10. Türchen: Alle Jahre wieder
Dec. 10th, 2009 02:54 amFandom: Original (Tom, Nora, Jonas)
Challenge: "Willst du, dass das auf deinem Grabstein steht? 'Hier ruht Jonas. Er hinterließ keinen bleibenden Eindruck." & Alles außer Lametta
Anmerkung: Ich bin ein bißchen früh mit posten dran, aber ich werde morgen früh garantiert verschlafen, nachdem mich eine betrunke StudentenwohnheimsMitbewohnerin aus dem Schlaf gerissen hat und ich nun selbiges vergessen kann. Sehen ja auch alle Stockwerke gleich aus. Aber das sie das Poster nicht irritiert hat...Die Geschichte sollte übrigens viel fluffiger werden...
Wörter:553
„Mir ist kalt!“ Meine Zehen spüre ich schon eine ganze Weile nicht mehr und ich bin mir sicher, dass ich kurz vor einer Gesichtslähmung stehe. Außerdem wartet Tom mit dem Essen auf uns – Ich hatte versprochen, dass es maximal ein bis zwei Stunden dauern würde. „Willst du, dass das auf deinem Grabstein steht? Hier ruht Jonas. Er hinterließ keinen bleibenden Eindruck." Ein weiterer Versuch seine Aufmerksamkeit in die richtige Richtung zu lenken.
„Liebst Du mich?“ Jonas schaut mich mit seinen großen Augen ängstlich an.
„ Natürlich. Ich stick´s Dir auch auf dein Kopfkissen, wenn es was hilft. Natürlich lieb ich Dich. Gestern, heute, morgen. Immer.“ Ich weiß genau, wie das Gespräch weitergehen wird, immerhin führen wir es traditionell jedes Mal am 24ten Dezember.
„Liebst Du mich mehr als Tom?“ Ihm laufen kleine Tränen übers Gesicht. Verwunderlich, dass sie nicht sofort gefrieren.
„Anders. Ich liebe euch beide ganz einzigartig anders. Können wir jetzt reingehen und essen oder den Baumschmücken oder so was?“ Meine Sehnsucht nach heißem Kakao mit Teleshopping nimmt bedenkliche Formen an. Ich gähne auch ein bisschen. Immerhin macht Kälte mich immer müde – ein typisches Frauenproblem – und ein ganz kleinwenig möchte ich ihn auch darauf hinweisen, dass wir schon viel zu lange auf dem Dach stehen.
„Aber Du und Tom. Ihr währt auch zu Zweit glücklich!“
„Vielleicht.“ Woher sollen wir das denn wissen. Wir haben das noch nie ausprobiert und wollen es auch nicht. Der Ausblick über die Plattenbausiedlung lässt stark zu wünschen übrig. „Aber nicht so glücklich wie zu Dritt. Du wolltest doch auch, dass wir zusammenziehen. Freie Liebe und so.
Jonas balanciert unschlüssig auf dem Rand. „Will ich eigentlich auch. Immer noch.“
Ich jubele innerlich. Vielleicht kommen wir nun tatsächlich voran. „Wenn Du magst, kannst Du dieses Jahr mein fester Freund beim Weihnachtsessen sein. Oder Toms fester Freund. Meine Eltern wird’s freuen.“ Ich würde grinsen, wenn mein Gesicht nicht erstarrt wäre.
„Können wir wieder Ehestreit spielen, wenn’s langweilig wird.“ Jonas klingt schon interessierter. Der gemeinsame Abscheu gegenüber meinen Eltern verbindet uns.
„Na klar, direkt nach dem Essen machst Du mit Tom rum, ich nenn Dich „Schlampe“ und spiele nen Heulkrampf vor.“ Wir beide kichern und wissen dennoch, dass das niemals passieren wird.
„Und der Baumschmuck…“ Jonas bewegt sich einen Schritt vom Rand weg. „Lametta ist ein riesiges Umweltproblem…“ Ich nicke einfach still vor mich hin, während ich den altbekannten Vortrag höre. Wie viele andere Männer drohen wohl mit Selbstmord, wenn der Weihnachtbaum nicht unter ökologischen Gesichtspunkten geschmückt wird. Dabei ist doch bereits die grundlegenden Idee Bäume zu pflanzen, abzuhacken, ne Woche ins Haus zu stellen und dann wieder zu entsorgen ökologisch betrachtet völliger Unsinn.
„Tom und ich hatten dieses Jahr auch gar nicht vor, unseren Baum mit Lametta zu schmücken“ erwidere ich nickend und füge in Gedanken hinzu „den unserer Büro quillt bereits über von den kleinen silbernen, goldenen und lila Streifen, die sämtliche Topfpflanzen, Schreibtische und Drehstühle zieren. Und der Lamettastreifen neulich an meinem Jackett kam auch nicht aus dem Kaufhaus“.
Der plötzlich einsetzende Regen leistet letzte Überzeugungsarbeit und Jonas beschließt seinen
Selbstmord auf Heiligabend 2010 zu verschieben. Tom hat wie jedes Jahr ungewöhnlich viel Verständnis und beim Abendessen komplett auf kalte Küche gesetzt. Er drückt uns beiden einen warmen Kakao in die Hand, und küsst erst Jonas, dann mich. „Ich liebe euch beide, auch wenn ihr absolut irre seid.“
Challenge: "Willst du, dass das auf deinem Grabstein steht? 'Hier ruht Jonas. Er hinterließ keinen bleibenden Eindruck." & Alles außer Lametta
Anmerkung: Ich bin ein bißchen früh mit posten dran, aber ich werde morgen früh garantiert verschlafen, nachdem mich eine betrunke StudentenwohnheimsMitbewohnerin aus dem Schlaf gerissen hat und ich nun selbiges vergessen kann. Sehen ja auch alle Stockwerke gleich aus. Aber das sie das Poster nicht irritiert hat...Die Geschichte sollte übrigens viel fluffiger werden...
Wörter:553
„Mir ist kalt!“ Meine Zehen spüre ich schon eine ganze Weile nicht mehr und ich bin mir sicher, dass ich kurz vor einer Gesichtslähmung stehe. Außerdem wartet Tom mit dem Essen auf uns – Ich hatte versprochen, dass es maximal ein bis zwei Stunden dauern würde. „Willst du, dass das auf deinem Grabstein steht? Hier ruht Jonas. Er hinterließ keinen bleibenden Eindruck." Ein weiterer Versuch seine Aufmerksamkeit in die richtige Richtung zu lenken.
„Liebst Du mich?“ Jonas schaut mich mit seinen großen Augen ängstlich an.
„ Natürlich. Ich stick´s Dir auch auf dein Kopfkissen, wenn es was hilft. Natürlich lieb ich Dich. Gestern, heute, morgen. Immer.“ Ich weiß genau, wie das Gespräch weitergehen wird, immerhin führen wir es traditionell jedes Mal am 24ten Dezember.
„Liebst Du mich mehr als Tom?“ Ihm laufen kleine Tränen übers Gesicht. Verwunderlich, dass sie nicht sofort gefrieren.
„Anders. Ich liebe euch beide ganz einzigartig anders. Können wir jetzt reingehen und essen oder den Baumschmücken oder so was?“ Meine Sehnsucht nach heißem Kakao mit Teleshopping nimmt bedenkliche Formen an. Ich gähne auch ein bisschen. Immerhin macht Kälte mich immer müde – ein typisches Frauenproblem – und ein ganz kleinwenig möchte ich ihn auch darauf hinweisen, dass wir schon viel zu lange auf dem Dach stehen.
„Aber Du und Tom. Ihr währt auch zu Zweit glücklich!“
„Vielleicht.“ Woher sollen wir das denn wissen. Wir haben das noch nie ausprobiert und wollen es auch nicht. Der Ausblick über die Plattenbausiedlung lässt stark zu wünschen übrig. „Aber nicht so glücklich wie zu Dritt. Du wolltest doch auch, dass wir zusammenziehen. Freie Liebe und so.
Jonas balanciert unschlüssig auf dem Rand. „Will ich eigentlich auch. Immer noch.“
Ich jubele innerlich. Vielleicht kommen wir nun tatsächlich voran. „Wenn Du magst, kannst Du dieses Jahr mein fester Freund beim Weihnachtsessen sein. Oder Toms fester Freund. Meine Eltern wird’s freuen.“ Ich würde grinsen, wenn mein Gesicht nicht erstarrt wäre.
„Können wir wieder Ehestreit spielen, wenn’s langweilig wird.“ Jonas klingt schon interessierter. Der gemeinsame Abscheu gegenüber meinen Eltern verbindet uns.
„Na klar, direkt nach dem Essen machst Du mit Tom rum, ich nenn Dich „Schlampe“ und spiele nen Heulkrampf vor.“ Wir beide kichern und wissen dennoch, dass das niemals passieren wird.
„Und der Baumschmuck…“ Jonas bewegt sich einen Schritt vom Rand weg. „Lametta ist ein riesiges Umweltproblem…“ Ich nicke einfach still vor mich hin, während ich den altbekannten Vortrag höre. Wie viele andere Männer drohen wohl mit Selbstmord, wenn der Weihnachtbaum nicht unter ökologischen Gesichtspunkten geschmückt wird. Dabei ist doch bereits die grundlegenden Idee Bäume zu pflanzen, abzuhacken, ne Woche ins Haus zu stellen und dann wieder zu entsorgen ökologisch betrachtet völliger Unsinn.
„Tom und ich hatten dieses Jahr auch gar nicht vor, unseren Baum mit Lametta zu schmücken“ erwidere ich nickend und füge in Gedanken hinzu „den unserer Büro quillt bereits über von den kleinen silbernen, goldenen und lila Streifen, die sämtliche Topfpflanzen, Schreibtische und Drehstühle zieren. Und der Lamettastreifen neulich an meinem Jackett kam auch nicht aus dem Kaufhaus“.
Der plötzlich einsetzende Regen leistet letzte Überzeugungsarbeit und Jonas beschließt seinen
Selbstmord auf Heiligabend 2010 zu verschieben. Tom hat wie jedes Jahr ungewöhnlich viel Verständnis und beim Abendessen komplett auf kalte Küche gesetzt. Er drückt uns beiden einen warmen Kakao in die Hand, und küsst erst Jonas, dann mich. „Ich liebe euch beide, auch wenn ihr absolut irre seid.“
no subject
Date: 2009-12-10 07:27 pm (UTC)Sehr schönes Türchen^^.
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Date: 2009-12-13 12:10 am (UTC)