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Challenge: #2 Würde
Fandom: The Vision of Escaflowne
Pairing:Ich stehe hin und wieder eben doch auf canon: Van x Hitomi
Länge: Gute eineinhalb Seiten

„Diese Flügel...“
Hitomi stocherte mit einem Zweiglein im Lagerfeuer herum. Neben hatte sich Merle eingerollt und schlief, die Ohren gepitzt und selbst im Traum in den Wald hinauslauschend, der sie umgab. Am Himmel zuckten Sternschnuppen auf.
„Wie funktionieren die so?“

Van schaute auf und seine Augen durchwanderten die Dunkelheit nur langsam.
„Wie meinst du das?“

Er war ganz frisch in ihrer Erinnerung. Van, der sie vorhin vor dem sicheren Tode bewahrt hatte, der diese unglaublich weißen und riesigen Flügel aus dem Nichts hatte erscheinen lassen. Van, der wie ein Engel ausgesehen hatte.
Vom jetzigen Standpunkt aus versuchte sie den Mechanismus dieser Schwingen zu verstehen.
Kein Vogel, den sie kannte, hatte solche beeindruckenden Flügel.

„Wie kriegst du sie..nun ja... raus?“
Hitomi ließ das Zweiglein fallen und wandte sich Van nun mehr zu. Das Feuer knisterte gemütlich zwischen ihnen.

Wie bekam er nur Flügel mit einer geschätzten Spannweite von vier Metern in seinem Rücken unter der blanken Haut verborgen? Oder war das auch wieder so eine Art Zauberspielerei?

„Das ist das Vermächtnis meiner Vorfahren.“, sagte Van ernst und hatte einen feierlichen Gesichtsausdruck aufgesetzt.
„Die Nachfahren der Drachen verfügen über diese Flügel.“
Hitomi nickte schnell und rückte ein Stückchen um das Feuer herum, in Vans Richtung, da sie nicht Gefahr laufen wollte zu laut zu reden und damit Merles Zorn auf sich zu ziehen.

„Das ist wundervoll.“, sagte sie ebenso ernst.
„Sie sind wundervoll. Sie verleihen dir so eine unglaubliche...Würde.“

Das war der Moment, in dem Van rotschimmernde Wange bekam. Er sagte nichts und schaute hoch zum Sternenhimmel, begann die Sternschnuppen zu zählen und versuchte, sich seine Verlegenheit nicht anmerken zu lassen. Hitomi hatte ja keine Ahnung, was sie da sagte.

„Aber..wie funktionieren sie?“, begann das Mädchen erneut.
„Ich meine...gibt es da einen Mechanismus, damit sie erscheinen?“

Der Junge ordnete sich verwirrt ein paar zerzauste Haarsträhnen. Der Wind hatte ihm vorhin den Schopf durcheinandergewirbelt.
„Ich weiß nicht so genau...“, murmelte er, noch immer verlegen.
„Sie sind einfach da...wenn das Bedürfnis da ist, erscheinen sie. Wenn ich sie brauche. Und wenn es getan ist, verschwinden sie wieder.“
„Ach so.“, entgegnete das Mädchen und war nun beinahe direkt neben seinem Begleiter angekommen in seiner steten Bewegung.
„So wie es sich beim Liebesakt mit Körperteilen verhält?“

Erst als das Feuer leise knackte und zischte, bemerkte sie ihren schweren Fehler.
Van hatte ihr mit einem Mal den Hinterkopf zugedreht und starrte in das dunkle, rauschende Loch des Waldes. Seine Ohren glühten feuerrot.
Sie hatte die Flügel eines Drachenprinzen mit dem ordinärsten Stück jedes männlichen Wesens verglichen.
Ob darauf die Todesstrafe stand?

„Ich..ich-ich meine...“
Ihre Worte knallten wie Peitschenhiebe laut und holpernd durch die Nacht. Irgendwo jaulte ein Wolf die zwei hellen Lichtkugeln am Himmel an, die beiden Monde über Gaya.
„Oh mann, was meine ich denn?“ , flüsterte sie sich verzweifelt selbst zu.

„Das ist...nicht gerade würdevoll.“, stotterte Van und seine Stimme klang dumpf, weil er von ihr wegsprach.

Vielleicht war es das auch nicht, dachte Hitomi als sie mit glühendem Gesicht an seine Schulter fasste und das Zucken, welches durch seinen Leib ging, spürte.
Die Macht des Drachenvolkes so zu verstecken, sich jedes Mals aufs Neue das Hemd zerreißen- das war nicht würdevoll. Vier-Meter-Schwingen standen Van nicht einmal wenn er nicht gerade stand oder flog oder würdevoll saß. Würde er mit ihnen laufen, würden sie hinter ihm auf der Erde entlangschleifen und verdrecken. Und doch... sein Anblick hatte ihr nach dem Erwachen aus der Ohnmacht den Atem verschlagen.

„Tut mir Leid.“, murmelte Hitomi und lächelt versöhnlich auch wenn er es aus seiner bockigen Perspektive nicht sah.
„Aber glaub mir- du bist wirklich würdevoll. Nicht nur wegen deiner Flügel oder deines Drachens. Sondern vor allem deiner selbst wegen. Weil...“

Ihre Hand verharrte bebend auf seiner Schulter. Vielleicht war er ernsthaft böse und würde sie mit seinem Schwert halbieren. Vielleicht würde er sich gleich wieder in einen Berserker verwandeln- nein, sie konnte sich das schlecht vorstellen. Und doch... die Angst war da.

„Du bist doch ein Prinz, Van.“
Als ob das das Problem löste, schalt Hitomi sich in Gedanken.
Sie fühlte sich müde und ein bisschen einsam und vielleicht ging es Van genauso. Vielleicht würde er ihr verzeihen.

Er legte seine Hand auf die ihre und schaute sie verstohlen, wie durch einen Vorhang, an. In seinen Augen stand so etwas wie Verlegenheit und Neugier in einem, eine männliche Mischung von Gefühlen, die Hitomi nicht verstehen konnte. Doch er lächelte ein klein wenig.

Ja genau, das war es, dachte sie.
Seine Menschlichkeit verlieh im die meiste Würde.
Die konnte er nicht verschwinden lassen.

~Tsutsumi

Date: 2007-04-12 10:34 pm (UTC)
From: [identity profile] funky-mina.livejournal.com
OMK, wie niiiedlich! *_* Ich liebe Van eh und ich hege Sympathien für Hitomi und - hach! Wie schön und süß und - Gosh, ich dachte, ich pack mich weg vor Lachen, als das mit dem .... Phallus kam! XDDD
Aber sehr niedlich. *-* *yay*

Nyx^^

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