Nikolaus a.k.a 6. Türchen
Dec. 6th, 2009 02:11 amokay, nachdem ich erst total sauer auf meinen Computer war, weil er mir die erste Geschichte gefressen hat und nicht wieder ausspucken wollte, hab ich mich dann doch noch dafür entschieden, sie noch einmal zu schreiben, und jetzt mag ich sie auch wieder, halbwegs. anyway:
Titel: Kommt der Osterhase zu Heiligabend, Mama?
Autor: Ich, sprich, also ich
Challenge: Alles ist erleuchtet.
Characters: Original: Tom, OFC (meine eigenen)
Warning: PG, ein paar Ausdrücke, aber nichts Schlimmes
Wörter: 1034
Kommentar: Es wurde nicht gebetaed, und es ist spät, also falls Fehler drin sind, bitte drauf aufmerksam machen. Kohärenz war nicht meine Aufgabe.
Es klingelte, aber als sie durch den Spion blickte, gähnte ihr Leere entgegen. Sie öffnete verwirrt die Tür und fand vor sich auf dem Boden ein kleines Körbchen, das mit Kunstgras ausgelegt war und Schoko-Osterhasen und bunte Eier beherbergte.
„Frohe Weihnachten!“ Toms dunkelhaariger Schopf, der kleine, spitze Ohren und den Großteil einer unscheinbaren Brille versteckte, lugte um die Ecke und grinste sie an. Sie lachte laut auf und es schallte den Aufgang hinunter. Sie hob das Körbchen auf, küsste ihn auf die Wange und sagte mit leiser, sanfter Stimme:
„Danke!“
Sie schlurfte mit ihren dick eingewickelten Füßen ins Wohnzimmer ihrer kleinen Zwei-Raum-Wohnung und stellte das Körbchen auf den runden Holztisch.
„Soll ich gleich eingepackt bleiben?“
„Ja, ich hol nur schnell das Eis und die Getränke. Kannst schon rausgehen. Und nimm die Decken mit.“
Die Decken lagen übereinander gestapelt auf der vordersten Ecke der Couch, zwei für ihn, drei für sie. Er legte jeweils eine auf die zwei Stühle, die auf dem Balkon standen und in Richtung Stadt blickten. Er war schon dabei, es sich gemütlich zu machen, als sie mit einem Tablett auf den Balkon kam, eingewickelt in vier Paar Socken plus Winterstiefel, und es war nicht einfach gewesen, die anzuziehen, 3 Pullover plus Wintermantel, Schal, Mütze und Handschuhe. Die drei Decken wurden zusätzlich in strategischen Plätzen um sie herum gewickelt, so dass jede Stelle abgedeckt, aber trotzdem genug Armfreiheit gegeben war.
Fast gleichzeitig griffen sie und Tom nach ihren 500-Gramm-Eispackungen und stürzten sich mit unbeugsamen Enthusiasmus auf die Macademia-Nuss-Köstlichkeit.
„Und, was machst du nächstes Jahr zu Silvester?“, fragte Tom amüsiert, während er mit seinem durchaus gefährdeten Löffel versuchte einen essbaren Teil von der harten Masse abzulösen.
„Hör bloß auf, ich wurde das erste Mal im August gefragt.“
„Na ja, es war ein beschissenes Jahr, die Leute wollen, dass es vorbei ist.“
„Die Leute wollen jedes Jahr, dass das Jahr vorbei ist.“
Wer sie als Freundin zählen durfte, wusste, dass sie Weihnachten/Silvester/den gesamten Monat Dezember hasste. Nicht nur, dass anderthalb Monate lang eine riesige Duftwolke Zimt über der Welt hing, oder dass grässlich psychedelische Lichter in Herzform oder Sternschnuppenform oder Engelsform an jedem Fenster klebten, oder dass jeder einen mit der Frage belästigte, ob man denn schon alle Geschenke hätte, Weihnachten war auch nicht unbedingt das Fest der Liebe und Familie für sie, wie es vielleicht für andere sein mochte. Es war irritierend und nervig, jedes Jahr aufs Neue koordinieren zu müssen, bei welchem Teil ihrer gestörten Familie sie welchen Feiertag mit wie viel Stunden Aufenthalt verbringen sollte. Jedes Jahr dachte sie darüber nach, ihre Familie anzuschreien: „Zündet euch selbst und eure dämlichen Kerzen an und fresst bis ihr platzt, aber lasst mich in Ruhe!“, aber sie wurde gut erzogen und würde ein unglaublich schlechtes Gewissen bekommen, und das würde ihre Weihnachten auch nicht unbedingt besser machen. Also erträgt sie es, und meckert, und hält sich die Nase zu, in fast jedem Laden.
Und freute sich auf den 1. Dezember, an dem Tom um kurz vor acht auf der Matte stand, um mit ihr von ihren Balkon aus darauf zu warten, dass die Stadt mal wieder den halben Haushalt aus dem Fenster schmeißt und die Weihnachtsbeleuchtung anschaltet. Das war der einzige Moment, wo sie sich nicht über Weihnachten aufregte, es war der einzige Moment in dieser Jahreszeit, der Spaß machte.
Auf ihrer Uhr war es eine Minute nach acht, in ihrer Packung war es erst zu ungefähr 50 Gramm leerer geworden, als die Beleuchtung ansprang und die Dunkelheit erdrückte. Sie nahm ihre Brille ab und legte sie neben Toms. Beide waren kurzsichtig und die Lichter verschwommen zu großen undurchdringlichen Kugeln, die ineinander verschwommen. Aber wenn sie sich konzentrierten konnte sie die zentralen Punkte der Lichtkugeln scharf stellen und wieder verschwimmen lassen. Es war ein Spiel, dass von ihren Augen gelenkt wurde, und dass ihnen die schönsten, hässlichsten, komischsten Figuren, Charaktere, Gegenstände, Geschichten zauberte.
„Okay, 10 Uhr. Das sieht aus wie eine Clownsmaske.“
„Für mich ist das ein Hirsch.“
„Nein, der Hirsch ist auf 11 Uhr, ich mein 10 Uhr.“
„Ach da, na ja, aber nur mit viel Fantasie.“
„Die ich hab, und du nicht.“
Tom schlug ihr sanft auf den Arm, und notierte dann Hirsch und Clownsmaske. Später würden sie die Wörter zum Schreiben verwenden.
„So zehn Minuten vor eins, Auto.“
„Auto? Wie unkreativ.“
„Wenn es nun mal ein Auto ist?“
„Das ist kein Auto.“
„Wie auch immer. Für mich ist das ein Auto, schreib auf.“
„Ich werde nicht einfach Auto aufschreiben, du musst mir schon die Marke nennen.“
„Macho.“
„Ich bin schwul, ich kann gar kein Macho sein.“ Tom hob arrogant den Kopf, um seine Pracht zur Schau zu stellen, die sie nicht sehen konnte und eh schon kannte.
„Wenn du wirklich schwul wärst, würde dich die Automarke einen Scheißdreck interessieren.“
„Sag mir wenigstens, ob es eine Knutschkugel ist oder ein richtiges Auto.“
„Knutschkugel.“
„Das zählt dann eh nicht.“
Jetzt war sie an der Reihe ihn auf den Arm zu schlagen, aber sie haute auch schon mal kräftiger zu.
„Au.“ Beziehungsweise, Tom tat so, als würde sie kräftiger zuhauen.
„Nun tu nicht so. Okay, halb zwölf, das sieht aus wie eine dieser komischen …“ Der Rest des Satzes ging in schallendem Gelächter unter, denn die Stadt war gerade in Dunkelheit gefallen.
„Was soll das denn?“, fragte Tom mit gespielt-genervter Stimme, während sie weiterhin lautstark lachte und ihr Tränen die Wange runter liefen, aber nicht weit kamen, weil die Kälte sie aufhielt.
Tom setzte seine Brille wieder auf die Nase und stand kurz auf, um vom Balkon aus nach unten und nach links und rechts zu schauen.
„Sieht aus wie zumindest die Hälfte der Stadt, die wir sehen können.“
„Oh mein Gott, das ist das Beste überhaupt.“
„Es ist schon recht amüsant.“
„Tom, du bist so extravagant.“, kicherte sie, während auch sie ihre Brille zurück zum angestammten Platz führte.
„Immer doch gerne. Hey, jetzt können wir nach Sternzeichen suchen.“
„Kennst du welche, außer den großen und kleinen Wagen?“
„Nein, aber wir können ja welche erfinden.“
„Okay.“, sagte sie und stocherte mit ihrem Löffel auf den Block Eis ein.„Ich glaub, das Eis wird mit jeder Minute härter.“
„Hier, stell es zurück ins Gefrierfach zum Auftauen.“
Sie lachte. Seit sie Tom kannte, mochte sie den 1. Dezember.
Titel: Schneewind
Autor: leviathans_moon, so wie oben
Challenge: Auch Alles ist erleuchtet
Fandom: Merlin (Aber man muss es nicht kennen)
Characters: Merlin, Morgana, Arthur wird erwähnt in all seiner Pracht
Wörter: 600
Warning: PG, keine bösen Flüche
Kommentar: ich bin eigentlich überhaupt nicht der Mensch für FFs, also falls das hier zu komisch ist, mag es daran liegen.
Disclaimer: *heulschluchzflennsterb* alle, und insbesondere Merlin und sein dazugehöriger Shauspieler, gehören mir leider nicht *sichvorzugwerf* das ist so nicht passiert, und wird wohl auch nicht
Merlin kam die große Treppe runter, beide Arme voll mit Hemden, Hosen und Schuhen, die ihm Arthur entgegen geworfen hatte, mit der üblichen Bitte („Das, das, das, das, das und das muss gewaschen werden. Die Schuhe müssen geflickt werden, und du hast meine Rüstung immer noch nicht gesäubert, Merlin!“).
Der Innenhof war wie leergefegt, nur die bewaffneten Arme der Wachen am Tor waren zu sehen. Es war zu kalt, um sich nach draußen zu trauen für mehr als die notwendigen Tätigkeiten. Natürlich interessierte Arthur das herzlich wenig. Merlin wusste, dass Morgana Gwen nach Hause geschickt hatte, aber Arthur brauchte ja unbedingt seine frisch gewaschenen Sachen am besten gestern. Merlin war sich sicher, dass Arthur sich nur für irgendwas rächen wollte, nur was wusste er nicht für was genau. Es gab zu viele Möglichkeiten.
Es könnte immer noch für die Ratte im Bett sein. Aber das war nun wirklich nicht seine Schuld gewesen. Dass er gelacht hat und die Ratte am Ende nur freigelassen und nicht getötet hat, ja, aber dass sie dort war, definitiv nicht seine Schuld.
Der Schnee auf der Treppe knarrte unter seinen Schuhen und er blickte zurück, um seine Fußabdrücke zu verfolgen. Es war erst das zweite Paar auf der sonst noch unberührten Schneedecke. Das andere Paar ging nach links ab in die Gewölbe des Schlosses, um in deren Labyrinth zu verschwinden. Merlins Fußabdrücke würden nun die Unberührtheit, die Unschuld des Schnees im Hof zerstören.
Er blieb am Ende der Treppe stehen, mit seinem Bündel in den Armen und starrte auf den Schnee. An den Seiten flackerten Fackelfeuer im Wind und warfen einen orangen Schatten über den Hof. Der Schnee war in der Mitte gefärbt vom Licht und schimmerte beruhigend. Merlin fühlte eine Ruhe ihn durchströmen und er wollte diesen Frieden nicht stören.
Doch der Wind nahm ihm diese Entscheidung ab. Eine Böe schlängelte sich an den Türmen vorbei in den Innenhof, umspielte kurz Merlin selbst, zerzauste sein dunkles Haar, schlang seine Jacke enger um ihn, und wehte dann hinaus auf die orange Wiese. Dort griff sie nach den einzelnen Flocken und zerrte sie aus ihrem Schlaf hinaus in die Nacht. Die Farbe ging verloren, sie wurden zu kleinen, beinahe durchsichtigen Banalitäten und wurden fortgerissen.
Merlin sah ihnen nach und wünschte sie sich zurück. Die erste Böe wurde von einer zweiten verstärkt und die Flocken fingen an zu tanzen, zu kämpfen in der Symbiose des Windes. Merlin trat auf die Decke, fühlte sich betrügerisch bei jedem Schritt, als würde er mit jedem Schritt den Frieden, die Ruhe nur in größere Entfernung bringen. Die Böen tanzten in der Mitte umeinander und kreierten Chaos. Merlin wollte wissen, wie es sich anfühlt und trat zwischen sie.
Sofort zogen sie nach oben, wie erschrocken von seiner Präsenz, und nahmen ihre Opfer mit, um sie woanders herabsegeln zu lassen. Merlin verlor sie in der Dunkelheit des Himmels, und wünschte sie sich zurück.
Morgana hätte sie noch sehen können bis zur Spitze des höchsten Turmes, doch ihr Blick war auf die dunkelhaarige Figur im Hof fixiert. Etwas, was sich bisher ihrer Erkenntnis entzogen hatte, schlich sich in ihr Gehirn, und sie wagte es kaum, den Gedanken zu denken. Als Merlin zu ihr hochsah, als hätte er ihren Blick wie einen Stich auf die nackte Haut gespürt, nistete sich dieser Gedanke ein, und sie wollte zu ihm herunter schreien, dass er sie nicht mehr anlügen soll.
Und er wandte den Blick ab, mit gesenktem Kopf, umklammerte fester sein Bündel und rannte der Wärme und Gaius’ gut gemeinten Ratschlägen entgegen, und wollte eigentlich zu Morgana rennen und ihr sagen: „Ich auch. Du bist nicht allein.“
Titel: Kommt der Osterhase zu Heiligabend, Mama?
Autor: Ich, sprich, also ich
Challenge: Alles ist erleuchtet.
Characters: Original: Tom, OFC (meine eigenen)
Warning: PG, ein paar Ausdrücke, aber nichts Schlimmes
Wörter: 1034
Kommentar: Es wurde nicht gebetaed, und es ist spät, also falls Fehler drin sind, bitte drauf aufmerksam machen. Kohärenz war nicht meine Aufgabe.
Es klingelte, aber als sie durch den Spion blickte, gähnte ihr Leere entgegen. Sie öffnete verwirrt die Tür und fand vor sich auf dem Boden ein kleines Körbchen, das mit Kunstgras ausgelegt war und Schoko-Osterhasen und bunte Eier beherbergte.
„Frohe Weihnachten!“ Toms dunkelhaariger Schopf, der kleine, spitze Ohren und den Großteil einer unscheinbaren Brille versteckte, lugte um die Ecke und grinste sie an. Sie lachte laut auf und es schallte den Aufgang hinunter. Sie hob das Körbchen auf, küsste ihn auf die Wange und sagte mit leiser, sanfter Stimme:
„Danke!“
Sie schlurfte mit ihren dick eingewickelten Füßen ins Wohnzimmer ihrer kleinen Zwei-Raum-Wohnung und stellte das Körbchen auf den runden Holztisch.
„Soll ich gleich eingepackt bleiben?“
„Ja, ich hol nur schnell das Eis und die Getränke. Kannst schon rausgehen. Und nimm die Decken mit.“
Die Decken lagen übereinander gestapelt auf der vordersten Ecke der Couch, zwei für ihn, drei für sie. Er legte jeweils eine auf die zwei Stühle, die auf dem Balkon standen und in Richtung Stadt blickten. Er war schon dabei, es sich gemütlich zu machen, als sie mit einem Tablett auf den Balkon kam, eingewickelt in vier Paar Socken plus Winterstiefel, und es war nicht einfach gewesen, die anzuziehen, 3 Pullover plus Wintermantel, Schal, Mütze und Handschuhe. Die drei Decken wurden zusätzlich in strategischen Plätzen um sie herum gewickelt, so dass jede Stelle abgedeckt, aber trotzdem genug Armfreiheit gegeben war.
Fast gleichzeitig griffen sie und Tom nach ihren 500-Gramm-Eispackungen und stürzten sich mit unbeugsamen Enthusiasmus auf die Macademia-Nuss-Köstlichkeit.
„Und, was machst du nächstes Jahr zu Silvester?“, fragte Tom amüsiert, während er mit seinem durchaus gefährdeten Löffel versuchte einen essbaren Teil von der harten Masse abzulösen.
„Hör bloß auf, ich wurde das erste Mal im August gefragt.“
„Na ja, es war ein beschissenes Jahr, die Leute wollen, dass es vorbei ist.“
„Die Leute wollen jedes Jahr, dass das Jahr vorbei ist.“
Wer sie als Freundin zählen durfte, wusste, dass sie Weihnachten/Silvester/den gesamten Monat Dezember hasste. Nicht nur, dass anderthalb Monate lang eine riesige Duftwolke Zimt über der Welt hing, oder dass grässlich psychedelische Lichter in Herzform oder Sternschnuppenform oder Engelsform an jedem Fenster klebten, oder dass jeder einen mit der Frage belästigte, ob man denn schon alle Geschenke hätte, Weihnachten war auch nicht unbedingt das Fest der Liebe und Familie für sie, wie es vielleicht für andere sein mochte. Es war irritierend und nervig, jedes Jahr aufs Neue koordinieren zu müssen, bei welchem Teil ihrer gestörten Familie sie welchen Feiertag mit wie viel Stunden Aufenthalt verbringen sollte. Jedes Jahr dachte sie darüber nach, ihre Familie anzuschreien: „Zündet euch selbst und eure dämlichen Kerzen an und fresst bis ihr platzt, aber lasst mich in Ruhe!“, aber sie wurde gut erzogen und würde ein unglaublich schlechtes Gewissen bekommen, und das würde ihre Weihnachten auch nicht unbedingt besser machen. Also erträgt sie es, und meckert, und hält sich die Nase zu, in fast jedem Laden.
Und freute sich auf den 1. Dezember, an dem Tom um kurz vor acht auf der Matte stand, um mit ihr von ihren Balkon aus darauf zu warten, dass die Stadt mal wieder den halben Haushalt aus dem Fenster schmeißt und die Weihnachtsbeleuchtung anschaltet. Das war der einzige Moment, wo sie sich nicht über Weihnachten aufregte, es war der einzige Moment in dieser Jahreszeit, der Spaß machte.
Auf ihrer Uhr war es eine Minute nach acht, in ihrer Packung war es erst zu ungefähr 50 Gramm leerer geworden, als die Beleuchtung ansprang und die Dunkelheit erdrückte. Sie nahm ihre Brille ab und legte sie neben Toms. Beide waren kurzsichtig und die Lichter verschwommen zu großen undurchdringlichen Kugeln, die ineinander verschwommen. Aber wenn sie sich konzentrierten konnte sie die zentralen Punkte der Lichtkugeln scharf stellen und wieder verschwimmen lassen. Es war ein Spiel, dass von ihren Augen gelenkt wurde, und dass ihnen die schönsten, hässlichsten, komischsten Figuren, Charaktere, Gegenstände, Geschichten zauberte.
„Okay, 10 Uhr. Das sieht aus wie eine Clownsmaske.“
„Für mich ist das ein Hirsch.“
„Nein, der Hirsch ist auf 11 Uhr, ich mein 10 Uhr.“
„Ach da, na ja, aber nur mit viel Fantasie.“
„Die ich hab, und du nicht.“
Tom schlug ihr sanft auf den Arm, und notierte dann Hirsch und Clownsmaske. Später würden sie die Wörter zum Schreiben verwenden.
„So zehn Minuten vor eins, Auto.“
„Auto? Wie unkreativ.“
„Wenn es nun mal ein Auto ist?“
„Das ist kein Auto.“
„Wie auch immer. Für mich ist das ein Auto, schreib auf.“
„Ich werde nicht einfach Auto aufschreiben, du musst mir schon die Marke nennen.“
„Macho.“
„Ich bin schwul, ich kann gar kein Macho sein.“ Tom hob arrogant den Kopf, um seine Pracht zur Schau zu stellen, die sie nicht sehen konnte und eh schon kannte.
„Wenn du wirklich schwul wärst, würde dich die Automarke einen Scheißdreck interessieren.“
„Sag mir wenigstens, ob es eine Knutschkugel ist oder ein richtiges Auto.“
„Knutschkugel.“
„Das zählt dann eh nicht.“
Jetzt war sie an der Reihe ihn auf den Arm zu schlagen, aber sie haute auch schon mal kräftiger zu.
„Au.“ Beziehungsweise, Tom tat so, als würde sie kräftiger zuhauen.
„Nun tu nicht so. Okay, halb zwölf, das sieht aus wie eine dieser komischen …“ Der Rest des Satzes ging in schallendem Gelächter unter, denn die Stadt war gerade in Dunkelheit gefallen.
„Was soll das denn?“, fragte Tom mit gespielt-genervter Stimme, während sie weiterhin lautstark lachte und ihr Tränen die Wange runter liefen, aber nicht weit kamen, weil die Kälte sie aufhielt.
Tom setzte seine Brille wieder auf die Nase und stand kurz auf, um vom Balkon aus nach unten und nach links und rechts zu schauen.
„Sieht aus wie zumindest die Hälfte der Stadt, die wir sehen können.“
„Oh mein Gott, das ist das Beste überhaupt.“
„Es ist schon recht amüsant.“
„Tom, du bist so extravagant.“, kicherte sie, während auch sie ihre Brille zurück zum angestammten Platz führte.
„Immer doch gerne. Hey, jetzt können wir nach Sternzeichen suchen.“
„Kennst du welche, außer den großen und kleinen Wagen?“
„Nein, aber wir können ja welche erfinden.“
„Okay.“, sagte sie und stocherte mit ihrem Löffel auf den Block Eis ein.„Ich glaub, das Eis wird mit jeder Minute härter.“
„Hier, stell es zurück ins Gefrierfach zum Auftauen.“
Sie lachte. Seit sie Tom kannte, mochte sie den 1. Dezember.
Titel: Schneewind
Autor: leviathans_moon, so wie oben
Challenge: Auch Alles ist erleuchtet
Fandom: Merlin (Aber man muss es nicht kennen)
Characters: Merlin, Morgana, Arthur wird erwähnt in all seiner Pracht
Wörter: 600
Warning: PG, keine bösen Flüche
Kommentar: ich bin eigentlich überhaupt nicht der Mensch für FFs, also falls das hier zu komisch ist, mag es daran liegen.
Disclaimer: *heulschluchzflennsterb* alle, und insbesondere Merlin und sein dazugehöriger Shauspieler, gehören mir leider nicht *sichvorzugwerf* das ist so nicht passiert, und wird wohl auch nicht
Merlin kam die große Treppe runter, beide Arme voll mit Hemden, Hosen und Schuhen, die ihm Arthur entgegen geworfen hatte, mit der üblichen Bitte („Das, das, das, das, das und das muss gewaschen werden. Die Schuhe müssen geflickt werden, und du hast meine Rüstung immer noch nicht gesäubert, Merlin!“).
Der Innenhof war wie leergefegt, nur die bewaffneten Arme der Wachen am Tor waren zu sehen. Es war zu kalt, um sich nach draußen zu trauen für mehr als die notwendigen Tätigkeiten. Natürlich interessierte Arthur das herzlich wenig. Merlin wusste, dass Morgana Gwen nach Hause geschickt hatte, aber Arthur brauchte ja unbedingt seine frisch gewaschenen Sachen am besten gestern. Merlin war sich sicher, dass Arthur sich nur für irgendwas rächen wollte, nur was wusste er nicht für was genau. Es gab zu viele Möglichkeiten.
Es könnte immer noch für die Ratte im Bett sein. Aber das war nun wirklich nicht seine Schuld gewesen. Dass er gelacht hat und die Ratte am Ende nur freigelassen und nicht getötet hat, ja, aber dass sie dort war, definitiv nicht seine Schuld.
Der Schnee auf der Treppe knarrte unter seinen Schuhen und er blickte zurück, um seine Fußabdrücke zu verfolgen. Es war erst das zweite Paar auf der sonst noch unberührten Schneedecke. Das andere Paar ging nach links ab in die Gewölbe des Schlosses, um in deren Labyrinth zu verschwinden. Merlins Fußabdrücke würden nun die Unberührtheit, die Unschuld des Schnees im Hof zerstören.
Er blieb am Ende der Treppe stehen, mit seinem Bündel in den Armen und starrte auf den Schnee. An den Seiten flackerten Fackelfeuer im Wind und warfen einen orangen Schatten über den Hof. Der Schnee war in der Mitte gefärbt vom Licht und schimmerte beruhigend. Merlin fühlte eine Ruhe ihn durchströmen und er wollte diesen Frieden nicht stören.
Doch der Wind nahm ihm diese Entscheidung ab. Eine Böe schlängelte sich an den Türmen vorbei in den Innenhof, umspielte kurz Merlin selbst, zerzauste sein dunkles Haar, schlang seine Jacke enger um ihn, und wehte dann hinaus auf die orange Wiese. Dort griff sie nach den einzelnen Flocken und zerrte sie aus ihrem Schlaf hinaus in die Nacht. Die Farbe ging verloren, sie wurden zu kleinen, beinahe durchsichtigen Banalitäten und wurden fortgerissen.
Merlin sah ihnen nach und wünschte sie sich zurück. Die erste Böe wurde von einer zweiten verstärkt und die Flocken fingen an zu tanzen, zu kämpfen in der Symbiose des Windes. Merlin trat auf die Decke, fühlte sich betrügerisch bei jedem Schritt, als würde er mit jedem Schritt den Frieden, die Ruhe nur in größere Entfernung bringen. Die Böen tanzten in der Mitte umeinander und kreierten Chaos. Merlin wollte wissen, wie es sich anfühlt und trat zwischen sie.
Sofort zogen sie nach oben, wie erschrocken von seiner Präsenz, und nahmen ihre Opfer mit, um sie woanders herabsegeln zu lassen. Merlin verlor sie in der Dunkelheit des Himmels, und wünschte sie sich zurück.
Morgana hätte sie noch sehen können bis zur Spitze des höchsten Turmes, doch ihr Blick war auf die dunkelhaarige Figur im Hof fixiert. Etwas, was sich bisher ihrer Erkenntnis entzogen hatte, schlich sich in ihr Gehirn, und sie wagte es kaum, den Gedanken zu denken. Als Merlin zu ihr hochsah, als hätte er ihren Blick wie einen Stich auf die nackte Haut gespürt, nistete sich dieser Gedanke ein, und sie wollte zu ihm herunter schreien, dass er sie nicht mehr anlügen soll.
Und er wandte den Blick ab, mit gesenktem Kopf, umklammerte fester sein Bündel und rannte der Wärme und Gaius’ gut gemeinten Ratschlägen entgegen, und wollte eigentlich zu Morgana rennen und ihr sagen: „Ich auch. Du bist nicht allein.“
no subject
Date: 2009-12-06 10:45 am (UTC)Ich finde beide Geschichten ganz großartig.
Die erste ist ein wenig Weihnachten, wie es sein sollte und die Idee, warm eingepackt auf dem Balkon Eis zu essen allein schon, ist toll. Die Freundschaft zwischen den beiden ist so warmherzig geschrieben.
Und Merlin *hach* Genau das wünsche ich mir in der Serie. Irgendwann müssen sie doch mal darüber sprechen!
Vielen Dank fürs Schreiben - das Lesen hat sehr viel Spaß gemacht!
no subject
Date: 2009-12-06 12:45 pm (UTC)no subject
Date: 2009-12-06 01:12 pm (UTC)no subject
Date: 2009-12-06 10:08 pm (UTC)Und Arthur muss es ja auch irgendwann mal erfahren, aber es scheint momentan eher in die andere Richtung zu gehen T_T
Danke, dass hör ich gern und selten *lach*
Das Bild ist von hier: http://kitsuneko.deviantart.com/art/Yvaine-pose-1-11886440
und beruht auf "Stardust" und der Spruch beruht etwas abgewandelt auf einem Oscar Wilde Zitat:
"We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars."
Das waren jetzt wahrscheinlich mehr Informationen als Du haben wolltest ^^
no subject
Date: 2009-12-06 10:23 pm (UTC)ich mag oscar wilde und ich find es gut, was du daraus gemacht hast.
no subject
Date: 2009-12-06 12:39 pm (UTC)Lichter rätseln klingt wie eine sehr schöne Beschäftigung und Eis ist immer prima.
Und die Beschreibung vom Schnee im zweiten Teil. Weiß gar nicht was du hast, es ist super geworden. So warm und so Merlin und überhaupt. XD
no subject
Date: 2009-12-06 12:41 pm (UTC)ich fühl mich immer leicht unwohl, wenn ich mich an ffs versuche und ich kann das auch nicht so wirklich abschalten, aber schön, dass es dir gefallen hat.
no subject
Date: 2009-12-06 02:36 pm (UTC)Beide.
Zu mehr ist leider keine Zeit, aber vielleicht reicht dir schon das. ;)
Danke!
no subject
Date: 2009-12-06 03:10 pm (UTC)no subject
Date: 2009-12-06 03:01 pm (UTC)Schöne Stimmung in der ersten Geschichte =)
Danke für Tür Nr. 6 ^^
no subject
Date: 2009-12-06 03:11 pm (UTC)no subject
Date: 2009-12-06 10:43 pm (UTC)Sehr schöne Geschichte, die trotz weihnachtshassender Protagonistin sehr schön weihnachtlich ist. =) Tom mochte ich auch sehr gerne. Der darf jederzeit bei mir am 1.Dezember auftauchen und Schokolade mitbringen!!
#2 Das fängt so lolig an, mit Merlin, der mal wieder von Arthur schikaniert wird. Und dann wird es so düster. óò Aber wirklich schön. Ich liebe diese schweigende Verbundenheit, die manchmal zwischen Merlin und Morgana herrscht (auch schon in der 1. Staffel). Hoffentlich kommt zu den beiden auch bald was in der Serie. =)
Sehr schöne traurige FF.
no subject
Date: 2009-12-06 10:50 pm (UTC)Ich war auch überrascht wie weihnachtlich ich es doch hingekriegt habe. der erste Versuch war nicht ganz so fluffig gewesen. war also vielleicht doch gut, dass mir mein computer abgestürzt ist.
#2 ich wollte auch erst völlig lolacious schreiben, aber dann kam mir dieses Bild vom fliegenden Schnee in den Kopf und wie Morgana das sieht und es sich für sie wie Magie anfühlt, und dann wurde es immer düsterer und angstiger. aber du wolltest ja angst. du hast ja praktisch drum gebettelt^^.
no subject
Date: 2009-12-06 10:51 pm (UTC)Okay ja, ich maaag Angst. ;P
Ich gebs zu. *g* Und du magst Angst doch auch. Alle glücklich.
Und Morgana wird bei mir auch immer angstiger als geplant.
no subject
Date: 2009-12-11 06:09 am (UTC)Wenn nein, was willst du denn für einen haben? Deinen Nickname?