Sommerpäckchen: Frühjahrsmüdigkeit
Jun. 19th, 2010 05:41 pmTeam: Byron
Fandom: Prince of Tennis
Charaktere: Yuuta, Mizuki
Challenge: "Frühjahrsmüdigkeit" (und meilenweit dran vorbeigeschossen ...)
Warnungen: Puh ja ... nö. Immer noch alles ganz harmlos.
Wörter: ~1500
I’ll be misunderstood,
By the beautiful and good in this city
None of it was planned
Take me by the hand
Just don’t try and understand
Robbie Williams: "Misunderstood"
Teil 2
Sobald Mizuki die Tür aufriss, wusste Yuuta, dass es ein taktischer Fehler gewesen war, ihn so lange allein zu lassen.
Mizuki kam alleine einfach nicht mit dem Leben klar. Oder das Leben nicht mit ihm.
Wenn man ihn zu lange sich selbst überließ, dachte er zu viel nach und kam dann jedes Mal auf völlig wahnwitzige Ideen. Wie sich in die Umkleidekabine von Hyotei einzuschleichen. Oder mit Ferngläsern in irgendwelchen Büschen herumzukriechen. Oder Kameras an seltsamen Orten einzubauen.
Oder Weltherrschaft.
Zugegeben, auf diese Ideen kam er auch, wenn Yuuta dabei war, aber dann konnte Yuuta wenigstens versuchen eine Strafanzeige zu verhindern. Oder ihn mit einer Fußmassage ablenken, bis er die schlimmsten Pläne wieder vergessen hatte.
„Was ist?“ fragte Mizuki und blickte wild um sich. Er klang atemlos. Seine schwarzen Kringellöckchen standen wild von seinem Kopf ab, so als ob er sich viel zu häufig mit den Händen durch die Haare gefahren war. Er hatte dunkle Ringe unter den Augen und einen leicht wahnsinnigen Ausdruck im Gesicht. „Was machst du hier?“
„Mizuki-san…?“ fragte Yuuta verwirrt.
„Shhht!“ Spitze Fingernägel krallten sich in sein T-Shirt und dann wurde er unsanft in das Zimmer gezerrt. Die Tür flog mit einem lauten Scheppern hinter ihnen ins Schloss.
„Mizu-…?“
Eine schmale, weiße Hand wurde schmerzhaft auf seinen Mund gepresst und dunkle, fiebrig glänzende Augen funkelten ihn böse an. „Shhhht!“ zischte Mizuki erneut und legte nachdrücklich einen Finger an die Lippen. „Sag nichts!“
Yuuta nickte perplex.
Seine Verwirrung wuchs, als er dabei zusehen musste wie sein Senpai hektisch wie ein kleines Wiesel ins Bad stürzte und die Dusche aufdrehte. Danach sprang er in wenigen Schritten quer durch das Zimmer und spielte an den Knöpfen seines Radioweckers herum, bis lauthals Sixties-Pop daraus erschallte.
„Uhm …“ Yuuta blinzelte.
„So“, flüsterte Mizuki und packte ihn erneut am Kragen seines T-Shirts, um ihn in Richtung des Bettes zu schieben. „Jetzt können wir reden!“
„A- aber jetzt versteh ich dich doch kaum noch, Mizuki-san“, stammelte Yuuta, dem der ganze Zirkus nicht wirklich praktisch vorkam.
„Das ist doch egal! Wichtig ist nur, dass ER nichts versteht!“
Yuuta ließ einen zweifelnden Blick durch das vollkommen menschenleere Zimmer schweifen. „Wer?“
„Wir werden abgehört! Wenn ich nur rausfinden könnte, wo er seine Wanzen versteckt hat“, presste Mizuki mit zusammengebissenen Zähnen hervor und warf ein paar gehetzte Blicke um sich, bevor er Yuuta nachdrücklich auf die Bettkante drückte.
„Wanzen?“ fragte Yuuta, um keinen Deut schlauer. War das ein Fall für den Kammerjäger? „Was? Wer?“
Dann wurde er rot, weil Mizuki sich unerhört dich neben ihn auf die Bettkante warf und sich praktisch an ihn schmiegte, um seine Hand besser an Yuutas Wange legen zu können.
„Na, wer wohl?“, zischte Mizuki aufgeregt an seinen Ohr. „Renji, dieser Data-Freak! Der würde doch über Leichen gehen, um an mein Wissen zu kommen. Der leckt sich alle zehn Finger nach meinen Daten! Aus meinem kalten, starren Händen würde er mir noch meine Notizbücher entreißen, wenn er könnte …!“
Oh Gott.
Und das war genau der Grund wieso Yuuta gleich gewusst hatte, dass es keine gute Idee war, Mizuki sich selbst zu überlassen und nicht mit ihm in ein Zimmer zu gehen.
Yuuta rieb sich über den Hinterkopf. „Ich glaube nicht, dass …“
„Ich habe die letzten zwei Nächte kein Auge zugetan“, stöhnte Mizuki und verkrallte die Finger erneut nachdrücklich in Yuutas T-Shirt. Sein Gesicht war ganz dicht vor Yuutas und er hatte immer noch dieses völlig wahnsinnige Glitzern in den Augen. „Ständig merke ich wie er mich anstarrt! Die ganze Nacht! Ich meine, woher soll ich wissen, ob er jemals schläft oder nicht, wenn man seine Augen nie zu sehen bekommt? Das ist doch nicht normal! Dieser irre Psychopath … Stalker … Wahnsinnige …“
„Uhm …“ Yuuta ließ zu, dass er durchgeschüttelt wurde. Im Radio sangen die Bay City Rollers ‘Bye bye baby, don't make me cry ...’.
„Und meine Notizbücher!“ Heißer Atem schlug ihm entgegen als Mizuki immer näher kam und immer schneller und aufgeregter redete. „Ich habe sie in Plastikbeuteln in der Klospülung versteckt, aber ich bin sicher, ich kann sie nicht mehr lange vor ihm geheim halten! Er bleibt jedes Mal länger im Bad! Ich habe die Zeit gestoppt! Du musst mir helfen, Yuuta-kun! Du musst…“
Unwillkürlich fragte Yuuta sich wie viele Kaffee Mizuki derzeit intus hatte. Von dem Status seiner zitternden Finger und seiner riesigen Pupillen zu schließen, hatte er augenblicklich sicher mehr Koffein als Blut in den Adern. Das war nicht gut.
Mizuki auf zu viel Kaffee und zu wenig Schlaf war schon immer ein noch größeres Desaster als sonst gewesen.
„Mizuki-san…“, begann er behutsam und atmete tief durch. Vorsichtig löst er spitze Finger aus dem Stoff seines T-Shirts. „Ich glaube, Renji … also der … der kommt, glaube ich, auch ganz gut ohne deine Daten aus.“
Er zuckte zusammen als er Mizukis starren Blick sah und kratzte sich unglücklich am Kopf.
Was sollte er machen? Es gab einfach keine Möglichkeit das netter zu formulieren.
Das eine Mal, als Mizuki sich Rikkaidais Data-Sammler in den Weg geschmissen und ihm vorgeworfen hatte, dass er es auf seine Notizen abgesehen hätte, hatte Renji nur ungerührt die Augenbrauen gehoben.
‚Ich habe keine Ahnung wer du bist‘, war ein Satz den Mizuki auch leider sehr oft zu hören bekam. Deswegen war es gut möglich, dass er den schnell wieder verdrängt hatte.
„Du hast ja keine Ahnung wovon du redest!“, fauchte Mizuki. „Du … du verlustierst dich ja mit deinem Bruder, während ich hier von allen Seiten belagert werde! Inui stalkt mich auch! Ständig lungert der um das Zimmer herum und denkt, ich bemerke ihn nicht! Der ist doch auch nur hinter meinen Daten her und …!“
Mizuki hatte manchmal ein … leicht verzerrtes Bild über seine eigene Wichtigkeit.
Er hatte auch gerne und oft die Illusion, dass es alle Welt auf ihn abgesehen hatte. Das Szenario mit wichtigen Leuten (wer auch immer die sein mochten) ihre Spione auf ihn angesetzt hatten, kam darin auch häufig vor.
Yuuta war traurigerweise ziemlich sicher, dass auch Seigakus Inui sich für nichts weniger interessierte als für Mizukis vollgekritztelte DinA-5 Hefte. Und dass Inui und Renji sich allerhöchstens gegenseitig stalkten und Mizukis ganze Existenz vermutlich nur am Rande zur Kenntnis nahmen. Wenn überhaupt.
Vermutlich interessierte sich überhaupt niemand so sehr für Mizuki, wie Mizuki sich für andere interessierte, was ein ganz und gar tragischer Gedanke war.
Aber das konnte er nun schlecht sagen, ohne Mizukis kleines, manipulierendes Datensammler-Herz einen Knacks zu versetzen.
Und das brachte Yuuta einfach nicht fertig. So sehr Mizuki es manchmal auch verdient gehabt hätte.
Er warf einen Blick von Mizukis zitternden, aufgeregt herumflatternden Händen hoch zu seinen weit aufgerissenen Augen. Die dunklen Ringe wirkten beinah malerisch auf seiner blassen Haut.
„Mizuki-san“, sagte er fest. „Du kannst deine Daten mit zu uns nehmen.“
Mizuki stoppte mitten in seinem panischen Wortschwall und starrte Yuuta sekundenlang verwirrt und aus dem Konzept gebracht an. „Wovon redest du? Ich kann hier nicht einfach weg und …“
Sanft, aber bestimmt griff Yuuta nach seinem Arm und zog ihn mit sich hoch. „Wir gehen jetzt zu mir rüber“, stellte er fest, während er Mizuki ohne auf seinen Einspruch zu hören in Richtung Tür schob. „Aniki ist auch grade nicht da. Der wollte noch eine Runde laufen gehen vor dem Abendessen.“
„Yuuta, ich kann jetzt nicht weg hier!“ zischte Mizuki, allerdings ohne sich zu Wehr zu setzen.
„Aber ich brauche deinen Rat“, sagte Yuuta abrupt. „Sofort. Es ist wichtig.“
„Oh.“ Mizuki drehte ein wenig ziellos ein kleines, schwarzes Löckchen zwischen seinen Fingern, während er sich von Yuuta mitziehen ließ. Er räusperte sich. „Natürlich. Vernünftig, dass du dich dabei an mich wendest, Yuuta-kun. Worum geht es?“
„Eine Optimierung meines Trainingsplans“, faselte Yuuta auf gut Glück. „Ähm … bezüglich meines natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Mit … Einbeziehung der nicht ergonomischen Matratze auf meine Schlafposition. Genau.“
Mizuki nickte nachdenklich und strich sich über das Kinn. „Das ist tatsächlich ein interessanter Punkt. Wie erfreulich, dass du dir dazu solche Gedanken gemacht hast. Ich müsste das genauer berechnen …“
Als Mizuki-san eine halbe Stunde später mitten in Yuutas Bett (beim Ausprobieren der optimalen Position in Seitenlage) eingeschlafen war, blieb Yuuta einfach neben ihm liegen und sah ihm stumm beim schlafen zu.
Er hätte auch dann nicht aufstehen können, wenn er gewollt hätte. Denn eine von Mizukis Händen war immer noch besitzergreifend, und fester als man es für möglich halten sollte, in seinem T-Shirt verkrallt und machte keine Anstalten ihn über kurz oder lang loszulassen.
Mizuki sah erstaunlich klein und harmlos, aus ohne gezückten Stift, Notizblock und hinterhältiges Grinsen, stellte Yuuta fest. Er atmete ganz ruhig, sein Mund stand ein wenig offen und ein paar seiner vorwitzigen, schwarzen Löckchen kringelten sich in seine Stirn.
Während er ihm so zusah, hatte Yuuta ein seltsames Gefühl im Magen, was er nicht ganz identifizieren konnte. Aber es war warm und angenehm, als ob sämtliche seiner inneren Organe eine Party zusammen schmissen.
Und vielleicht gab es ja doch wenigstens einen einzigen Menschen auf der ganzen Welt, der sich für Mizuki vermutlich noch viel mehr interessierte als umgekehrt.
Das war ein seltsam tröstlicher, bittersüßer Gedanke, den er nicht zu Ende denken konnte.
Es war so friedlich grade.
Das einzige Problem, was jetzt noch übrig blieb … er hatte absolut keine Ahnung, wie er Aniki beibringen sollte, dass ausgerechnet Mizuki hier übernachten würde.
Fandom: Prince of Tennis
Charaktere: Yuuta, Mizuki
Challenge: "Frühjahrsmüdigkeit" (und meilenweit dran vorbeigeschossen ...)
Warnungen: Puh ja ... nö. Immer noch alles ganz harmlos.
Wörter: ~1500
I’ll be misunderstood,
By the beautiful and good in this city
None of it was planned
Take me by the hand
Just don’t try and understand
Robbie Williams: "Misunderstood"
Teil 2
Sobald Mizuki die Tür aufriss, wusste Yuuta, dass es ein taktischer Fehler gewesen war, ihn so lange allein zu lassen.
Mizuki kam alleine einfach nicht mit dem Leben klar. Oder das Leben nicht mit ihm.
Wenn man ihn zu lange sich selbst überließ, dachte er zu viel nach und kam dann jedes Mal auf völlig wahnwitzige Ideen. Wie sich in die Umkleidekabine von Hyotei einzuschleichen. Oder mit Ferngläsern in irgendwelchen Büschen herumzukriechen. Oder Kameras an seltsamen Orten einzubauen.
Oder Weltherrschaft.
Zugegeben, auf diese Ideen kam er auch, wenn Yuuta dabei war, aber dann konnte Yuuta wenigstens versuchen eine Strafanzeige zu verhindern. Oder ihn mit einer Fußmassage ablenken, bis er die schlimmsten Pläne wieder vergessen hatte.
„Was ist?“ fragte Mizuki und blickte wild um sich. Er klang atemlos. Seine schwarzen Kringellöckchen standen wild von seinem Kopf ab, so als ob er sich viel zu häufig mit den Händen durch die Haare gefahren war. Er hatte dunkle Ringe unter den Augen und einen leicht wahnsinnigen Ausdruck im Gesicht. „Was machst du hier?“
„Mizuki-san…?“ fragte Yuuta verwirrt.
„Shhht!“ Spitze Fingernägel krallten sich in sein T-Shirt und dann wurde er unsanft in das Zimmer gezerrt. Die Tür flog mit einem lauten Scheppern hinter ihnen ins Schloss.
„Mizu-…?“
Eine schmale, weiße Hand wurde schmerzhaft auf seinen Mund gepresst und dunkle, fiebrig glänzende Augen funkelten ihn böse an. „Shhhht!“ zischte Mizuki erneut und legte nachdrücklich einen Finger an die Lippen. „Sag nichts!“
Yuuta nickte perplex.
Seine Verwirrung wuchs, als er dabei zusehen musste wie sein Senpai hektisch wie ein kleines Wiesel ins Bad stürzte und die Dusche aufdrehte. Danach sprang er in wenigen Schritten quer durch das Zimmer und spielte an den Knöpfen seines Radioweckers herum, bis lauthals Sixties-Pop daraus erschallte.
„Uhm …“ Yuuta blinzelte.
„So“, flüsterte Mizuki und packte ihn erneut am Kragen seines T-Shirts, um ihn in Richtung des Bettes zu schieben. „Jetzt können wir reden!“
„A- aber jetzt versteh ich dich doch kaum noch, Mizuki-san“, stammelte Yuuta, dem der ganze Zirkus nicht wirklich praktisch vorkam.
„Das ist doch egal! Wichtig ist nur, dass ER nichts versteht!“
Yuuta ließ einen zweifelnden Blick durch das vollkommen menschenleere Zimmer schweifen. „Wer?“
„Wir werden abgehört! Wenn ich nur rausfinden könnte, wo er seine Wanzen versteckt hat“, presste Mizuki mit zusammengebissenen Zähnen hervor und warf ein paar gehetzte Blicke um sich, bevor er Yuuta nachdrücklich auf die Bettkante drückte.
„Wanzen?“ fragte Yuuta, um keinen Deut schlauer. War das ein Fall für den Kammerjäger? „Was? Wer?“
Dann wurde er rot, weil Mizuki sich unerhört dich neben ihn auf die Bettkante warf und sich praktisch an ihn schmiegte, um seine Hand besser an Yuutas Wange legen zu können.
„Na, wer wohl?“, zischte Mizuki aufgeregt an seinen Ohr. „Renji, dieser Data-Freak! Der würde doch über Leichen gehen, um an mein Wissen zu kommen. Der leckt sich alle zehn Finger nach meinen Daten! Aus meinem kalten, starren Händen würde er mir noch meine Notizbücher entreißen, wenn er könnte …!“
Oh Gott.
Und das war genau der Grund wieso Yuuta gleich gewusst hatte, dass es keine gute Idee war, Mizuki sich selbst zu überlassen und nicht mit ihm in ein Zimmer zu gehen.
Yuuta rieb sich über den Hinterkopf. „Ich glaube nicht, dass …“
„Ich habe die letzten zwei Nächte kein Auge zugetan“, stöhnte Mizuki und verkrallte die Finger erneut nachdrücklich in Yuutas T-Shirt. Sein Gesicht war ganz dicht vor Yuutas und er hatte immer noch dieses völlig wahnsinnige Glitzern in den Augen. „Ständig merke ich wie er mich anstarrt! Die ganze Nacht! Ich meine, woher soll ich wissen, ob er jemals schläft oder nicht, wenn man seine Augen nie zu sehen bekommt? Das ist doch nicht normal! Dieser irre Psychopath … Stalker … Wahnsinnige …“
„Uhm …“ Yuuta ließ zu, dass er durchgeschüttelt wurde. Im Radio sangen die Bay City Rollers ‘Bye bye baby, don't make me cry ...’.
„Und meine Notizbücher!“ Heißer Atem schlug ihm entgegen als Mizuki immer näher kam und immer schneller und aufgeregter redete. „Ich habe sie in Plastikbeuteln in der Klospülung versteckt, aber ich bin sicher, ich kann sie nicht mehr lange vor ihm geheim halten! Er bleibt jedes Mal länger im Bad! Ich habe die Zeit gestoppt! Du musst mir helfen, Yuuta-kun! Du musst…“
Unwillkürlich fragte Yuuta sich wie viele Kaffee Mizuki derzeit intus hatte. Von dem Status seiner zitternden Finger und seiner riesigen Pupillen zu schließen, hatte er augenblicklich sicher mehr Koffein als Blut in den Adern. Das war nicht gut.
Mizuki auf zu viel Kaffee und zu wenig Schlaf war schon immer ein noch größeres Desaster als sonst gewesen.
„Mizuki-san…“, begann er behutsam und atmete tief durch. Vorsichtig löst er spitze Finger aus dem Stoff seines T-Shirts. „Ich glaube, Renji … also der … der kommt, glaube ich, auch ganz gut ohne deine Daten aus.“
Er zuckte zusammen als er Mizukis starren Blick sah und kratzte sich unglücklich am Kopf.
Was sollte er machen? Es gab einfach keine Möglichkeit das netter zu formulieren.
Das eine Mal, als Mizuki sich Rikkaidais Data-Sammler in den Weg geschmissen und ihm vorgeworfen hatte, dass er es auf seine Notizen abgesehen hätte, hatte Renji nur ungerührt die Augenbrauen gehoben.
‚Ich habe keine Ahnung wer du bist‘, war ein Satz den Mizuki auch leider sehr oft zu hören bekam. Deswegen war es gut möglich, dass er den schnell wieder verdrängt hatte.
„Du hast ja keine Ahnung wovon du redest!“, fauchte Mizuki. „Du … du verlustierst dich ja mit deinem Bruder, während ich hier von allen Seiten belagert werde! Inui stalkt mich auch! Ständig lungert der um das Zimmer herum und denkt, ich bemerke ihn nicht! Der ist doch auch nur hinter meinen Daten her und …!“
Mizuki hatte manchmal ein … leicht verzerrtes Bild über seine eigene Wichtigkeit.
Er hatte auch gerne und oft die Illusion, dass es alle Welt auf ihn abgesehen hatte. Das Szenario mit wichtigen Leuten (wer auch immer die sein mochten) ihre Spione auf ihn angesetzt hatten, kam darin auch häufig vor.
Yuuta war traurigerweise ziemlich sicher, dass auch Seigakus Inui sich für nichts weniger interessierte als für Mizukis vollgekritztelte DinA-5 Hefte. Und dass Inui und Renji sich allerhöchstens gegenseitig stalkten und Mizukis ganze Existenz vermutlich nur am Rande zur Kenntnis nahmen. Wenn überhaupt.
Vermutlich interessierte sich überhaupt niemand so sehr für Mizuki, wie Mizuki sich für andere interessierte, was ein ganz und gar tragischer Gedanke war.
Aber das konnte er nun schlecht sagen, ohne Mizukis kleines, manipulierendes Datensammler-Herz einen Knacks zu versetzen.
Und das brachte Yuuta einfach nicht fertig. So sehr Mizuki es manchmal auch verdient gehabt hätte.
Er warf einen Blick von Mizukis zitternden, aufgeregt herumflatternden Händen hoch zu seinen weit aufgerissenen Augen. Die dunklen Ringe wirkten beinah malerisch auf seiner blassen Haut.
„Mizuki-san“, sagte er fest. „Du kannst deine Daten mit zu uns nehmen.“
Mizuki stoppte mitten in seinem panischen Wortschwall und starrte Yuuta sekundenlang verwirrt und aus dem Konzept gebracht an. „Wovon redest du? Ich kann hier nicht einfach weg und …“
Sanft, aber bestimmt griff Yuuta nach seinem Arm und zog ihn mit sich hoch. „Wir gehen jetzt zu mir rüber“, stellte er fest, während er Mizuki ohne auf seinen Einspruch zu hören in Richtung Tür schob. „Aniki ist auch grade nicht da. Der wollte noch eine Runde laufen gehen vor dem Abendessen.“
„Yuuta, ich kann jetzt nicht weg hier!“ zischte Mizuki, allerdings ohne sich zu Wehr zu setzen.
„Aber ich brauche deinen Rat“, sagte Yuuta abrupt. „Sofort. Es ist wichtig.“
„Oh.“ Mizuki drehte ein wenig ziellos ein kleines, schwarzes Löckchen zwischen seinen Fingern, während er sich von Yuuta mitziehen ließ. Er räusperte sich. „Natürlich. Vernünftig, dass du dich dabei an mich wendest, Yuuta-kun. Worum geht es?“
„Eine Optimierung meines Trainingsplans“, faselte Yuuta auf gut Glück. „Ähm … bezüglich meines natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Mit … Einbeziehung der nicht ergonomischen Matratze auf meine Schlafposition. Genau.“
Mizuki nickte nachdenklich und strich sich über das Kinn. „Das ist tatsächlich ein interessanter Punkt. Wie erfreulich, dass du dir dazu solche Gedanken gemacht hast. Ich müsste das genauer berechnen …“
Als Mizuki-san eine halbe Stunde später mitten in Yuutas Bett (beim Ausprobieren der optimalen Position in Seitenlage) eingeschlafen war, blieb Yuuta einfach neben ihm liegen und sah ihm stumm beim schlafen zu.
Er hätte auch dann nicht aufstehen können, wenn er gewollt hätte. Denn eine von Mizukis Händen war immer noch besitzergreifend, und fester als man es für möglich halten sollte, in seinem T-Shirt verkrallt und machte keine Anstalten ihn über kurz oder lang loszulassen.
Mizuki sah erstaunlich klein und harmlos, aus ohne gezückten Stift, Notizblock und hinterhältiges Grinsen, stellte Yuuta fest. Er atmete ganz ruhig, sein Mund stand ein wenig offen und ein paar seiner vorwitzigen, schwarzen Löckchen kringelten sich in seine Stirn.
Während er ihm so zusah, hatte Yuuta ein seltsames Gefühl im Magen, was er nicht ganz identifizieren konnte. Aber es war warm und angenehm, als ob sämtliche seiner inneren Organe eine Party zusammen schmissen.
Und vielleicht gab es ja doch wenigstens einen einzigen Menschen auf der ganzen Welt, der sich für Mizuki vermutlich noch viel mehr interessierte als umgekehrt.
Das war ein seltsam tröstlicher, bittersüßer Gedanke, den er nicht zu Ende denken konnte.
Es war so friedlich grade.
Das einzige Problem, was jetzt noch übrig blieb … er hatte absolut keine Ahnung, wie er Aniki beibringen sollte, dass ausgerechnet Mizuki hier übernachten würde.
no subject
Date: 2010-06-19 03:59 pm (UTC)*ihn pattet* Und man kann ihm nicht mal sagen, dass es keinen interessiert, das würde sein Ego zum Platzen bringen. *seufz*
Wie gut, dass er Yuuta hat, der passt schon auf. ^-^ Wenn er nicht gerade mit seinem Aniki Karten spielt...
‚Ich habe keine Ahnung wer du bist‘, war ein Satz den Mizuki auch leider sehr oft zu hören bekam.
Das ist wahr... Fuji ist so jemand, der Mizuki besonders gerne 'vergisst'. *hüstel*
Hoffentlich geht das gut, wenn er zurückkommt...
no subject
Date: 2010-06-19 04:04 pm (UTC)Gah, er ist sooo niedlich in seinem Wahn. Wie er Yuuta packt und ihn schüttelt und von den Verschörungstheorien faselt. Und mit den Löckchen und den Augenringen *-*!!! Und wie er alles als Stalkerattacke interpretiert!!
Und Yuuta ist so, so, SO süß!!!
Gah... *ihn pack und flausch*
Das ist so eine schöne Stelle <333
Bitte schreib bald weiter!! Ich will Fujis Reaktion lesen!
Yuuta ist so ein lieber Bengel ó.ò
no subject
Date: 2010-06-27 03:46 am (UTC)no subject
Date: 2010-06-27 08:40 am (UTC)IST das schön.
Hast du das Bild auch in groß?
Und ja, ich muss hier dran dringend mal weiterschreiben. ^_^
no subject
Date: 2010-06-27 09:20 am (UTC)no subject
Date: 2012-02-25 09:47 pm (UTC)Das hier ist pures Gold. Mizuki, der Ärmste... wenn er so in Paranoia aufgelöst ist, kann er einem ja wirklich leid tun. Zum Glück hat er sich (unerklärlicherweise) so einen Schatz wie Yuuta geangelt. Die besten Stellen:
"woher soll ich wissen, ob er jemals schläft oder nicht, wenn man seine Augen nie zu sehen bekommt?" - Pfff haha! Wo er Recht hat..? xD
„Ich habe sie in Plastikbeuteln in der Klospülung versteckt“... so wie in Saw? Omg, Mizuki! XD
Wie er dann vor lauter Erschöpfung in Yuutas Bett einschläft, das ist so d´awwwww~~! Da wird einem ganz warm und flauschig ums Herz <3 Hach!
no subject
Date: 2012-05-06 11:54 am (UTC)Danke für den Kommentar! <3
Ich hab einfach immer viel zu viel Spaß daran Mizuki zu schreiben. *g+