[identity profile] gobbolina.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Mein ewiges Problem:
Ich habe mir eine grobe Geschichte überlegt. Ich spüre die Emotionen, die ich mit dieser Geschichte hervorrufen will. Bzw. ich weiß ganz genau, wie es auf mich wirken soll. Aber wie bringe ich es auf den Bildschirm? Nicht ein einziges Wort kann dem, was ich fühle, gerecht werden. Wenn ich schreibe, nimmt die Story eh nicht die Richtung, die ich will. Alles, was ich schreibe, ist nur Dreck unter dem Absatz des billigen Abklatsches der Geschichte in meinem Kopf.
Kennt ihr das auch? Was macht ihr dann? Trotzdem schreiben und sich nicht drum scheren? Oder habt ihr einen Tipp, wie man das umgehen kann?

Date: 2010-06-13 02:55 pm (UTC)
From: [identity profile] leviathans-moon.livejournal.com
Ich schreib trotzdem. Ich hab das gleiche Problem, ich hab tolle Szenen im Kopf, Gefühle, Bilder etc. und ich schaffe es selten, sie so aufs papier zu bringen, dass sie wirklich das widerspiegeln und das beschreiben, was ich selbst gesehen habe. Letztendlich ist es aber so, dass so wie du die Geschichte siehst, es niemand anderes sehen wird, weil jeder sich sein eigenes Bild macht. Eigene Zufriedenheit hin oder her, keiner, der das liest, wird dieselben Bilder im Kopf haben. Du kannst als Autor lediglich versuchen, Gefühle rüberzubringen, die deinen gleichen. Der Rest ist den Lesern überlassen.
Deshalb, trotzdem schreiben. Einfach zwingen. Ansonsten, Wut, Nervosität, generell eher negative Gefühle kann man oft gut mit kurzen Sätzen besser rüberbringen, da kommt dann beim lesen eine Art Hektik auf, die beklemmend wirken kann, und somit die Negativität hervorhebt. Bei schönen Sachen, dann wiederum eher längere, beschreibendere Sätze.

Date: 2010-06-13 03:00 pm (UTC)
From: [identity profile] leviathans-moon.livejournal.com
Mach dir vielleicht nicht allzu viele Gedanken über Zeit, setz einfach an. schreib drauf los, mach vielleicht die Augen zu, stell dir die Situation vor, die du schreiben willst, beschreib vielleicht erstmal die Charaktere als Einstieg. ob du den Einstieg dann auch so verwendest, kannst du ja später immer noch entscheiden, aber erst mal loslegen, weil dann fließt es meist so ziemlich von alleine.
du kannst auch mittendrin anfangen, und den Ausgangspunkt der Situation später einfügen, rückwirkend.

Date: 2010-06-13 03:23 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Ich kenne das auch. *nick*
Es gibt Zeiten, wo ich dann gar nichts schreibe weil mich jeder Satz so frustriert und so schwer ist.
Manchmal hilft es mir dann mich zu zwingen - indem ich mich z.B. beim Wichteln anmelde (dann MUSS ich ja was abliefern) oder bei Nano einsteige oder so. Manchmal hilft es lustigerweise auch wenn ich für jemanden anderen schreibe, ein Fandom, was ich zwar kenne, aber woran mir letztendlich nicht so viel liegt. Ich habe die Erfahrung gemacht dass ich da oft lockerer drangehe, als an die Sachen, die ich so verkrampft perfekt machen will.
Manchmal hilft es mir auch, angefangene Sachen weiterzuschreiben - grade wenn ich an den Anfängen hänge.
Letztendlich denke ich mir - lieber was schreiben womit ich unzufrieden bin, als gar nichts. Wenn ich was schlechtes abliefere, kann ich immer noch was drauslernen - schreibe ich gar nichts, komme ich auch nicht weiter. ^^

Date: 2010-06-13 03:52 pm (UTC)
From: [identity profile] somali77.livejournal.com
Genau das gleiche Problem hab ich auch oft >__<"
Aber ich denk eigentlich gleich wie die anderen Poster hier... schlechte Storys passieren, und ohne einfach mal loszulegen und sich zu trauen auch Mist zu schreiben kann man sich nicht weiterentwickeln...

Ich hab da verschiedene Möglichkeiten was ich mache wenn es mir so geht... z.B. inspiriert mich Musik. Also lass ich ein paar Songs laufen, die meiner Meinung nach zu der Szene grade passen würden- dann versuch ich mir das ganze als Film im Kopf vorzustellen und mich reinzudenken- z.B. was sieht/hört/denkt der Protagonist in der Situation, wie sieht die Umgebung aus? Damit, zu schreiben -während- ich Musik höre hab ich nicht so gute Erfahrungen gemacht, es lenkt mich doch ziemlich vom Text ab, aber so als Anstoß ist es ganz gut...

Wenn ich totale Blockaden hab und nix schreiben kann hilft mir manchmal auch einfach eine Zustandsbeschreibung. Einfach schreiben wies einem geht, was einem grade in den Sinn kommt. Ist ja auch schon ein Text! z.B. "Ich würde gern erzählen wie spannend/traurig/wunderbar diese Szene war, aber mir fehlen die Worte..." Oder- Schreibübungen mit ganz anderem Thema. Das Ding worauf dein Blick am Schreibtisch als erstes fällt zehn Minuten lang so genau wie möglich beschreiben. Das hilft manchmal das KreaTief ein bisschen zu lockern.

Oder- (wenns ein längeres Projekt sein soll) seine Idee anderen vorstellen und schonmal darüber in Dialog kommen- sich vl. Vorschläge und Meinungen anhören. Oft kommen dabei auch neue Ideen, und man fühlt sich eher bekräftigt, die Sache doch einfach anzupacken.
Schreib unbedingt später nochmal wies dir geht und ob dir was geholfen hat! ^^

Date: 2010-06-13 06:33 pm (UTC)
From: [identity profile] lumcheng.livejournal.com
Ja, ich denke da sprichst du ein Thema an, mit dem viele von uns öfter zu kämpfen haben ^^;

Seit Tagen will ich den 'Porno'-prompt schreiben, aber ich finde nicht die richtigen Worte für den Anfang und so blieb mein Papier bisher leer ^^;

Das klingt jetzt vllt bekloppt, aber was mir häufig über sowas hinweg hilft, ist ein Cocktail-Abend mit Freunden XD
Man ist guter Stimmung und am Ende auch reichlich beduselt und irgendwie fallen Anspannung und Spießigkeit von einem ab - dann bin ich ungehemmt und schreibe einfach drauflos.

So auch heute - bin mit Oma seit heut Nachmittag am Margartias trinken und ich denke, ich kann mich gleich ransetzen XD

Date: 2010-06-13 08:17 pm (UTC)
From: [identity profile] blacksoul12012.livejournal.com
Du nimmst mir die Worte aus dem Mund!
Es geht mir sehr, sehr oft so und leider lass ich es dann meistens ganz bleiben...

Ich hab mal gelesen, man soll einfach weiter schreiben, egal was ist.
Und man soll sich Sätze, die einem einfallen, gleich aufschreiben, egal ob sie gerade in die chronologische Reihenfolge passen oder nicht.
Vielleicht hilft das ja...
Ansonsten: Ablenkung!

Date: 2010-06-13 08:55 pm (UTC)
From: [identity profile] wieldy22.livejournal.com
Schreiben. Wenn man nicht zuerst und zwischendurch immer wieder schrottige Sachen schreibt, dann kriegt man nicht die Übung auch mal weniger schrottige Sachen zu schreiben^^ Manchmal hört so ein Absatz auf Probleme zu machen, wenn er im Word-Dokument ist und man ihn ein paar mal umgestellt hat. Manchmal bleibt es einfach schrottig, aber dann war die Idee meistens auch nicht so :(

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