Blutmohn, Baby
Apr. 9th, 2007 02:59 amAnmerkung: Das Folgende hat keinen Sinn. Es ist lediglich eine Reflektion meines vergangenen Tages, gemessen im Rekord-Deprimiertheitsgrad, den ich gerade durchlebe. Worte werden die Welt retten, ich wette fast.^^
Fandom: Original
Charas: Tabea, Denise, Daniel
Challenge: #2 Erpressung
Catch-22 ist die Kurzform für Zwickmühle, eine Situation, aus der es kein Entrinnen gibt. Die 22 symbolisiert dabei die beiden Stehenden Steine (2-2), während der dritte Spielstein als catch bezeichnet wird. Der dritte Stein kann durch ständiges umsetzen an zwei Mühlen gleichzeitig mitwirken.
Es war ein regnerischer Tag, als Tabea die Schnauze voll hatte und kurz vor dem Entschluss stand, alles hinzuwerfen unf einfach wieder heimzufahren. Daniel hatte sich beim Frühstücken den Kopf an der Tischkante gestoßen als er nach einem heruntergefallenen Ei gebückt hatte. Er blutete das halbe Wohnmobil voll, danach den Asphalt und anschließend das Autobahnklo. Es war regnerisch ohne dass es regnete.
„Warum schmeiße ich nicht einfach alles hin?“, fragte Tabea als sie in den alten, verdreckten Gartenmöbeln saß und neben Denise, die sich eine Zigarette anzündete verharrte, im trüben Grau des Tages, sich die Stellen zwischen den Zehen mit der Schnur ihrer Flipflops aufrieb und Daniels Blutflecken auf dem Asphalt betrachtete, die aufgeblüht waren wie Klatschmohn auf einer Baustelle.
„Weil es da einen Haken gibt.“, erwiderte Denise und zuckte ein bisschen zusammen als Daniel wieder auf der Bildfläche erschien, sich ein altes Handtuch auf das Loch im Kopf pressend. Seine Augen waren bereits ganz leer vor Benommenheit.
„Einen X-Haken, wie in deinem Buch auf dem Armaturenbrett.“
Irgendwo nieste ein Urlauber über seinem Käsebrötchen.
Der Rastplatz stank nach Urin, nach Kloake, tief verdorben von Mensch und Natur.
„Du kannst nicht zurückkehren weil du deinem Onkel das Wohnmobil geklaut hast, weil du deinem Vater Geld geklaut hast und weil du Daniel der Freiheit beraubt hast. Natürlich wird das Wohnmobil nicht ewig halten, das Geld nicht ewig reichen und Daniel nicht ewig bei dir bleiben. Dann müsstest du nach Hause zurück, doch dann würdest du Ärger bekommen wegen des Autos, des Geldes, des...“
„Schon gut!“, unterbrach Daniel sie und setzte sich langsam.
„Ich glaube, sie hat es verstanden.“
Denise war, so glaubte Tabea, ein bisschen stolz auf sich weil sie diese catch 22-Sache begriffen hatte. Und es stimmte. Es war eine Falle, ein Trick. Die eine 2 war das Leben, welches sie hinter sich gelassen hatte als sie geflohen war, das Leben, welches seine langen Schatten in die Nächte zwischen die ermüdenden Autobahnspuren warf, welches ihr folgte. Die andere 2 war sie selbst. Das Jetzt mit allem Dreck, allem Ärger, allem Lärm und allen vollgepissten Toiletten, handgreiflichen Lastkraftwagenfahrern. Ein Welt, in die sie bis zum Hals steckte und der sie nur entkam, wenn sie in das Leben zurückging, welches sie verlassen hatte. Ihr Ego sprang zwischen den Zweien hin und her und sie konnte nichts dagegen tun. Es war Erpressung ohne Erpresser und der ganzen Welt als Geisel, die vom Schicksal bereits erschossen worden war.
Daniels Haare waren von Blut verklebt.
Tabea streckte die Hand aus und berührte die sich langsam zukrustende Stellen an seinem Kopf. Er zuckte nicht.
„Was wirst du tun?“, fragte er und schob sich mit blassen Wangen ein Stück entgegen. Er war wirklich ein Masochist. Sie konnte ihn genausogut schlagen, ihm den Schorf abreißen, den Finger in den Kopf stecken und in seinen Welten herumbohren. Es war möglich- Er war ihre fleischgewordenen Metapher des Mindfuck.
Tabea verharrte ein Weilchen.
Ihr Finger lag an der Wunde.
Dann hustete der Urlauber über seinem Käsebrötchen und es begann, Tröpfchen zu regnen.
„Dich zum Arzt bringen.“
Fandom: Original
Charas: Tabea, Denise, Daniel
Challenge: #2 Erpressung
Catch-22 ist die Kurzform für Zwickmühle, eine Situation, aus der es kein Entrinnen gibt. Die 22 symbolisiert dabei die beiden Stehenden Steine (2-2), während der dritte Spielstein als catch bezeichnet wird. Der dritte Stein kann durch ständiges umsetzen an zwei Mühlen gleichzeitig mitwirken.
Es war ein regnerischer Tag, als Tabea die Schnauze voll hatte und kurz vor dem Entschluss stand, alles hinzuwerfen unf einfach wieder heimzufahren. Daniel hatte sich beim Frühstücken den Kopf an der Tischkante gestoßen als er nach einem heruntergefallenen Ei gebückt hatte. Er blutete das halbe Wohnmobil voll, danach den Asphalt und anschließend das Autobahnklo. Es war regnerisch ohne dass es regnete.
„Warum schmeiße ich nicht einfach alles hin?“, fragte Tabea als sie in den alten, verdreckten Gartenmöbeln saß und neben Denise, die sich eine Zigarette anzündete verharrte, im trüben Grau des Tages, sich die Stellen zwischen den Zehen mit der Schnur ihrer Flipflops aufrieb und Daniels Blutflecken auf dem Asphalt betrachtete, die aufgeblüht waren wie Klatschmohn auf einer Baustelle.
„Weil es da einen Haken gibt.“, erwiderte Denise und zuckte ein bisschen zusammen als Daniel wieder auf der Bildfläche erschien, sich ein altes Handtuch auf das Loch im Kopf pressend. Seine Augen waren bereits ganz leer vor Benommenheit.
„Einen X-Haken, wie in deinem Buch auf dem Armaturenbrett.“
Irgendwo nieste ein Urlauber über seinem Käsebrötchen.
Der Rastplatz stank nach Urin, nach Kloake, tief verdorben von Mensch und Natur.
„Du kannst nicht zurückkehren weil du deinem Onkel das Wohnmobil geklaut hast, weil du deinem Vater Geld geklaut hast und weil du Daniel der Freiheit beraubt hast. Natürlich wird das Wohnmobil nicht ewig halten, das Geld nicht ewig reichen und Daniel nicht ewig bei dir bleiben. Dann müsstest du nach Hause zurück, doch dann würdest du Ärger bekommen wegen des Autos, des Geldes, des...“
„Schon gut!“, unterbrach Daniel sie und setzte sich langsam.
„Ich glaube, sie hat es verstanden.“
Denise war, so glaubte Tabea, ein bisschen stolz auf sich weil sie diese catch 22-Sache begriffen hatte. Und es stimmte. Es war eine Falle, ein Trick. Die eine 2 war das Leben, welches sie hinter sich gelassen hatte als sie geflohen war, das Leben, welches seine langen Schatten in die Nächte zwischen die ermüdenden Autobahnspuren warf, welches ihr folgte. Die andere 2 war sie selbst. Das Jetzt mit allem Dreck, allem Ärger, allem Lärm und allen vollgepissten Toiletten, handgreiflichen Lastkraftwagenfahrern. Ein Welt, in die sie bis zum Hals steckte und der sie nur entkam, wenn sie in das Leben zurückging, welches sie verlassen hatte. Ihr Ego sprang zwischen den Zweien hin und her und sie konnte nichts dagegen tun. Es war Erpressung ohne Erpresser und der ganzen Welt als Geisel, die vom Schicksal bereits erschossen worden war.
Daniels Haare waren von Blut verklebt.
Tabea streckte die Hand aus und berührte die sich langsam zukrustende Stellen an seinem Kopf. Er zuckte nicht.
„Was wirst du tun?“, fragte er und schob sich mit blassen Wangen ein Stück entgegen. Er war wirklich ein Masochist. Sie konnte ihn genausogut schlagen, ihm den Schorf abreißen, den Finger in den Kopf stecken und in seinen Welten herumbohren. Es war möglich- Er war ihre fleischgewordenen Metapher des Mindfuck.
Tabea verharrte ein Weilchen.
Ihr Finger lag an der Wunde.
Dann hustete der Urlauber über seinem Käsebrötchen und es begann, Tröpfchen zu regnen.
„Dich zum Arzt bringen.“