[identity profile] morweneledhwen.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Original
Titel: - (Ich hab's nicht so mit Titeln, glaube ich langsam... ._.)
Challenge: # 2 - Kommunikationsprobleme
Warnungen: kein festgelegter POV (ich hoffe, es ist nicht zu verwirrend... *hust*), völlig zusammenhangslose Absätze & Thema gnadenlos verfehlt
Kommentar: Ich lebe noch. :D
Und es ist mal wieder an der Zeit, meine Jungs zu quälen... ^_^
Ich habe erst kurz nach 20 Uhr angefangen, also entschuldigt bitte die Verspätung. :'D



Taku hatte Bass nie für ein besonders interessantes Instrument gehalten, bis er zum ersten Mal einen Liveauftritt von den Red Hot Chili Peppers gesehen hatte. Er hatte damals mit offenem Mund vor dem Fernseher gehockt, nachdem ihm ein Klassenkamerad eine alte Videokassette mit einem Konzert der Band ausgeliehen hatte, und war tief beeindruckt gewesen von der Lässigkeit, mit der der Bassist seinem Instrument die Töne entlockte.
Seitdem war Flea sein großer Held.
Rockmusik hatte er schon immer geliebt und so war es nur eine Frage der Zeit, bis er einen eigenen Bass hatte. Professionellen Musikschulunterricht wollte er nicht nehmen, stattdessen sah er sich Konzerte weiterer Bands an und versuchte, deren Spieltechnik nachzuahmen. Da er erst dreizehn Jahre alt war, hatte er also viel Zeit, eine eigene Technik und eine gewisse Professionalität zu entwickeln, bis er in der Oberstufe schließlich auf die Idee kam, eine eigene Band zu gründen.

*~*

"Hey! Kiyoshi!"
"Was ist?", sagte sein Klassenkamerad genervt und hob gähnend den Kopf vom Tisch.
"Du kannst doch Gitarre spielen, oder?", fragte Taku fröhlich.
Kiyoshi musterte ihn misstrauisch. "Ja, kann ich. Wieso fragst du?"
"Möchtest du mit mir zusammen in einer Band spielen?" Taku sah ihn erwartungsvoll an.
Der andere dachte lange und gründlich nach, dann legte er schließlich wieder den Kopf auf die Bank.
"Verpiss dich."
Taku lachte. "Ich bin morgen ab sechzehn Uhr im Musikraum um zu üben. Bis dann."
Dann ging er wieder an seinen Platz, denn es klingelte zum Unterricht.

*~*

Kiyoshi ging am nächsten Tag tatsächlich hin. Und er musste feststellen, dass sein Klassenkamerad, den er bisher immer für einen Idioten gehalten hatte, Bass spielen konnte.
Und das sogar ziemlich gut.
Okay, vielleicht war Taku doch kein so großer Idiot, wie Kiyoshi ein paar Wochen später zugeben musste, nachdem er den quirligen Jungen besser kennengelernt hatte. Der andere war naiv, aber er wusste genau, was er wollte. Und er war der einzige, der es schaffte, Kiyoshi aus dem Schneckenhaus hervorzulocken, in das er sich verkrochen hatte, da er den Rest der Welt für nicht zurechnungsfähig hielt und eigentlich nur seine Ruhe haben wollte.
Die hatte er bei Taku zwar nie, aber irgendwie... störte es ihn auch nicht.
Seine Ignoranz gegenüber der Welt im Allgemeinen (und den Menschen auf ihr im Speziellen) wurde mit der Zeit immer kleiner, und wenn er mit Taku zusammen war, lernte er ständig neue Leute kennen - und manchmal auch welche, die ihm nicht gleich aufgrund seiner Verschrobenheit aus dem Weg gingen. Kiyoshi gab es ungern zu, aber irgendwie war es genau das gewesen, was er sich in den Jahren zuvor manchmal so sehr gewünscht hatte.
Auch wenn ihm nach der Sache mit Tetsuya jemand fehlte, der es auch intellektuell mit ihm aufnehmen konnte...

*~*

"Schön, jetzt haben wir eine Gitarre, einen Bass, einen Aushilfsschlagzeuger und ich räume dir auch ein gewisses Talent zum Singen ein, aber... wo und wann schmeißen wir das alles mal zusammen und wenden es auch an?"
Taku lächelte nur. "Ich kümmere mich darum, keine Sorge."

*~*

Die ersten Auftritte waren chaotisch, aber interessant.
Kiyoshi hatte zuvor schon oft vor vielen Menschen gespielt, aber da war er meistens allein gewesen und hatte genau gewusst, was er tat und was das Publikum von ihm erwartete. Doch ein Rockkonzert war etwas völlig anderes.
Da waren zum Beispiel all diese Jugendlichen, die einen erwartungsvoll ansahen zum Tanzen gebracht werden wollten. Oder die Technik für die Instrumente, die sehr hinterhältig sein konnte (Kiyoshi lernte schnell, dass Rückkopplung eine sehr unangenehme Sache sein konnte). Und dann natürlich dieses schreckliche Lampenfieber vor jedem Auftritt...
Doch auf der anderen Seite gab es Taku, dessen schier unerschütterlicher Optimismus alle seine Zweifel früher oder später zerstreute. Kiyoshi wusste, dass der andere nicht weniger aufgeregt war, als er selbst, aber er ging lockerer damit um.
Einmal vergaß er mitten im Lied den Text und während Kiyoshi vor Scham wahrscheinlich im Boden versunken wäre oder alles auf die Technik geschoben hätte, verbeugte sich Taku nur linkisch und gab ehrlich zu, dass ihm die Worte entfallen waren. Und das Publikum lachte und Taku lachte mit! Und dann ging es weiter.
Es war nicht gerecht, dachte Kiyoshi manchmal. Wie konnte ein einzelner Mensch nur soviel Charisma haben? Und manchmal - nur sehr selten - wünschte er sich die Gabe, ebenso locker mit anderen Menschen umgehen zu können, wie sein Freund.

*~*

Bei ihrer ersten gemeinsamen Probe mit Tetsuya hätte er diese Fähigkeit gut gebrauchen können. Wenn Taku nicht das Reden übernommen hatte, wäre er wahrscheinlich gestorben...
"Nein, das klingt nicht gut. Noch mal."
"Tetsuya, kannst du an dieser Stelle mit nicht ganz so viel Becken spielen? Das passt hier nicht so gut."
"Verdammt, spiel nicht so schnell, Kiyoshi! Ich komme mit dem Text kaum hinterher!"
An dieser Stelle mussten sie lachen.
'Wieso spricht er eigentlich immer aus, was er denkt, und keiner nimmt es ihm übel?' fragte sich Kiyoshi und zupfte nachdenklich an den Saiten seiner Gitarre.
'Wenn ich das ständig machen würde, würden die Leuten wahrscheinlich mit spitzen Gegenständen nach mir werfen...'
Er war sich sicher, dass Taku schon längst gemerkt hatte, dass zwischen ihm und Tetsuya etwas nicht stimmte, aber zum Glück sprach er sie nie darauf an. Was auch gut so war - er hätte wohl nicht gewusst, was er hätte erwidern sollen...

Ein paar Tage später war der erste Auftritt mit Tetsuya - und er war besser, als Kiyoshi gedacht hätte. Tetsuya schien sich ziemlich gut unter Kontrolle zu haben, denn obwohl seine Hände vor dem Konzert leicht zitterten, lief alles gut.
Obwohl die folgenden Auftritte ähnlich erfolgreich waren, wusste Kiyoshi schon nach dem ersten, dass Tetsuya bleiben würde. Nicht nur, weil er ein ziemlich talentierter Schlagzeuger war, wie er schnell bemerkt hatte, sondern weil er ihn schlicht und einfach in der Band behalten wollte.
Wieso, konnte er sich selbst nicht genau erklären... Selbst wenn sie fast nie ein Wort miteinander wechselten wusste er, dass er ihn nicht gehen lassen wollte. Nicht schon wieder...
Als der letzte Autritt vorüber war und sich die drei jungen Männer müde, aber gücklich im Backstagebereich verschiedenen Stadien der Erschöpfung hingaben, sprach Kiyoshi die entscheidenden Worte aus. Woher er plötzlich den Mut dazu nahm, wusste er auch nicht so recht - wahrscheinlich hatte Taku in all den Jahren doch ein kleines bisschen auf ihn abgefärbt...
"Tetsuya?"
"Hm?"
Der andere sah ihn an und Kiyoshi sah plötzlich einen Anflug von Traurigkeit auf seinem Gesicht. Hatte sich der andere etwa schon damit abgefunden, dass er bald wieder gehen musste, wie Kiyoshi es ihm am Anfang gedroht hatte...? Plötzlich kam er sich furchtbar gemein vor und musste schlucken.
"Ich bin froh, dass du dabei bist", sagte er heiser.
Tetsuya starrte ihn an und Kiyoshi konnte seinen Blick nicht so recht deuten.
Schnell stand er auf und griff nach seinen Sachen.
"Am Samstag um acht im Probenraum. Und seid ja pünktlich", brummte er und flüchtete beinahe aus dem Raum. Er musste nicht zurücksehen, um Takus Grinsen und Tetsuyas verwirrten Gesichtsausdruck zu sehen.
Erst als der Club schon weit hinter ihm lag, verlangsamte sich sein Schritt und sein Verstand setzte wieder ein.
Vielleicht konnte er, anders als Taku, nicht einfach so über seinen verdammten Schatten springen, aber... möglicherweise war dieser Abend ein Anfang gewesen.



Date: 2007-04-19 10:53 pm (UTC)
der_jemand: (crowley & archi)
From: [personal profile] der_jemand
*______*


Und das wäre auch schon alles, was ich dazu zu sagen hätte. Mehr... fällt mir beim besten Willen nicht ein... Einfach: Scheiße, bist du gut. :)

Date: 2008-04-11 08:35 pm (UTC)
From: [identity profile] ina-chan0808.livejournal.com
da passt die challenge wieder wie die faust aufs auge...
charisma spielt eine größere rolle im leben als man denkt, und es ist wirklich äußerst ungerecht verteilt *seufz*
toll, dass kiyoshi am ende doch noch sagen konnte, was er sagen wollte ^-^

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