[identity profile] leviathans-moon.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel:Eine Zeit im April
Team: Chopin
Challenge: Päckchen - Frühjahrsmüdigkeit
Genre: Original
Wörter: 314
Warnung: nicht gebetaet, wie immer. und irgendwie find ich's doof, und es soll glaub ich auch nicht wirklich Sinn machen, ich bin mir noch nicht sicher, ob es Sinn machen soll oder nicht, ich sag mal nein, dann bin ich nicht enttäuscht, wenn es keiner versteht. aber ihr dürft gerne ruminterpretieren. Darf ich noch erwähnen, dass ich Philosophie studiere? *hust*


Sie hatte die Beine angewinkelt, den Kopf leicht zur Seite gedreht, die Arme über ihrem Bauch zusammengefaltet. Eine kleine Brise kam auf ihrem Weg zu Größerem an ihr vorbei und streifte ihr Gesicht. Ihre Haare ließen sich verwirbeln und kitzelten sie dabei in der Nase.
Die Sonne streichelte ihr über die Fingerspitzen, über die Wangen, umarmte sie mit tausenden sanfter Arme. Sie suhlte sich in der Zuneigung und fiel so weit sie konnte in die Umarmung.
Etwas krabbelte am Fuß und riss sie aus ihrer nahenden Trance. Mit einer kleinen ruckartigen Bewegung schubste sie den Marienkäfer von ihrem Zeh und in eine tiefe Seinskrise hinein. Er war gerade hoch genug geklettert, um genüsslich in das Objekt seiner Begierde beißen zu können, da wurde er der Köstlichkeit entrissen, und das Problem der Größe formulierte sich erneut in seiner kleinen Nervenmasse.
Sie atmete tief ein und rieb den Zeh nochmal an der Unterseite des anderen Fußes, um das Kribbeln komplett loszuwerden. Der Geruch des Grases nistete sich in ihrer Nase ein. Die Blumen waren noch nicht kräftig genug, um Geruchsaufmerksamkeit fordern zu dürfen. Aber die Krokusse gaben sich die allerbeste Mühe. Sie kämpften schon seit einer halben Stunde um ihre Aufmerksamkeit, und werden sie erst in zwei Tagen bekommen.
Über ihr flogen Schwalben, eifrig sammelnd, penibel bauend. Sie ignorierten die Spatzen, die versuchten ihnen hinterherzujagen, erpicht auf ein wenig höhere Lebenskultur. Sie würden bald zu ihren Futterkämpfen zurückkehren und die Schwalben verpöhnen.
Das Gezwitscher beider Vogelarten drang nicht bis zu ihr durch. Sie war versunken im Gefühl des zeitlosen Erwachens. Der begrenzte Schlaf kam und ging, fortgescheucht durch kalte Luft und nasses Leben. Die ersten Tropfen fielen auf ihr Gesicht und sie schreckte hoch. Sie zog sich die Schuhe an, nahm ihren Rucksack und rannte ins Gebäude. Ihr Kopf kam nicht hinterher.
Der Marienkäfer hatte sich mit seiner Lebensstellung gerade in Übereinkunft diskutiert, da kam die Flut.

Date: 2010-06-14 09:16 pm (UTC)
From: [identity profile] tsutsumi.livejournal.com
Wüsste nicht, was daran auszusetzen wäre. o.o
Wie gesagt, "Geruchsaufmerksamkeit" ist brilliant und der arme Marienkäfer, der nun mit seiner Lebenskrise klarkommen muss, tut mir schon ein wenig Leid.

Das war die beste im-Gras-liegen-Beschreibung, die ich je gelesen habe =)

Date: 2010-06-15 03:00 pm (UTC)
From: [identity profile] tristraine.livejournal.com
Großartig! Ich mag ja sowieso, was du schreibst, aber diese Geschichte hab ich am liebsten! Man kann immer noch was neues darin entdecken <3

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