Fandom: Neon Genesis Evangelion
Personen/Pairing: Kensuke/Asuka
Warnung: angst, hurt ohne comfort
Challenge: Hunde, die bellen, beißen nicht
Wörter: 650
„Hier hast du den Passierschein“, sagt Dr. Akagi und hält ihm das Stück Papier hin.
Sie sagt nicht mehr und nicht weniger- nur diesen einen Satz. Ihr Blick gleitet über den Rand ihrer Brillengläser, ihre Hand ist an der Kaffeetasse.
Es ist also wollten ihre Augen ihm einen ewiglangen Vortrag halten.
Auf dem Zettel steht in krakeliger Schrift sein Name und eins der Kanji ist falsch.
Er hat Blumen gekauft. Vollkommen sinnlos im Grunde.
Aber er weiß nicht, was er sonst tun soll.
In seinen Ohren kann er noch die Sirenen heulen hören, in seinen Fingerspitzen bebt die Erde noch immer.
Selbst Shinji, sogar Ayanami stehen noch immer unter Schock von diesem Angriff, von diesem Tag.
Der Tag, der ihm klarmachte, dass es da jemanden gibt, den er mehr liebt, mehr verehrt als die Evas.
So recht weiß er gar nicht, wie er Asuka besuchen gehen soll.
Sie hasst es, wenn man sie als eine schwache Person sieht.
Im Krankenhaus sieht man immer schwach aus.
Ausgerechnet Touji hat ihn ermutigt.
„Was soll schon passieren?“, hat der gepoltert.
„Die Langley war doch immer so: Großartig keifen, vielleicht ´ne Backpfeife, mehr aber nicht! Hunde, die bellen, beißen nicht!“
Seine Finger umfassen den Blumenstrauß noch ein wenig mehr.
Warum eigentlich bringt man Blumen in ein Krankenhaus mit?
Als seine Mutter im Sterben lag, hat er auch welche dabei gehabt. Und wie diese bunten, wunderschönen Blumen der reine Hohn waren neben dem blassen, eingefallenen Gesicht...
Als er die Tür zu Asukas Zimmer öffnet, spürt er die Erinnerung in seinen Knochen. Es ist wie damals. Es ist wie bei seiner Mutter.
Wenn Asuka ein bellender Hund ist, wird sie lange nicht kläffen. Selbst wenn sie beißen wollte, sie könnte gar nicht. Ihre rechte Gesichthälfte ist vollkommen einbandagiert, dort wo das Metall der Kapsel in Splittern durch die Hitze an ihrer Haut klebte. Ihr linkes Bein steckt in Gips.
Als er neben ihrem Bett steht, möchte er die Blumen wegwerfen.
Ihr freies Auge öffnet sich langsam, versucht ihn zu fokussieren. Im hellen Tageslicht ist die Pupille viel zu weit. Wer weiß schon, was für Schmerzmittel und andere Drogen ihr da in die Vene tropfen?
Er wartet eigentlich darauf, dass sie ihn anschreit und fortjagt.
Aber so wie sie sich bewegt- langsam, wie im Traum und fahrig- kann sie gar nicht schreien.
Das ist der Moment, in dem er bemerkt, dass ihr Bein nicht das einzige ist, was gebrochen ist.
Ihre gute, die linke Hand, fasst nach seiner sobald er nahe genug ist.
„Aida...“, wimmert sie.
Es macht ihm Angst. Er will nicht, dass sie wimmert.
„Du kannst es doch verstehen...oder?“
Sie murmelt so leise, dass er sich ein wenig herunterbeugen muss.
„Du weißt doch wie nutzlos ein Soldat ist, der nicht mehr kämpfen kann.“
Er blinzelt. Zweimal, dreimal, und schluckt.
Alles was er tun kann, ist, ihre Hand zu halten, die mit einem Mal klein und kalt wirkt.
„Ich wünschte, ich wäre gestorben. Ich wünschte, ich wäre einfach verglüht. Ich wünschte...“
Ihr Blick wendet sich ab in Richtung Fenster.
„...ich wünschte, irgendwer würde kommen und mich umbringen.“
Er weiß nicht wirklich, was ihn mehr erschreckt; das, was sie sagt oder die Tatsache, dass sie es zu ihm sagt. Dabei weiß sie nicht, dass er heimlich ein Foto von ihr unter dem Kopfkissen hat. Dass er jeden Tag geschätzte fünftausend Mal in Gedanken an sie abdriftet.
Er schluckt wieder und formt mit der rechten Hand, mit Daumen und Zeigefinger eine Pistolengeste, hält ihr diese an die sich hebende und senkende Brust. Asuka schaut ihn wieder an, das Auge beginnt zu glänzen und zu glitzern. Es ist ein kurzer Moment, in dem sie sich mehr gesagt haben als sie es jemals wieder tun werden.
Dann löst er die Geste auf und seine Hand liegt flach und warm über ihrer Brust.
„Niemand wird zurückgelassen“, sagt er.
Aber welchen Wert hat so eine Aussage für jemanden, der alles verloren hat?
Personen/Pairing: Kensuke/Asuka
Warnung: angst, hurt ohne comfort
Challenge: Hunde, die bellen, beißen nicht
Wörter: 650
„Hier hast du den Passierschein“, sagt Dr. Akagi und hält ihm das Stück Papier hin.
Sie sagt nicht mehr und nicht weniger- nur diesen einen Satz. Ihr Blick gleitet über den Rand ihrer Brillengläser, ihre Hand ist an der Kaffeetasse.
Es ist also wollten ihre Augen ihm einen ewiglangen Vortrag halten.
Auf dem Zettel steht in krakeliger Schrift sein Name und eins der Kanji ist falsch.
Er hat Blumen gekauft. Vollkommen sinnlos im Grunde.
Aber er weiß nicht, was er sonst tun soll.
In seinen Ohren kann er noch die Sirenen heulen hören, in seinen Fingerspitzen bebt die Erde noch immer.
Selbst Shinji, sogar Ayanami stehen noch immer unter Schock von diesem Angriff, von diesem Tag.
Der Tag, der ihm klarmachte, dass es da jemanden gibt, den er mehr liebt, mehr verehrt als die Evas.
So recht weiß er gar nicht, wie er Asuka besuchen gehen soll.
Sie hasst es, wenn man sie als eine schwache Person sieht.
Im Krankenhaus sieht man immer schwach aus.
Ausgerechnet Touji hat ihn ermutigt.
„Was soll schon passieren?“, hat der gepoltert.
„Die Langley war doch immer so: Großartig keifen, vielleicht ´ne Backpfeife, mehr aber nicht! Hunde, die bellen, beißen nicht!“
Seine Finger umfassen den Blumenstrauß noch ein wenig mehr.
Warum eigentlich bringt man Blumen in ein Krankenhaus mit?
Als seine Mutter im Sterben lag, hat er auch welche dabei gehabt. Und wie diese bunten, wunderschönen Blumen der reine Hohn waren neben dem blassen, eingefallenen Gesicht...
Als er die Tür zu Asukas Zimmer öffnet, spürt er die Erinnerung in seinen Knochen. Es ist wie damals. Es ist wie bei seiner Mutter.
Wenn Asuka ein bellender Hund ist, wird sie lange nicht kläffen. Selbst wenn sie beißen wollte, sie könnte gar nicht. Ihre rechte Gesichthälfte ist vollkommen einbandagiert, dort wo das Metall der Kapsel in Splittern durch die Hitze an ihrer Haut klebte. Ihr linkes Bein steckt in Gips.
Als er neben ihrem Bett steht, möchte er die Blumen wegwerfen.
Ihr freies Auge öffnet sich langsam, versucht ihn zu fokussieren. Im hellen Tageslicht ist die Pupille viel zu weit. Wer weiß schon, was für Schmerzmittel und andere Drogen ihr da in die Vene tropfen?
Er wartet eigentlich darauf, dass sie ihn anschreit und fortjagt.
Aber so wie sie sich bewegt- langsam, wie im Traum und fahrig- kann sie gar nicht schreien.
Das ist der Moment, in dem er bemerkt, dass ihr Bein nicht das einzige ist, was gebrochen ist.
Ihre gute, die linke Hand, fasst nach seiner sobald er nahe genug ist.
„Aida...“, wimmert sie.
Es macht ihm Angst. Er will nicht, dass sie wimmert.
„Du kannst es doch verstehen...oder?“
Sie murmelt so leise, dass er sich ein wenig herunterbeugen muss.
„Du weißt doch wie nutzlos ein Soldat ist, der nicht mehr kämpfen kann.“
Er blinzelt. Zweimal, dreimal, und schluckt.
Alles was er tun kann, ist, ihre Hand zu halten, die mit einem Mal klein und kalt wirkt.
„Ich wünschte, ich wäre gestorben. Ich wünschte, ich wäre einfach verglüht. Ich wünschte...“
Ihr Blick wendet sich ab in Richtung Fenster.
„...ich wünschte, irgendwer würde kommen und mich umbringen.“
Er weiß nicht wirklich, was ihn mehr erschreckt; das, was sie sagt oder die Tatsache, dass sie es zu ihm sagt. Dabei weiß sie nicht, dass er heimlich ein Foto von ihr unter dem Kopfkissen hat. Dass er jeden Tag geschätzte fünftausend Mal in Gedanken an sie abdriftet.
Er schluckt wieder und formt mit der rechten Hand, mit Daumen und Zeigefinger eine Pistolengeste, hält ihr diese an die sich hebende und senkende Brust. Asuka schaut ihn wieder an, das Auge beginnt zu glänzen und zu glitzern. Es ist ein kurzer Moment, in dem sie sich mehr gesagt haben als sie es jemals wieder tun werden.
Dann löst er die Geste auf und seine Hand liegt flach und warm über ihrer Brust.
„Niemand wird zurückgelassen“, sagt er.
Aber welchen Wert hat so eine Aussage für jemanden, der alles verloren hat?
no subject
Date: 2010-09-29 12:14 pm (UTC)Es ist so unglaublich eindringlich und es kribbelt mir unter der Haut und in den Augen. Sie sind so ohne Worte, weil dafür Romane geschrieben werden müssten für eine Definition. Ungh.
(Ich _VEREHER_ dein KenAsu! X_X)