[identity profile] maxwellgirl.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Titel: Mr. Right
Team
: Startre
Genre:Originale
Disclaimer: alles meins
Wörter: 522

Anmerkung: nicht Beta gelesen und etwas frei interpretiert 

 

Ich gehe die Einkaufmeile hinunter und sie kommen mir entgegen. Immer zu zweit, bewegen sie sich auf mich zu. Die Gesichter haben sie sich zugewandt. Reden. Flüstern.

Ich drehe den Kopf zur Seite, will und kann nicht hinsehen. Doch auch dort begegnen sie meinem Blick. Sitzen in Cafés über einer Schale Eis gebeugt und tauschen Blicke. Tiefe Blicke. Lächeln sich an und verschränken die Finger in einander.

Mein Blick geht wieder nach vorne. Sie sind stehen geblieben. Sehen sich an, lächeln und küssen sich.

Überall Pärchen, wohin man auch sieht. Es ist Frühling und von überall tauchen sie auf. Nirgends ist man mehr sicher vor ihnen. Von morgens bis Abend, egal ob beim Einkaufen oder an der Uni, immer wird man mit dem konfrontiert, dass man nicht hat. Einen Partner. Einen Freund. Jemand, der zu einem steht, Händchen hält und lächelnd Liebesbekundungen murmelt.

Warum, frage ich mich. Dreißig Jahre bin ich alt und noch nie hat sich ein Mann für mich interessiert. Nicht das ich noch ungeküsst wäre, das nicht. Auch eine Jungfrau bin ich nicht mehr, aber das beruht eher auf One Night Stands und zufälligen Partybekanntschaften, ganz selten sogar regelmäßigen Sexbeziehungen.

Doch wie fühlen sich Schmetterlinge im Bauch an? Wie ist es Händchen haltend durch die Straßen zu gehen. Nacht gemeinsam ins Bett zugehen und morgens wieder aufzuwachen. Wie fühl es sich an von einem Kuss geweckt zu werden, anstelle eines Handyweckers. Weihnachten und Geburtstag nicht allein zu verbringen sondern mit jemandem, den man gern hat. Den man liebt.

Wie fühlt sich das Herzrasen an, wenn man das erste mal sagt: „Ich liebe dich“ oder es gar selbst ins Ohr geflüstert bekommt. Was ist die Liebe für ein Gefühl. Wie ist sie?

Ich weiß es nicht.

Schweigend richte ich meinen Blick auf das Straßenpflaster vor mir und bahne mir meinem Weg durch die Masse. Ich frage mich was ich falsch mache. Ist es mein äußeres? Bin ich optisch abstoßend? Aber wieso sagt man mir dann, ich wäre hübsch, gar schön? Sind es lügen? Lügen mich Familie und Freund an um mein Selbstwertgefühl zu heben?

Vielleicht ist es meine Art. Bin ich zu direkt? Zu emanzipiert? Haben die Männer gar Angst vor mir?

Ich weiß es nicht. Was ich nicht weiß, kann ich aber auch nicht ändern, also bleibe ich wie ich bin und bin einsam. Allein. Ohne Partner.

Vielleicht soll es so sein. Vielleicht gibt es mein Gegenstück einfach nicht. Wer weiß, vielleicht habe ich ihn um 300Jahre verpasst und mir ist ein Leben in Einsamkeit bestimmt. Wahrscheinlich sogar. Zumindest habe ich mich an den Gedanken gewöhnt. Damit abgefunden. Außer im Frühjahr, da sehn ich mich doch hin und wieder, nach ein paar starken Armen, die mich halten. Jemanden, mit dem ich Händchen halten und Eis essen gehen kann.

Aber dreißig Jahre bin ich nun schon allein und werde es auch die nächsten dreißig noch aushalten. Mit etwas Glück, habe ich im nächsten Leben etwas mehr Glück, falls es dies gibt, und finde dort den Einen. Den Richtigen. Meinen Mr. Right.

Den Traum für dieses Leben, habe ich begraben. Aber träumen darf man, warum dann nicht auf für das nächste.

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