Genre-Päckchen
Feb. 6th, 2010 11:28 pmTitel: Nichts Neues
Fandom: House m.d.
Genre: H/C ohne C
Prompt: Todesstille & "Ich hab meine Nummer verloren - leihst du mir deine?"
Wörter: ca. 700
Warnung: nö, nicht wirklich
Disclaimer: House gehört nicht mir, und das hier ist nur ausgedacht
Sechs.
Sie hatte sich sicherlich verzählt. Sechs kam ihr wenig vor, aber alles verschwomm ineinander, die Zeiten, die Anzüge, die T-shirts, die er trug, die Gründe, warum. Wilson.
Sie sieht eine leere Schachtel Vicodin auf dem Boden liegen. Nichts Neues, er wird's schon überleben. Krankenschwestern, Ärzte gehen an der Glaswand vorbei, starren hinein, gehen weiter, schauen zur anderen Seite, sind schockiert, zögern, gehen weiter. Sie hat ein Rauschen im Ohr, als ob ihr jemand zuflüstern würde, aber zu weit weg war, um verstanden zu werden. Als ob er ihr zuflüstern würde. Sie muss lachen, weil sie sich vorstellt, wie er neben ihr steht und sie mit seinen Hundeaugen und falsch schmollenden Lippen anfleht, ihm doch wenigstens einen Blick unter den Rock zu gönnen, während er stirbt, nur ein klein wenig die Beine spreizen, die Position auf dem Boden ist ja schon ideal.
Sie hört ihr Lachen nicht und verstummt. Das Rauschen lässt nach, es wird still. Patienten stehen an der Seite, bewegen aufgeregt ihre Münder, ein Arzt, ohnmächtig. Wilson zählt die Herzmassage. Sie hört das Knacken nicht, ist sich dennoch sicher, dass er House gerade eine Rippe gebrochen hat. Foreman wartet auf die 15, um beatmen zu können. Wilson schaut zu ihr rüber, ruft ihr etwas zu, doch es ist still. War es das?
'Nichts Neues, er wird's schon überleben.'
Seit wann eilt sie nicht mehr neben Wilson an seine Seite?
Eine Träne rollt ihre Wange hinunter, kurz bevor er luftschnappend nach Wilsons Arm greift, um sich aufzurichten. Er dreht sich zur Seite, um zu kotzen. Sie wischt die Tränen weg und steht auf, muss sich dabei an der Wand festhalten, geht zitternd zum Fahrstuhl.
Eine knappe Stunde später kommt Wilson in ihr Büro. Sie liest gerade ein Resumée, zum 14. Mal. Er sagt ihr, dass House stabil ist. Zu viele Vicodin, er will ihn gleich zu einem Entzug zwingen, er ist auf der Intensivstation, Foreman hat die Leitung des Falles übernommen, Lisa geht es dir gut?
"Was?"
"Alles in Ordnung?"
"Ja... ja, natürlich!" Sie lächelt, und hört seine Antwort nicht. Er runzelt die Stirn.
Sie geht nach Hause ohne nach ihm zu sehen, und träumt von seiner Beerdigung, wacht schweißgebadet auf, und hasst ihn.
Die Geräusche des Krankenhauses am nächsten Tag sind betäubend laut. Überall piept es, die Schuhe der Krankenschwestern quietschen, ein Murmeln geht umher, eindringlicher als das Rauschen gestern. Die Oberkrankenschwester ruft ihr zu, und es ist wie eine Sirene direkt neben ihrem Ohr. Sie hatte auch nie die angenehmste Stimme.
Cameron und Chase lächeln ihr durch die Glasscheibe der Notaufnahme aufmunternd zu. Sie lächelt zurück, und weiß, dass es verkrampft aussieht.
"... und House ist in ihrem Büro."
Hatte sie wirklich erwartet, dass er länger als eine Nacht im Bett bleibt und sich überwachen lässt?
"Wie sieht's aus mit heute abend? Die Ärzte sagen zwar, dass ich mich noch nicht allzu sehr anstrengen soll, aber ich muss ja auch erstmal Bettie und Selma ordentlich kennenlernen, das dauert eine Weile."
Er sitzt in ihrem Stuhl, spielt mit seinem Gehstock und starrt auf ihr Décolleté.
"Und du meinst, Mark und Vincent würden sich nicht vernachlässigt fühlen?"
"Oh, ist Mark der linke Hoden? Ich fand schon immer, dass er der kräftigere der beiden ist. Vincent ist ein Schwächling."
"House? Verschwinde!"
"Ich brauch' die Genehmigung für eine Gehirnbiopsie."
"Bitte, lass es deine eigene sein. Dann können wir offiziell den Tumor rausschneiden und sind erlöst."
Er steht auf, kommentarlos und unter Schmerzen, ob vom Bein oder von der Rippe, kann sie nicht sagen, und hält ihr den Ordner hin.
"Mein Patient."
Nur langsam lässt sie ihren Blick von seinen Augen zum Ordner wandern, bereit zurück zu gehen, sollte er etwas sagen. Es bleibt still. Sie liest die Patientenakte, während er ihr praktisch in den Nacken atmet.
"Gut, ich sehe keinen anderen Weg, mach die Biopsie." Sie sieht ihn nicht an, als sie ihm den Ordner zurückgibt, sich an ihm vorbeizwängt und sich hinsetzt.
Er humpelt zur Tür, ganz klar mit Schmerzen, die er sonst nicht hat, im Bein. Sie schaut weg, und fühlt sich schuldig.
"Cuddy?"
Sie weiß, dass er weiß, dass sie sich schuldig fühlt, dass sie ihn nicht besucht hat, weil sie ihm wehtun wollte. Er weiß, dass sie weiß, dass es ihr gelungen ist.
"Ja, House?" Sie kann sich den Seufzer nicht verkneifen.
Er steht an der Tür und sagt nichts, und geht.
Sie bleibt mit dem Gefühl zurück, dass er gerne beides gehabt hätte. Vergebung und Entschuldigung.
Fandom: House m.d.
Genre: H/C ohne C
Prompt: Todesstille & "Ich hab meine Nummer verloren - leihst du mir deine?"
Wörter: ca. 700
Warnung: nö, nicht wirklich
Disclaimer: House gehört nicht mir, und das hier ist nur ausgedacht
Sechs.
Sie hatte sich sicherlich verzählt. Sechs kam ihr wenig vor, aber alles verschwomm ineinander, die Zeiten, die Anzüge, die T-shirts, die er trug, die Gründe, warum. Wilson.
Sie sieht eine leere Schachtel Vicodin auf dem Boden liegen. Nichts Neues, er wird's schon überleben. Krankenschwestern, Ärzte gehen an der Glaswand vorbei, starren hinein, gehen weiter, schauen zur anderen Seite, sind schockiert, zögern, gehen weiter. Sie hat ein Rauschen im Ohr, als ob ihr jemand zuflüstern würde, aber zu weit weg war, um verstanden zu werden. Als ob er ihr zuflüstern würde. Sie muss lachen, weil sie sich vorstellt, wie er neben ihr steht und sie mit seinen Hundeaugen und falsch schmollenden Lippen anfleht, ihm doch wenigstens einen Blick unter den Rock zu gönnen, während er stirbt, nur ein klein wenig die Beine spreizen, die Position auf dem Boden ist ja schon ideal.
Sie hört ihr Lachen nicht und verstummt. Das Rauschen lässt nach, es wird still. Patienten stehen an der Seite, bewegen aufgeregt ihre Münder, ein Arzt, ohnmächtig. Wilson zählt die Herzmassage. Sie hört das Knacken nicht, ist sich dennoch sicher, dass er House gerade eine Rippe gebrochen hat. Foreman wartet auf die 15, um beatmen zu können. Wilson schaut zu ihr rüber, ruft ihr etwas zu, doch es ist still. War es das?
'Nichts Neues, er wird's schon überleben.'
Seit wann eilt sie nicht mehr neben Wilson an seine Seite?
Eine Träne rollt ihre Wange hinunter, kurz bevor er luftschnappend nach Wilsons Arm greift, um sich aufzurichten. Er dreht sich zur Seite, um zu kotzen. Sie wischt die Tränen weg und steht auf, muss sich dabei an der Wand festhalten, geht zitternd zum Fahrstuhl.
Eine knappe Stunde später kommt Wilson in ihr Büro. Sie liest gerade ein Resumée, zum 14. Mal. Er sagt ihr, dass House stabil ist. Zu viele Vicodin, er will ihn gleich zu einem Entzug zwingen, er ist auf der Intensivstation, Foreman hat die Leitung des Falles übernommen, Lisa geht es dir gut?
"Was?"
"Alles in Ordnung?"
"Ja... ja, natürlich!" Sie lächelt, und hört seine Antwort nicht. Er runzelt die Stirn.
Sie geht nach Hause ohne nach ihm zu sehen, und träumt von seiner Beerdigung, wacht schweißgebadet auf, und hasst ihn.
Die Geräusche des Krankenhauses am nächsten Tag sind betäubend laut. Überall piept es, die Schuhe der Krankenschwestern quietschen, ein Murmeln geht umher, eindringlicher als das Rauschen gestern. Die Oberkrankenschwester ruft ihr zu, und es ist wie eine Sirene direkt neben ihrem Ohr. Sie hatte auch nie die angenehmste Stimme.
Cameron und Chase lächeln ihr durch die Glasscheibe der Notaufnahme aufmunternd zu. Sie lächelt zurück, und weiß, dass es verkrampft aussieht.
"... und House ist in ihrem Büro."
Hatte sie wirklich erwartet, dass er länger als eine Nacht im Bett bleibt und sich überwachen lässt?
"Wie sieht's aus mit heute abend? Die Ärzte sagen zwar, dass ich mich noch nicht allzu sehr anstrengen soll, aber ich muss ja auch erstmal Bettie und Selma ordentlich kennenlernen, das dauert eine Weile."
Er sitzt in ihrem Stuhl, spielt mit seinem Gehstock und starrt auf ihr Décolleté.
"Und du meinst, Mark und Vincent würden sich nicht vernachlässigt fühlen?"
"Oh, ist Mark der linke Hoden? Ich fand schon immer, dass er der kräftigere der beiden ist. Vincent ist ein Schwächling."
"House? Verschwinde!"
"Ich brauch' die Genehmigung für eine Gehirnbiopsie."
"Bitte, lass es deine eigene sein. Dann können wir offiziell den Tumor rausschneiden und sind erlöst."
Er steht auf, kommentarlos und unter Schmerzen, ob vom Bein oder von der Rippe, kann sie nicht sagen, und hält ihr den Ordner hin.
"Mein Patient."
Nur langsam lässt sie ihren Blick von seinen Augen zum Ordner wandern, bereit zurück zu gehen, sollte er etwas sagen. Es bleibt still. Sie liest die Patientenakte, während er ihr praktisch in den Nacken atmet.
"Gut, ich sehe keinen anderen Weg, mach die Biopsie." Sie sieht ihn nicht an, als sie ihm den Ordner zurückgibt, sich an ihm vorbeizwängt und sich hinsetzt.
Er humpelt zur Tür, ganz klar mit Schmerzen, die er sonst nicht hat, im Bein. Sie schaut weg, und fühlt sich schuldig.
"Cuddy?"
Sie weiß, dass er weiß, dass sie sich schuldig fühlt, dass sie ihn nicht besucht hat, weil sie ihm wehtun wollte. Er weiß, dass sie weiß, dass es ihr gelungen ist.
"Ja, House?" Sie kann sich den Seufzer nicht verkneifen.
Er steht an der Tür und sagt nichts, und geht.
Sie bleibt mit dem Gefühl zurück, dass er gerne beides gehabt hätte. Vergebung und Entschuldigung.