[identity profile] bananasea.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Harry Potter
Challenge: Party
Warnungen: ---
Charaktere: Victoire Weasley
Kommentar: Für gewöhnlich sind die Rollen zwischen Tori und Domi klar verteilt, und ich MAG das Schema auch. Aus irgendeinem Grund bin ich trotzdem erst heute auf die Idee gekommen, das mal umzudrehen o.o; Fragt mich nicht, wieso... aber ich hab's auch bisher noch nie gelesen.


Ihr Name war Victoire Aurore Weasley, und ihr Leben war eine einzige Katastrophe. Eine Naturkatastrophe, sozusagen, in der der Wirbelsturm dem sintflutartigen Regen auslöste, der Erdrutsche zur Folge hatte, während irgendwo im Hintergrund noch ein Vulkan ausbrach. Oder so ähnlich.
Das ganze fing schon beim Namen an. Positiv betrachtet war sie der einzige Mensch weltweit, dem ihr süßer kleiner Cousin Al die Ehre zugestand, einen offiziell noch dämlicheren Namen zu haben als er (und das wollte was heißen, denn in ihrer Verwandtschaft fanden sich auch noch ein Fred Angelo und eine Roxanne Georgia. Deren Eltern hatten um jeden Preis verhindern wollen, einen Fred George in die Welt zu setzen, und... naja. Das war das Ergebnis gewesen). Negativ betrachtet war sie... naja. Victoire Aurore Weasley eben. Es war gang und gäbe in ihrer Familie, Kinder mit den dämlichen Namen längst Verstorbener zu strafen, aber sie war ja noch nichtmal nach Personen benannt! Sie war nach EREIGNISSEN benannt! Das war, wie Weihnachten-Ostern-Omas-Geburtstag zu heißen, nur noch dazu französisch.
Sie hatte nichts gegen die französische Sprache, sie fand nur, dass sie sich immer ein wenig so anhörte, als würde man gerade versuchen, sich den Kiefer auszurenken, während man eine ganz schlimme Nasennebenhöhlenentzümdung hatte.
Jedenfalls, vom Namen ging es stante pede weiter zum Grund für ihren Namen. In den 17,5 Jahren ihres Lebens hatte sie keine einzige ordentliche Geburtstagsparty gehabt – zumindest nicht an ihrem Geburtstag. Schließlich war der 2. Mai seit 19 Jahren der zweitwichtigste Feiertag im Jahr geworden, und da mussten alle Kinder mit ihren Eltern auf Paraden gehen und hatten dementsprechend keine Zeit, bei ihr französische Erdbeertorte zu essen. Und was die Verwandtschaft anging, war der Tag sowieso nach wie vor der Fred-Memoriam-Day, an dem man heulte und auf den Friedhof ging und heute und Freds Lieblingsessen aß und heulte und so weiter. Zugegebenermaßen war der Tag für Fred (Angelo) fast noch beschissener als für sie, aber für ihn war's wenigstens besser geworden, als er nach Hogwarts kam, und den 2. Mai nicht mehr mit seinem Vater verbringen musste.
Jedenfalls war Victoire – Tori, Tori, bitte, Menschen dieser Welt, nennt sie Tori! - als das Symbol ihrer Verwandtschaft für einen Neuanfang geboren worden. Strahlend und schön und glänzend und weithin sichtbares Aushängeschild.
Ja, eben. Geboren worden. Das war jetzt 17,5 Jahre her, und Aus die Maus war's damit. Tori hatte kein Stück Veela-Qualität geerbt (naja, ein bisschen Charme vielleicht, was die ganzen Kerle erklärte, die ihr ständig hinterher starrten), sie hatte die roten Weasley-Haare und war zu groß und etwas zu dick, und überhaupt. Ihre Noten waren mittelmäßig und sie tat sich schwer, Freunde zu finden (irgendwie wollten die immer alle nur zu ihren berühmten Familienmitgliedern...), sie war ruhig, nachdenklich und melancholisch – schon immer gewesen – und mochte noch nichtmal Mädchen-Dinge.
Als James sie und Teddy im September am Bahnhof gesehen hatte (und natürlich gleich sehr effektiv an die gesamte Verwandtschaft weitergetratscht), hatte er maßlos übertrieben. Ein gut-freundschaftliches Küsschen war es gewesen, nichts weiter. Teddy war in Domi verschossen (und seither sehr dankbar dafür, dass die jetzt glaubte, er wäre an ihrer Schwester interessiert, was seine Chancen natürlich ins Unermessliche steigerte. Achtung, tieffliegender Sarkasmus).
Ihre Eltern jedenfalls hatten Party gemacht. Endlich ein Mann für die Älteste, man hatte sich ja schon Sorgen gemacht. Juchu!
Nix da. Immer noch Klosterschwester. Aber das glaubte ihr ja keiner.
Wieso auch? Mit den Veela-Genen mochten die Männer sie – was nichts daran änderte, dass sie das Selbstbewusstsein einer Fruchtfliege hatte, und schlicht und ergreifend Angst vor einer Beziehung hatte (ja, sie war mit 17,5 auch noch Jungfrau. Danke der Nachfrage.) - und Domi kriegte es ja auch hin.
Apropos Domi. Dominique Gabrielle Weasley (da ging's schonmal los. Kein Ereignis. Nichtmal ein Toter. Nur eine noch sehr lebendige Tante im zweiten Vornamen) hatte brav am 29. Dezember Geburtstag, und war angemessen hellblond und veelaig. Domi fand keine Freunde, Domi knallte in einen Saal voller Leute, und kannte sofort jeden. Domi hatte im Moment gerade ihren... äh... sechsten Freund? Siebten? Irgendwie sowas. Domi war eines von den Babys gewesen, die immer entweder schliefen, oder lachten, und darum hatte sie auch am 29. Dezember 2002 den Job als Ikone der Weasleys übernommen. Danke, Tori, gut gemacht, aber etwas weniger weinen wäre angebracht gewesen.
Als Kinder waren Tori und Domi die allerbesten Freundinnen auf der ganzen großen weiter Welt gewesen. Und dann kam Tori zwei Jahre vor Domi nach Hogwarts, und die beiden Jahre, die sie praktisch getrennt gewesen waren, hatten das ganze aber sowas von versaut. Domi war ewig sauer gewesen, dass Tori sie so einfach zurückließ, und irgendwie war sie's unterbewusst heute noch. Tori hingegen hatte ihr Schwesterchen ganz schrecklich vermisst, denn als erste Weasley nach Hogwarts zu kommen, war... unangenehm gewesen. Sie mochte Aufmerksamkeit einfach nicht so.
Naja, dann war da noch Louis (William Weasley), der wenigstens noch weniger Veela war als Tori. Irgendwie schien Domi alles aufgesogen zu haben. Aber Louis war immerhin ein Superhirn und garantiert-Ravenclaw und schlug Onkel Ron manchmal im Schach (immer mit Tori und Al als Cheerleader) – mit 9 Jahren! Während Tori die älteste Weasley-Enkelin war, war Louis der jüngste (mit drei Monaten hinter Lily), und wenn er nach Hogwarts gehen würde, wäre sie schon ein Jahr lang wieder draußen.
Louis war klein und niedlich, und schlief gerade zusammengerollt in ihrem Bett, unter einem Schweigezauber, zu dem sie sich erbarmt hatte. Sie selbst lag auf ihrem Sofa und starrte die Decke an, während sie versuchte, einen Schlusssatz für ihren Verwandlungs-Essay zu finden.
Es war der 29. Dezember, sie hatten sturmfrei, und Domi feierte unten mit halb Hogwarts ihren 16. Geburtstag. Irgendwas war beim Schicksal in den letzten 20 Jahren schief gelaufen, denn Tori war sich ziemlich sicher, dass eigentlich sie die ausgelassene Super-Veela sein sollte. So rein logisch betrachtet. Als Ältere.
Und während sie gedanklich feststellte, dass ihr Leben eine Naturkatastrophe war – und sie eigentlich auch nach unten gehen und mitfeiern könnte, wenn sie sich nur dazu durchringen könnte – nahm sie ihren Muggel-Füller (der VIEL bequemer war als klassische Federn. Danke, Tante Hermione) und beendete den Aufsatz mit 'auch wenn sich der Sinn dahinter, Gold in unedle Metalle zu verwandeln, nicht unbedingt sofort erschließt, hat der Zauber seine Faszination auf die Menschen doch seit Jahrhunderten nicht verloren. Vielleicht, um damit Feinde zu ärgern, vielleicht auch nur wegen der Überzeugung 'Wenn das geht, muss es umgekehrt ja auch irgendwie funktionieren''.

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