(no subject)
Apr. 26th, 2010 12:58 pmFandom: Original
Challenge: Vulkanaschenstaubspecial
Anmerkung: Nicht früher geschrieben, wegen..siehe Zeile über dieser.
Man ahnt es schon, wenn man hört, dass die eigene Maschine gecancelt wurde. Verschoben, diskutiert. Bei den anderen sieht es nicht besser aus. Man unterhält sich mit den Stewardessen und Piloten anderer Airlines; es ist ein wenig wie ein verschobenes Familientreffen mit so fernen Verwandten, dass man sich beim besten Willen nicht mehr an sie erinnern kann. Es bei vielen auch gar nicht möchte und bei wieder anderen denkt ‚Mensch, warum ist das nicht früher passiert?’.
Von hier aus sieht man die Menschen nicht, die sich da draußen ballen und den Flughafen zur Menschenmassenhaltungszone erklären.
Der Kaffee ist hier außerdem auch besser. Und von den ausbrechenden Unruhen ahnt man in etwa nur so viel wie der in Schlössern residierende Adel, bevor die tosende Meute vor den Toren steht. Man mag sich das Elend aber auch wirklich nicht ansehen.
Es ist ernühternd genug, als das definitive Nein von oben kommt und wir samt Markentrolleys in der einen Hand den Weg in die Welt da draußen antreten. Die Hacken hoch, der Blick geradeaus, die Schultern gerade, der Schritt so eilig als warte die Maschine trotzdem auf uns. Es muss schnell gehen, weil es nicht angenehm ist, von den Wartenden mit Blicken getötet zu werden. Weil die ganz genau wissen, dass wir jobbedingt im nächstgelegenen Airport Hotel einquartiert werden. In Zimmern, für die alle anderen ein heiden Vermögen hinblättern dürfen heute Nacht. Morgen Nacht wird alles restlos ausgebucht sein.
Internet ist umsonst; wir schreiben Familien und Freunden und Freundinnen und denken uns, dass wir eigentlich schon wieder in eine ganz andere Richtung unterwegs sein müssten, als sich die Tage aneinander reihen und wir hier genauso festsitzen wie alle anderen.
Die Menschen proben emotionale Aufstände. Geben peinliche Kommentare vor Kameras ab, als Reporter der Abendnachrichten sich zu ihnen wagen und attackieren das bedauernswerte Personal hinter den Flughafenschaltern. So als seien diese Leute allwissend und hätten sich das Flugverbot spaßeshalber ausgedacht.
Die Mietwagen sind weg. Die Taxen rar. Bus- und Bahntickets lassen Reaktionen entstehen, als handele es sich um gefundenes Gold. Wer auf einer Insel sitzt, reiht sich mit unzähligen anderen in Warteschleifen von Fährgesellschaften ein, die anstelle der üblichen 5000 Anrufe am Tag plötzlich zehn Mal so viele erhalten.
Ausgebucht. Entschuldigen Sie bitte.
Das ging schnell.
Menschen sind in solchen Momenten zunächst einmal nur gedruckte Namen auf Vorgängen.
Und sie töten dich immer noch mit ihren Augen, als sie endlich ins Flugzeug steigen. Obwohl sie heilfroh sind, nach Hause fliegen zu können nach all den Tagen.
Ist ihnen doch egal, dass auch wir kein Gehalt bekommen haben in den vergangenen Tagen. Alles, was mit Flug zu tun hat, ist einfach mal böse. Was auch sonst. Es ist einfacher die absichtlich auf einen verschütteten Getränke zu ignorieren als die unverschämten Kommentare.
„Wurde ja auch Zeit!“
Wird wirklich allerhöchste Zeit, dass ihr wieder nach Hause kommt.
Bitte beehren Sie uns bald wieder.
Am Zielflughafen werden die Passagiere von Angehörigen in Empfang genommen, als sei nie sicher gewesen, dass sie sich je wiedersehen in diesem Leben. Die Familiendramen ziehen irgendwo in einem Paralleluniversum an uns vorbei. Uns umarmt niemand stürmisch. Die meisten von uns wohnen nicht mal hier.
Challenge: Vulkanaschenstaubspecial
Anmerkung: Nicht früher geschrieben, wegen..siehe Zeile über dieser.
Man ahnt es schon, wenn man hört, dass die eigene Maschine gecancelt wurde. Verschoben, diskutiert. Bei den anderen sieht es nicht besser aus. Man unterhält sich mit den Stewardessen und Piloten anderer Airlines; es ist ein wenig wie ein verschobenes Familientreffen mit so fernen Verwandten, dass man sich beim besten Willen nicht mehr an sie erinnern kann. Es bei vielen auch gar nicht möchte und bei wieder anderen denkt ‚Mensch, warum ist das nicht früher passiert?’.
Von hier aus sieht man die Menschen nicht, die sich da draußen ballen und den Flughafen zur Menschenmassenhaltungszone erklären.
Der Kaffee ist hier außerdem auch besser. Und von den ausbrechenden Unruhen ahnt man in etwa nur so viel wie der in Schlössern residierende Adel, bevor die tosende Meute vor den Toren steht. Man mag sich das Elend aber auch wirklich nicht ansehen.
Es ist ernühternd genug, als das definitive Nein von oben kommt und wir samt Markentrolleys in der einen Hand den Weg in die Welt da draußen antreten. Die Hacken hoch, der Blick geradeaus, die Schultern gerade, der Schritt so eilig als warte die Maschine trotzdem auf uns. Es muss schnell gehen, weil es nicht angenehm ist, von den Wartenden mit Blicken getötet zu werden. Weil die ganz genau wissen, dass wir jobbedingt im nächstgelegenen Airport Hotel einquartiert werden. In Zimmern, für die alle anderen ein heiden Vermögen hinblättern dürfen heute Nacht. Morgen Nacht wird alles restlos ausgebucht sein.
Internet ist umsonst; wir schreiben Familien und Freunden und Freundinnen und denken uns, dass wir eigentlich schon wieder in eine ganz andere Richtung unterwegs sein müssten, als sich die Tage aneinander reihen und wir hier genauso festsitzen wie alle anderen.
Die Menschen proben emotionale Aufstände. Geben peinliche Kommentare vor Kameras ab, als Reporter der Abendnachrichten sich zu ihnen wagen und attackieren das bedauernswerte Personal hinter den Flughafenschaltern. So als seien diese Leute allwissend und hätten sich das Flugverbot spaßeshalber ausgedacht.
Die Mietwagen sind weg. Die Taxen rar. Bus- und Bahntickets lassen Reaktionen entstehen, als handele es sich um gefundenes Gold. Wer auf einer Insel sitzt, reiht sich mit unzähligen anderen in Warteschleifen von Fährgesellschaften ein, die anstelle der üblichen 5000 Anrufe am Tag plötzlich zehn Mal so viele erhalten.
Ausgebucht. Entschuldigen Sie bitte.
Das ging schnell.
Menschen sind in solchen Momenten zunächst einmal nur gedruckte Namen auf Vorgängen.
Und sie töten dich immer noch mit ihren Augen, als sie endlich ins Flugzeug steigen. Obwohl sie heilfroh sind, nach Hause fliegen zu können nach all den Tagen.
Ist ihnen doch egal, dass auch wir kein Gehalt bekommen haben in den vergangenen Tagen. Alles, was mit Flug zu tun hat, ist einfach mal böse. Was auch sonst. Es ist einfacher die absichtlich auf einen verschütteten Getränke zu ignorieren als die unverschämten Kommentare.
„Wurde ja auch Zeit!“
Wird wirklich allerhöchste Zeit, dass ihr wieder nach Hause kommt.
Bitte beehren Sie uns bald wieder.
Am Zielflughafen werden die Passagiere von Angehörigen in Empfang genommen, als sei nie sicher gewesen, dass sie sich je wiedersehen in diesem Leben. Die Familiendramen ziehen irgendwo in einem Paralleluniversum an uns vorbei. Uns umarmt niemand stürmisch. Die meisten von uns wohnen nicht mal hier.
no subject
Date: 2010-04-27 09:36 am (UTC)und Dich.no subject
Date: 2010-04-27 11:15 am (UTC)Glaub mir, nichts ist schlimmer als diese alles besser wissenden, verzweifelten Menschen xD