Kussgeschichten III
Jan. 21st, 2010 10:43 pmRache in zartbitter
Fandom: Original
Wörter: 574
Prompt: Underwater Kiss
Genre: Het
In den ersten Nachtstunden des neuen Jahres ist außergewöhnlich viel Schnee gefallen. Von den Gästen einer privaten Sylvesterparty haben sich schon die meisten nach Hause verabschiedet. Von den übrigen steht ein Großteil draußen im Hof und raucht. Ein Schneeball wird geworfen, dann noch einer. Niemand weiß, wer die Schlacht begonnen hat. Der Verdacht fällt auf Takeo, den Kunststudenten aus Tokio. Die hastig ausgetretenen Kippen verschwinden mit den Überresten des Feuerwerks unter Neuschnee. Takeo, der Spaß daran hat, die anderen einzuseifen, hat Julia erwischt. Julia quietscht vor Vergnügen. Die Farbe ihrer mit Schnee eingeriebenen Wangen sticht sich mit ihren grün gefärbten Haaren. Bevor die Sonne aufgeht, liegen Takeo und Julia in einem Haufen Schnee, sich gegenseitig küssend. Von Takeo unbemerkt hat Julia sich einen kleinen Klumpen Eis in den Mund geschoben. Als Takeos Zunge das Eis berührt, erschreckt er sich. Das ist wohl eine kleine Rache für meine Einseiferei, sagt Takeo später. Julia lacht. Ein starker Mann, der viel leichtere Frauen in den Schnee wirft, hat eine ganz andere Rache verdient.
Kaum ist der Schnee geschmolzen, sitzen die Studenten schon wieder draußen vor dem Universitätsgebäude. Julia, die ihr Studium in einer anderen Stadt inzwischen endgültig abgebrochen hat, ist Praktikantin an einer freien Schule in der nähe der Universität. Zufällig entdeckt sie Takeo auf dem Rasen, als sie mit dem Fahrrad vorbei fährt. Am nächsten Tag hält sie an. Sie hat ein paar Stücken Kuchen dabei und ein Adressbuch mit viel Platz für seine Telefonnummer. Die Studenten krümeln den Kuchen auf die Wiese. Takeo, der über irgendetwas lacht, verschüttet einen Kaffee auf seinem Hemd. Fluchend läuft er zu den Waschräumen. Als Julia sich auf ihr Fahrrad schwingt, ist ihr Adressbuch noch immer leer.
Julia bemerkt Takeo noch einige Male auf der Wiese. Ab und an winkt er ihr zu. Meistens hat sie es jedoch eilig. Als sie eines Tages vom Fahrrad absteigt, weil sie es nicht eilig hat, sieht sie nur die anderen Studenten. Sie erzählen ihr, dass Takeo nach Japan zurück geflogen ist. Da es für einen weniger reichen muss, bekommt jeder ein etwas größeres Stück vom Kuchen. Die Studenten sind Julia sympathisch. Sie lernt Mark kennen.
Im Sommer sind Mark und Julia zusammen. Marks Studentenbude ist voller Zeichnungen und Skizzen. Julia blättert gerne seine Skizzenblöcke durch. Ihr gefällt der spontane Stil ihres Freundes. Auf einer Seite hat sich Takeo verewigt. Ein kleiner Schneemann. Auch das gefällt Julia. Ansonsten denkt sie nie mehr an Takeo.
Julia und Mark planen einen gemeinsamen Urlaub ans Mittelmeer. Es ist nicht ihr erster gemeinsamer Urlaub. Seitdem sie sich kennen gelernt haben, sind viele Jahre vergangen. Es ist Hochsommer. Kein Tag vergeht, ohne dass die beiden von ihrem Hotel aus an den Strand gehen. Eines Morgens geht Julia ohne Mark los. Es ist früh und am Strand sind noch nicht viele Leute. In ihrem Bikini läuft sie bis zu den Kniekehlen ins Meer hinein. Da entdeckt sie Takeo. Er steht etwas entfernt von ihr im Wasser, den Rücken ihr zugewandt. Sie läuft zu ihm hin, stößt ihn ins Wasser. Für einige Sekundenbruchteile küsst sie ihn. Dann ist ihr Mund voller Wasser, beide tauchen auf. Jetzt habe ich mich aber gerächt!, ruft sie lachend. Mit Schnee gab es bei dieser Hitze leider nicht. Der Mann ihr gegenüber sieht sie irritiert an. Er versteht gar kein deutsch, geht ihr durch den Kopf. Schon ist der Mann mit den Wellen davon gelaufen. Julia ist sich inzwischen fast sicher, dass er nicht Takeo war.
Das Paradies
Fandom: Original
Wörter: 754
Prompt: Spin The Bottle
Genre: Menschen
In der großen Stadt gibt es einen Park. Bei Tag ist der Park nichts Besonderes. Bäume, Sträucher, Gras. Spielplätze, Eisbuden, Mülleimer. Im Sommer grillen dort Familien. Die Kinder machen sich auf dem Wasserspielplatz nass. Sobald es Abend wird kommen die jungen Leute und amüsieren sich. Es gibt sehr wohl Clubs in dieser Stadt, doch der Park, der nichts kostet, ist viel beliebter. Seit mehreren Jahrzehnten schon wird dort gefeiert. Irgendjemand bringt ein Radio mit und dreht die Musik bis zum Anschlag auf. Bald darauf laufen in hörweite mehrere Radios gleich laut aber mit vollkommen unterschiedlichen Songs. Die Frauen ziehen ihre unbequemen dekorierten Schuhe aus und tanzen barfuss. Die meisten von ihnen tragen viel zu bunte Kleidung. Im Park gibt es keinen Dresscode. Der schwerste Schmuck ist auch der schönste, das bunteste Outfit auch das beste. Wenn es Sommer ist und das Wasser läuft hält sich immer eine Gruppe auf dem Wasserspielplatz auf. Sie verbrauchen viel mehr Wasser als tagsüber die Kinder, dafür lachen sie dann auch lauter. Häufig ist Kostümtag im Park. Von Mund zu Mund geht die Information herum, als was man sich verkleiden sollte. Jedes Kostüm ist in Ordnung, doch wenn sich viele an ein Motto halten, macht es besonders viel Spaß. Jeden Abend kommen Gruppen, die Vorführungen geben, meistens Tänze oder Jonglage. Wenn es dem Publikum gefällt, machen sie ein gutes Geschäft. Viele der Grüppchen, die im Park beieinander sitzen, teilen ihr Essen untereinander. Häufig tauschen sie auch mit anderen Gruppen, wenn sie zum Beispiel einen Nudelsalat zu viel und einen Kuchen zu wenig haben. Durch diese Tauschgeschäfte hat sich ein außergewöhnlich vielfältiges Angebot an Spezialitäten aus fast allen Ländern der Welt herausgebildet. Wer will kann sich kostenlos, mit ein wenig Charme und Bettelei, den Bauch voll schlagen. In die Dunkelheit des Parks bringen viele Leute Windlichter mit. Die Farben des Glases leuchten, wenn die Kerze darin brennt. Andere tragen bunte Knicklichter um ihre Handgelenke. In so manchem Grill glimmt noch Glut, an der von Steinen umrandeten Feuerstelle lodert ein Feuer. Auf Stöcke aufgespießte Marshmallows werden weich und lecker. Gitarrenspieler zupfen so ein paar Lieder. Wenn sie es kennen, stimmen die Zuhörer laut mit ein.
Die Menschen hier nennen den Park ihr Paradies. Es ist der Ort, an dem alles ganz genau so ist, wie es sein soll. Obwohl niemand die genaue Zahl kennt, ist anzunehmen, dass viele der feiernden jungen Leute in eben diesem Park gezeugt worden sind. Auch sie werden Kinder hier zeugen. Auch ihre Kinder werden einst wieder den Park bevölkern.
Tagsüber ist der Park nichts Besonderes. Früh morgens, wenn die alte Hilde kommt, ist er leer. Die alte Hilde bringt zwei große Plastiktüten mit. In der einen Plastiktüte befinden sich ihre Sachen, ihre dünne Decke, ihr Pullover, den sie nur überzieht, wenn ihr kalt ist, das bisschen Geld, das sie besitzt, ein halber Laib Brot und andere Lebensmittel, obenauf, zusammengefaltet, die zweite Tüte. In diese Tüte kommen die leeren Bierflaschen und noch andere Flaschen, die sie jeden morgen findet. Sie wird sie beim Supermarkt zurück bringen und dafür Geld erhalten. Doch zunächst spielt sie mit den Flaschen. Hilde spielt mit allem gerne, mit Dingen, die sie findet. Von den Flaschen findet sie so viele, dass sie jeden Tag mit ihnen spielen kann. Sie nimmt eine, legt sie auf den Boden und gibt ihr einen Stupser. Die Flasche fängt an, sich zu drehen. Wenn sie sich nicht mehr bewegt, weiß Hilde, wenn sie küssen muss. Meistens muss Hilde einen Baum oder einen Mülleimer küssen. Der Baum oder Mülleimer lässt die Flasche danach einfach liegen. So ist das Spiel sehr bald vorbei. Heute zeigt die Öffnung der Flasche auf einen Rentner, der auf einer Parkbank sitzt und Vögel füttert. Hilde setzt sich neben ihn und küsst ihn auf die Wange. Der Mann will ein Stück von ihr wegrücken. Dann überlegt er es sich anders. Er beginnt mit Hilde zu reden. Oder vielleicht redet er doch eher neben ihr her, mehr seinen Worten als ihr zugewandt. Er beschwert sich über den Park. Mit den Jahren ist er immer schmutziger geworden. Inzwischen kommen viele Jugendliche, die harte Getränke mitbringen. Sie wollen billig vorglühen, bevor sie in teure Clubs gehen. Bei diesen Gelegenheiten streiten sie sich oft lautstark. Sie hinterlassen ihren Schmutz und ihre Flaschen im Gebüsch. Immer öfter muss die Polizei Streitereien auflösen. Der Drogenhandel blüht. Es ist eine Schande für den Park. Hilde fasst einen Plan. Sie erzählt dem Rentner vom Paradies. Eines Abends wird sie ihn dorthin mitnehmen. Dann wird sie ihre Schuhe ausziehen und barfuss mit ihm tanzen.
Fandom: Original
Wörter: 574
Prompt: Underwater Kiss
Genre: Het
In den ersten Nachtstunden des neuen Jahres ist außergewöhnlich viel Schnee gefallen. Von den Gästen einer privaten Sylvesterparty haben sich schon die meisten nach Hause verabschiedet. Von den übrigen steht ein Großteil draußen im Hof und raucht. Ein Schneeball wird geworfen, dann noch einer. Niemand weiß, wer die Schlacht begonnen hat. Der Verdacht fällt auf Takeo, den Kunststudenten aus Tokio. Die hastig ausgetretenen Kippen verschwinden mit den Überresten des Feuerwerks unter Neuschnee. Takeo, der Spaß daran hat, die anderen einzuseifen, hat Julia erwischt. Julia quietscht vor Vergnügen. Die Farbe ihrer mit Schnee eingeriebenen Wangen sticht sich mit ihren grün gefärbten Haaren. Bevor die Sonne aufgeht, liegen Takeo und Julia in einem Haufen Schnee, sich gegenseitig küssend. Von Takeo unbemerkt hat Julia sich einen kleinen Klumpen Eis in den Mund geschoben. Als Takeos Zunge das Eis berührt, erschreckt er sich. Das ist wohl eine kleine Rache für meine Einseiferei, sagt Takeo später. Julia lacht. Ein starker Mann, der viel leichtere Frauen in den Schnee wirft, hat eine ganz andere Rache verdient.
Kaum ist der Schnee geschmolzen, sitzen die Studenten schon wieder draußen vor dem Universitätsgebäude. Julia, die ihr Studium in einer anderen Stadt inzwischen endgültig abgebrochen hat, ist Praktikantin an einer freien Schule in der nähe der Universität. Zufällig entdeckt sie Takeo auf dem Rasen, als sie mit dem Fahrrad vorbei fährt. Am nächsten Tag hält sie an. Sie hat ein paar Stücken Kuchen dabei und ein Adressbuch mit viel Platz für seine Telefonnummer. Die Studenten krümeln den Kuchen auf die Wiese. Takeo, der über irgendetwas lacht, verschüttet einen Kaffee auf seinem Hemd. Fluchend läuft er zu den Waschräumen. Als Julia sich auf ihr Fahrrad schwingt, ist ihr Adressbuch noch immer leer.
Julia bemerkt Takeo noch einige Male auf der Wiese. Ab und an winkt er ihr zu. Meistens hat sie es jedoch eilig. Als sie eines Tages vom Fahrrad absteigt, weil sie es nicht eilig hat, sieht sie nur die anderen Studenten. Sie erzählen ihr, dass Takeo nach Japan zurück geflogen ist. Da es für einen weniger reichen muss, bekommt jeder ein etwas größeres Stück vom Kuchen. Die Studenten sind Julia sympathisch. Sie lernt Mark kennen.
Im Sommer sind Mark und Julia zusammen. Marks Studentenbude ist voller Zeichnungen und Skizzen. Julia blättert gerne seine Skizzenblöcke durch. Ihr gefällt der spontane Stil ihres Freundes. Auf einer Seite hat sich Takeo verewigt. Ein kleiner Schneemann. Auch das gefällt Julia. Ansonsten denkt sie nie mehr an Takeo.
Julia und Mark planen einen gemeinsamen Urlaub ans Mittelmeer. Es ist nicht ihr erster gemeinsamer Urlaub. Seitdem sie sich kennen gelernt haben, sind viele Jahre vergangen. Es ist Hochsommer. Kein Tag vergeht, ohne dass die beiden von ihrem Hotel aus an den Strand gehen. Eines Morgens geht Julia ohne Mark los. Es ist früh und am Strand sind noch nicht viele Leute. In ihrem Bikini läuft sie bis zu den Kniekehlen ins Meer hinein. Da entdeckt sie Takeo. Er steht etwas entfernt von ihr im Wasser, den Rücken ihr zugewandt. Sie läuft zu ihm hin, stößt ihn ins Wasser. Für einige Sekundenbruchteile küsst sie ihn. Dann ist ihr Mund voller Wasser, beide tauchen auf. Jetzt habe ich mich aber gerächt!, ruft sie lachend. Mit Schnee gab es bei dieser Hitze leider nicht. Der Mann ihr gegenüber sieht sie irritiert an. Er versteht gar kein deutsch, geht ihr durch den Kopf. Schon ist der Mann mit den Wellen davon gelaufen. Julia ist sich inzwischen fast sicher, dass er nicht Takeo war.
Das Paradies
Fandom: Original
Wörter: 754
Prompt: Spin The Bottle
Genre: Menschen
In der großen Stadt gibt es einen Park. Bei Tag ist der Park nichts Besonderes. Bäume, Sträucher, Gras. Spielplätze, Eisbuden, Mülleimer. Im Sommer grillen dort Familien. Die Kinder machen sich auf dem Wasserspielplatz nass. Sobald es Abend wird kommen die jungen Leute und amüsieren sich. Es gibt sehr wohl Clubs in dieser Stadt, doch der Park, der nichts kostet, ist viel beliebter. Seit mehreren Jahrzehnten schon wird dort gefeiert. Irgendjemand bringt ein Radio mit und dreht die Musik bis zum Anschlag auf. Bald darauf laufen in hörweite mehrere Radios gleich laut aber mit vollkommen unterschiedlichen Songs. Die Frauen ziehen ihre unbequemen dekorierten Schuhe aus und tanzen barfuss. Die meisten von ihnen tragen viel zu bunte Kleidung. Im Park gibt es keinen Dresscode. Der schwerste Schmuck ist auch der schönste, das bunteste Outfit auch das beste. Wenn es Sommer ist und das Wasser läuft hält sich immer eine Gruppe auf dem Wasserspielplatz auf. Sie verbrauchen viel mehr Wasser als tagsüber die Kinder, dafür lachen sie dann auch lauter. Häufig ist Kostümtag im Park. Von Mund zu Mund geht die Information herum, als was man sich verkleiden sollte. Jedes Kostüm ist in Ordnung, doch wenn sich viele an ein Motto halten, macht es besonders viel Spaß. Jeden Abend kommen Gruppen, die Vorführungen geben, meistens Tänze oder Jonglage. Wenn es dem Publikum gefällt, machen sie ein gutes Geschäft. Viele der Grüppchen, die im Park beieinander sitzen, teilen ihr Essen untereinander. Häufig tauschen sie auch mit anderen Gruppen, wenn sie zum Beispiel einen Nudelsalat zu viel und einen Kuchen zu wenig haben. Durch diese Tauschgeschäfte hat sich ein außergewöhnlich vielfältiges Angebot an Spezialitäten aus fast allen Ländern der Welt herausgebildet. Wer will kann sich kostenlos, mit ein wenig Charme und Bettelei, den Bauch voll schlagen. In die Dunkelheit des Parks bringen viele Leute Windlichter mit. Die Farben des Glases leuchten, wenn die Kerze darin brennt. Andere tragen bunte Knicklichter um ihre Handgelenke. In so manchem Grill glimmt noch Glut, an der von Steinen umrandeten Feuerstelle lodert ein Feuer. Auf Stöcke aufgespießte Marshmallows werden weich und lecker. Gitarrenspieler zupfen so ein paar Lieder. Wenn sie es kennen, stimmen die Zuhörer laut mit ein.
Die Menschen hier nennen den Park ihr Paradies. Es ist der Ort, an dem alles ganz genau so ist, wie es sein soll. Obwohl niemand die genaue Zahl kennt, ist anzunehmen, dass viele der feiernden jungen Leute in eben diesem Park gezeugt worden sind. Auch sie werden Kinder hier zeugen. Auch ihre Kinder werden einst wieder den Park bevölkern.
Tagsüber ist der Park nichts Besonderes. Früh morgens, wenn die alte Hilde kommt, ist er leer. Die alte Hilde bringt zwei große Plastiktüten mit. In der einen Plastiktüte befinden sich ihre Sachen, ihre dünne Decke, ihr Pullover, den sie nur überzieht, wenn ihr kalt ist, das bisschen Geld, das sie besitzt, ein halber Laib Brot und andere Lebensmittel, obenauf, zusammengefaltet, die zweite Tüte. In diese Tüte kommen die leeren Bierflaschen und noch andere Flaschen, die sie jeden morgen findet. Sie wird sie beim Supermarkt zurück bringen und dafür Geld erhalten. Doch zunächst spielt sie mit den Flaschen. Hilde spielt mit allem gerne, mit Dingen, die sie findet. Von den Flaschen findet sie so viele, dass sie jeden Tag mit ihnen spielen kann. Sie nimmt eine, legt sie auf den Boden und gibt ihr einen Stupser. Die Flasche fängt an, sich zu drehen. Wenn sie sich nicht mehr bewegt, weiß Hilde, wenn sie küssen muss. Meistens muss Hilde einen Baum oder einen Mülleimer küssen. Der Baum oder Mülleimer lässt die Flasche danach einfach liegen. So ist das Spiel sehr bald vorbei. Heute zeigt die Öffnung der Flasche auf einen Rentner, der auf einer Parkbank sitzt und Vögel füttert. Hilde setzt sich neben ihn und küsst ihn auf die Wange. Der Mann will ein Stück von ihr wegrücken. Dann überlegt er es sich anders. Er beginnt mit Hilde zu reden. Oder vielleicht redet er doch eher neben ihr her, mehr seinen Worten als ihr zugewandt. Er beschwert sich über den Park. Mit den Jahren ist er immer schmutziger geworden. Inzwischen kommen viele Jugendliche, die harte Getränke mitbringen. Sie wollen billig vorglühen, bevor sie in teure Clubs gehen. Bei diesen Gelegenheiten streiten sie sich oft lautstark. Sie hinterlassen ihren Schmutz und ihre Flaschen im Gebüsch. Immer öfter muss die Polizei Streitereien auflösen. Der Drogenhandel blüht. Es ist eine Schande für den Park. Hilde fasst einen Plan. Sie erzählt dem Rentner vom Paradies. Eines Abends wird sie ihn dorthin mitnehmen. Dann wird sie ihre Schuhe ausziehen und barfuss mit ihm tanzen.