ZU SPÄT

May. 22nd, 2010 10:40 pm
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Titel: Zu Spät
Autor: Inge McMax
Fandom: Originale
Challenge: Verlieren, suchen oder finden
Wörter: 714
Disclaimer: Alles meins!

Kommentar: Nicht beta gelesen...
 

Scheiße!!!

Gehetzt sehe ich auf die Wanduhr in der Küche und sicherheitshalber noch mal auf meine Armbanduhr. Ich bin spät dran. Verdammt spät dran.

Hektisch durchsuche ich das Chaos auf meinem Schreibtisch und hebe jeden Zettel an. Aber ich kann ihn nicht finden. Ich arbeite mich zum Wohnzimmertisch vor und nehme auch dort jeden Zettel, jedes Buch und sogar den Laptop hoch, doch auch hier nichts zu finden.

Fluchend kehre ich noch mal in den Flur zurück und greife in meine Jackentaschen um sicher zu gehen, dass ich ihn nicht übersehen habe. Nutze die Gelegenheit gleich um die benutzten Taschentücher und das Riegelpapier zu entsorgen.

Fahrig werfe ich wieder einen Blick auf die Armbanduhr um festzustellen, dass weitere fünf Minuten erfolglos verstrichen sind. Mist! Verflucht!

Genervt greife ich nach meiner Handtasche und schütte den Inhalt auf meinem Bett aus. Mein Kater liegt am Fußende und sieht mir interessiert zu.  Lippenstift, Wimperntusche, Handy, Portemonnaie, Taschentücher…

Ich sortiere alles wieder ein und sehe mich verzweifelt in meiner Wohnung um. Wo hab ich ihn nur gelassen. Seufzend schließe ich die Augen und fahre mir mit den Händen durch die Haare.

Tief durchatmen. Einatmen. Ausatmen. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Er muss hier sein. Er ist hier irgendwo. Ich hatte ihn heute Morgen schon in der Hand. Ich runzle die Stirn. Hatte ich das? Ich überlege. Doch ich bin mir sicher, ich hatte ihn heute schon in der Hand. Angestrengt versuche ich mich daran zu erinnern, wo ich ihn zuletzt gehabt habe. Nichts.

Ich kann mich wage erinnern ihn auf dem Küchentisch gefunden zu haben, als ich mir den Kaffee gemacht habe. Ich hab ihn von da weg genommen, damit ich ihn nicht vergesse. Nur wo habe ich ihn hin getan. Wo?

Ich gehe noch einmal den Schreibtisch und den Wohnzimmertisch durch, anschließend die Jacke und die Hose von gestern. Nichts! Ich taste noch mal alle Taschen an meinem Körper ab, aber ich kann ihn nicht fühlen.

Ich sehe wieder auf die Uhr und bin den Tränen nahe. So spät. Ich wollte extra eher los fahren um genügend Luft und Zeit zu haben. Damit ich entspannt und nicht abgehetzt ankomme. Bin extra eher aufgestanden. Und jetzt bin ich selbst für den eigentlichen Termin spät dran. Oh verdammt! Was mache ich nur?!

Ich gehe noch mal ins Schlafzimmer zurück um die Bettdecke anzuheben. Vielleicht ist er vorhin aus der Handtasche ungünstig zwischen die Laken gefallen. Aber nein, nichts zu finden. Ich versuche mich noch einmal zu beruhigen und mich daran zu erinnern, wo ich ihn heute Morgen hin getan habe.  

Ich sehe mich in die Küche gehen, die Kaffeemaschine anmachen. Dann schalte ich den Herd ein um anschließend die Brötchen zum Aufbacken hinein zu tun. Als ich die Küche wieder verlasse und ins Bad gehen will, fällt mein Blick auf den Küchentisch, wo er liegt.

Ohne weiter zu denken, gehe ich ins Bad und sehe mich suchend um. Nichts. Ich gucke sicherheitshalber in die Fächer, Türen und Schubladen des Spiegelschranks. Gehe anschließend wieder in dir Küche und schaue im Kühlschrank nach. Ungläubig schüttle ich den Kopf. Nein, sowas würde ich nie tun. Das ist Blödsinn.

Ich gehe gedanklich noch mal zurück zu der Stelle, an der ich vor dem Küchentisch stehe und ihn in der Hand halte. Ich bin dann ins Schlafzimmer gegangen und habe ihn zu meinen anderen Sachen getan, die ich unter keinen Umständen vergessen will und nicht schon gestern Abend eingepackt habe. Wie zum Beispiel mein Handy, das mir als Wecker dient.

Ich kehre erneut zurück in mein Schafzimmer. Mein Blick fällt auf meinen Kater und ich kneife die Augen zusammen. Seine Augen starren groß und unschuldig zu mir zurück. Langsam gehe ich auf ihn zu, woraufhin er den Kopf leicht schief hält und anfängt zu schnurren. Er glaubt er wird gleich gekrault und streckt sich schon genüsslich aus. Ich nehme ihn kurzerhand hoch.

„Du verdammtes Mistvieh!“

Genervt, erleichtert und belustigt sehe ich auf das kleine schwarze Viereck hinab auf dem mein träger Kater gelegen hat. Ich setzte ihn auf einem anderen Platz ab, und nehme es in die Hand.

„Gefunden“, seufze ich mit der Last einer schottischen Burg, die mir vom Herzen fällt.  Endlich kann es los gehen.

Ich drücke den kleinen runden Knopf und höre das Piepen des Senders an meinem Schlüsselbund aus dem Wohnzimmer…

 




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