[identity profile] kurimukeiki.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Original
Challenge: How to be a ...
Titel: How to be a student
Kommentar: Es sind Klischees, ich weiß und ich hoffe, keiner fühlt sich angegriffen. Das Ganze ist nicht böse gemeint und ich selbst gehöre zu dieser Gruppe, also nicht ernst nehmen ^_~

Vielen Dank für den Erwerb dieses kurzen Handbuches, das Ihnen in allen Einzelheiten einfach und verständlich dazu hilft, ein typischer Student zu werden. Bevor Sie sich jedoch nun in das Vergnügen stürzen, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass es auch unter den Studenten einige Unterschiede gibt, abhängig von Fachrichtung und Alter. Sollten Sie ein Rentner sein,  der seine freie Zeit besser nutzen möchte, oder eine Hausfrau, die ein Hobby braucht oder ein bereits Berufstätiger, der sich weiterbilden und Studenten vom „wahren Leben“ erzählen möchte, dann überspringen sie bitte die ersten 87 Kapitel und beginnen sie gleich mit Kapitel 88, Belächelte Randgruppen.

Für mögliche Unterschiede anderweitiger, Fachrichtungen bedingter  Differenzen werden Sie im jeweiligen Kapitel auf solche hingewiesen.

Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß und viel garantierten Erfolg!

 

 

Kapitel 7: Kleidung

 

Nachdem Sie nun wissen, aus welchen Gründen Sie kein Auto fahren (s. Kpt.4 Umweltbewusstsein ; Kpt.5  Gegen das System und Kpt.6 Bafög-Studenten = Neider? ) , geht es um ein weiteres, rein äußerliches Symbol ihres Studentenseins: Die Bekleidung.

Generell gilt eigentlich folgende Aussage:

Was sauber ist, wird getragen.

Beachten sie diese Grundregel und sie haben schon die Hälfte richtig gemacht. Gebügelte Kleidung ist optional, das können Sie nach Ihren eigenen Vorlieben handhaben.

Sie können nun die nächsten drei Kapitel Überspringen, es sei denn, Sie gehören zu folgenden Studenten: Theologie- und Philosophie-Studenten lesen bitte Kapitel 8 Secondhandladen, Altkleidersammlung – aber Stilvoll! , BWL-Studenten wenden sich an Kapitel 9 Gelackt und einheitlich- Armee des Guten Geschmacks und Japanologie-Studenten führen sich Kapitel 10 Verrückt ist noch zu normal  zu Gemüte.

 

Kapitel 14 : Ausdrucksweise

 

14.1 Allgemein

Die offizielle Sprache der Studenten in Deutschland ist natürlich Deutsch, dennoch wird vorausgesetzt, dass Sie Englisch fließend  und eine weitere Fremdsprache zumindest theoretisch beherrschen.

Dennoch sollten Sie nun ihr Deutsch kontrollieren. Legen Sie Dialekte ab. Niemand möchte gleich bei ihrer Selbstvorstellung wissen, woher Sie kommen. Sollten Sie auf einen Dialektsprecher treffen, belächeln Sie ihn und machen Sie ihn scherzhaft auf sein witziges Deutsch aufmerksam.

Im seltenen Fall, dass Sie ein Student sind, der zu der Gruppe Schüler gehörte, die das „R“ stark rollte, Begriffe wie „Alter“ und „Opfer“ benutzte und die Regeln der Deutschen Grammatik neu definierte, sollte Ihnen geraten sein:

 

Täuschen Sie eine durch eine Halsentzündung eingetretene  Stummheit vor, bis Sie richtig sprechen können!

 

Das mag Ihnen radikal erscheinen, aber beobachten Sie einmal, wie Studenten bei einem oben erwähnten Sprachgebrauch reagieren. Sie werden schnell einsehen, dass Sie sich an unseren Rat halten sollten.

 

Weitere sprachliche Feinheiten werden Sie schnell selbst lernen, jedoch bedenken Sie immer, dass Sie sich niemals zu niveauvoll ausdrücken und auch komplett korrektes Deutsch ist unter Studenten verpönt. Rhetorik-Studenten raten wir deshalb zu unserem Handbuch How to speak Deutsch normal!.

 

14.7 Haben Sie immer eine Meinung!

Sie müssen vielfach interessiert sein und immer auf dem Laufenden. Damit ist nicht zwingend die politische Lage der Welt gemeint, auch wenn gelegentliches Erwähnen dieser mit verzweifeltem Kopfschütteln immer ratsam ist. Abgesehen von Nachrichten, müssen Sie tatsächlich tagtäglich eine breite Masse an Informationen aus der Unterhaltungsbranche aufnehmen und wiedergeben können.  So sollten Sie stets über die neusten amerikanischen TV-Serien (Achtung! Nur das Original, keine deutsch synchronisierten Versionen!), deutschen Doku-Soaps (haben Sie stets eine negative Meinung zu diesen!), neu erschienenen Bestellern (erwähnen Sie sofort, dass Sie vor haben, sie zu lesen, sobald der ganze Stress vorbei ist!) und alten Klassikern (bei Unkenntnis bestimmter Romane oder Stücke äußern Sie sich herablassend über den dilettantischen Versuch, große Literatur durch Verwendung typischer Stilmittel zu erschaffen. Oder seufzen Sie einfach nur „Oh, das ist so lange her, dass ich das gelesen habe!“). Auch aus dem Bereich Musik sollten sie Kenntnis besitzen, hier ist jedoch ein gewisses Feingefühl von Ihnen gefordert, welche Musik Sie nun ins Lächerliche ziehen sollten und zu welcher Sie offen stehen können. Für weiteres verweisen wir auf Kapitel 26 Theorie und Praxis.

 

 

Kapitel 26: Theorie und Praxis

 

26.1 Nahrung

Als Student sollten Sie sich stets bewusst sein, was „gesunde Lebensmittel“  sind und den Begriff „bewusste Ernährung“ durchaus ernst nehmen. Eine Küche und gegebenenfalls Kochbücher sollten zu ihrem Inventar gehören, ebenso wie Sie Kenntnis über den örtlichen Wochenmarkt haben sollten.

Eignen Sie sich möglicherweise fehlendes Wissen über die zuvor genannten Begriffe schnell in den ersten Wochen des Studiums an. Sie werden Sie in Gesprächen mit Kommilitonen und in möglichen Telefonaten mit den Verwandten benötigen.

Keine Sorge, dieses Wissen müssen Sie natürlich nicht anwenden. Eine Mikrowelle und die Tiefkühltruhe des nächsten Supermarktes ist alles, was sie tatsächlich regelmäßig für ihre Nahrungsaufnahme benötigen. Zu Prüfungszeiten dürfen Sie dies auch offen zugeben, aber beklagen Sie den Zustand lautstark!

 

26.8 Recherchen

Jeder Student weiß, dass Wikipedia zitier unwürdig ist, für Recherchen nicht geeignet und man dem Internet generell misstrauen sollte. Nutzen Sie dieses also regelmäßig für Ihre Nachforschung und Ihre Weiterbildung, haben Sie aber immer mindestens immer ein Buch im Gedächtnis, in dem möglicherweise ebenfalls zu diesem Thema etwas stehen könnte und verweisen Sie bei Nachfragen auf dieses. Seien Sie beruhigt, keiner Ihrer Gesprächspartner wird es je nachprüfen. Für wissenschaftliche Arbeiten sollten Sie sie sich jedoch lieber an unser bereits in der siebten Auflage erschienenes Handbuch Null Aufwand und null gelernt – dennoch eine 1! wenden.

 

 

32. Soziale Kontakte

Sie müssen ein Handy besitzen, ansonsten werden Sie immer der etwas schräge Außenseiter sein, den man nicht erreichen kann. Festnetz ist ein fast schon unbekannter Begriff unter Studenten.

Der Austausch der Handynummern ist der erste Schritt, Freundschaften zu schließen. Sollten Sie sich an alle Ratschläge vorangegangener Kapitel halten, sollte es nicht weiter schwer sein, in eine Gruppe aufgenommen zu werden und einen Freundeskreis aufzubauen. Aber seien Sie gewarnt: Auch wenn Sie alleine zu Hause sind, müssen Sie ihre Freundschaften pflegen. Nur wenn Sie auf StudiVZ. und auf Facebook auch mit entsprechender Person befreundet sind, können Sie im realen Leben engen Kontakt führen. Updaten Sie regelmäßig Ihren Status, damit Freunde wissen, was Sie gerade tun. Kommentieren Sie Fotos von Freunden um zu zeigen, dass Sie an deren Leben interessiert sind. Treten sie möglichst vielen kreativen und lustigen Gruppen bei. Finden Sie so viel wie möglich über flüchtige Bekannte heraus um auch hier weitere Freundschaften möglich zu machen oder interessanten Gesprächsstoff für ein Treffen mit anderen Freunden zu haben. Regen Sie sich aber regelmäßig über das Fehlen von Privatsphäre und Datenklau auf.  

Einmal wöchentlich sollten sie mit ihrem Freundeskreis „etwas trinken“ gehen. Hier ist es wichtig, dass Ihnen bewusst ist, dass überhöhter Alkoholkonsum und dauerhafte Trunkenheit ungern gesehen ist und man für Minderjährige, die mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus liegen, nur missbilligende Worte übrig hat. Dennoch haben Ihre Freunde ein Recht darauf, Sie einmal monatlich sturzbetrunken zu erleben. Für weitere Informationen verweisen wir auf Kapitel 26 Theorie und Praxis.

 

 

Nachwort

 

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft. Sie haben alle Kapitel durchgearbeitet und sind nun bereit, sich als waschechter Student in das Leben zu stürzen. Befolgen Sie alle Ratschläge und mit ein wenig Fingerspitzengefühl Ihrerseits sollte nun eigentlich nichts mehr schief gehen und Sie können Ihr Studentendasein in vollsten Zügen genießen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und ein erfolgreiches Studium.*

 

 

*Das tatsächliche erfolgreiche Abschließen eines Studiums wird mit diesem Buch nicht garantiert, es werden lediglich Hinweise zu einem angenehmen Studentenleben gegeben. Für hilfreiche Tipps zu einem erfolgreichen Studium empfehlen wir unser Handbuch Verzicht auf Freizeit – Wie ich mein Studium summa cum laude bestehe! .



Date: 2010-05-22 06:29 am (UTC)
ext_184151: (Lussaria approves <3)
From: [identity profile] nyx-chan.livejournal.com
Oooooh~~~ Das ist toll! XD Ich hab mich auch einmal an meiner Stulle wegen Lachen verhustet. *g* Am liebsten würde ich noch ein paar Kapitel und Paragraphen lesen *___*~

Date: 2010-05-22 08:02 am (UTC)
From: [identity profile] rolly-chan.livejournal.com
xD Genial. Vielleicht sollte ich mir das merken, wenn ich demnächst studieren gehe *g*
Ich schließ mich Nyx an, ich würd auch gern noch ein paar Kapitel lesen x3

Date: 2010-05-22 09:07 am (UTC)
From: [identity profile] nebel-kraehe.livejournal.com
Absolut genial, hab die Kapitel mit einem Dauergrinsen gelesen (und fühle mich überführt, weil ich die "och ja, ist schon lang her, dass ich's gelesen habe"-Sache selbst manchmal mache XD). Würde auch gern mehr lesen :)

Date: 2010-05-22 09:21 am (UTC)
From: [identity profile] leviathans-moon.livejournal.com
einiges kommt mir leicht bekannt vor. ich gebe auch zu als philosophie-studentin schon in ein paar secondhandläden gewesen zu sein.
sehr lustig fand ich die 'belächelten Randgruppen' XD.

Date: 2010-05-22 07:02 pm (UTC)
From: [identity profile] tristraine.livejournal.com
Herrlich. Hier und da erkenne ich doch einiges wieder...!

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