?“

Jess nickte und verschwand mit einer solchen Gelassenheit in Richtung Auto, dass Rory sich fragte, ob er so etwas in der Art die ganze Zeit schon geahnt hatte.

„Heiraten, Mum? Seid ihr euch sicher?“

Lorelai nickte. „Es ist perfekt. Kein Trubel, kein Terz, sondern nur die Menschen, die wirklich zählen.“ Sie atmete tief durch. „Es ist einfach richtig, Rory. Es ist endlich der richtige Moment.“

Und Rory nickte und verstand und während sie sich von ihrer Mutter zum Auto ziehen ließ dachte sie so bei sich, dass Jess doch Recht hatte. Es wäre nett all diese Momente mit jemandem teilen zu können, so wie Ihr Mutter es konnte. Mit dem Richtigen.

Und als sie auf dem Rücksitz des Wagens Platz nahm, durch die Enge dicht an Jess Seite gedrückt, und ihre Mutter beobachtete wie sie während der Fahrt mit Luke scherzte und ihn in den Wahnsinn trieb, da wurde ihr klar, dass das Richtige manchmal schon ewig da sein konnte.

Rory atmete tief durch und dann griff sie mit einem Lächeln nach Jess Hand.

„Ich habe dich auch vermisst.“


 

Date: 2010-06-24 08:25 pm (UTC)
servena: (Wolf)
From: [personal profile] servena
Also, ich habe keinerlei Ahnung von diesem Fandom, aber...ooch. Süß. Finde ich niedlich.

Und: Heiraten - einfach so?! XD Verrückte Familie...

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