reguläre Challenge: Spiel
Jun. 15th, 2010 09:33 pmTitel: Mein Spielplatz
Wörter: 673
Fandom: Original
Genre: Gen/Kindheit/bittersweet mit Betonung auf bitter
A/N: Ich wollt was über Mobbing schreiben. Jetzt hab ichs getan.
Ich heiße Robin. Ich bin ein Kind. Ich habe mehr Spielplätze als mein Bruder, obwohl wir am gleichen Ort wohnen. Das kommt so: Der Felix spielt auf dem Ballspielplatz, der spielt da aber nicht nur Ballspiele, der zündelt auch, obwohl es verboten ist. Ich sage ihm jedes Mal, dass es verboten ist, und er vergisst das wieder. Das hat keinen Zweck. Felix spielt noch am Computer und an der X-Box, sonst spielt Felix nicht viel. Er guckt lieber fern und hängt rum. Er sagt spielen ist was für Babys. Also ich bin ein Jahr älter als Felix und ich finde spielen nicht für Babys. Spielen ist was für Leute mit Fantasie. Ich habe gelesen, dass Rollenspiele total wichtig für die Entwicklung von Kindern sind.
Ich spiele überall.
Am liebsten Spiele ich Forscher oder Entdecker oder Erfinder. Ich tue so als ob meine Bettdecke eine Höhle ist, in der ich wundersame Sachen finde. Oder ich erfinde etwas Neues zu essen, aus Mamas Einkäufen. Manchmal schmeckt es sogar. Auf dem Schulweg spiele ich, dass ich ein Astronaut auf dem Mars werde. Vorher muss ich auf der Erde Trockenübungen machen. Ich kann mich nur ganz langsam bewegen, weil ich eine schwere Ausrüstung tragen muss. Manchmal spiele ich auch, dass ich schon echt auf dem Mars bin. Dann komme ich schneller voran, weil da die Schwerkraft geringer ist. Es kommt also drauf an, was ich spiele, ob ich pünktlich zur Schule komme oder nicht. Deswegen kann ich das vorher nicht sagen, weil ich vorher noch nicht weiß, wofür ich dann grad eine Idee habe.
Die meiste Zeit ist mein Schreibtisch in der Schule mein Spielplatz. Einfach, weil ich da am häufigsten sein muss. Ich bin dann Held in einem Computerspiel. Ich habe ganz viele Gegner. Die werfen mit Papierkügelchen auf mich. Jedes mal, wenn ich von Papierkügelchen getroffen werde, verliere ich einen Lebenspunkt. Oder sie nehmen mir meine Radiergummis weg und verstecken sie irgendwo. Ich muss meine Radiergummis wieder finden, denn für jeden wieder gefundenen Radiergummi bekomme ich am Ende des Levels einen Stern und für fünf Sterne einen Extra-Lebenspunkt. Wenn ich gegen das Schienbein getreten oder gestoßen werde, verliere ich meistens gleich ein ganzes Leben auf einmal, aber das kann mir am Tisch nicht passieren, außer von der blöden Sonja, die neben mir sitzt. Wenn die auf meine Aufzeichnungen krakelt oder jemand mein Heft zerreißt, dann muss ich den Teil vom Level noch mal machen, denn ohne fertige Aufgaben kann ich nicht gegen den Endgegner antreten. Der Steht vorne an der Tafel und ist meistens eine Endgegnerin. Ihre stärkste Waffe ist der rote Stift. Ich habe schon vier Mal ein Level bestanden. Da habe ich ein Papier bekommen, wo meine Bewertung drauf stand. Daraus errechne ich mir dann, wie viele Leben ich im nächsten Level haben werde. Eine Eins gibt 20 Extraleben. Eine Zwei 10 und eine Drei 5. Eine Fünf gibt 5 Minuspunkte und eine Sechs 10. Letztes Jahr hatte ich drei Einsen. In Mathe, Deutsch und Sachkunde. Ich hatte eine Zwei in Musik und Kunst. In Sport hatte ich eine Vier und in Schönschrift eine Fünf. Das macht 75 Leben. Ich habe aber schon 53 Leben verloren und das Jahr ist noch nicht mal zur Hälfte rum. Gestern konnte ich zum Beispiel meine Energiepunkte nicht auftanken, weil Thomas ekliges Zeug auf mein Pausenbrot geschmiert hat. Da musste ich das Brot wegwerfen. Als ich auf dem Weg zum Müll war, hat jemand meinen Stuhl woanders hin gestellt und ich habe ihn nicht mehr gefunden, bis die Pause vorbei war. Da habe ich geheult. In meinen Augen ist das Lebenswasser. Wenn das raus fließt, habe ich ein Leben verloren. Ich muss jetzt sehr sparsam mit dem Lebenswasser sein, denn ich darf nur noch 22-mal heulen, dann falle ich tot um und ich kann den Level nicht mehr schaffen. Das wäre sehr schade, denn ich will doch den großen Schatz finden, den meine Gegner versteckt haben. Das muss der größte Haufen Radiergummis sein, den ich je gesehen habe. Der kommt bestimmt ins Guiness-Buch der Rekorde.
Wörter: 673
Fandom: Original
Genre: Gen/Kindheit/bittersweet mit Betonung auf bitter
A/N: Ich wollt was über Mobbing schreiben. Jetzt hab ichs getan.
Ich heiße Robin. Ich bin ein Kind. Ich habe mehr Spielplätze als mein Bruder, obwohl wir am gleichen Ort wohnen. Das kommt so: Der Felix spielt auf dem Ballspielplatz, der spielt da aber nicht nur Ballspiele, der zündelt auch, obwohl es verboten ist. Ich sage ihm jedes Mal, dass es verboten ist, und er vergisst das wieder. Das hat keinen Zweck. Felix spielt noch am Computer und an der X-Box, sonst spielt Felix nicht viel. Er guckt lieber fern und hängt rum. Er sagt spielen ist was für Babys. Also ich bin ein Jahr älter als Felix und ich finde spielen nicht für Babys. Spielen ist was für Leute mit Fantasie. Ich habe gelesen, dass Rollenspiele total wichtig für die Entwicklung von Kindern sind.
Ich spiele überall.
Am liebsten Spiele ich Forscher oder Entdecker oder Erfinder. Ich tue so als ob meine Bettdecke eine Höhle ist, in der ich wundersame Sachen finde. Oder ich erfinde etwas Neues zu essen, aus Mamas Einkäufen. Manchmal schmeckt es sogar. Auf dem Schulweg spiele ich, dass ich ein Astronaut auf dem Mars werde. Vorher muss ich auf der Erde Trockenübungen machen. Ich kann mich nur ganz langsam bewegen, weil ich eine schwere Ausrüstung tragen muss. Manchmal spiele ich auch, dass ich schon echt auf dem Mars bin. Dann komme ich schneller voran, weil da die Schwerkraft geringer ist. Es kommt also drauf an, was ich spiele, ob ich pünktlich zur Schule komme oder nicht. Deswegen kann ich das vorher nicht sagen, weil ich vorher noch nicht weiß, wofür ich dann grad eine Idee habe.
Die meiste Zeit ist mein Schreibtisch in der Schule mein Spielplatz. Einfach, weil ich da am häufigsten sein muss. Ich bin dann Held in einem Computerspiel. Ich habe ganz viele Gegner. Die werfen mit Papierkügelchen auf mich. Jedes mal, wenn ich von Papierkügelchen getroffen werde, verliere ich einen Lebenspunkt. Oder sie nehmen mir meine Radiergummis weg und verstecken sie irgendwo. Ich muss meine Radiergummis wieder finden, denn für jeden wieder gefundenen Radiergummi bekomme ich am Ende des Levels einen Stern und für fünf Sterne einen Extra-Lebenspunkt. Wenn ich gegen das Schienbein getreten oder gestoßen werde, verliere ich meistens gleich ein ganzes Leben auf einmal, aber das kann mir am Tisch nicht passieren, außer von der blöden Sonja, die neben mir sitzt. Wenn die auf meine Aufzeichnungen krakelt oder jemand mein Heft zerreißt, dann muss ich den Teil vom Level noch mal machen, denn ohne fertige Aufgaben kann ich nicht gegen den Endgegner antreten. Der Steht vorne an der Tafel und ist meistens eine Endgegnerin. Ihre stärkste Waffe ist der rote Stift. Ich habe schon vier Mal ein Level bestanden. Da habe ich ein Papier bekommen, wo meine Bewertung drauf stand. Daraus errechne ich mir dann, wie viele Leben ich im nächsten Level haben werde. Eine Eins gibt 20 Extraleben. Eine Zwei 10 und eine Drei 5. Eine Fünf gibt 5 Minuspunkte und eine Sechs 10. Letztes Jahr hatte ich drei Einsen. In Mathe, Deutsch und Sachkunde. Ich hatte eine Zwei in Musik und Kunst. In Sport hatte ich eine Vier und in Schönschrift eine Fünf. Das macht 75 Leben. Ich habe aber schon 53 Leben verloren und das Jahr ist noch nicht mal zur Hälfte rum. Gestern konnte ich zum Beispiel meine Energiepunkte nicht auftanken, weil Thomas ekliges Zeug auf mein Pausenbrot geschmiert hat. Da musste ich das Brot wegwerfen. Als ich auf dem Weg zum Müll war, hat jemand meinen Stuhl woanders hin gestellt und ich habe ihn nicht mehr gefunden, bis die Pause vorbei war. Da habe ich geheult. In meinen Augen ist das Lebenswasser. Wenn das raus fließt, habe ich ein Leben verloren. Ich muss jetzt sehr sparsam mit dem Lebenswasser sein, denn ich darf nur noch 22-mal heulen, dann falle ich tot um und ich kann den Level nicht mehr schaffen. Das wäre sehr schade, denn ich will doch den großen Schatz finden, den meine Gegner versteckt haben. Das muss der größte Haufen Radiergummis sein, den ich je gesehen habe. Der kommt bestimmt ins Guiness-Buch der Rekorde.