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Fandom: Original (Juno und Marco sind zurück)
Challange: Party
Words: 401
Anmerkungen: Juno und Marco sagen, ich müsste eigentlich meine Reflexion schreiben. Und die Literaturrecherche. Und Bewerbungen. Und so. Aber ich höre nicht auf fiktive Charaktere, jedenfalls nicht nach über 10 Stunden Uni.

Das erste Mal sieht Marco Juno auf einer Party. Schwarze Kringellöckchen, Jeans und ein zu weites Hemd. Juno tanzt mit einem Mädchen zu schlechter Popmusik aus den 90ern. Die Spicegirls singen vom Wollem und Juno möchte nur nach Hause, aber Julie bezahlt ihn hierfür. Sie wuschelt ihm liebevoll durch die Haare und versucht ihn unbeholfen zu küssen. Er kann geschickt ausweichen. Seine jahrelang geschärften Fluchtinstinkte machen sich bezahlt. Wie doppeldeutig. Vielleicht hätten sie vorher besprechen sollen, was unter „meinen Freund spielen“ zu verstehen ist, aber Juno dachte nur daran, wie großartig es wäre, die Studiengebühren nicht erst nach dem Mahnverfahren zusammen zu haben. Er dachte nicht daran, sich wie eine Hure zu fühlen. Und das die eigentlich schüchterne Julie im betrunkenen Zustand gerne und ständig seinen Hintern anfassen und Dinge lallen würde, die ihnen beiden eigentlich die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Manchmal muss ein Mann Entscheidungen treffen. Für eine Million Dollar ist Juno bereit ein rotes Kleid anzuziehen und mit dem jungen Richard Gere zu schlafen, aber er wird doch nicht für lächerliche 150€ mit Julie auf einer Party rummachen. Jedenfalls nicht mehr sehr viel länger.

Julie hat zu viel getrunken. Einsamkeit und Liebeskummer gemischt mit Wodka. Das Bezahlen eines Bekannten für ein Date verrührt mit geringer Selbstachtung und mehrere Schuss Tequilla können ihr Wohlbefinden nicht steigern. Juno will sie nach Hause fahren, aber sie ruft ihre Schwester an. Er kann nichts dafür, aber sie will ihn nicht mehr sehen. Es ist nicht seine Schuld, aber ihre soll es auch nicht sein. Eine Freundin bringt sie nach draußen. Juno fühlt sich gleichzeitig erleichtert und schuldig.
„Hi.“ Marco steht neben ihm mit seinem Prince-Charming-Lächeln „Alles okay?“
Marco mag sich und die Welt mag Marco.
Juno greift nach seinem Bier. „Na klar. Warum auch nicht.“
„Ist mit deiner Freundin alles okay?“ Genau die richtige Spur Mitgefühl in der Stimme.
„Ja. Und sie ist nicht meine Freundin.“ Juno findet ihn nett. Juno findet, dass ihn das ganze gar nichts angeht.
Nicht mit Fremden sprechen.
„Ach so.“ Marco grinst. „Ich bin übrigens Marco.“
„Juno.“ Und ich kann weder Smalltalk noch bin ich gerade richtig in Stimmung.
„Freut mich. Was machst Du so?“
Juno zuckt mit den Schultern. „Arbeiten, studieren, mich für Geld prostituieren.“
Marco lacht und verschluckt sich gleichzeitig an seinem Bier, das ihm klebrig übers Kinn tropft.
Der Griff nach dem Serviettenstapel. Er beugt sich nach vorne und kommt Juno ganz nah.
„Interessant.“

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