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May. 24th, 2010 01:13 amPairing: Seto/Joey
Challenge: Allergie/Unverträglichkeit
Warnung: Sap, silly, fluff, kiiiiiiiiiiiiiiitsch -____-;
Ich trat nervös von einem Fuß auf den anderen und schielte unauffällig auf die Uhr, die an der Wand hinter meinem Klassenlehrer hing. Schon zehn Minuten! Hörte diese Strafpredigt denn nie auf? Tea und Yugi warteten draußen auf mich.
„…was gedenkst du also in Zukunft zu tun, Joey?“
„Was? Oh, erm…“ warum war ich nochmal hier? „von nun an rechtzeitig zum Unterricht kommen?“
Mein Lehrer rieb sich verzweifelt mit beiden Händen das Gesicht. Anscheinend war das die falsche Antwort gewesen. „Hast du mir überhaupt zugehört? Es geht um deine ständigen Auseinandersetzungen mit Kaiba!“ Klar, Geldsack wird natürlich mit Nachnamen angeredet und musste nicht einmal hier auftauchen um sich belehren zu lassen. „Ihr habt heute sogar den Schulchor bei seinen Proben übertönt!“ Ich kratzte mich verlegend grinsend am Kopf. Dafür sollte man mir eigentlich dankbar sein und mich nicht von meiner wohlverdienten Freizeit abhalten.
„Ich versuche ja, ruhig zu bleiben, “ fing ich an, mich zu verteidigen „aber Kaiba ist immer so…so…Kaiba!“ Ja, doch, das erklärte eigentlich alles, fand ich. Wäre Kaiba nicht so, wie er ist, wäre alles viel einfacher. Da, alles seine Schuld!
„Joey, du kannst nicht alles einfach auf Kaiba schieben!“ Oh, doch, das konnte ich sogar ziemlich gut.
„Ihr beide habt ein Problem miteinander. Könnt ihr euch nicht einfach zusammensetzen und das klären?“ Sicher, und danach hüpfen wir händchenhaltend über eine Blumenwiese. Ich blickte einfach nur weiter auf meinen Klassenlehrer in der Hoffnung, dass er mich nun endlich gehen ließ.
„Ich weiß wirklich nicht, warum ihr zwei so allergisch aufeinander reagiert.“ He, das gefiel mir. Ich hatte eine Kaiba-Allergie.
„Das war hoffentlich das letzte Mal, dass ich dich deswegen ermahnen musste, Joseph Wheeler!“
„Natürlich!“ log ich eifrig nickend. Lass mich gehen, lass mich gehen, lassmichgehen!
„Du kannst jetzt gehen!“
Yes! Eilig schnappte ich mir meine Schultasche und spurtete dann aus dem Lehrerzimmer Richtung Ausgang. Drei Stufen auf einmal nehmend rannte ich die Treppen hinunter und wollte schwungvoll um eine Ecke biegen, als ich unsanft gegen jemanden stieß und rücklings auf dem harten Boden des Schulflurs landete.
„Pass auf wo du hinrennst, Köter!“ hörte ich eine wohlverhasste Stimme von oben.
„Ich bin kein Köter!“ erwiderte ich lahm. Hey, ich war gerade erst auf einem Steinboden aufgeprallt, da kann man keine sonderliche schlagfertige Antwort erwarten.
„Wenn du das sagst!“ schnaubte Kaiba abfällig und bückte sich nach einigen Blättern, die ihm beim Zusammenstoß wohl aus der Hand gerutscht waren. Erst jetzt bemerkte ich, dass auch einige meiner Habseligkeiten aus meinem Rucksack verstreut um mich herum lagen. Schnell war ich auf allen vieren und sammelte meine Sachen auf. Ich wollte Tea und Yugi nicht noch länger warten lassen, auch wenn die beiden wohl schon zur Spielhalle vor gegangen waren.
„Wheeler, du kniest auf meinen Unterlagen!“ knurrte Kaiba. Ich blickte hinunter auf mein Knie und sah, dass ich tatsächlich als Briefbeschwerer für ein paar Blätter diente, die Kaiba vorsichtig unter mir wegzuziehen versuchte.
„Wheeler! Runter!“ kam es ungeduldig von Kaiba. Ich riss meinen Kopf hoch, bereit ihm eine intelligente und zugleich beleidigende Antwort an den Kopf zu werfen, doch sie blieb mir im Hals stecken. (Sie wäre aber wirklich gut gewesen, ehrlich!) Kaibas Gesicht war nur Millimeter von meinem entfernt und seine eisigen Augen starrten direkt in die meinen.
„Wheeler, ich will keine Hundehaare auf meinen Unterlagen haben. Nicht, dass ich noch allergisch darauf reagiere!“ Tea meinte einmal, dass meine früheren Prügeleien doch mehr Schaden angerichtet haben, als angenommen, da meine Gedankengänge wohl nicht immer so funktionierten, wie sie funktionieren sollten. Vielleicht hatte sie Recht, denn als Kaiba, dessen Nase immer noch fast die meine berührte, das Wort „allergisch“ aussprach, machte etwas in mir „Klick“, das normalerweise wohl nur dann „Klick“ machte, wenn man in einer Gummizelle plötzlich anfing, Schmetterlinge zu jagen. Wie in Trance überbrückte ich den kaum vorhandenen Abstand zwischen Kaiba und mir. Kaum hatten meine Lippen seine berührt (weich und warm, übrigens – nicht, dass das jedoch wichtig wäre), wurde mir schlagartig bewusst, was ich da tat und riss meinen Kopf ruckartig zurück. Kaiba starrte mich mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und… nein, eigentlich starrte er mich nur fassungslos an.
„Wheeler… was…?“ Ich wusste nicht genau, was mich mehr schockierte, meine lebensmüde Handlung oder Kaibas Sprachlosigkeit.
„Schocktherapie!“ würgte ich hervor und sprang dann panisch auf. Ich musste hier weg. „Soll bei Allergien helfen!“ Was faselte ich da? Lauf, Joey, oder er bringt dich um. Kaiba starrte noch immer, unfähig sich zu rühren oder etwas zu sagen und ich tat endlich etwas Intelligentes: Ich nahm meine Beine in die Hand und floh.
Als ich durch die Eingangstüre auf den Schulhof stolperte, war ich komplett außer Atem und hielt erschöpft an. Während ich mir keuchend meine schmerzende Seite hielt, schielte ich ängstlich in den dunklen Eingangsbereich des Schulgebäudes. Kaiba schien mir nicht gefolgt zu sein. Erleichtert blickte ich zum Schultor und sah meine Vermutung bestätigt. Tea und Yugi hatten wohl beschlossen, lieber in der Spielhalle auf mich zu warten. Ich seufzte, schulterte meine Schultasche und wollte mich in Bewegung setzen, als ich grob an meiner Schulter gepackt und zurückgerissen wurde. Ich schrie erschrocken auf und im nächsten Moment wurde ich hart an eine Wand gepresst.
„Wheeler!“ knurrte Kaiba bedrohlich. Wo kam der denn her? Ich dachte, er wäre mir nicht gefolgt. Panisch blickte ich in das Gesicht meines zukünftigen Mörders. Das glorreiche Leben des Joey Wheelers, viel zu früh beendet!
„Deine Dummheit erstaunt mich immer wieder!“ Kaiba klang belustigt. Das verwirrte mich. Und beunruhigte mich. Drohend, cholerisch, eiskalt – ja, damit wäre ich klar gekommen, aber belustigt? Stumm starrte ich Kaiba an.
„Schocktherapie ist eine Behandlung für Phobien!“ erklärte Kaibe leise und kam mit seinem Gesicht bedrohlich nah an meines.
„Ach ja?“ fiepte ich männlich und unerschrocken. Es musste wieder an Kaibas unmittelbarer Nähe liegen, denn erneut nahm ein Gedanke die falsche Abzweigung und ich fragte:„Was hilft dann bei Allergien?“ Kaibas Mundwinkel zuckten leicht und er kam noch näher, bis ich seinen Atem über meine Lippen streifen spürte.
„Sensibilisierung!“
Argh, eigentlich wollte ich nur von A nach B, bin dann aber über Ö beim ß angelangt >_< Ich schiebe es darauf, dass ich nun keine Medikamente mehr nehme, das ist nie gut u_u
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Date: 2010-05-23 04:56 pm (UTC)die kombinierung mit phobien fand ich richtig gut. und Joey ist so lustig.
ich hab mich nur gefragt, ob wohlverhasst ein Wort ist^^, aber selbst wenn nicht, so wirklich gestört beim Lesen hat es mich auch nicht. hat jetzt den lesefluss nicht gehemmt.
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Date: 2010-05-23 05:07 pm (UTC)no subject
Date: 2010-05-23 06:05 pm (UTC)dein Joey ist wirklich frisch-fruchtig ^^
danke für diesen süßen moment XD