[identity profile] rei17.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Byron
Fandom: Prince of Tennis
Charaktere: Yuuta, Fuji, Mizuki
Challenge: "Teilchenbewegung"
Warnungen: Puh ja ... nö
Wörter: ~1600

Teil 1



Das war wieder alles ganz typisch, dachte Yuuta frustriert, während er auf die hässlichen braun-orangenen Kacheln starrte und kaltes Wasser auf seinen Nacken prasselte.
Da lief es einmal im Leben gut mit seinem Bruder und dann fing prompt sein bester Freund an Zicken zu machen.
Denn Mizuki war nun mal vor allem das. Sein bester Freund. Und, so traurig es war, er war auch so ziemlich sein einziger. Auch wenn Mizuki ihn die meiste Zeit über als Handtuchhalter, Fußabtreter oder sonst wie zweitrangigen Untergebenen betrachtete.
Yuuta wusste das. Er war ja nicht blöd.

Aber Mizuki war eben auch der erste Mensch gewesen, für den er nicht nur ‚Fuji Syusukes kleiner Bruder‘ war. Sondern einfach Yuuta-kun.
Yuuta mochte es, wenn Mizuki ‚Yuuta-kun‘ sagte.
Das sagte niemand zu ihm so wie Mizuki das tat und es löste jedes Mal ein warmes Gefühl in seiner Magengegend aus. Sogar dann wenn die nächsten Worte, die darauffolgten meistens in die Richtung von: „Bring mir …“, „Halt mal!“ „Kannst du mal …?“ oder „Komm mit“ gingen.

Trotzdem wäre ihm so etwas beinah lieber gewesen, als das saccharinbittere ‚wie süß‘, was ihm immer noch in den Ohren hallte. Als ob er irgendetwas furchtbar falsch gemacht und verkackt hatte und nicht einmal wusste, was.
Mizuki war aber auch eine Zicke manchmal.

Als er aus der Dusche kam, saß Aniki im Schneidersitz mitten auf Yuutas Bett und wartete. Er trug bereits seinen türkisen Frotteeschlafanzug und hatte fragend den Kopf schief gelegt.

„Was?“ knurrte Yuuta.

„Alles in Ordnung?“

„Natürlich!“, schnappte Yuuta gereizt und angelte nach seinem eigenen Schlafanzug.
Frustriert zerrte er das Oberteil über seine feuchten Haare und schlängelte sich dann gleichzeitig in die Schlafanzughose, bevor er das Handtuch fallen ließ.

Brütend starrte er in den Kleiderschrank. Er sah mit einem Blick, dass Aniki seine Jacke vom Boden aufgehoben, sie glatt gestrichen und ordentlich über einen Bügel gehängt hatte.
Yuuta ließ die Schultern nach unten sinken und seufzte ein bisschen, weil das so eine sinnlose, liebevolle, und schrecklich typische, kleine Geste war.

„Nein …“, schob er ein bisschen leiser hinterher. „Doch.“ Und dann: „Weiß nicht.“

Aniki war ganz still. Als Yuuta sich langsam zu ihm umdrehte, hatte er die Hände brav gefaltet und betrachtete ihn aufmerksam aus großen, blauen Augen. Er sah sehr unschuldig und sehr ernsthaft aus. Das flauschige Frotteeoberteil war eindeutig zu weit und auf halbem Weg dabei ihm von der linken Schulter zu rutschen. Entweder hatten die hier im Camp nur Einheitsgrößen verteilt oder Aniki hatte mal wieder optimistisch eine Nummer größer genommen, als er brauchte.
Yuuta seufzte erneut. Dann kam er langsam zum Bett und ließ sich behutsam neben seinem Bruder darauf nieder.

„Wenn ich es dir sage“, grummelte er ohne aufzusehen und spürte wie seine Wangen heiß wurden, „versprichst du dann, dass du nicht losziehst und Leute einschüchterst?“

„Würde ich nie“, versicherte Aniki und das war total gelogen.

Yuuta rutschte ein Stück nach hinten und zog die Beine an, bis er ebenfalls im Schneidersitz neben ihm saß. Brütend starrte er auf seine Finger.
„Es ist Mizuki“, sagte er schließlich.

„Ja“, sagte Aniki geduldig und in einem Tonfall, der implizierte, dass er sich das schon gedacht hatte.

„Es hätte auch jemand anders sein können“, gab Yuuta widerspenstig zurück. „Er ist ja nicht der einzige Mensch, mit dem ich rumhänge.“ Das war ebenfalls gelogen.

Aniki erwiderte daraufhin nichts und widersprach ihm auch nicht. Stattdessen spürte Yuuta plötzlich weiche, sanfte Finger in seinem Nacken und dann wurde ihm sacht durch die Haare gefahren.
Sein erster Impuls war es, schockiert über den wahnsinnigen Mangel an Männlichkeit dieser Geste, sofort zurückzuzucken. Aber scheinbar hatten ihn die vielen Wochen in Mizukis Gegenwart irgendwie abgestumpft, was das anging. Außerdem war es irgendwie … nett.

„Ich glaube, er ist eingeschnappt“, gestand er schließlich.

„Warum?“

„Keine Ahnung.“ Er wusste tatsächlich nicht warum.
Und er wusste auch nicht, wie er Aniki von ihrem Gespräch erzählen sollte, ohne dabei zu erwähnen, dass Mizuki gerne eine Kamera unter Syusukes Dusche angebracht hätte.

Mizukis Verhalten machte nicht immer einen Sinn. Mizuki benahm sich die meiste Zeit über wie ein Mädchen kurz vor ihrer Periode – zumindest wenn Yuuta den Sprüchen der anderen Jungs glauben schenken durfte. Er kannte nicht genug Mädchen, um das zu beurteilen. Außer seiner Schwester, und über deren Periode wollte Yuuta wirklich nicht nachdenken.

So oder so war Mizuki auch an besten Tagen immer anstrengend und zickig, und Yuuta wusste auch nicht recht, wieso ihm trotzdem immer irgendwas fehlte, wenn Mizuki nicht Löckchen zwirbelnd neben ihm stand und sich selbstgerecht über das Kinn strich. Und wieso es irgendwie komisch war, dass sie sich kein Zimmer teilten.
Nicht, dass er Mizuki vermisste.
Nicht so direkt wenigstens.
Außer dass er es möglicherweise doch tat.

Das sagte er alles nicht, oder wenigstens nicht mit so vielen Worten. Aber er hatte das dumpfe Gefühl, dass Aniki es trotzdem zwischen den Zeilen heraushörte.

Es war seltsam (aber bei weitem nicht so seltsam, wie es hätte sein müssen) plötzlich mit Aniki über Gefühle zu sprechen. Es war auch irgendwie schön, weil er diese Art an sich hatte, Yuuta vorbehaltlos toll zu finden und immer auf seiner Seite zu sein, ganz egal was passierte.
Das gehörte zu den Dingen, die Yuuta früher immer irgendwie unangenehm berührt hatten und die total peinlich gewesen waren. Er wusste selbst nicht so genau, wann das ganze weniger peinlich und viel mehr angenehm geworden war.

Anikis Finger spielten immer noch sanft und beruhigend mit seinen Haaren, als er irgendwann ziemlich zusammenhangslos feststellte: „Manchmal benehmen sich Menschen schlecht, weil sie Aufmerksamkeit wollen.“

Das war nun ein sehr wahrer, sehr allgemeingültiger, aber nicht besonders origineller Satz.
Aber irgendetwas an der Art wie er es sagte, ließ Yuuta aufhorchen und er hob überrascht den Kopf.

Aniki hatte ein heiteres Lächeln aufgesetzt, das trotz aller Leichtigkeit so undurchdringlich war wie eine Betonmauer.

Yuuta runzelte verwirrt die Stirn und überlegte sekundenlang, ob sein Bruder vielleicht schon den ganzen Tag ein bisschen zu viel gelächelt hatte und ob irgendetwas passiert war, was das erklären würde. Aber eigentlich war alles wie gehabt … abgesehen davon dass Tezuka aus Deutschland zurückgekommen war.

„Wie kommst du darauf?“ fragte er schließlich so vorsichtig, als ob der Satz Zähne hätte und ihn beißen könnte.

Aniki zuckte unverbindlich mit den Achseln und sein Schlafanzugoberteil rutschte nun endgültig über seine Schulter nach unten.
„Ne, Yuuta“, murmelte er statt einer Antwort. Ein einziges Mal eine klare Antwort auf eine Frage zu bekommen wäre ja auch zu schön gewesen. „Das ist schön, nicht wahr?“

„Hm?“ Yuuta hob überrascht die Augenbrauen.

„Das hier.“ Syusuke machte eine vage Handbewegung die das Bett, Yuuta und sich selbst mit einschloss. „Erinnerst du dich noch, als du klein warst und nicht einschlafen konntest?“

„Aniki!“ stöhnte Yuuta und vergrub das Gesicht in den Händen.

„Du bist immer in mein Zimmer gekommen und …“

Aniki!

„Und wir lagen unter der Bettdecke und ich musste dir Geschichten erzählen, bis du …“

„Stopp! Das reicht!“ fauchte Yuuta und rutschte ruckartig einen halben Meter weg von seinem schrecklichen, großen Bruder. Knurrend und mit gesträubten Nackenhaaren saß er an der Bettkante, bereit jeden Moment aufzuspringen und abzuhauen, sollte Aniki weitere peinliche Kindergeschichten auspacken. Oder irgendwelche Geschichten, die beinhalteten, dass Yuuta Angst vor Gewitter hatte und Aniki ihm unter der Bettdecke die Ohren zugehalten hatte.
Das war einfach nie passiert.

Aniki lächelte versonnen. „Erinnerst du dich noch an die Geschichte, die du immer hören wolltest?“ fuhr er ungerührt fort. „Mit dem kleinen Bären, der …“

Aniki!“ zischte Yuuta und sprang mit geballten Fäusten auf. Gah! Das reichte jetzt.
Zähneknirschend machte er Anstalten sich umzudrehen und aus dem Zimmer zu rauschen. Er hatte gleich gewusst, dass das keine gute Idee gewesen war.
Das war wieder so typisch! Immer musste Aniki …

Er hielt ruckartig inne. Und warf einen langsamen Blick zurück auf seinen Bruder, der mit geradezu fatalistischer Gelassenheit auf dem Bett saß und ihn wenig überrascht anlächelte.

Manchmal benehmen sich Menschen schlecht, weil sie Aufmerksamkeit wollen...

Manchmal machten Menschen auch einfach keinen Sinn. Manchmal waren Menschen seltsam wie sein Bruder.
Und manchmal benahmen Menschen sich schlecht, nicht weil sie Aufmerksamkeit wollten ... sondern damit Yuuta kein schlechtes Gewissen hatte, wenn er aus dem Zimmer stürmte und den Abend mit Mizuki verbrachte.

Yuuta seufzte und vergrub unsicher die Hände in seiner Schlafanzughose. Und er fragte sich zum ungefähr hundertsten Mal in seinem Leben wieso alle Jungen, die er kannte so wahnsinnig … kompliziert waren und so schlecht direkt sein konnten.
Aniki lächelte immer noch gleichmütig.

„Hör zu …“, sagte Yuuta langsam und stoppte sofort wieder.
„Hast du Lust eine Runde Karten zu spielen?“, schlug er schließlich zaghaft vor. Weil Aniki bestimmt welche dabei hatte um in einem geeigneten Augenblick Strippoker vorzuschlagen und alle abzuzocken. Und weil Yuuta grade das ganze doofe Camp mit seinem zwischenmenschlichen Drama und dem Zickenterror total auf den Geist ging.
„Aber nur, wenn du aufhörst mit den peinlichen Geschichten“, fügte er streng hinzu.

Zum ersten Mal seit ziemlich langer Zeit wurde er Zeuge davon, wie sein Aniki sekundenlang ziemlich überrascht und ein kleines bisschen überfahren aussah. Es war beinah befriedigend.
Aniki blinzelte kurz, bevor er nickte.
Das Lächeln was darauf folgte, war beinah aufrichtig. „Wenn du möchtest.“

Yuuta nickte.

Sie verbrachten den Abend einträchtig nebeneinander auf dem Bett und damit dass Aniki ihn beim Kartenspielen fertigmachte.
Draußen im Flur steppte der Bär, es wurde rumgebrüllt, Stühle flogen um, Karaoke wurde gesungen und irgendjemand wurde beschuldigt einem anderen die Unterwäsche geklaut zu haben. Aber als Fuji ihn schräg über sein Blatt hinweg anstrahlte, hatte Yuuta nicht das Gefühl, als ob er wirklich etwas verpasste.
Und mit Mizuki-san … das konnte er Morgen immer noch in Ordnung bringen.

Fortsetzung folgt ...

Date: 2010-06-16 08:49 pm (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
Awwww <33

Ach die beiden. Sie sind süß von oben bis unten und gah!!
Yuuta ist nur von Mädchen umgeben XD

Knurrend und mit gesträubten Nackenhaaren saß er an der Bettkante, bereit jeden Moment aufzuspringen und abzuhauen, sollte Aniki weitere peinliche Kindergeschichten auspacken. Oder irgendwelche Geschichten, die beinhalteten, dass Yuuta Angst vor Gewitter hatte und Aniki ihm unter der Bettdecke die Ohren zugehalten hatte.
Das war einfach nie passiert.

Awwwwww!!!!

Aber eigentlich war alles wie gehabt … abgesehen davon dass Tezuka aus Deutschland zurückgekommen war.
*-*!!!!

Und dein Fuji ist immer so hinreißend und klein und schmal und das Oberteil rutscht von seiner Schulter *-*!! Anbetungswürdig.

*freut sich total auf die Fortsetzung*

Date: 2010-06-17 09:27 am (UTC)
luinaldawen: (kawaii)
From: [personal profile] luinaldawen
Ich stimme Keks vorbehaltslos zu: AWWWWWWWWW! *-*

Es ist einfach nur Zucker! Ich liebe es! Yuuta, wie er einfach nicht zugeben kann, dass er es mag, wenn Fuji sich ein wenig um ihn kümmert und Fuji der.. einfach Fuji ist! *o* Total vernarrt in Yuuta! >_<

Und manchmal benahmen Menschen sich schlecht, nicht weil sie Aufmerksamkeit wollten ... sondern damit Yuuta kein schlechtes Gewissen hatte, wenn er aus dem Zimmer stürmte und den Abend mit Mizuki verbrachte.

Kyaaa! *-* Ich liebe diesen Satz dermaßen an...! Es ist SO Fuji! Genau so würde er es machen und insgeheim Mizuki die Pest an den Hals wünschen!
Umso niedlicher ist es, dass Yuuta dann doch bei ihm bleibt! *o* Er liebt seinen Aniki eben doch!

Weeeeiter! *o*

Date: 2010-06-27 03:37 am (UTC)
From: [identity profile] shojo-pingu.livejournal.com
Wirklich, wirklich schön geschrieben. Bei Yuuta einfach Yuuta ist und Aniki einfach Aniki.

Nya, bei so viel einträchtiger Brüderlichkeit werd ich ganz wuschig und stahle einfach nur vor mich hin. *-* Vielen Dank für soviel Fluff und Liebe aufn Sonntag (nein, ich bin gar nicht spät dran mit lesen ^^;).

Und Yuuta, der Bärngeschichten hören will, lässt mich gleich wieder Verbindungen zu "Higuma Otoshi" schlagen, aber die waren bestimmt nicht beabsichtigt. ^^

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