Die Flucht

Jun. 2nd, 2010 09:10 pm
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Autor: Jenchan
Challenge: Szenario: Nachts im Park bei warmen Regen; Grund: Einfach nur weg!
Fandom: Original
Word Count: 987
Warnings: SAD! Traurig! Legt euch Taschentücher bereit, wenn ihr euch das wirklich antun wollt! (und das Übliche: RS-Fehler, grammatikalischer Nonsense etc... unbeta-ed)

Kommentar: Das hat mich immens verstört! Wirklich, kein Scherz. Ich frage mich, wie ich fähig bin, sowas zu schreiben >.< Es ärgert mich, macht mich traurig und depri (und ich bin doch schon krank  T-T) . Jedenfalls würde ich dazu wirklich gerne ein konstruktive Meinung haben, weil das so gar nicht in den Bereich fällt, den ich normalerweise schreibe.  Also - wer sich drüber traut, bitte wenigstens ein "*schnüffz*" dalassen. Dann kenn ich mich auch aus.

Disclaimer: Ich übernehme keine Haftung für nachhaltige Schäden. Story und Charaktere sind auf meinem Mist gewachsen und ich hatte keine reale Vorlage dafür. Es sind bei dem Versuch das zu schreiben, keine Menschen zu schaden gekommen und es wurde auch kein Feldversuch durchgeführt, wo die Menschen sich in solchen Fällen wirklich so verhalten. Anders ausgedrückt: Es ist reine Fiktion (auch wenn sich bestimmt irgendwer irgendwo angesprochen fühlt).


Die Flucht

Heute war es soweit. Schon seit dem Morgen waren alle so unglaublich aufgeregt und hatten hektisch Taschen und Koffer gepackt. Unterhalten wurde sich nur im Flüsterton aber meistens hörte man nur das Rumgeschiebe von irgendwelchen Kartons, das Öffnen und Schließen der Schränke und Schublade, das Rascheln und Knistern des Packens.
Warum das alles veranstaltet wurde war dem kleinen Jungen unklar. Er war noch zu jung, um helfen zu können. Er durfte auch nicht raus zum Spielen. Meistens wurde er nur herumgeschoben, wenn er im Weg stand und die Spannungen, die in der Luft lagen, raubten ihm den Atem. Eigentlich war ihm zum Heulen zumute. Man sah es in seinen großen Kinderaugen, dass ihn das alles ebenso belastete, wie die Erwachsenen, die so eilig packten und kurze, leise, fast panische Phrasen zuwarfen.
Nicht zu viel und nicht zu wenig durfte es sein. Nur das aller nötigste und sie mussten vor Einbruch der Dunkelheit fertig sein. Wenn sich die Nacht über die Stadt senkte, dann mussten sie verschwunden sein. Der Junge hatte schon festgestellt, dass keins der Kinder mehr da zu sein schien, mit denen er noch vor kurzer Zeit gespielt hatte. Waren es Wochen oder nur Tage gewesen. Es war schwer zu sagen, aber ihm kam es schon wie eine Ewigkeit vor, dass er nur noch im Haus spielen durfte. Nur noch in dieser kleinen Wohnung sitzen musste und von den Erwachsenen nun noch herumgeschubst wurde.
Manchmal, wenn er abends nicht schlafen konnte und sich leise zur Küche schlich, konnte er die Erwachsenen flüstern hören. Ein rauschende, knackstende Stimme, die immer wieder unterbrach war nur ganz leise zu hören. Früher hatten sie das Radio immer laufen gehabt. Die Musik war angenehm und es gab sogar eine Sendung für Kinder.
Aber auch das hatte aufgehört, wahrscheinlich zeitgleich damit, dass er nicht mehr zum Spielplatz durfte und dass er auf der Straße, wenn sie mal rausgingen, um Dinge einzukaufen, keinen seiner Spielkameraden mehr sah.
Dabei hatten sie wirklich immer viel Spaß gehabt. Sie hatten in der Sandkiste Straßen für die Autos gebaut und 'Unfall' gespielt oder er hatte einfach nur hoch geschaukelt und sie hatten gemessen, wer weiter springen konnten. Sie hatten auch oft 'Fang mich' gespielt.
Er vermisste das und er verstand nicht, warum er plötzlich ein großer Junge sein sollte. Wenn er all das nicht mehr durfte, wollte er kein großer Junge sein. Er wollte nach draußen und Schaukeln und Rutschen. Die Sandkiste wartete doch nur darauf, dass er wiederkam. Die vermisste ihn bestimmt auch schon. Ihn und seine Freunde, die anderen Kinder der Nachbarschaft. Aber er konnte sich nicht einmal davonschleichen - die Türen waren fest verriegelt.
So blieb ihm nur, einfach dazusitzen und zu warten. Zu hoffen, dass er irgendwann doch wieder raus durfte, auch wenn er jetzt ein großer Junge sein musste - warum auch immer.

Es war schon ganz dunkel, als seine Mutter ihn weckte. Normalerweise durfte er um diese Zeit nicht mehr wach sein, aber wahrscheinlich war das einer der Vorteile, wenn man ein großer Junge war. Es war dennoch seltsam mitten in der Nacht einfach fortzugehen. Er selbst hatte auch einen Rucksack bekommen, der ziemlich schwer war, aber kaum wollte er sich darüber beschweren, wurde ihm der Mund verboten.
Das Wetter war auch schrecklich und auch wenn er Gummistiefel trug, so hatten seine Eltern doch immer gesagt, dass er bei so einem Wetter nicht raus durfte. Es war viel zu gefährlich, man wurde krank, wenn man zu lange im Regen spielte. Doch jetzt hasteten sie regelrecht durch die Nacht Richtung Park. Der warme Regen hatte schnell seine ganze Kleidung durchnässt und immer wieder stolperte er, weil er mit den Erwachsenen nicht mithalten konnte. Überhaupt sah das seltsam aus. Seine Eltern huschten in gebückter Haltung, als würden sie sich vor etwas verstecken wollen. Sie waren flink und in seiner Eile wusste er nicht einmal, ob er sich das nur einbildete, aber er sah auch noch andere Gestalten.
Das Ganze machte ihm unglaubliche Angst und es schnürte ihm regelrecht die Brust ab. Das war absolut nicht spaßig und er mochte dieses Spiel ganz und gar nicht.
Als er erneut strauchelte, weil ihm ein Stein im Weg gelegen hatte, den er in der Dunkelheit nicht sehen konnte, wollte er einfach nur wieder zurück nach Hause. In sein Bett - er war ja auch noch müde und diesmal war er ja auch brav schlafen gegangen.
Schließlich blieb er mitten im Park einfach stehen. Er wollte nicht mehr weiter. Was sollte das überhaupt? Wo wollten sie hin? Warum konnten sie nicht bei Tag in den Park und auf den Spielplatz? Warum musste es bei diesem ekelhaften Wetter sein?
Unkontrolliert begannen nun Tränen über sein Gesicht zu fließen, weil er das alles einfach nicht mehr verstand. Seine Mutter versuchte ihn sofort panisch zu beruhigen und ihn dazu bewegen, weiter zu gehen. Sie hatten doch keine Zeit. Sie mussten hier weg und das war ihre letzte Chance. Würden sie bleiben, war das ihr sicherer Tod. Woanders sah es wahrscheinlich nicht besser aus, aber hier konnten sie auf keinen Fall bleiben.
Bitte sei ein großer Junge und komm mit, flehte ihn schließlich seine Mutter an, bevor sein Vater seine Mutter an der Hand nahm und sie weiter zog. Einen Moment blieb er noch stehen, bevor er ihnen hastig nachlief und in die Nacht nach ihnen rief. Aber er erneut stolperte er und als er wieder aufblickte war alles um ihn herum still. Nur der Regen plätscherte auf die Erde hinab und irgendwie ahnte der kleine Junge, dass er von nun an alleine war. Hier am Spielplatz, nachts im Regen. Er wusste immer noch nicht, was es hieß, ein großer Junge zu sein, aber ihm war klar, dass alles Weinen nun nichts mehr brachte. Mit einem letzten schniefen wischte er sich mit der nassen Hand über das Gesicht und begann dann weiter den Weg zu gehen, den seine Eltern eingeschlagen hatten. Vielleicht hatte er Glück und er traf sie irgendwann wieder.


Und was sagt ihr nun dazu? *in die Ecke verkriech* Tomaten sind auch erlaubt...

Date: 2010-06-04 04:04 pm (UTC)
From: [identity profile] kurimukeiki.livejournal.com
hm... ich hab das Ganze nun zweimal gelesen und irgendetwas stört mich, ich kann aber beim besten Willen nicht sagen, was. Hilfreich, ich weiß u_u;

Die Idee, dass aus der Sicht des Jungen zu schreiben ist gut, lässt einem auch mehr Interpretationsraum, allerdings gab es ab und an Stellen, da wurde ich wieder aus der Sicht des Jungen rausgeworfen. Unbeabsichtigt. Vielleicht ist es auch das, was mich stört.

Nicht zu viel und nicht zu wenig durfte es sein. Nur das aller nötigste und sie mussten vor Einbruch der Dunkelheit fertig sein. Wenn sich die Nacht über die Stadt senkte, dann mussten sie verschwunden sein. auch wenn es eine Auffzählung ist, dass dreimal "sein" am Satzende steht, liest sich meiner Meinung nach komisch.
Auch wirkt das nicht nach etwas, dass ein kleiner Junge so denken/sagen/verstehen würde. Klingt zu sehr nach "Autor".

Trotz dem genörgle oben war es aber nicht schlecht ^_^

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