(no subject)
Mar. 24th, 2010 05:44 pmFandom: Original ("I once ruled the world")
Wörter : 745
Challenge: Mord und Todschlag (naja, es berührt es wenigstens)
Genre: fluff, slightly h/c
Kommentar: Geschrieben, verstauben lassen, auf Wunsch einer einzelnen Person, die meinte, ich sollte ruhig auch Nullachtfuffzehn-Fluff posten, jetzt hier
Sie hatte in den Morgenstunden das Rufen einer Krähe gehört und war schwerfällig in den Schlummer zurückgesunken, hatte irgendwo zwischen ihren Traumphasen sein Rascheln im Schlafsack nebenan gehört, seinen Atem und das Geräusch seiner aufeinandergepressten Kiefer. Ob er schon immer im Schlaf mit den Zähnen geknirscht hatte oder ob das eine nervöse Angewohnheit der letzten Wochen geworden war, vermochte sie nicht zu sagen.
Zwei Tage hatte sie gefiebert, war immer wieder zwischen Traum, Schlaf und Dösephasen hin- und hergewandelt. Sie hatte ihre Familie gesehen; wie ein flüchtiges Lächeln aus alten Zeiten waren die Bilder vor ihrem geistigen Auge aufgeflackert und wieder erloschen.
Dazwischen hatte sie die Augen aufgeschlagen und er war neben ihr gewesen mit aufgescheuchtem Blick und der Wasserflasche im Anschlag.
„Du brauchst einen Arzt, oder?“, hatte er geflüstert.
„Wir müssen einen Doktor suchen.“
Sie hatte den Kopf geschüttelt und sich gewünscht, er wäre nicht ganz so japanisch, nicht ganz so besorgt, nicht ganz so hektisch.
„Ist doch nur ein bisschen Fieber.“, hatte sie gemurmelt, etwas getrunken, war um die Ecke gewankt, die sie zur Toilette erklärt hatten und hatte schließlich weitergeschlafen.
„Du brauchst ein Fieberpflaster. Einen Vitamindrink, dann bist du ganz schnell wieder auf den Beinen.“
Aber er hatte Angst gehabt, zum Convinience Store zu gehen.
In den kleinen Läden lungerten sie gerne herum. Und ein zweites Mal, zumal mit neununddreißigeinhalb Grad, würde sie ihn nicht retten können.
Das war nicht der richtige Zeitpunkt für Mord und Todschlag gewesen, dafür waren ihre Nerven zu angegriffen.
Also hatte sie ihn am Ärmel festgehalten bis sie erneut eingeschlafen war.
Als sie das nächste Mal aufgewacht war, hatte sie ein kühlendes Pflaster auf der Stirn gehabt.
Er hatte sie am Kopf getätschelt wie man es vielleicht mit einer Bulldogge tun würde.
Es war seine Art, Fürsorge auszudrücken. Das und die Fieberpflaster.
Einerseits nervte sie sein Benehmen. Andererseits rührte es sie irgendwie.
Sie wachte auf mit einem federleichten Gefühl im Kopf, ein bisschen Schwindel. Ihr Blutzuckerspiegel hing irgendwo auf Grundwasserniveau.
Für einen Augenblick musterte sie seine schlummernde Gestalt neben sich, lauschte den schweren Atemzügen und fand ihn im Licht der Morgensonne unheimlich schön. Es mochte nur die Benommenheit nach der Krankheit sein, aber für einen Augenblick konnte sie verstehen, warum man sein Gesicht in Magazinen abgedruckt, im Fernsehen gezeigt hatte.
Mit dem Zeigefinger fuhr sie die Bahn seiner Haare nach. Sie glänzten speckig im hellen Licht, aber das machte nichts. Sie hatten beide schon lange keine Dusche mehr gehabt.
Es war ein wenig wie das Streichen über das Gesicht einer hübschen Porzellanpuppe.
„So macht man das.“, sagte sie als er zusammenzuckte und sie erschrocken ansah.
Seine Bewegungen wirbelten den Staub auf.
Wer putzte schon großartig auf dem Dachboden eines Lagerhauses.
„Und wenn sie dich erwischt hätten?“
Er blinzelte. Offensichtlich konnte er ihrem Gedankensprung nicht folgen.
„Diese Dinger helfen sowieso nicht.“, murmelte sie und zog das Fieberpflaster von ihrer Stirn.
„So ein Scheiß. Und dafür hättest du dich totschlagen lassen.“
„Hätte ich nicht.“ , entgegnete er und setzte sich auf.
„Dann hätte ich mich nicht um dich kümmern können.“
„Junge, hör bitte auf mit solchen Fernsehfilmtexten.“
Sie schüttelte den Kopf und schaute aus einer Ritze im Wellblechdach hinaus auf die unbenutzte Grasfläche vor dem Lagerhaus.
Sie hatte keine Ahnung, wo sie war, wohin sie gehen sollte, was sie mit diesem Kerl hier tun sollte und wann ihre Odyssee ein Ende haben würde.
„Du hast dir nur Sorgen gemacht, weil ich das einzige bin, was du jetzt noch hast.“, hörte sie sich murmeln.
Es war lange her, dass sie so etwas Gemeines und Egoistisches zu jemandem gesagt hatte. Wahrscheinlich lag es nur daran, dass sie sich scheintot fühlte, schon fast nicht mehr existent.
Er hatte die Knie an seinen Körper gezogen und seinen Kopf darauf abgelegt, sie nachdenklich anschauend. Ihr Blick verlor sich in seinen zerstrubbelten Haaren mit dem schwarzen Ansatz und dann auf seinen dreckig-braunen Füßen.
„Kann sein.“, sagte er offenherzig.
„Aber dir geht´s doch genauso.“
Das macht sie verlegen und sie fühlte sich ertappt.
Sein Beruf war es doch eigentlich, Illusionen aufzubauen, nicht welche zu zerstören.
Doch schließlich befand er sich nicht im Dienst.
Es überraschte sie beinahe zu merken, wie sehr sie sich am Gedanken der wahren, unbedingten Liebe festgehalten hatte wie ein junger Teenager.
Sie senkte den Blick und wünschte sich das Fieber zurück.
Er tätschelte sie wieder, unbeholfen und ahnungslos.
„Spielt keine Rolle, oder?“, flüsterte sie.
„Du bist hier. Ich bin hier.“
Sie legte ihre Hand auf seine.
Und tröstete sich mit der Wärme.
Wörter : 745
Challenge: Mord und Todschlag (naja, es berührt es wenigstens)
Genre: fluff, slightly h/c
Kommentar: Geschrieben, verstauben lassen, auf Wunsch einer einzelnen Person, die meinte, ich sollte ruhig auch Nullachtfuffzehn-Fluff posten, jetzt hier
Sie hatte in den Morgenstunden das Rufen einer Krähe gehört und war schwerfällig in den Schlummer zurückgesunken, hatte irgendwo zwischen ihren Traumphasen sein Rascheln im Schlafsack nebenan gehört, seinen Atem und das Geräusch seiner aufeinandergepressten Kiefer. Ob er schon immer im Schlaf mit den Zähnen geknirscht hatte oder ob das eine nervöse Angewohnheit der letzten Wochen geworden war, vermochte sie nicht zu sagen.
Zwei Tage hatte sie gefiebert, war immer wieder zwischen Traum, Schlaf und Dösephasen hin- und hergewandelt. Sie hatte ihre Familie gesehen; wie ein flüchtiges Lächeln aus alten Zeiten waren die Bilder vor ihrem geistigen Auge aufgeflackert und wieder erloschen.
Dazwischen hatte sie die Augen aufgeschlagen und er war neben ihr gewesen mit aufgescheuchtem Blick und der Wasserflasche im Anschlag.
„Du brauchst einen Arzt, oder?“, hatte er geflüstert.
„Wir müssen einen Doktor suchen.“
Sie hatte den Kopf geschüttelt und sich gewünscht, er wäre nicht ganz so japanisch, nicht ganz so besorgt, nicht ganz so hektisch.
„Ist doch nur ein bisschen Fieber.“, hatte sie gemurmelt, etwas getrunken, war um die Ecke gewankt, die sie zur Toilette erklärt hatten und hatte schließlich weitergeschlafen.
„Du brauchst ein Fieberpflaster. Einen Vitamindrink, dann bist du ganz schnell wieder auf den Beinen.“
Aber er hatte Angst gehabt, zum Convinience Store zu gehen.
In den kleinen Läden lungerten sie gerne herum. Und ein zweites Mal, zumal mit neununddreißigeinhalb Grad, würde sie ihn nicht retten können.
Das war nicht der richtige Zeitpunkt für Mord und Todschlag gewesen, dafür waren ihre Nerven zu angegriffen.
Also hatte sie ihn am Ärmel festgehalten bis sie erneut eingeschlafen war.
Als sie das nächste Mal aufgewacht war, hatte sie ein kühlendes Pflaster auf der Stirn gehabt.
Er hatte sie am Kopf getätschelt wie man es vielleicht mit einer Bulldogge tun würde.
Es war seine Art, Fürsorge auszudrücken. Das und die Fieberpflaster.
Einerseits nervte sie sein Benehmen. Andererseits rührte es sie irgendwie.
Sie wachte auf mit einem federleichten Gefühl im Kopf, ein bisschen Schwindel. Ihr Blutzuckerspiegel hing irgendwo auf Grundwasserniveau.
Für einen Augenblick musterte sie seine schlummernde Gestalt neben sich, lauschte den schweren Atemzügen und fand ihn im Licht der Morgensonne unheimlich schön. Es mochte nur die Benommenheit nach der Krankheit sein, aber für einen Augenblick konnte sie verstehen, warum man sein Gesicht in Magazinen abgedruckt, im Fernsehen gezeigt hatte.
Mit dem Zeigefinger fuhr sie die Bahn seiner Haare nach. Sie glänzten speckig im hellen Licht, aber das machte nichts. Sie hatten beide schon lange keine Dusche mehr gehabt.
Es war ein wenig wie das Streichen über das Gesicht einer hübschen Porzellanpuppe.
„So macht man das.“, sagte sie als er zusammenzuckte und sie erschrocken ansah.
Seine Bewegungen wirbelten den Staub auf.
Wer putzte schon großartig auf dem Dachboden eines Lagerhauses.
„Und wenn sie dich erwischt hätten?“
Er blinzelte. Offensichtlich konnte er ihrem Gedankensprung nicht folgen.
„Diese Dinger helfen sowieso nicht.“, murmelte sie und zog das Fieberpflaster von ihrer Stirn.
„So ein Scheiß. Und dafür hättest du dich totschlagen lassen.“
„Hätte ich nicht.“ , entgegnete er und setzte sich auf.
„Dann hätte ich mich nicht um dich kümmern können.“
„Junge, hör bitte auf mit solchen Fernsehfilmtexten.“
Sie schüttelte den Kopf und schaute aus einer Ritze im Wellblechdach hinaus auf die unbenutzte Grasfläche vor dem Lagerhaus.
Sie hatte keine Ahnung, wo sie war, wohin sie gehen sollte, was sie mit diesem Kerl hier tun sollte und wann ihre Odyssee ein Ende haben würde.
„Du hast dir nur Sorgen gemacht, weil ich das einzige bin, was du jetzt noch hast.“, hörte sie sich murmeln.
Es war lange her, dass sie so etwas Gemeines und Egoistisches zu jemandem gesagt hatte. Wahrscheinlich lag es nur daran, dass sie sich scheintot fühlte, schon fast nicht mehr existent.
Er hatte die Knie an seinen Körper gezogen und seinen Kopf darauf abgelegt, sie nachdenklich anschauend. Ihr Blick verlor sich in seinen zerstrubbelten Haaren mit dem schwarzen Ansatz und dann auf seinen dreckig-braunen Füßen.
„Kann sein.“, sagte er offenherzig.
„Aber dir geht´s doch genauso.“
Das macht sie verlegen und sie fühlte sich ertappt.
Sein Beruf war es doch eigentlich, Illusionen aufzubauen, nicht welche zu zerstören.
Doch schließlich befand er sich nicht im Dienst.
Es überraschte sie beinahe zu merken, wie sehr sie sich am Gedanken der wahren, unbedingten Liebe festgehalten hatte wie ein junger Teenager.
Sie senkte den Blick und wünschte sich das Fieber zurück.
Er tätschelte sie wieder, unbeholfen und ahnungslos.
„Spielt keine Rolle, oder?“, flüsterte sie.
„Du bist hier. Ich bin hier.“
Sie legte ihre Hand auf seine.
Und tröstete sich mit der Wärme.
no subject
Date: 2010-03-24 09:29 pm (UTC)Das war toll! *_*
Und du schreibst VIEL VIEL VIIIIIIEL zu gut und viel zu niveauvoll um jemals sinnlosen fluff zu produzieren.
Es ist total künstlerisch und wirklich schön. ♥
no subject
Date: 2010-03-24 10:40 pm (UTC)Naja, künstlerisch...Aber danke <3