Title: State of Decay
Fandom: Original
Disclaimer: Alles meins *Rayn an sich press* lol
Charas: Rayn Jordan (vs. Mohawk)
Rating: R
Warnings: violence, action, illegale Cage-fights *g*
Note: Ich hatte Rayn vor Jahren mal für ein Science-Fiction RPG kreiert, damals war er ein Cyborg. Ich mochte den Chara sehr und hab dann nen Buch angefangen. Er ist jetzt ein Mensch, aber ziemlich kaputt, lol. Hier mal ein Einblick darin, wie er sich nach dem Krieg das Kleingeld verdient hat. (und omg, ich bin so geflasht~ *schreibt wie ne Irre* )
Words/Time: ca. 2400 | 2 Std.
Challenge: 'Kollision'
Contact: Batdriven[at]googlemail[dot]com
~*~
Leicht angespannt saß Rayn auf einer einfachen Trage in einem der feuchten Kellerräume des SV-Clubs und bewegte seine Beine. Der rote, abgenutzte Lederüberzug spiegelte matt das gelbliche Licht der einzigen Glühbirne im Raum, die ohne Lampenschirm von einem Kabel an der Decke herunterbaumelte.
Der Lärm vom Club war bis hierher zu hören, obwohl ihn noch zwei weitere Räume und ein langer Flur von der Kampfarena trennten.
Angst hatte er nicht, aber da war dieses leichte Ziehen in der Magengegend, das er vor all seinen Kämpfen oder Schlachten verspürte. Egal, wo er sich befand, egal, ob er allein oder in einer Gruppe war – die Nervosität und Anspannung ließen sich nie gänzlich abschütteln.
Zudem hätte es ihn auch gewundert, wenn er innerlich völlig ruhig sein würde. Das Ziehen im Magen sagte ihm jedes Mal, dass er noch immer ein Mensch war, der in der Lage war zu fühlen, obwohl der Krieg ihn schon längst hätte abstumpfen müssen.
Rayn hob den Blick und ließ ihn über die dreckigen Wände wandern, vorbei an der Tasche mit den wenigen Sachen, die er heute Abend bei sich getragen hatte.
Mit einem kleinen Sprung kam er federnd auf dem grauen Betonboden auf.
Es tat gut die Kälte an seinen nackten Füßen zu spüren und er schloss kurz die Augen.
Die Menge wurde lauter. Die Pfiffe und das Gejohle drangen zu ihm herüber wie das Knurren und Hecheln einer gierigen Hundemeute, die auf frisches Fleisch wartete.
Ein kleines Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Er würde ihnen eine gute Show liefern. Immerhin hatte er schon eine beträchtliche Summe bekommen, nur damit er antrat, was schon ungewöhnlich genug war. Doch sollte er gewinnen, und Rayn war sich sicher, dass er auch heute wieder gewinnen würde, dann würde sich der Betrag beträchtlich vervielfachen. Und dennoch würden die Bosse ein großes Geschäft machen, da die Wetten hervorragend liefen.
Er hob seine Hände, die bis zur Mitte der Unterarme bandagiert waren, und schloss probehalber eine Faust. Es war nicht zu fest gewickelt und so bückte er sich schließlich, um sich die Fußgelenke ebenfalls zu bandagieren.
Wenig später ertönten hastige Schritte auf dem Flur, dann wurde seine Tür aufgestoßen.
„Bist du soweit, Jordan?!“
Ein kleiner untersetzter Mann mit gerötetem Gesicht und abgetragenen Jeans stand im Türrahmen und wischte sich die Hände an seinem schmutzig-weißen Shirt ab.
„Jack...“, meinte Rayn ruhig, ohne sich ihm wirklich zuzuwenden. „Gib mir noch eine Minute.“
Er bandagierte in Ruhe zu Ende und stand schließlich auf, zog sich die knielange Shorts noch ein Stückchen hoch und griff dann nach seinem roten Seidenumhang, den er sich über den nackten Oberkörper warf.
Er spürte, wie Jacks Blick über sein mächtig großes Tattoo glitt, doch ignorierte ihn völlig, während er an ihm vorbei, raus auf den Flur schritt.
Draußen auf dem kühlen Flur roch es feucht und modrig, die niedrige Decke war hier und da von Schimmel befallen, doch Rayn ekelte sich schon lange nicht mehr vor solchen Dingen. Wer einmal im Krieg gedient hatte, kannte keinen Ekel mehr und war sich für keine Arbeit zu schade.
Jack huschte geschäftig an ihm vorbei und Rayn folgte etwas langsamer, atmete tief und gleichmäßig, während er sich seine Haare mit einem schwarzen Gummi zusammenband, welches er vom Handgelenk zog.
Ein paar Strähnen und sein Pony waren zu kurz, sodass sie sein schmales Gesicht rahmten und seine Wangen kitzelten.
Anschließend zog er sich die Kapuze über den Kopf, ließ den leichten Mantel jedoch vorne offen.
Im Gegensatz zum dicken, kleinen Jack, machte er selber keine Geräusche, während er den Flur entlang schritt und mit ihm gemeinsam einen ebenso kleinen Raum betrat, wie der, in dem er sich vorbereitet hatte. Außer einem Tisch mit allerlei Notizen und ein wenig Bargeld, sowie einem Stuhl, war dieser Raum völlig leer.
Geschmeidig setzte er einen Fuß vor den anderen. Nicht einmal die wenigen Kleidungsstücke, die er trug, würden einem Blinden verraten, dass er da war.
Hinter der nächsten Tür befand sich der Vorraum zur Arena, der Lärm der Menge wurde immer lauter und Rayn löste die Zunge vom Gaumen, immer darum bemüht, sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen.
Selbstverständlich hatte er Erfahrung in diesen Kämpfen und er schlug sich mitunter auch gerne, doch das war in den meisten Fällen eher spontaner Art oder man griff ihn an, was zur Folge hatte, dass er sich lediglich zur Wehr setzte.
Aber das hier war anders. Es ging nie vorüber ohne dass auch er teils kräftig einstecken musste. Das Wissen darum, dass man gleich sprichwörtlich auf die Fresse bekommen würde, behagte einem nicht wirklich, doch da war das Geld.
Geld reizte Rayn immer, auch wenn er es über die Jahre hinweg eher angehäuft hatte, anstatt es verschwenderisch auszugeben. Es gab im Grunde nichts, wofür er viel Geld benötigte, abgesehen von Waffen und gelegentlich Schutzkleidung. Er hatte immer genug zu Essen, ein Dach über dem Kopf und konnte wann immer er wollte etwas trinken gehen.
Das war nicht viel, doch es genügte ihm und Rayn hatte schon immer die Ahnung, dass er das viele Geld irgendwann brauchen würde. Irgendwann, aber nicht jetzt. Er konnte warten.
Als er den Vorraum betrat, der wesentlich besser eingerichtet war, als der Rest der modrigen Gewölbe, schlug ihm sofort der Zigarrenrauch entgegen.
Ein Mann mittleren Alters, im maßgeschneiderten Anzug, mit Halbglatze, saß halb mit einer Pobacke auf einem braunen Ecktisch, in der rechten Hand die Zigarre haltend, den linken Arm um eine blonde, schlanke Frau geschlungen.
Er lachte und stand auf, als Rayn eintrat.
„Da ist ja mein Goldjunge… Laurie, sieh ihn dir an! Na, was hab ich gesagt?“
Überschwänglich schlug er dem Dunkelhaarigen auf die Schulter und musterte ihn zufrieden. Die blonde Laurie warf Rayn einen viel sagenden Blick zu, doch er ignorierte sie komplett. Er musste sich jetzt auf den bevorstehenden Kampf konzentrieren.
„Enttäusch mich nicht, mein Junge…“, murmelte der Ältere und steckte sich die Zigarre wieder in den Mund.
Rayn schüttelte leicht den Kopf und hielt den Blick gesenkt. „Bestimmt nicht, Mr. Murdock, Sir.“
James Murdock nickte und vergrub seine linke Hand in der Hosentasche. Er wusste, dass der rote Drache aus Manhattan sein Bestes geben würde. Er hatte ihn noch nie enttäuscht.
Jack öffnete die Tür zur Arena und auf einen Schlag wurde das Getose der Menge noch lauter.
Die Schultern straffend, trat Rayn in den Gang hinaus, der von Zuschauern gesäumt war und direkt zu dem großen Metallkäfig in der Mitte der Arena führte.
Rayn mochte Menschenmengen, jedoch nicht, wenn er im Mittelpunkt stand. Er hasste es, angestarrt und beobachtet zu werden.
Doch das war etwas, was sich hier unter keinen Umständen vermeiden ließ, daher ließ er sich auch nicht viel Zeit und schritt zügig auf den Käfig zu, den sein Kontrahent bereits von der anderen Seite aus betrat.
Wenn er erst einmal in diesem Käfig war, würde es die anderen nicht mehr geben. Nur noch ihn und Mohawk, sonst niemanden.
Der Geruch der vielen Menschen und der Lärm der Menge erfüllten ihn mit Vorfreude. Vorfreude gepaart mit leichter Nervosität. Eine hervorragende Mischung, die mehr und mehr Adrenalin durch seinen Körper jagte, welches er gleich dringend brauchen würde.
Die Hände die sich ihm entgegenstreckten, versuchte Rayn zu ignorieren. Selbst nach einem gewonnenen Kampf berührte er selten Fans und Bewunderer. Sein einziger Wunsch war es dann zu duschen und sich auszuruhen.
Jetzt galt es aber erst einmal seinen heutigen Gegner zu schlagen. Viel Geld stand auf dem Spiel und er hatte zuvor ein paar Tipps bekommen, wie er sich Mohawk annähern könnte. Auch hatte er sich ein paar seiner Fights auf Tape angesehen. Die Qualität dieser Bänder war durchgehend lausig, jedoch taten sie ihren Zweck, indem sie ihm verrieten, was für Techniken der jeweils andere so drauf hatte.
Mohawk war größer und auch muskulöser gebaut, als er selber. Doch Rayn war schnell und wendig, konnte bis zum letzten Moment abwarten, um dann richtig zuzuschlagen.
Die Käfigtür vor ihm wurde geöffnet und er streifte seinen roten Seidenkimono ab, der sogleich von einem Mitarbeiter angenommen und verwahrt wurde.
Noch mehr Pfiffe und lauteres Gejohle drangen durch die Zuschauerreihen, als er somit sein auffälliges Tattoo entblößte.
Schweigend trat er ein und sah seinem Gegenüber in die Augen, während hinter ihm die Tür abgeschlossen wurde.
Jetzt war es also so weit. Das schrille Piepsignal ertönte und die Menge brach in noch lauteres Rufen aus, um ihren jeweiligen Favoriten anzufeuern.
Rayn begann leicht zu tänzeln und hob seine Fäuste locker vors Gesicht, als Mohawk zwei Schritte auf ihn zu machte.
So von Nahmen wirkte er schon bedrohlich, aber er sah ihm die ganze Zeit über in die Augen, um nicht zu verpassen, wenn er zu seinem ersten Schlag ausholte.
Das fast blinde rechte Auge, machte ihm mal wieder zu schaffen. Seine Gegner wussten meist schon vorher um diesen Umstand, spätestens aber dann, wenn sie Rayn gegenüberstanden. Die hellere Farbe der Iris und der milchig weiße Film auf der Pupille verrieten alles.
Viele versuchten diesen Umstand zu ihrem Vorteil zu nutzen und griffen ihn vermehrt von rechts an, doch im Laufe der Jahre hatte Rayn sich daran gewöhnt und konnte entsprechend reagieren.
So auch in diesem Augenblick, als der erste Schlag auf seine rechte Kieferseite zuschnellte, jedoch ins Leere ging, da er sich rechtzeitig unter der Faust hinwegduckte und dann schnell einen Schritt zurückwich, als die andere Faust Mohawks ihn daraufhin in den Magen schlagen wollte.
Rayns Atem ging flach und sein Herz schlug schnell, pumpte mehr Blut und Adrenalin durch seinen Körper als zuvor.
Er deutete einen Schlag mit der Rechten an, führte ihn aber nicht zu Ende, sondern sprang dann aus dem Stand nach oben, hielt sich am Gitter des Käfigs über ihm fest und trat fest mit beiden Füßen auf die Brust seines Gegners.
Mohawk war überrascht und taumelte zurück, fing sich allerdings sofort wieder und holte zum Gegenschlag aus, gerade als Rayn losließ, und traf ihn mit Wucht in der linken Gesichtshälfte.
Rayn fluchte leise und spürte einen pochenden Schmerz am Wangenknochen. Doch das machte ihn wütend und half ihm die letzten Hemmungen zu überwinden, um ebenfalls gnadenlos zuzuschlagen.
Was er auch sofort tat. Rechts, links, wieder rechts und ein Tritt in den Magen.
Mohawk stolperte rückwärts, fiel mit dem Rücken gegen das Gitter und schrie überrascht auf, als ein gewaltiger Stromschlag durch seinen Körper ging.
Rayn kniff die Augen leicht zu und wischte sich kurz über die Stirn. Sie hatten jetzt schon den Strom eingeschaltet? War das nicht etwas früh? Da hatte er ja Glück gehabt, nicht schon bei seiner Deckenaktion eine gewischt bekommen zu haben.
Der andere hatte sich inzwischen erholt und beleidigte Rayn, worauf dieser aber nicht einging. Bei vielen gehörte es dazu den Gegner zu beschimpfen, doch er hielt das für Atemverschwendung und konzentrierte sich lieber auf das Muskelspiel des gewaltigen Oberkörpers.
Der Lärm der Zuschauer schwoll immer weiter an und Rayn versuchte es mit aller Macht auszublenden, doch heute hatte er Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und er fragte sich, woran das liegen konnte.
Eine Sekunde zu lange nachgedacht, einen Augenblick zu lange gezögert – der nächste Schlag saß. Rayns Kopf flog zur Seite, Blut spritzte durch den Käfig, stöhnend wich er zurück und hielt sich die aufgeplatzte Unterlippe. Doch bevor er das noch weiter bedauern konnte, schleuderte ihn ein kräftiger Tritt Mohawks gegen das Gitter.
Stromschläge durchzuckten seinen Körper und alles verkrampfte sich, momentelang konnte er sich nicht rühren, sein Gegner schlug immer wieder zu, ließ ihn nicht vom Gitter weg.
Rayn spürte, wie der Wahnsinn an ihm zu nagen begann und er fühlte die nahende Ohnmacht, er musste hier unbedingt weg.
Mit größter Anstrengung stemmte er die Hände gegen Mohawks Brust und drückte ihn mit einem lauten Schrei von sich weg.
Erleichtert endlich nicht mehr am Metallgitter zu stehen, holte er tief Luft und schlug seinem Gegenüber ins Gesicht.
Einmal, zweimal, immer und immer wieder. Unbarmherzig schlug er auf ihn ein, schrie dabei und ließ ihm keine Gelegenheit mehr, auch zum Zuge zu kommen.
Selbst als sein Gegner längst am Boden lag und er auf seinen Hüften thronte, ließ er nicht von ihm ab.
Der Strom wurde abgestellt und der Käfig aufgeschlossen. Drei Männer kamen rein und zogen Rayn von Mohawk weg.
Die Menge schrie und tobte, doch Rayn nahm es kaum wahr. Er war wie betäubt, noch immer angeschlagen von den vielen Stromstößen. Sein ganzer Körper tat weh, alles schmerzte – besonders seine Hände. An den Knöcheln war der Verband aufgerissen, die Haut darunter war rot und aufgeschürft.
Atemlos wischte er sich mit dem Handrücken das Blut von der Unterlippe, während zwei der Männer ihn an den Oberarmen festhielten und der Dritte den Puls seines Gegners kontrollierte. Für einen winzigen Augenblick dachte Rayn, dass der andere tot wäre, so wie er dort lag, ausgestreckt und reglos.
Doch wie durch einen Nebelschleier drang es zu ihm durch, dass Mohawk nur bewusstlos war.
Sein rechter Arm wurde in die Höhe gerissen.
Er hatte gewonnen.
Wie in Trance bekam Rayn mit, dass man ihn aus dem Käfig führte und durch die tobenden Massen hindurch schob, zurück in die Kellergewölbe.
Von überall her hagelte es Glückwünsche und jeder wollte ihn einmal anfassen, wollte ihm auf die Schulter schlagen, seine Hand schütteln. Er hatte keine Lust dazu. Der Kampf war vorbei, er war im Mittelpunkt des Gedränges und er mochte es nicht.
Grob nahm er dem Helfer seinen Kimono ab, als dieser ihm gereicht wurde und warf ihn sich über, zog auch die Kapuze tiefer ins Gesicht, sodass er die anderen nicht unbedingt ansehen musste.
Mit Mühe und Not gelang es den Securities ihn durch die Menschenmassen zu lotsen und endlich hatte er es geschafft und befand sich wieder in dem Vorraum, doch Murdock war nicht da, ebenso wenig Jack oder diese blonde Hure.
Die Tür wurde hinter Rayn geschlossen, dann war er allein und zögerte nicht lange, sich in Bewegung zu setzen und in seinen Raum zurückzueilen, um danach möglichst schnell von hier zu verschwinden.
Das restliche Geld würde er morgen bekommen, da machte er sich keine Sorgen.
Kaum befand er sich wieder in seinem Umkleideraum, wurde er schlagartig ruhiger. Tief atmete Rayn durch und führte eine Reihe kurzer Bewegungsabläufe durch, die er vom Tai-Chi kannte, um sich mehr Entspannung herbeizuführen.
Anschließend stützte er sich mit der rechten Hand an der Trage ab und stemmte die Linke in die Hüfte. Er war verschwitzt, das Blut seines Gegners und sein eigenes klebten an seiner Haut, die Fingerknöchel waren rau und schmerzten. Überhaupt tat sein ganzer Körper weh und er dachte ernsthaft über eine Massage in einem der neuen Luxusbordelle nach, als er Schritte auf dem Flur hörte, die sich stetig seiner Tür näherten.
Sofort nahm er die Hand von dem einfachen Bett und stellte sich gerade hin, drehte sich allerdings nicht um.
Wenige Sekunden später wurde die Tür geöffnet, ohne dass zuvor angeklopft wurde.
Rayn’s Körper spannte sich erneut an.
„Rayn Jordan?“
„Wer will das wissen?“
~tbc~
Danke fürs Lesen ^^
PS: Wenn noch passende Challenges kommen und Interesse besteht, schreib ich weiter ^^
Fandom: Original
Disclaimer: Alles meins *Rayn an sich press* lol
Charas: Rayn Jordan (vs. Mohawk)
Rating: R
Warnings: violence, action, illegale Cage-fights *g*
Note: Ich hatte Rayn vor Jahren mal für ein Science-Fiction RPG kreiert, damals war er ein Cyborg. Ich mochte den Chara sehr und hab dann nen Buch angefangen. Er ist jetzt ein Mensch, aber ziemlich kaputt, lol. Hier mal ein Einblick darin, wie er sich nach dem Krieg das Kleingeld verdient hat. (und omg, ich bin so geflasht~ *schreibt wie ne Irre* )
Words/Time: ca. 2400 | 2 Std.
Challenge: 'Kollision'
Contact: Batdriven[at]googlemail[dot]com
~*~
Leicht angespannt saß Rayn auf einer einfachen Trage in einem der feuchten Kellerräume des SV-Clubs und bewegte seine Beine. Der rote, abgenutzte Lederüberzug spiegelte matt das gelbliche Licht der einzigen Glühbirne im Raum, die ohne Lampenschirm von einem Kabel an der Decke herunterbaumelte.
Der Lärm vom Club war bis hierher zu hören, obwohl ihn noch zwei weitere Räume und ein langer Flur von der Kampfarena trennten.
Angst hatte er nicht, aber da war dieses leichte Ziehen in der Magengegend, das er vor all seinen Kämpfen oder Schlachten verspürte. Egal, wo er sich befand, egal, ob er allein oder in einer Gruppe war – die Nervosität und Anspannung ließen sich nie gänzlich abschütteln.
Zudem hätte es ihn auch gewundert, wenn er innerlich völlig ruhig sein würde. Das Ziehen im Magen sagte ihm jedes Mal, dass er noch immer ein Mensch war, der in der Lage war zu fühlen, obwohl der Krieg ihn schon längst hätte abstumpfen müssen.
Rayn hob den Blick und ließ ihn über die dreckigen Wände wandern, vorbei an der Tasche mit den wenigen Sachen, die er heute Abend bei sich getragen hatte.
Mit einem kleinen Sprung kam er federnd auf dem grauen Betonboden auf.
Es tat gut die Kälte an seinen nackten Füßen zu spüren und er schloss kurz die Augen.
Die Menge wurde lauter. Die Pfiffe und das Gejohle drangen zu ihm herüber wie das Knurren und Hecheln einer gierigen Hundemeute, die auf frisches Fleisch wartete.
Ein kleines Lächeln stahl sich auf seine Lippen. Er würde ihnen eine gute Show liefern. Immerhin hatte er schon eine beträchtliche Summe bekommen, nur damit er antrat, was schon ungewöhnlich genug war. Doch sollte er gewinnen, und Rayn war sich sicher, dass er auch heute wieder gewinnen würde, dann würde sich der Betrag beträchtlich vervielfachen. Und dennoch würden die Bosse ein großes Geschäft machen, da die Wetten hervorragend liefen.
Er hob seine Hände, die bis zur Mitte der Unterarme bandagiert waren, und schloss probehalber eine Faust. Es war nicht zu fest gewickelt und so bückte er sich schließlich, um sich die Fußgelenke ebenfalls zu bandagieren.
Wenig später ertönten hastige Schritte auf dem Flur, dann wurde seine Tür aufgestoßen.
„Bist du soweit, Jordan?!“
Ein kleiner untersetzter Mann mit gerötetem Gesicht und abgetragenen Jeans stand im Türrahmen und wischte sich die Hände an seinem schmutzig-weißen Shirt ab.
„Jack...“, meinte Rayn ruhig, ohne sich ihm wirklich zuzuwenden. „Gib mir noch eine Minute.“
Er bandagierte in Ruhe zu Ende und stand schließlich auf, zog sich die knielange Shorts noch ein Stückchen hoch und griff dann nach seinem roten Seidenumhang, den er sich über den nackten Oberkörper warf.
Er spürte, wie Jacks Blick über sein mächtig großes Tattoo glitt, doch ignorierte ihn völlig, während er an ihm vorbei, raus auf den Flur schritt.
Draußen auf dem kühlen Flur roch es feucht und modrig, die niedrige Decke war hier und da von Schimmel befallen, doch Rayn ekelte sich schon lange nicht mehr vor solchen Dingen. Wer einmal im Krieg gedient hatte, kannte keinen Ekel mehr und war sich für keine Arbeit zu schade.
Jack huschte geschäftig an ihm vorbei und Rayn folgte etwas langsamer, atmete tief und gleichmäßig, während er sich seine Haare mit einem schwarzen Gummi zusammenband, welches er vom Handgelenk zog.
Ein paar Strähnen und sein Pony waren zu kurz, sodass sie sein schmales Gesicht rahmten und seine Wangen kitzelten.
Anschließend zog er sich die Kapuze über den Kopf, ließ den leichten Mantel jedoch vorne offen.
Im Gegensatz zum dicken, kleinen Jack, machte er selber keine Geräusche, während er den Flur entlang schritt und mit ihm gemeinsam einen ebenso kleinen Raum betrat, wie der, in dem er sich vorbereitet hatte. Außer einem Tisch mit allerlei Notizen und ein wenig Bargeld, sowie einem Stuhl, war dieser Raum völlig leer.
Geschmeidig setzte er einen Fuß vor den anderen. Nicht einmal die wenigen Kleidungsstücke, die er trug, würden einem Blinden verraten, dass er da war.
Hinter der nächsten Tür befand sich der Vorraum zur Arena, der Lärm der Menge wurde immer lauter und Rayn löste die Zunge vom Gaumen, immer darum bemüht, sich nicht aus der Fassung bringen zu lassen.
Selbstverständlich hatte er Erfahrung in diesen Kämpfen und er schlug sich mitunter auch gerne, doch das war in den meisten Fällen eher spontaner Art oder man griff ihn an, was zur Folge hatte, dass er sich lediglich zur Wehr setzte.
Aber das hier war anders. Es ging nie vorüber ohne dass auch er teils kräftig einstecken musste. Das Wissen darum, dass man gleich sprichwörtlich auf die Fresse bekommen würde, behagte einem nicht wirklich, doch da war das Geld.
Geld reizte Rayn immer, auch wenn er es über die Jahre hinweg eher angehäuft hatte, anstatt es verschwenderisch auszugeben. Es gab im Grunde nichts, wofür er viel Geld benötigte, abgesehen von Waffen und gelegentlich Schutzkleidung. Er hatte immer genug zu Essen, ein Dach über dem Kopf und konnte wann immer er wollte etwas trinken gehen.
Das war nicht viel, doch es genügte ihm und Rayn hatte schon immer die Ahnung, dass er das viele Geld irgendwann brauchen würde. Irgendwann, aber nicht jetzt. Er konnte warten.
Als er den Vorraum betrat, der wesentlich besser eingerichtet war, als der Rest der modrigen Gewölbe, schlug ihm sofort der Zigarrenrauch entgegen.
Ein Mann mittleren Alters, im maßgeschneiderten Anzug, mit Halbglatze, saß halb mit einer Pobacke auf einem braunen Ecktisch, in der rechten Hand die Zigarre haltend, den linken Arm um eine blonde, schlanke Frau geschlungen.
Er lachte und stand auf, als Rayn eintrat.
„Da ist ja mein Goldjunge… Laurie, sieh ihn dir an! Na, was hab ich gesagt?“
Überschwänglich schlug er dem Dunkelhaarigen auf die Schulter und musterte ihn zufrieden. Die blonde Laurie warf Rayn einen viel sagenden Blick zu, doch er ignorierte sie komplett. Er musste sich jetzt auf den bevorstehenden Kampf konzentrieren.
„Enttäusch mich nicht, mein Junge…“, murmelte der Ältere und steckte sich die Zigarre wieder in den Mund.
Rayn schüttelte leicht den Kopf und hielt den Blick gesenkt. „Bestimmt nicht, Mr. Murdock, Sir.“
James Murdock nickte und vergrub seine linke Hand in der Hosentasche. Er wusste, dass der rote Drache aus Manhattan sein Bestes geben würde. Er hatte ihn noch nie enttäuscht.
Jack öffnete die Tür zur Arena und auf einen Schlag wurde das Getose der Menge noch lauter.
Die Schultern straffend, trat Rayn in den Gang hinaus, der von Zuschauern gesäumt war und direkt zu dem großen Metallkäfig in der Mitte der Arena führte.
Rayn mochte Menschenmengen, jedoch nicht, wenn er im Mittelpunkt stand. Er hasste es, angestarrt und beobachtet zu werden.
Doch das war etwas, was sich hier unter keinen Umständen vermeiden ließ, daher ließ er sich auch nicht viel Zeit und schritt zügig auf den Käfig zu, den sein Kontrahent bereits von der anderen Seite aus betrat.
Wenn er erst einmal in diesem Käfig war, würde es die anderen nicht mehr geben. Nur noch ihn und Mohawk, sonst niemanden.
Der Geruch der vielen Menschen und der Lärm der Menge erfüllten ihn mit Vorfreude. Vorfreude gepaart mit leichter Nervosität. Eine hervorragende Mischung, die mehr und mehr Adrenalin durch seinen Körper jagte, welches er gleich dringend brauchen würde.
Die Hände die sich ihm entgegenstreckten, versuchte Rayn zu ignorieren. Selbst nach einem gewonnenen Kampf berührte er selten Fans und Bewunderer. Sein einziger Wunsch war es dann zu duschen und sich auszuruhen.
Jetzt galt es aber erst einmal seinen heutigen Gegner zu schlagen. Viel Geld stand auf dem Spiel und er hatte zuvor ein paar Tipps bekommen, wie er sich Mohawk annähern könnte. Auch hatte er sich ein paar seiner Fights auf Tape angesehen. Die Qualität dieser Bänder war durchgehend lausig, jedoch taten sie ihren Zweck, indem sie ihm verrieten, was für Techniken der jeweils andere so drauf hatte.
Mohawk war größer und auch muskulöser gebaut, als er selber. Doch Rayn war schnell und wendig, konnte bis zum letzten Moment abwarten, um dann richtig zuzuschlagen.
Die Käfigtür vor ihm wurde geöffnet und er streifte seinen roten Seidenkimono ab, der sogleich von einem Mitarbeiter angenommen und verwahrt wurde.
Noch mehr Pfiffe und lauteres Gejohle drangen durch die Zuschauerreihen, als er somit sein auffälliges Tattoo entblößte.
Schweigend trat er ein und sah seinem Gegenüber in die Augen, während hinter ihm die Tür abgeschlossen wurde.
Jetzt war es also so weit. Das schrille Piepsignal ertönte und die Menge brach in noch lauteres Rufen aus, um ihren jeweiligen Favoriten anzufeuern.
Rayn begann leicht zu tänzeln und hob seine Fäuste locker vors Gesicht, als Mohawk zwei Schritte auf ihn zu machte.
So von Nahmen wirkte er schon bedrohlich, aber er sah ihm die ganze Zeit über in die Augen, um nicht zu verpassen, wenn er zu seinem ersten Schlag ausholte.
Das fast blinde rechte Auge, machte ihm mal wieder zu schaffen. Seine Gegner wussten meist schon vorher um diesen Umstand, spätestens aber dann, wenn sie Rayn gegenüberstanden. Die hellere Farbe der Iris und der milchig weiße Film auf der Pupille verrieten alles.
Viele versuchten diesen Umstand zu ihrem Vorteil zu nutzen und griffen ihn vermehrt von rechts an, doch im Laufe der Jahre hatte Rayn sich daran gewöhnt und konnte entsprechend reagieren.
So auch in diesem Augenblick, als der erste Schlag auf seine rechte Kieferseite zuschnellte, jedoch ins Leere ging, da er sich rechtzeitig unter der Faust hinwegduckte und dann schnell einen Schritt zurückwich, als die andere Faust Mohawks ihn daraufhin in den Magen schlagen wollte.
Rayns Atem ging flach und sein Herz schlug schnell, pumpte mehr Blut und Adrenalin durch seinen Körper als zuvor.
Er deutete einen Schlag mit der Rechten an, führte ihn aber nicht zu Ende, sondern sprang dann aus dem Stand nach oben, hielt sich am Gitter des Käfigs über ihm fest und trat fest mit beiden Füßen auf die Brust seines Gegners.
Mohawk war überrascht und taumelte zurück, fing sich allerdings sofort wieder und holte zum Gegenschlag aus, gerade als Rayn losließ, und traf ihn mit Wucht in der linken Gesichtshälfte.
Rayn fluchte leise und spürte einen pochenden Schmerz am Wangenknochen. Doch das machte ihn wütend und half ihm die letzten Hemmungen zu überwinden, um ebenfalls gnadenlos zuzuschlagen.
Was er auch sofort tat. Rechts, links, wieder rechts und ein Tritt in den Magen.
Mohawk stolperte rückwärts, fiel mit dem Rücken gegen das Gitter und schrie überrascht auf, als ein gewaltiger Stromschlag durch seinen Körper ging.
Rayn kniff die Augen leicht zu und wischte sich kurz über die Stirn. Sie hatten jetzt schon den Strom eingeschaltet? War das nicht etwas früh? Da hatte er ja Glück gehabt, nicht schon bei seiner Deckenaktion eine gewischt bekommen zu haben.
Der andere hatte sich inzwischen erholt und beleidigte Rayn, worauf dieser aber nicht einging. Bei vielen gehörte es dazu den Gegner zu beschimpfen, doch er hielt das für Atemverschwendung und konzentrierte sich lieber auf das Muskelspiel des gewaltigen Oberkörpers.
Der Lärm der Zuschauer schwoll immer weiter an und Rayn versuchte es mit aller Macht auszublenden, doch heute hatte er Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und er fragte sich, woran das liegen konnte.
Eine Sekunde zu lange nachgedacht, einen Augenblick zu lange gezögert – der nächste Schlag saß. Rayns Kopf flog zur Seite, Blut spritzte durch den Käfig, stöhnend wich er zurück und hielt sich die aufgeplatzte Unterlippe. Doch bevor er das noch weiter bedauern konnte, schleuderte ihn ein kräftiger Tritt Mohawks gegen das Gitter.
Stromschläge durchzuckten seinen Körper und alles verkrampfte sich, momentelang konnte er sich nicht rühren, sein Gegner schlug immer wieder zu, ließ ihn nicht vom Gitter weg.
Rayn spürte, wie der Wahnsinn an ihm zu nagen begann und er fühlte die nahende Ohnmacht, er musste hier unbedingt weg.
Mit größter Anstrengung stemmte er die Hände gegen Mohawks Brust und drückte ihn mit einem lauten Schrei von sich weg.
Erleichtert endlich nicht mehr am Metallgitter zu stehen, holte er tief Luft und schlug seinem Gegenüber ins Gesicht.
Einmal, zweimal, immer und immer wieder. Unbarmherzig schlug er auf ihn ein, schrie dabei und ließ ihm keine Gelegenheit mehr, auch zum Zuge zu kommen.
Selbst als sein Gegner längst am Boden lag und er auf seinen Hüften thronte, ließ er nicht von ihm ab.
Der Strom wurde abgestellt und der Käfig aufgeschlossen. Drei Männer kamen rein und zogen Rayn von Mohawk weg.
Die Menge schrie und tobte, doch Rayn nahm es kaum wahr. Er war wie betäubt, noch immer angeschlagen von den vielen Stromstößen. Sein ganzer Körper tat weh, alles schmerzte – besonders seine Hände. An den Knöcheln war der Verband aufgerissen, die Haut darunter war rot und aufgeschürft.
Atemlos wischte er sich mit dem Handrücken das Blut von der Unterlippe, während zwei der Männer ihn an den Oberarmen festhielten und der Dritte den Puls seines Gegners kontrollierte. Für einen winzigen Augenblick dachte Rayn, dass der andere tot wäre, so wie er dort lag, ausgestreckt und reglos.
Doch wie durch einen Nebelschleier drang es zu ihm durch, dass Mohawk nur bewusstlos war.
Sein rechter Arm wurde in die Höhe gerissen.
Er hatte gewonnen.
Wie in Trance bekam Rayn mit, dass man ihn aus dem Käfig führte und durch die tobenden Massen hindurch schob, zurück in die Kellergewölbe.
Von überall her hagelte es Glückwünsche und jeder wollte ihn einmal anfassen, wollte ihm auf die Schulter schlagen, seine Hand schütteln. Er hatte keine Lust dazu. Der Kampf war vorbei, er war im Mittelpunkt des Gedränges und er mochte es nicht.
Grob nahm er dem Helfer seinen Kimono ab, als dieser ihm gereicht wurde und warf ihn sich über, zog auch die Kapuze tiefer ins Gesicht, sodass er die anderen nicht unbedingt ansehen musste.
Mit Mühe und Not gelang es den Securities ihn durch die Menschenmassen zu lotsen und endlich hatte er es geschafft und befand sich wieder in dem Vorraum, doch Murdock war nicht da, ebenso wenig Jack oder diese blonde Hure.
Die Tür wurde hinter Rayn geschlossen, dann war er allein und zögerte nicht lange, sich in Bewegung zu setzen und in seinen Raum zurückzueilen, um danach möglichst schnell von hier zu verschwinden.
Das restliche Geld würde er morgen bekommen, da machte er sich keine Sorgen.
Kaum befand er sich wieder in seinem Umkleideraum, wurde er schlagartig ruhiger. Tief atmete Rayn durch und führte eine Reihe kurzer Bewegungsabläufe durch, die er vom Tai-Chi kannte, um sich mehr Entspannung herbeizuführen.
Anschließend stützte er sich mit der rechten Hand an der Trage ab und stemmte die Linke in die Hüfte. Er war verschwitzt, das Blut seines Gegners und sein eigenes klebten an seiner Haut, die Fingerknöchel waren rau und schmerzten. Überhaupt tat sein ganzer Körper weh und er dachte ernsthaft über eine Massage in einem der neuen Luxusbordelle nach, als er Schritte auf dem Flur hörte, die sich stetig seiner Tür näherten.
Sofort nahm er die Hand von dem einfachen Bett und stellte sich gerade hin, drehte sich allerdings nicht um.
Wenige Sekunden später wurde die Tür geöffnet, ohne dass zuvor angeklopft wurde.
Rayn’s Körper spannte sich erneut an.
„Rayn Jordan?“
„Wer will das wissen?“
~tbc~
Danke fürs Lesen ^^
PS: Wenn noch passende Challenges kommen und Interesse besteht, schreib ich weiter ^^