Titel: Es geht vorwärts
Challenge: Schritt halten (nochmal^^)
Genre: ähm, Fussball-AU oder so? plus Original
Team: Chopin
Wörter: 556
Warnung: nicht gebetaet. es ist ein wenig kitschig geworden, und ja, ich weiß, Fussball nervt die meisten, aber es geht hier eher um ein anderes Thema als um Fussball direkt. Aber für die, die weniger Ahnung haben: Phillip ist natürlich Phillip Lahm, Bastian ist Bastian Schweinsteiger, Poldi wird wohl jeder wissen. Wenn man mitten im Spiel auf dem Spielfeld das Trikot auszieht, gibt es die gelbe Karte, steht so in den Regeln der FIFA. Katakomben sind im Prinzip die Umkleidekabinen, ähm und das war's. Achso, Ben ist fiktiv, kein Spieler. Und Turner, der Hauptchara, ist auch fiktiv, aber Spieler, in seiner Fiktivität.
Viel Spaß
Mittwoch
Letztendlich war ein Missverständnis Schuld. Letztendlich hätte er es verhindern können, hätte er schnell genug und richtig reagiert. Es war zu spät. Und die Presse war auf ihn gestürzt.
Abgeschottet im Hotel saß er und wurde nur häppchenweise mit Pressereaktionen gefüttert.
"Turner im Team- Sensation oder Fehlentscheidung?", "Was passiert in unserem Team?", "Harmonie im Team in Gefahr?". Er konnte sich denken, was der Rest sagte. Er blieb auf seinem Zimmer und schlief. Er ignorierte Bens Anruf. Er ignorierte Phillips Versuche ihn herauszulocken. Im Halbschlaf schwirrten Vorstellungen von Diskussionen innerhalb des Teams durch sein Bewusstsein. Er drehte sich von einer Seite zur anderen, zurück, wieder zurück, und wollte das alles nicht mitmachen.
Am Abend zwang der Trainer ihn raus, in die Mitte des Teams. Er saß da und guckte Italien gegen Paraguay. Phillip saß neben ihm, der unbeauftragte Beschützer. Er war zurecht Kapitän. Es kam kein einziges Wort.
Donnerstag
Der Trainer sagte ihm, er wolle ihn einsetzen, beim nächsten Spiel. Einwechseln in der zweiten Halbzeit. Er hätte am liebsten geheult. Er wollte gar nicht erst auflaufen, überlegte das Handtuch zu schmeißen, zurück nach England, zurück zu Ben. Phillip und Bastian gingen mit ihm joggen, redeten auf ihn ein. Und er wusste, er würde zusagen. Die anderen waren auf seiner Seite. Er sollte sich auch dahin bewegen.
Freitag
Er schlief unruhig. Kotzte zweimal in der Nacht. Es war wie damals, bei seinen Eltern. Nur das heute schon jeder Bescheid wusste. Und jeder ihn hassen würde.
Er aß kein Frühstück. Poldi und Bastian zwangsfütterten ihn im Flugzeug. Er kitzelte Poldi, um aus dem Schwitzkasten zukommen, während die Stewardess verzweifelt versuchte, sie alle wieder auf die Plätze zu beordern. Das Team lachte.
Zwei Stunden später stand er in der Kabine. Phillip schrieb mit Edding auf seine Brust und seinen Rücken. Der Rest des Teams riß Witze und sang zu Xavier Naidoo. Der Trainer kam rein, schaltete die Musik aus, betrachtete ihn. "Wäre es schlimm, wenn ich ein Tor schieße und 'ne Gelbe kriege?" Der Trainer lächelte. "Tu', was du tun musst." Und er musste. Es ging nicht anders. Leugnen ging nicht, aussteigen ging nicht. Und vielleicht, vielleicht war es an der Zeit.
Auf dem Weg aus den Katakomben glaubte er, verhasste Rufe zu hören. Einige Spieler klopften ihm auf die Schulter. Er war mittendrin, kein Außenseiter. Sie litten gemeinsam beim 1:0. Sie litten mit Poldi beim verschossenen Elfmeter.
Als er sich warm lief, kamen wieder Rufe. Er vernahm ein Schild. Der Trainer rief ihm zu, es zu ignorieren. Ein Wechsel wie jeder andere, abklatschen, kurze Umarmung, Anfeuerung der anderen. Die ganze Welt schaute auf ihn. Er wollte weg.
7 Minuten nach seiner Einwechslung bekam er den Ball zugespielt. Er rannte vor, an zwei Gegenspielern vorbei, Pass zu Phillip, Pass zurück, vorbei am letzten Abwehrspieler, Schuss direkt aufs Tor, drin.
Das Team jubelte aus der Ferne. Es war so abgemacht. Warten, dann gratulieren. Er zog sein Trikot aus. Der Schiri pfiff, zückte die gelbe Karte.
Und schüttelte ihm die Hand.
Sein Team kam auf ihn zugerannt, umarmte ihn, gratulierte, so wie immer.
Jedoch einen Schritt weiter. Es war nur die Frage, ob der Rest der Fussballwelt mit dem deutschen Team Schritt halten würde.
Er schaute trotzig in die Zuschauermenge, zog sein Trikot wieder über, verdeckte die Nachricht, die die ganze Welt gesehen hatte.
"Yes, I'm GAY, but I CAN PLAY football. Thank you for your TRUST."
Challenge: Schritt halten (nochmal^^)
Genre: ähm, Fussball-AU oder so? plus Original
Team: Chopin
Wörter: 556
Warnung: nicht gebetaet. es ist ein wenig kitschig geworden, und ja, ich weiß, Fussball nervt die meisten, aber es geht hier eher um ein anderes Thema als um Fussball direkt. Aber für die, die weniger Ahnung haben: Phillip ist natürlich Phillip Lahm, Bastian ist Bastian Schweinsteiger, Poldi wird wohl jeder wissen. Wenn man mitten im Spiel auf dem Spielfeld das Trikot auszieht, gibt es die gelbe Karte, steht so in den Regeln der FIFA. Katakomben sind im Prinzip die Umkleidekabinen, ähm und das war's. Achso, Ben ist fiktiv, kein Spieler. Und Turner, der Hauptchara, ist auch fiktiv, aber Spieler, in seiner Fiktivität.
Viel Spaß
Mittwoch
Letztendlich war ein Missverständnis Schuld. Letztendlich hätte er es verhindern können, hätte er schnell genug und richtig reagiert. Es war zu spät. Und die Presse war auf ihn gestürzt.
Abgeschottet im Hotel saß er und wurde nur häppchenweise mit Pressereaktionen gefüttert.
"Turner im Team- Sensation oder Fehlentscheidung?", "Was passiert in unserem Team?", "Harmonie im Team in Gefahr?". Er konnte sich denken, was der Rest sagte. Er blieb auf seinem Zimmer und schlief. Er ignorierte Bens Anruf. Er ignorierte Phillips Versuche ihn herauszulocken. Im Halbschlaf schwirrten Vorstellungen von Diskussionen innerhalb des Teams durch sein Bewusstsein. Er drehte sich von einer Seite zur anderen, zurück, wieder zurück, und wollte das alles nicht mitmachen.
Am Abend zwang der Trainer ihn raus, in die Mitte des Teams. Er saß da und guckte Italien gegen Paraguay. Phillip saß neben ihm, der unbeauftragte Beschützer. Er war zurecht Kapitän. Es kam kein einziges Wort.
Donnerstag
Der Trainer sagte ihm, er wolle ihn einsetzen, beim nächsten Spiel. Einwechseln in der zweiten Halbzeit. Er hätte am liebsten geheult. Er wollte gar nicht erst auflaufen, überlegte das Handtuch zu schmeißen, zurück nach England, zurück zu Ben. Phillip und Bastian gingen mit ihm joggen, redeten auf ihn ein. Und er wusste, er würde zusagen. Die anderen waren auf seiner Seite. Er sollte sich auch dahin bewegen.
Freitag
Er schlief unruhig. Kotzte zweimal in der Nacht. Es war wie damals, bei seinen Eltern. Nur das heute schon jeder Bescheid wusste. Und jeder ihn hassen würde.
Er aß kein Frühstück. Poldi und Bastian zwangsfütterten ihn im Flugzeug. Er kitzelte Poldi, um aus dem Schwitzkasten zukommen, während die Stewardess verzweifelt versuchte, sie alle wieder auf die Plätze zu beordern. Das Team lachte.
Zwei Stunden später stand er in der Kabine. Phillip schrieb mit Edding auf seine Brust und seinen Rücken. Der Rest des Teams riß Witze und sang zu Xavier Naidoo. Der Trainer kam rein, schaltete die Musik aus, betrachtete ihn. "Wäre es schlimm, wenn ich ein Tor schieße und 'ne Gelbe kriege?" Der Trainer lächelte. "Tu', was du tun musst." Und er musste. Es ging nicht anders. Leugnen ging nicht, aussteigen ging nicht. Und vielleicht, vielleicht war es an der Zeit.
Auf dem Weg aus den Katakomben glaubte er, verhasste Rufe zu hören. Einige Spieler klopften ihm auf die Schulter. Er war mittendrin, kein Außenseiter. Sie litten gemeinsam beim 1:0. Sie litten mit Poldi beim verschossenen Elfmeter.
Als er sich warm lief, kamen wieder Rufe. Er vernahm ein Schild. Der Trainer rief ihm zu, es zu ignorieren. Ein Wechsel wie jeder andere, abklatschen, kurze Umarmung, Anfeuerung der anderen. Die ganze Welt schaute auf ihn. Er wollte weg.
7 Minuten nach seiner Einwechslung bekam er den Ball zugespielt. Er rannte vor, an zwei Gegenspielern vorbei, Pass zu Phillip, Pass zurück, vorbei am letzten Abwehrspieler, Schuss direkt aufs Tor, drin.
Das Team jubelte aus der Ferne. Es war so abgemacht. Warten, dann gratulieren. Er zog sein Trikot aus. Der Schiri pfiff, zückte die gelbe Karte.
Und schüttelte ihm die Hand.
Sein Team kam auf ihn zugerannt, umarmte ihn, gratulierte, so wie immer.
Jedoch einen Schritt weiter. Es war nur die Frage, ob der Rest der Fussballwelt mit dem deutschen Team Schritt halten würde.
Er schaute trotzig in die Zuschauermenge, zog sein Trikot wieder über, verdeckte die Nachricht, die die ganze Welt gesehen hatte.
"Yes, I'm GAY, but I CAN PLAY football. Thank you for your TRUST."
no subject
Date: 2010-06-20 09:42 pm (UTC)no subject
Date: 2010-06-20 09:45 pm (UTC)ich wünsche mir sowas auch in real. ich finde, so langsam wird es zeit, dass sich schwule spieler outen, weil dass es welche gibt, davon kann man ausgehen.
no subject
Date: 2010-06-20 09:55 pm (UTC)no subject
Date: 2010-06-20 10:04 pm (UTC)Dankeschön*_*
no subject
Date: 2010-06-21 06:13 am (UTC)Aber vielleicht versteht auch die Fußballwelt irgendwann, dass die Möglichkeit einfach zu sein, wer man ist, auch was mit Menschenwürde zu tun hat.
no subject
Date: 2010-06-21 09:54 am (UTC)Ich befürchte, dass wird bei der Männerfußballwelt noch eine Weile dauern. Und es wird wohl von hinten rum angegangen werden müssen, dass ehemalige Spieler anfangen sich zu outen. Traurig.