[identity profile] aislingde.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Das Rennen
Fandom: SGA
Personen: Rodney McKay, John Sheppard
Inhalt: Eine Bestellung trifft nicht mit der Daedalus ein.
Kategorie: Humor
Kommentar: Antwort auf die Challenge bei 120_minuten. Prompt #1 Seifenkiste.
Naja, eigentlich ist das nur der Anfang der Story...
Disclaimer: Nichts gehört mir.



Rodney McKay hatte den ganzen Tag keine ruhige Minute. Die Daedalus war mit einer neuen Lieferung gekommen und es dauerte, bis das neue Personal eingewiesen und der Nachschub einsortiert war. So kam er erst kurz vor dem Abendessen dazu, seine ganz persönliche Bestellung abzuholen.

In seinem Quartier öffnete er den Karton, nur um ihn enttäuscht in die Ecke zu werfen. „Das darf doch nicht wahr sein! Verdammt, was sind die unfähig!“ Er griff schon zum Headset, um Sheppard zu informieren, ließ es aber bleiben. Stattdessen nahm er das Laptop und suchte seine Bestellmail raus. Ja, er hatte tatsächlich die richtige Größe bestellt. Er war also nicht Schuld.
Jetzt berührte er sein Headset. „Sheppard, wir haben ein Problem.“
„Hat einer der neuen Wissenschaftler versucht, das Labor in die Luft zu jagen? Das ist nichts Neues“, tönte Johns Stimme amüsiert durch den Kopfhörer.
„Viel schlimmer“, gab Rodney mit Grabesstimme zurück. „Wir müssen unsere Verabredung nach dem Abendessen canceln.“
„Hat die Daedalus kein Tuningteil für deinen Flitzer mitgebracht und du kannst ihn nicht aufmotzen? Vergiss es. Heute wirst du verlieren.“ John hörte sich sehr siegessicher an.
„Wir können gar kein Rennen starten, weil die Idioten vom SGC die falschen Batterien geliefert haben.“ Sie würden mindestens vier Wochen keine Rennen mehr fahren können. Rodney würde diese unbeschwerten Momente vermissen.
„Du bist sicher, dass du sie richtig bestellt hast? Oder vielleicht hat man nur einen Teil der Lieferung vertauscht und jemand anders hat deine Batterien.“ John hörte sich genau so enttäuscht an, wie Rodney sich fühlte.
„Ich wusste, dass du diese Frage stelle würdest und habe deswegen extra meine Mails gescheckt. Ich habe keinen Fehler gemacht. Auch gibt es keine andere Bestellung von Batterien. Man hat mir statt AA-Batterien AAA-Batterien geschickt. “
„Kannst du nicht auf eine andere Energiequelle zurückgreifen?“ John hatte einen resignierten Unterton. Er glaubte wohl selber nicht, dass es ging.
„Dann könnte ich gleich zwei neue Rennwagen bauen. Weißt du wie viel Arbeit das ist?“
„Ich kann es mir vorstellen.“ Der Colonel zögerte einen Moment, dann sprach er weiter. „Du hast mich auf eine bessere Idee gebracht. Sehen wir uns trotzdem nach dem Abendessen?“ Seine Stimme war wieder fröhlich.
„Jennifer hat sowieso noch mit ihrem neuen Team zu tun. Wir können uns auch zum Essen treffen.“ Eigentlich hatte Rodney John nicht fragen wollen, weil er ihm nicht das Gefühl geben wollte, ein Lückenbüßer zu sein. Er hatte selbst früher zu oft erfahren, was für ein beschissenes Situation das war. Aber jetzt war er neugierig und wollte wissen, was für eine verrückte Idee sein Freund wieder hatte.
„Abgemacht. Wir sehen uns in zehn Minuten.“
Damit unterbrach der Colonel die Leitung.

Das gesamte Abendessen ließ John Rodney schmoren und erzählte ihm nicht, was für eine Idee er hatte. Stattdessen lächelte er nur, lehnte sich entspannt zurück und meinte „Ich zeige es dir später.“ Nur die Tatsache, dass ein echtes Steak mit echten Koketten auf seinem Teller lag, hielt Rodney davon ab, John an der Hand zu nehmen und ihn aus die Messe zu zerren, damit er ihm endlich zeigte, was ihm eingefallen war.
Um es den Colonel mit gleicher Waffe heimzuzahlen, nahm er sich nach dem Essen noch einen Schokoladenpudding aus Kuhmilch und verspeiste ihn genüsslich. Als er einen Nachschlag holte, bemerkte Rodney, dass John unruhig auf seinem Stuhl hin- und her rutschte.
Er grinste nur und aß genau so ruhig die zweite Portion. Erst dann stand er auf.
„Wollen wir?“
John nickte nur, dann ging er vor zum Transporte. Dort drückte er auf das Symbol eines Turms, der erst vor kurzem freigegeben wurde.

„Was willst du mir zeigen?“, fragte Rodney, als er den Transporter verlassen hatte. „Wir waren in den letzten Monaten hier und außer verlassenen Büros haben wir nichts gefunden. Woolsey fühlt sich hier wohl, aber sonst keiner.“
„Fällt dir nichts auf?“ John deutete auf den Flur, der sich in einer eleganten Linkskurve um den Kern des Turms wand.
„Dort ist ein leerer, fast vier Meter breiter Gang. Und? Das ist nichts Besonderes in Atlantis.“
„Fällt dir sonst nichts auf.“ John hatte diesen herausfordernden Unterton.
Rodney schaute genauer hin. Im Gegensatz zu irdischen Gebäuden gab es hier keine Stufen, sondern eine sanfte Neigung. Der Flur war wie die Auffahrt in einem Parkhaus gebaut. Nur dass man keine Parkplätze sondern Büros über den Gang erreichte.
„Willst du von mir den genauen Neigungswinkel wissen? Das kann ich dir nicht sagen.“
„Das brauche ich nicht. Aber wie lange schätzt du, ist der Flur?“
„Wir sind im fünfzigsten Stockwerk“, überlegte Rodney laut. „Pro Stockwerk ist der Flur etwa 24 Meter lang. Also müssten wir über einen Kilometer laufen, um ins Erdgeschoss zu kommen.“
„Genau darauf will ich hinaus.“ John grinste.
„Ich werde die Strecke nicht laufen. Das kannst du mit Ronon machen.“ Rodney verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn herausfordernd an.
„Ich dachte eher daran, dass wir uns einen passenden Wagen bauen und dann um die Wette fahren.“
Zuerst wollte Rodney seinen Freund für verrückt erklären, doch dann sah er sich den Flur noch einmal an und verstand. „Du willst also, dass wir uns Seifenkisten bauen und dort runter rasen. Das ist Wahnsinn.“
„Aber es würde verdammt viel Spaß machen. Ich habe zwar noch nicht die geringste Ahnung, woraus man hier die Seifenkisten bauen kann, aber ich bin mir sicher, dass ich der bessere Fahrer bin.“
„Was man hier braucht, ist perfekte Kurvenlage. Hier zu überholen ist höllisch und dann brauchen wir Bremsen. Ansonsten haben wir die Wagen am Ende der Strecke nicht mehr unter Kontrolle und knallen gegen die Wand. Und egal, wie halsbrecherisch du fährst, als besserer Konstrukteur, werde ich überlegen sein.“
„Dann ist es abgemacht?“
„Was?“
„In zwei Wochen treffen wir uns zu einem Rennen. Wir zwei gegeneinander. Und wenn ich gewinne, bekomme ich deinen Kaffeevorrat.“
Rodney hätte es wissen müssen. Er versuchte, vernünftig zu sein und diese Wette abzulehnen. Er konnte sich zu deutlich ausmalen, was Jennifer dazu sagen würde. Doch dann siegte Johns übermütiges Lächeln.
„Du wirst nicht gewinnen. Stattdessen bekomme ich von dir deine Schokoladenvorräte, die du eh nicht isst und die Flasche, die dir dein Bruder geschickt hatte.“ Ein guter Whiskey war auf dem Schwarzmarkt ein Vermögen wert.
„Woher weißt du das? Außerdem ist es ein Geschenk und das verwette ich nicht!“ Bedauernd schüttelte Rodney den Kopf. „Die Flasche, oder du kannst dir jemand anders für das Rennen suchen.“
„Wie du willst“, gab John zähneknirschend nach. „Aber du wirst nicht gewinnen.“ Er streckte Rodney die Hand hin und dieser schlug lächelnd ein.
In Gedanken plante er schon den Bau seiner Seifenkiste.

Date: 2010-01-05 08:11 am (UTC)
From: [identity profile] antares04a.livejournal.com
Oh ja, das kann ich mir gut vorstellen, dass eine solche "Rennstrecke" sehr verlockend auf die beiden Herren wirkt! *g*

Sie sollten es vielleicht nur nicht Woolsey wissen lassen ... *lol*

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