Fandom: Harry Potter
Challenge: das lateinische da... *copy&paste* Qui nihil agere videntur, maiora agunt
Charaktere: Albus Potter
Warnungen: sehr nicht-existente Handlung in knapp 2000 Worten
Kommentar: In ewigem Gedenken an meine Latein-Ergänzungsprüfung, und daran, dass 4- auch positiv ist! =D (Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass Seneca bei dem Spruch irgendwas anderes im Sinn hatte. Aber wen interessiert Seneca?)
Es war stinkelangweilig, mit James und seinen Freunden in diesem Abteil zu sitzen.
Lesen konnte er nicht, weil ihm davon schlecht wurde.
Essen konnte er nicht, weil ihm schon schlecht war (als Folge des ersten Punktes)
Mitreden konnte er nicht, weil er die Leute und die Themen nicht kannte, um die es ging.
Und geärgert wurde er auch nicht. Das wäre zwar eine eher nervige Art gewesen, die Zugfahrt rumzubringen, aber immerhin abwechslungsreicher als die Landschaft vor dem Fenster (NOCH ein Hügel. Wahnsinn). Nein nein, James Sirius Potter war großer Bruder aus vollstem Herzen – was hieß, dass er seinen kleinen Geschwistern das Leben zur Hölle machte, solange ein Erwachsener in der Nähe war. Ansonsten war er lieb und nett und großzügig und machte irgendwie einen auf Daddy.
Rosie hatte sich natürlich aus dem Staub gemacht, sobald der Zug abgefahren war, und hatte sich zu der Gruppe gesetzt, die Albus wenig liebevoll 'Molly und die Ohrentöter' nannte. Albus und Rosie kamen gut genug miteinander aus, aber wirkliche Freunde würden sie nie werden. Wusste jeder. Außer ihren Eltern. Und Großeltern. Und Onkeln und Tanten. Naja.
Die ersten beiden Fahrtstunden hatte er noch damit zugebracht, sich künstlich Sorgen zu machen (tatsächlich hatte er nach Dads Ansprache beschlossen, es einfach so zu machen wie er, und damit wär die Sache gegessen. Kein Grund mehr für Panik. Aber irgendwie musste man sich ja beschäftigen), aber jetzt entschied er sich, sich etwas Abwechslung zu suchen. Vielleicht konnte er ja Domi irgendwo auftreiben. Die war zwar Vertrauensschülerin, und dementsprechend wohl etwas beschäftigt, aber trotzdem seine Lieblingscousine.
„Ich geh mir mal die Beine vertreten“ informierte er seinen Bruder, der nicke, und kletterte dann über sehr viele Beine und Taschen und... anderes Zeug in Richtung Abteiltür, öffnete diese treffsicher, als der Zug in eine Kurve ging, und fiel mitsamt der Hälfte des mobilen Abteilinhaltes in den Gang.
„Autsch“ kommentierte er, reichte die verstreuten Gegenstände an ihre lachenden Besitzer zurück, und wandte sich dann auf gut Glück nach links. Keine Ahnung mehr, wo die Vertrauensschüler waren.
Offensichtlich waren sie rechts gewesen, denn links kamen nur jede Menge Ottonormalschüler, und schlussendlich der Güterwagon. Aber immerhin hatte er fast zwanzig Minuten tot geschlagen.
Auf dem Rückweg in Richtung James traf er etwa in der Hälfte auf die Dame mit dem Süßigkeitenwagen, die sich ratlos mit zwei noch ratloseren Mädchen einen Wettbewerb im Anstarren lieferte.
„Alles klar hier?“ fragte er, immer gut erzogen und damit hilfsbereit. Die beiden Mädchen drehten sich zu ihm um, und sahen ihn etwas hoffnungsvoll und etwas verzweifelt an.
„Was IST das für Zeug?“ die kleinere der beiden, die schwarze Locken hatte, und Muggeljeans unter ihrem Umhang trug, wedelte mit beiden Armen wage in Richtung Wagen.
„Süßigkeiten, nehm ich an?“ Was sollte es sonst sein? Ein Blick auf die verschiedenen Fächer bestätigte – Bertie Bott's Bohnen, Lackritzschnecken, Schokofrösche, Kesselkuchen, Kürbissaft, Brauseknaller, und jede Menge anderes. Seinem Magen ging es auch schon wieder besser, und so zog er grinsend ein paar Münzen aus einer Tasche.
„Das BEWEGT sich!“ protestierte das andere Mädchen – lange, braune Haare und ganz in Muggelsachen – „Essen sollte sich nicht bewegen“
„Seid ihr Muggelgeborene?“ fragte er verwundert, während er mit der Dame seine Bestellung abhandelte. Die Braunhaarige nickte enthusiastisch, ihre Freundin brummte nur.
„Achso. Na dann – unser Essen bewegt sich. Manchmal. Eigentlich nur die Süßigkeiten. Wenn ihr Hunger habt, fangt am besten mit dem Kesselkuchen an, der ist lecker und bewegt sich nicht. Und Schokolade schmeckt auch überall auf der Welt gleich“
„Warst du je in der Schweiz?“ fragte das Mädchen mit dem Umhang mit hochgezogenen Augenbrauen, oder Albus sah sie verständnislos an. Was hatte die Schweiz denn jetzt wieder damit zu tun?
Das andere Mädchen hatte den Zusammenhang offenbar verstanden, denn sie kicherte dämlich, und bestellte dann zwei Stück Kuchen, eine Falsche Saft, und eine Packung Schokofrösche. Die Dame mit dem Wagen schien erleichtert zu sein, packte die Sachen ab, und nannte dann den Preis.
Nur wurde die Braunhaarige etwas blass, und sah auf das Geld in ihreer Hand hinab. Das waren viereckige Papierstücke. Muggelgeld, offenbar. Albus' Durley-Cousins hantierten zumindest auch manchmal damit.
Das andere Mädchen war offenbar besser ausgerüstet, denn sie fischte eine Galleone aus einer Tasche, und bezahlte für ihre Freundin. „Kannst es mir nachher wiedergeben“ erklärte sie, und nahm das Wechselgeld an.
Als die Dame mit dem Wagen an die nächste Abteiltür klopfte, schmiss das Muggelkleidungsmädchen ihren Einkauf hinter sich auf die Bank, und streckte Albus die Hand hin: „Ich bin Meredith Dawson“
„Albus Potter“ sagte Albus, etwas überrumpelt, und schüttelte die Hand. Die Schwarzhaarige sah ihn überrascht und mit etwas aufgerissenen Augen an. War sie nicht auch muggelgeboren?
„Gabriella Graham“ stellte sie sich dann vor: „Und ich bin nicht so ganz muggelgeboren. Meine Mum ist ein Muggel, und mein Dad ist muggelgeboren. Ich bin voll und ganz in der Muggelwelt aufgewachsen, aber...“
Schon klar. Harry 'Retter von allen/m' Potter kannte man natürlich trotzdem.
Albus verdrehte etwas die Augen, und zuckte dann mit den Schultern. Solange sie nicht anfing, ihn um Autogramme zu bitten, wars ihm recht.
„Magst du dich nicht zu uns setzen?“ fragte Meredith dann, bemüht, sich wieder ins Gespräch einzuklinken, bei dem man sie eben scheinbar abgehängt hatte: „Wenn du nicht woanders hinwolltest?“
Wollte er nicht. Also lächelte er, und schmiss seine Süßigkeiten neben ihre. Da er nicht beabsichtigte, nach Slytherin zu kommen, war die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben, dass sie in demselben Haus landen würden. Da konnte man sich durchaus schonmal kennen lernen.
Als es dunkel wurde, und James den Kopf zur Tür hereinsteckte, um zu sehen, ob er schon aus dem Zug gefallen war, oder noch lebte, hatten sie sich sogar schon recht gut kennen gelernt, und beschlossen, dass es ihnen allen ziemlich wurscht war, in welchen Haus sie kämen, obwohl es schon cool wäre, wenn sie zusammen bleiben könnten.
„Ach, hier bist du“ begrüßte James ihn also schließlich, und sah tatsächlich etwas erleichtert aus. Schnell stellte Albus alle Anwesenden einander vor, und fragte dann, ob etwas passiert sei.
„Es gab einen kleinen Streit, einen Wagon weiter. Etwa vor einer halben Stunde“ erklärte der: „Ein paar zukünftige Slytherins haben sich unbeliebt gemacht“
„_Zukünftige_?“ fragte Gabriella entsetzt: „Du meinst, Erstklässler?“
James sah sie verdutzt an und sagte gar nichts.
„Ja, meint er“ knurrte da eine Mädchenstimme von hinter ihm, und Al glaubte, Maura McMillian zu identifizieren. Eine Freundin von James, Hufflepuff, zweite Klasse: „Und sie haben sich auch nicht unbeliebt gemacht, sondern ein paar sehr heldenhafte Gryffindors waren der Meinung, dass man sie gar nicht früh genug in die Schranken weisen kann“
James sah sie böse an, aber offenbar starrte sie mindestens genauso eindrucksvoll zurück, denn er wandte den Blick ab, und hob ab Ablenkung die Hände zum Himmel: „Guter Gott, das waren Malfoy, Nott und Avery. Was erwartest du von gezüchtet und erzogenem Todesser-Nachwuchs?“
Maura schnaubte, und Albus runzelte die Stirn. Der hübsche, kleine Junge mit den blonden Haaren, von dem Onkel Ron gesagt hatte, Rosie solle sich nicht mit ihm anfreunden? (Übrigens eine fantastische und garantiert erfolgreiche Methode, um Vorurteile abzubauen. Die Kinder von anderen Kindern zu warnen, noch bevor die sich überhaupt gesehen hatten. Da stimmte Albus seinem Dad vollkommen zu).
Aber was auch immer Onkel Ron ärgerte, war gut, fand Albus. Und darum: „Geht es ihnen gut?“
James sah ihn fassungslos an, Maura kicherte, Meredith und Gabriella schauten mit ihm zusammen fragend zur Tür.
„Den zukünftigen Slytherins? Bestens. Den heldenhaften Gryffindors... weniger. Das waren nur Zweitklässler, und dieser Malfoy-Junge hatte heute bestimmt nicht zum ersten mal in seinem Leben einen Zauberstab in der Hand“
James grummelte, die Mädchen lachten. Albus musste grinsen.
Als die Erstklässlerschlange sich durch die Große Halle in Richtung Hut bewegte, machte sich in Albus' Bauch doch wieder Nervosität breit. Zwar wusste er inzwischen ja, wie man nicht nach Slytherin kam, aber was, wenn der Hut ihn nach Hufflepuff steckte? Der erste Weasley, der nicht Gryffindor war... sie würden ihn auslachen, und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen!
In dem Moment, in dem Meredith Dawson aufgerufen wurde, und sich mit unsicherem Lächeln auf den Stuhl setzte, verschwand die Nervosität allerdings, und machte alles betäubender Fassungslosigkeit Platz.
Nur nochmal fürs Protokoll. Meredith war muggelgeboren. Sie hatte Muggelgeld mitgenommen. Und trug Jeans und T-Shirt unter ihrer Schulrobe. Die sie erst im allerletzten Moment angezogen hatte. Sie war hilfsbereit und fürsorglich. Und nett und witzig und neugierig.
Und der Hut schickte sie nach – Slytherin.
Ein paar Sekunden lang lag die Halle in ohrenbetäubendem Schweigen, dann kam erst verhaltener, dann ratloser Applaus am Tisch in grün auf, und ein paar ältere Mädchen standen auf und begrüßten Meredith lächelnd.
Naaaaaaaaa gut.
Irritierenderweise schaffte auch Gabriella es irgendwie, nach Slytherin zu kommen – sie hatte allerdings auch angekündigt, den Hut zu bitten, sie dahin zu schicken, wo Meredith war. Dass die 'zukünftigen Slytherins', Malfoy und Nott, kurz danach ebenfalls tatsächliche Slytherins wurden, überraschte hingegen niemanden.
Nicht, dass Albus es mitbekommen hätte, denn seit Meredith' Sortierung steckte er in dem Dilemma, dass seine geplante 'Nicht Slytherin, bitte bitte nicht Slytherin'-Ansprache ihn von seinen neuen Freunden trennen würde.
Aber das war's eigentlich wert.
Wenn nur nicht die Tatsache, dass er seine Freunde zurück ließ, um seinen eigenen Arsch zu retten, schon wieder so slytherinig gewesen wäre.
Aber nichts sagen, um gryffindorisch zu sein, und damit riskieren, doch nach Slytherin zu kommen, weil er nichts gesagt hatte?
ARGH! Wieso konnte er nicht Albus Adams heißen? Dann gäbe es dieses Schlamassel nicht!
Helena Parker wurde gerade zur Hufflepuff, als Albus tief durchatmete. Wer sagte, dass man nicht auch so mit Slytherins Freundschaft halten konnte? Besser so, als den Rest seines Lebens ein Ausgestoßener im Weasley-Clan zu sein. Die Parole hieß also –
'Nicht Slytherin, bitte bitte nicht Slytherin' dachte er schon vorsorglich gebetsmühlenartig, als er dem Hut entgegen schritt, sich auf den Stuhl setzten, und einen gefühlten letzten Blick auf die Schülermassen vor ihm warf, die in gespannter Totenstille auf den nächsten Potter in Gryffindor wartete.
'Nicht Slytherin, nicht nicht Slytherin' wisperte er unhörbar, als Neville Longbottom ihn anlächelte, zuversichtlich zwinkerte, und langsam und sehr dramatisch den Hut senkte. Albus sah nach oben, und sah das gute Stück auf sich zukommen, die abgewetzten Bänder zuerst, dann die ausgeleierte Krempe. Eines der Bänder streifte seine Haare, sein Ohr, und fiel ihm auf die Schulter, - er wisperte immer noch – als die Krempe sich seinem Kopf näherte, und nun die Haare streifte, und gleich würde er die Stimme...
„SLYTHERIN!“
Oder so.
Irgendwer am Gryffindortisch ließ seine Gabel fallen (es war doch noch gar kein Essen auf dem Tisch?), Neville ließ verdattert den Hut los, der, weil noch nicht auf Albus' Kopf platziert, an ihm vorbei zu Boden fiel und protestierend „Hey!“ rief (wahrscheinlich der erste Laut außer Liedern und Hausnamen, den er seit Jahrhunderten von sich gegeben hatte), und es war mucksmäuschen-grabes-totenstill in der Halle. Es war sogar zu bezweifeln, dass überhaupt irgendwer atmete, im Moment, denn als Albus sich eine Hand an die Stirn klatsche, hallte das Geräusch durch die Halle wie ein Donnern.
Irgendjemand hustete.
Na ja, immerhin hatte er einen Plan gehabt. Ursprünglich.
Verdammter Hut.
Challenge: das lateinische da... *copy&paste* Qui nihil agere videntur, maiora agunt
Charaktere: Albus Potter
Warnungen: sehr nicht-existente Handlung in knapp 2000 Worten
Kommentar: In ewigem Gedenken an meine Latein-Ergänzungsprüfung, und daran, dass 4- auch positiv ist! =D (Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass Seneca bei dem Spruch irgendwas anderes im Sinn hatte. Aber wen interessiert Seneca?)
Es war stinkelangweilig, mit James und seinen Freunden in diesem Abteil zu sitzen.
Lesen konnte er nicht, weil ihm davon schlecht wurde.
Essen konnte er nicht, weil ihm schon schlecht war (als Folge des ersten Punktes)
Mitreden konnte er nicht, weil er die Leute und die Themen nicht kannte, um die es ging.
Und geärgert wurde er auch nicht. Das wäre zwar eine eher nervige Art gewesen, die Zugfahrt rumzubringen, aber immerhin abwechslungsreicher als die Landschaft vor dem Fenster (NOCH ein Hügel. Wahnsinn). Nein nein, James Sirius Potter war großer Bruder aus vollstem Herzen – was hieß, dass er seinen kleinen Geschwistern das Leben zur Hölle machte, solange ein Erwachsener in der Nähe war. Ansonsten war er lieb und nett und großzügig und machte irgendwie einen auf Daddy.
Rosie hatte sich natürlich aus dem Staub gemacht, sobald der Zug abgefahren war, und hatte sich zu der Gruppe gesetzt, die Albus wenig liebevoll 'Molly und die Ohrentöter' nannte. Albus und Rosie kamen gut genug miteinander aus, aber wirkliche Freunde würden sie nie werden. Wusste jeder. Außer ihren Eltern. Und Großeltern. Und Onkeln und Tanten. Naja.
Die ersten beiden Fahrtstunden hatte er noch damit zugebracht, sich künstlich Sorgen zu machen (tatsächlich hatte er nach Dads Ansprache beschlossen, es einfach so zu machen wie er, und damit wär die Sache gegessen. Kein Grund mehr für Panik. Aber irgendwie musste man sich ja beschäftigen), aber jetzt entschied er sich, sich etwas Abwechslung zu suchen. Vielleicht konnte er ja Domi irgendwo auftreiben. Die war zwar Vertrauensschülerin, und dementsprechend wohl etwas beschäftigt, aber trotzdem seine Lieblingscousine.
„Ich geh mir mal die Beine vertreten“ informierte er seinen Bruder, der nicke, und kletterte dann über sehr viele Beine und Taschen und... anderes Zeug in Richtung Abteiltür, öffnete diese treffsicher, als der Zug in eine Kurve ging, und fiel mitsamt der Hälfte des mobilen Abteilinhaltes in den Gang.
„Autsch“ kommentierte er, reichte die verstreuten Gegenstände an ihre lachenden Besitzer zurück, und wandte sich dann auf gut Glück nach links. Keine Ahnung mehr, wo die Vertrauensschüler waren.
Offensichtlich waren sie rechts gewesen, denn links kamen nur jede Menge Ottonormalschüler, und schlussendlich der Güterwagon. Aber immerhin hatte er fast zwanzig Minuten tot geschlagen.
Auf dem Rückweg in Richtung James traf er etwa in der Hälfte auf die Dame mit dem Süßigkeitenwagen, die sich ratlos mit zwei noch ratloseren Mädchen einen Wettbewerb im Anstarren lieferte.
„Alles klar hier?“ fragte er, immer gut erzogen und damit hilfsbereit. Die beiden Mädchen drehten sich zu ihm um, und sahen ihn etwas hoffnungsvoll und etwas verzweifelt an.
„Was IST das für Zeug?“ die kleinere der beiden, die schwarze Locken hatte, und Muggeljeans unter ihrem Umhang trug, wedelte mit beiden Armen wage in Richtung Wagen.
„Süßigkeiten, nehm ich an?“ Was sollte es sonst sein? Ein Blick auf die verschiedenen Fächer bestätigte – Bertie Bott's Bohnen, Lackritzschnecken, Schokofrösche, Kesselkuchen, Kürbissaft, Brauseknaller, und jede Menge anderes. Seinem Magen ging es auch schon wieder besser, und so zog er grinsend ein paar Münzen aus einer Tasche.
„Das BEWEGT sich!“ protestierte das andere Mädchen – lange, braune Haare und ganz in Muggelsachen – „Essen sollte sich nicht bewegen“
„Seid ihr Muggelgeborene?“ fragte er verwundert, während er mit der Dame seine Bestellung abhandelte. Die Braunhaarige nickte enthusiastisch, ihre Freundin brummte nur.
„Achso. Na dann – unser Essen bewegt sich. Manchmal. Eigentlich nur die Süßigkeiten. Wenn ihr Hunger habt, fangt am besten mit dem Kesselkuchen an, der ist lecker und bewegt sich nicht. Und Schokolade schmeckt auch überall auf der Welt gleich“
„Warst du je in der Schweiz?“ fragte das Mädchen mit dem Umhang mit hochgezogenen Augenbrauen, oder Albus sah sie verständnislos an. Was hatte die Schweiz denn jetzt wieder damit zu tun?
Das andere Mädchen hatte den Zusammenhang offenbar verstanden, denn sie kicherte dämlich, und bestellte dann zwei Stück Kuchen, eine Falsche Saft, und eine Packung Schokofrösche. Die Dame mit dem Wagen schien erleichtert zu sein, packte die Sachen ab, und nannte dann den Preis.
Nur wurde die Braunhaarige etwas blass, und sah auf das Geld in ihreer Hand hinab. Das waren viereckige Papierstücke. Muggelgeld, offenbar. Albus' Durley-Cousins hantierten zumindest auch manchmal damit.
Das andere Mädchen war offenbar besser ausgerüstet, denn sie fischte eine Galleone aus einer Tasche, und bezahlte für ihre Freundin. „Kannst es mir nachher wiedergeben“ erklärte sie, und nahm das Wechselgeld an.
Als die Dame mit dem Wagen an die nächste Abteiltür klopfte, schmiss das Muggelkleidungsmädchen ihren Einkauf hinter sich auf die Bank, und streckte Albus die Hand hin: „Ich bin Meredith Dawson“
„Albus Potter“ sagte Albus, etwas überrumpelt, und schüttelte die Hand. Die Schwarzhaarige sah ihn überrascht und mit etwas aufgerissenen Augen an. War sie nicht auch muggelgeboren?
„Gabriella Graham“ stellte sie sich dann vor: „Und ich bin nicht so ganz muggelgeboren. Meine Mum ist ein Muggel, und mein Dad ist muggelgeboren. Ich bin voll und ganz in der Muggelwelt aufgewachsen, aber...“
Schon klar. Harry 'Retter von allen/m' Potter kannte man natürlich trotzdem.
Albus verdrehte etwas die Augen, und zuckte dann mit den Schultern. Solange sie nicht anfing, ihn um Autogramme zu bitten, wars ihm recht.
„Magst du dich nicht zu uns setzen?“ fragte Meredith dann, bemüht, sich wieder ins Gespräch einzuklinken, bei dem man sie eben scheinbar abgehängt hatte: „Wenn du nicht woanders hinwolltest?“
Wollte er nicht. Also lächelte er, und schmiss seine Süßigkeiten neben ihre. Da er nicht beabsichtigte, nach Slytherin zu kommen, war die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben, dass sie in demselben Haus landen würden. Da konnte man sich durchaus schonmal kennen lernen.
Als es dunkel wurde, und James den Kopf zur Tür hereinsteckte, um zu sehen, ob er schon aus dem Zug gefallen war, oder noch lebte, hatten sie sich sogar schon recht gut kennen gelernt, und beschlossen, dass es ihnen allen ziemlich wurscht war, in welchen Haus sie kämen, obwohl es schon cool wäre, wenn sie zusammen bleiben könnten.
„Ach, hier bist du“ begrüßte James ihn also schließlich, und sah tatsächlich etwas erleichtert aus. Schnell stellte Albus alle Anwesenden einander vor, und fragte dann, ob etwas passiert sei.
„Es gab einen kleinen Streit, einen Wagon weiter. Etwa vor einer halben Stunde“ erklärte der: „Ein paar zukünftige Slytherins haben sich unbeliebt gemacht“
„_Zukünftige_?“ fragte Gabriella entsetzt: „Du meinst, Erstklässler?“
James sah sie verdutzt an und sagte gar nichts.
„Ja, meint er“ knurrte da eine Mädchenstimme von hinter ihm, und Al glaubte, Maura McMillian zu identifizieren. Eine Freundin von James, Hufflepuff, zweite Klasse: „Und sie haben sich auch nicht unbeliebt gemacht, sondern ein paar sehr heldenhafte Gryffindors waren der Meinung, dass man sie gar nicht früh genug in die Schranken weisen kann“
James sah sie böse an, aber offenbar starrte sie mindestens genauso eindrucksvoll zurück, denn er wandte den Blick ab, und hob ab Ablenkung die Hände zum Himmel: „Guter Gott, das waren Malfoy, Nott und Avery. Was erwartest du von gezüchtet und erzogenem Todesser-Nachwuchs?“
Maura schnaubte, und Albus runzelte die Stirn. Der hübsche, kleine Junge mit den blonden Haaren, von dem Onkel Ron gesagt hatte, Rosie solle sich nicht mit ihm anfreunden? (Übrigens eine fantastische und garantiert erfolgreiche Methode, um Vorurteile abzubauen. Die Kinder von anderen Kindern zu warnen, noch bevor die sich überhaupt gesehen hatten. Da stimmte Albus seinem Dad vollkommen zu).
Aber was auch immer Onkel Ron ärgerte, war gut, fand Albus. Und darum: „Geht es ihnen gut?“
James sah ihn fassungslos an, Maura kicherte, Meredith und Gabriella schauten mit ihm zusammen fragend zur Tür.
„Den zukünftigen Slytherins? Bestens. Den heldenhaften Gryffindors... weniger. Das waren nur Zweitklässler, und dieser Malfoy-Junge hatte heute bestimmt nicht zum ersten mal in seinem Leben einen Zauberstab in der Hand“
James grummelte, die Mädchen lachten. Albus musste grinsen.
Als die Erstklässlerschlange sich durch die Große Halle in Richtung Hut bewegte, machte sich in Albus' Bauch doch wieder Nervosität breit. Zwar wusste er inzwischen ja, wie man nicht nach Slytherin kam, aber was, wenn der Hut ihn nach Hufflepuff steckte? Der erste Weasley, der nicht Gryffindor war... sie würden ihn auslachen, und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen!
In dem Moment, in dem Meredith Dawson aufgerufen wurde, und sich mit unsicherem Lächeln auf den Stuhl setzte, verschwand die Nervosität allerdings, und machte alles betäubender Fassungslosigkeit Platz.
Nur nochmal fürs Protokoll. Meredith war muggelgeboren. Sie hatte Muggelgeld mitgenommen. Und trug Jeans und T-Shirt unter ihrer Schulrobe. Die sie erst im allerletzten Moment angezogen hatte. Sie war hilfsbereit und fürsorglich. Und nett und witzig und neugierig.
Und der Hut schickte sie nach – Slytherin.
Ein paar Sekunden lang lag die Halle in ohrenbetäubendem Schweigen, dann kam erst verhaltener, dann ratloser Applaus am Tisch in grün auf, und ein paar ältere Mädchen standen auf und begrüßten Meredith lächelnd.
Naaaaaaaaa gut.
Irritierenderweise schaffte auch Gabriella es irgendwie, nach Slytherin zu kommen – sie hatte allerdings auch angekündigt, den Hut zu bitten, sie dahin zu schicken, wo Meredith war. Dass die 'zukünftigen Slytherins', Malfoy und Nott, kurz danach ebenfalls tatsächliche Slytherins wurden, überraschte hingegen niemanden.
Nicht, dass Albus es mitbekommen hätte, denn seit Meredith' Sortierung steckte er in dem Dilemma, dass seine geplante 'Nicht Slytherin, bitte bitte nicht Slytherin'-Ansprache ihn von seinen neuen Freunden trennen würde.
Aber das war's eigentlich wert.
Wenn nur nicht die Tatsache, dass er seine Freunde zurück ließ, um seinen eigenen Arsch zu retten, schon wieder so slytherinig gewesen wäre.
Aber nichts sagen, um gryffindorisch zu sein, und damit riskieren, doch nach Slytherin zu kommen, weil er nichts gesagt hatte?
ARGH! Wieso konnte er nicht Albus Adams heißen? Dann gäbe es dieses Schlamassel nicht!
Helena Parker wurde gerade zur Hufflepuff, als Albus tief durchatmete. Wer sagte, dass man nicht auch so mit Slytherins Freundschaft halten konnte? Besser so, als den Rest seines Lebens ein Ausgestoßener im Weasley-Clan zu sein. Die Parole hieß also –
'Nicht Slytherin, bitte bitte nicht Slytherin' dachte er schon vorsorglich gebetsmühlenartig, als er dem Hut entgegen schritt, sich auf den Stuhl setzten, und einen gefühlten letzten Blick auf die Schülermassen vor ihm warf, die in gespannter Totenstille auf den nächsten Potter in Gryffindor wartete.
'Nicht Slytherin, nicht nicht Slytherin' wisperte er unhörbar, als Neville Longbottom ihn anlächelte, zuversichtlich zwinkerte, und langsam und sehr dramatisch den Hut senkte. Albus sah nach oben, und sah das gute Stück auf sich zukommen, die abgewetzten Bänder zuerst, dann die ausgeleierte Krempe. Eines der Bänder streifte seine Haare, sein Ohr, und fiel ihm auf die Schulter, - er wisperte immer noch – als die Krempe sich seinem Kopf näherte, und nun die Haare streifte, und gleich würde er die Stimme...
„SLYTHERIN!“
Oder so.
Irgendwer am Gryffindortisch ließ seine Gabel fallen (es war doch noch gar kein Essen auf dem Tisch?), Neville ließ verdattert den Hut los, der, weil noch nicht auf Albus' Kopf platziert, an ihm vorbei zu Boden fiel und protestierend „Hey!“ rief (wahrscheinlich der erste Laut außer Liedern und Hausnamen, den er seit Jahrhunderten von sich gegeben hatte), und es war mucksmäuschen-grabes-totenstill in der Halle. Es war sogar zu bezweifeln, dass überhaupt irgendwer atmete, im Moment, denn als Albus sich eine Hand an die Stirn klatsche, hallte das Geräusch durch die Halle wie ein Donnern.
Irgendjemand hustete.
Na ja, immerhin hatte er einen Plan gehabt. Ursprünglich.
Verdammter Hut.
no subject
Date: 2010-06-19 10:09 am (UTC)*hilflos vor sich hinkichert*
Das waren nur Zweitklässler, und dieser Malfoy-Junge hatte heute bestimmt nicht zum ersten mal in seinem Leben einen Zauberstab in der Hand“
Dann sollen sie mal warten, bis Vega kommt. XDDDDDDDDD
Ich liebe es! Und ich liebe deinen Scorpi - auch wenn er nicht mal vorkam. XDD Al hat mal wieder Hogwartsgeschichte geschrieben und wird in den nächsten Ferien besser nicht nach Hause fahren. XDD Das Chaos wäre perfekt, hättest du Scorpius nach Gryffindor geschickt, aber man kann nicht alles haben. XD
Verdammter Hut.
Er solls positiv sehen... er hat da schon zwei Mädels, mit denen er sich gut versteht und keiner wird Heldentaten von ihm erwarten, nur weil er Albus Severus Potter heißt. û.ú (vielleicht war ja auch sein zweiter Name schuld XDDD)
Und er kriegt Scorpi so wesentlich leichter rum. XD
no subject
Date: 2011-01-02 04:07 pm (UTC)Der arme Hut! Wie kannst du so grausam zu ihm sein? Er hat sich bestimmt dabei weh getan und bekommt nun böse blaue Flecken =/