Fandom: Kimi wa petto
Personen: Sumire, Takeshi
Prompt: anywhere but their lips von schreibdochmal im Rahmen meiner "Kusswoche"
Genre: h/c at its best
Wörter: 723
Er steht im Flur und tropft.
Seine Haare sind zerzaust und kaputt, seine Wangen sind gerötet, seine Lippen blutleer, seine Augen suchen nicht nach ihr.
„Momo?“
Aber er heißt nicht Momo, jetzt gerade nicht.
Sie weiß nicht, wo er war, wo er herkommt und wo er wieder hingehen wird. Sie hat keine Ahnung, wer ihm die linke Wange aufgekratzt hat und das blaue Auge beigebracht hat.
Sumire wünscht sich eigentlich nur, dass er wie sonst immer auf- und abhüpft, dass er mit ihr Videospiele zocken und den Kopf auf ihrem Schoß abgelegt in sich zusammengerollt einschlafen möchte.
Aber das sind alles Dinge, die Momo tun würde.
Momo bräuchte nur ein warmes, leckeres Essen oder eine Runde Wrestling im Fernsehen, vielleicht ein heißes Bad und eine Kraulsession.
Sumire steht ratlos vor ihm, hat in der linken Hand noch die Zeitung, im Mundwinkel noch die Zigarette und fummelt sich nervös an der Brille herum.
Einen Augenblick lang muss sie sogar nachdenken, wie er wirklich heißt.
Takeshi.
Takeshi.
Aber Takeshi ist ein Unbekannter. Er hat Momo fortgenommen und ihn versteckt, in der hintersten Ecke seines Herzens.
Er steht im Flur und tropft, regennass und ausgelaugt.
Ein Fremder steht vor ihr.
Sie wagt es nicht, ihn anzusprechen.
Er ist jetzt ein Mann, kein Haustier, sondern ein junger Mann.
Zwischen seinen Schultern liegt eine lauernde Kraft, in seinen Augen ruhen Schatten und er macht ihr ein wenig Angst.
Nicht körperlich, aber seine Präsenz.
Sumire überlegt, wie man einen Mann am besten tröstet, aber es fällt ihr nur Sex ein und das kommt nicht in Frage.
Sie legt die Zeitung auf der Kommode ab, geht zwei Schritte zurück, so dass sie durch die Badtür nach einem Handtuch reichen kann und legt es ihm auf den Kopf.
Es passiert ihr ganz unwillkürlich, dass sie anschließend sofort wieder zurücktritt, wie bei einem Fremden, in dessen Privatsphäre man nicht drängen will.
Er hebt den Kopf und schaut sie an, den Mund verkrampft, Haare im Gesicht.
Da tut es ihr Leid.
Wortlos tritt sie wieder heran, beginnt, seine Haare zu frottieren. Sie zuckt zusammen, als sie seine kalten Hände an ihren Hüften spürt, aber tatsächlich scheint er sich nur abzustützen.
„Ich bin immer noch ich.“, wispert er und klingt aufrichtig verletzt.
„Ich bin doch immer noch....“
--
Im Schneidersitz hockt er auf der Couch, die Wange mit einer übertrieben großen Mullbinde verarztet und einem heißen Tee in der Hand.
Natürlich wird er nicht darüber sprechen.
In der Hinsicht ist und bleibt er der streunende Hund.
Sumire sitzt neben ihm und versucht zaghaft, in seine Haare zu fassen.
Doch er dreht das Gesicht weg.
Sie ist eingeschnappt, denkt `Dann eben nicht!´ und schlägt wieder ihre Zeitung auf.
--
Als sie nachts im Bett liegt und nicht einschlafen kann, überwältigen sie die Schuldgefühle schließlich doch.
Eine Frau ist ein Mensch, ein Mann ist ein Mensch. Haustiere sind letztlich doch auch nur Menschen.
Der Mond scheint durch das Balkonfenster zum Wohnzimmer herein, als sie über knarrende Dielen tappt. Die Hausschuhe lässt sie vor der Leiter zu seinem Bett stehen. Ein Kriechen, ein Krauchen, leise Atemzüge.
Im Halbdunkel schaut er sie an.
Auf halbem Wege kommt sie sich dann doch wieder dumm vor und möchte umkehren. Vielleicht sollte sie einen Schlafwandel vortäuschen?
Sie beugt sich über seine liegende Gestalt und blinzelt, fühlt, wie er sie sanft zu sich hinunterzieht.
Ihren linken Mundwinkel küsst, federleicht und mit einem Beben im Atem.
„Bitte.“, murmelt er stimmlos in die Finsternis hinein.
Das hält sie auf, nach ihm treten und zu schimpfen- diese Verletzlichkeit, mit der er spricht.
Und was sind sie denn, wenn nicht zwei verängstigte Wesen, die sich gemeinsam vor der Welt verstecken und einander die Wunden lecken?
Seine Lippen streifen ihre Nasenspitze, hauchen Küsse auf ihre Wangen, wandern hoch zur Stirn und kitzeln dort, legen sich zärtlich auf ihre Augenlider.
Sie spürt das Kribbeln durch ihr Innerstes wandern.
Es ist so ganz sexlos und gleichzeitig ganz nahe. Sie kann nicht anders, als seine Bewegungen zu spiegeln, ihn überall abzuküssen und dabei den Mund auszulassen.
Da ist eine Grenze und sie hüpft mühelos auf dem Strich, den sie irgendwann einmal gezogen hat, herum, wischt seine Tränchen weg und spürt, wie er allmählich wieder auftaut.
Als er endlich in einen gnädigen, heilenden Schlaf abgleitet, fühlt sie, wie auch sie wieder nach Atem schöpft, zum ersten Mal seit ein paar Stunden.
Personen: Sumire, Takeshi
Prompt: anywhere but their lips von schreibdochmal im Rahmen meiner "Kusswoche"
Genre: h/c at its best
Wörter: 723
Er steht im Flur und tropft.
Seine Haare sind zerzaust und kaputt, seine Wangen sind gerötet, seine Lippen blutleer, seine Augen suchen nicht nach ihr.
„Momo?“
Aber er heißt nicht Momo, jetzt gerade nicht.
Sie weiß nicht, wo er war, wo er herkommt und wo er wieder hingehen wird. Sie hat keine Ahnung, wer ihm die linke Wange aufgekratzt hat und das blaue Auge beigebracht hat.
Sumire wünscht sich eigentlich nur, dass er wie sonst immer auf- und abhüpft, dass er mit ihr Videospiele zocken und den Kopf auf ihrem Schoß abgelegt in sich zusammengerollt einschlafen möchte.
Aber das sind alles Dinge, die Momo tun würde.
Momo bräuchte nur ein warmes, leckeres Essen oder eine Runde Wrestling im Fernsehen, vielleicht ein heißes Bad und eine Kraulsession.
Sumire steht ratlos vor ihm, hat in der linken Hand noch die Zeitung, im Mundwinkel noch die Zigarette und fummelt sich nervös an der Brille herum.
Einen Augenblick lang muss sie sogar nachdenken, wie er wirklich heißt.
Takeshi.
Takeshi.
Aber Takeshi ist ein Unbekannter. Er hat Momo fortgenommen und ihn versteckt, in der hintersten Ecke seines Herzens.
Er steht im Flur und tropft, regennass und ausgelaugt.
Ein Fremder steht vor ihr.
Sie wagt es nicht, ihn anzusprechen.
Er ist jetzt ein Mann, kein Haustier, sondern ein junger Mann.
Zwischen seinen Schultern liegt eine lauernde Kraft, in seinen Augen ruhen Schatten und er macht ihr ein wenig Angst.
Nicht körperlich, aber seine Präsenz.
Sumire überlegt, wie man einen Mann am besten tröstet, aber es fällt ihr nur Sex ein und das kommt nicht in Frage.
Sie legt die Zeitung auf der Kommode ab, geht zwei Schritte zurück, so dass sie durch die Badtür nach einem Handtuch reichen kann und legt es ihm auf den Kopf.
Es passiert ihr ganz unwillkürlich, dass sie anschließend sofort wieder zurücktritt, wie bei einem Fremden, in dessen Privatsphäre man nicht drängen will.
Er hebt den Kopf und schaut sie an, den Mund verkrampft, Haare im Gesicht.
Da tut es ihr Leid.
Wortlos tritt sie wieder heran, beginnt, seine Haare zu frottieren. Sie zuckt zusammen, als sie seine kalten Hände an ihren Hüften spürt, aber tatsächlich scheint er sich nur abzustützen.
„Ich bin immer noch ich.“, wispert er und klingt aufrichtig verletzt.
„Ich bin doch immer noch....“
--
Im Schneidersitz hockt er auf der Couch, die Wange mit einer übertrieben großen Mullbinde verarztet und einem heißen Tee in der Hand.
Natürlich wird er nicht darüber sprechen.
In der Hinsicht ist und bleibt er der streunende Hund.
Sumire sitzt neben ihm und versucht zaghaft, in seine Haare zu fassen.
Doch er dreht das Gesicht weg.
Sie ist eingeschnappt, denkt `Dann eben nicht!´ und schlägt wieder ihre Zeitung auf.
--
Als sie nachts im Bett liegt und nicht einschlafen kann, überwältigen sie die Schuldgefühle schließlich doch.
Eine Frau ist ein Mensch, ein Mann ist ein Mensch. Haustiere sind letztlich doch auch nur Menschen.
Der Mond scheint durch das Balkonfenster zum Wohnzimmer herein, als sie über knarrende Dielen tappt. Die Hausschuhe lässt sie vor der Leiter zu seinem Bett stehen. Ein Kriechen, ein Krauchen, leise Atemzüge.
Im Halbdunkel schaut er sie an.
Auf halbem Wege kommt sie sich dann doch wieder dumm vor und möchte umkehren. Vielleicht sollte sie einen Schlafwandel vortäuschen?
Sie beugt sich über seine liegende Gestalt und blinzelt, fühlt, wie er sie sanft zu sich hinunterzieht.
Ihren linken Mundwinkel küsst, federleicht und mit einem Beben im Atem.
„Bitte.“, murmelt er stimmlos in die Finsternis hinein.
Das hält sie auf, nach ihm treten und zu schimpfen- diese Verletzlichkeit, mit der er spricht.
Und was sind sie denn, wenn nicht zwei verängstigte Wesen, die sich gemeinsam vor der Welt verstecken und einander die Wunden lecken?
Seine Lippen streifen ihre Nasenspitze, hauchen Küsse auf ihre Wangen, wandern hoch zur Stirn und kitzeln dort, legen sich zärtlich auf ihre Augenlider.
Sie spürt das Kribbeln durch ihr Innerstes wandern.
Es ist so ganz sexlos und gleichzeitig ganz nahe. Sie kann nicht anders, als seine Bewegungen zu spiegeln, ihn überall abzuküssen und dabei den Mund auszulassen.
Da ist eine Grenze und sie hüpft mühelos auf dem Strich, den sie irgendwann einmal gezogen hat, herum, wischt seine Tränchen weg und spürt, wie er allmählich wieder auftaut.
Als er endlich in einen gnädigen, heilenden Schlaf abgleitet, fühlt sie, wie auch sie wieder nach Atem schöpft, zum ersten Mal seit ein paar Stunden.