[identity profile] hope-calaris.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Star Trek (Reboot!verse), Modern!Day!Juilliard!AU – ihr müsst ST in keinster Weise kennen.
Inhalt: Bwp – ballet witout plot laut [livejournal.com profile] keksdiebin .
Charaktere: Kirk und Bones (und da könnt ihr euch so viel pre-slash oder friendship reindenken wie ihr wollt), Ria und Kyoko (Charaktere aus dem Unaware!verse von rei und mir, aber das müsst ihr nicht kennen um das hier zu verstehen.)
Altersfreigabe: PG
Anmerkung: Was hab ich mir nur dabei gedacht? Es hat keine Handlung, ich habe keinen Plan von Musik und Tanz und ... nun ja. Wenn möglich, hört Yann Tiersens „Comptine d’un autre été l’aprés midi“ beim Lesen.
Disclaimer: Ja, hinter mir grast ein Einhorn und der Himmel wird von einem glitzernden Regenbogen überspannt. Genauso wahr ist auch das, was ihr hier lest.

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Privatvorführung

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„Ich sag dir, wir haben uns verlaufen.“

„Haben wir nicht.“

„Der Flur ist nicht mal ordentlich beleuchtet! Und bald ist der Campus eingeschneit und wir kommen nicht mehr zum Rose Building.“

„Blödsinn, das ist nur fünf Schritte weg!“

„Fünf Schritte zu viel im kalten, kalten New Yorker Winter, wenn du mich fragst!“

„Das ist nicht kalt, du bist einfach nichts gewöhnt, Ria.“

„Was heißt hier, nichts gewöhnt? Ich komm aus – “ Doch weiter kam Ria nicht, denn ihre Zimmergenossin Kyoko blieb plötzlich vor ihr stehen und Ria lief in sie hinein. Soviel zu der Grazie einer Schauspielerin.

„Hmmpff, Kyo!“

„Hörst du das?“ Kyoko legte ihren Kopf schief und begann, leicht mit dem Fuß zu wippen. Ria zog für einen Moment die Augenbrauen zusammen, aber dann hörte sie es auch. Klaviermusik drang vom anderen Ende des weihnachtlich dekorierten Flures zu ihnen hinüber.

„Morgen beginnen die Weihnachtsferien, wer übt denn – “ Und wieder wurde Ria von ihrer Freundin unterbrochen, denn die zog sie jetzt am Ärmel ihres Wintermantels in die Richtung aus der die Musik kam.

„Shhhh.“ Kyoko legte den Zeigefinger an die Lippen und blieb schließlich vor der Glaswand stehen, die das Tanzstudio aus dem die Musik kam vom Flur trennte. Das Studio war nur spärlich beleuchtet; eine einzelne Lampe beim Klavier half dabei, die Noten lesen zu können. Ansonsten waren es die bunten Lichter des Broadways unter dem Gebäude, die sich in all den Spiegeln reflektierten und ein Kaleidoskop aus Farben erschufen, das den Mann am Klavier einhüllte.

„Kyo, ich halte das für keine gute Idee“, sagte Ria und zog wiederum Kyo am Ärmel, doch die ignorierte sie völlig und trat stattdessen an die andere Wand des Flures und wurde vollständig von der Dunkelheit verschluckt.

Ria seufzte leise, aber gesellte sich schließlich zu ihrer Freundin, die die Wand entlang auf den Boden gerutscht war und andächtig der Musik lauschte.

„Ist es nicht schön?“, fragte Kyoko leise und lehnte ihren Kopf gegen Rias Schulter.

„Ja, ist es“, musste Ria nach einigen Momenten schließlich zugeben.

„Kennst du ihn?“

„Du passt beim Mittagsklatschtisch nie auf, nicht?“, fragte Ria schmunzelnd und erntete dafür einen Rippenstoß.

„Aua ... “

„Sag schon, wer ist das?“

„Das ist McCoy.“ Durch die Glaswand beobachtete Ria, wie seine Finger beinahe mühelos über die Tastatur des Steinway Flügels schwebten und ihm Töne entlockten, die sie wie warmer Schnee einhüllten. McCoy hatte die Augen halb geschlossen und es schien, als ob sein ganzer Körper dem Takt der Musik folgte. Ria hatte nie ein Instrument gespielt, die Bühne war ihr Leben, aber als sie McCoy betrachtete wirkte es fast so, als könnte sie die Handlung der Musik an seinen Bewegungen ablesen.

Die Musik wurde leiser und langsamer und verklang schließlich ganz. Ria war versucht, Kyoko anzustupsen und zu gehen, aber sie wurde abgelenkt, als sich aus dem Halbdunkel des Tanzstudios eine Figur vom Boden erhob und zu McCoy am Klavier hinüber ging.

„Wo kommt er auf einmal her?“, fragte Ria in die Dunkelheit hinein und bekam als Antwort ein Schulterzucken von Kyoko.

„Ist das Kirk?“

„Schh, nicht so laut“, ermahnte Ria ihre Freundin.

„Aber es ist Kirk, richtig?“

„Ja.“

Durch die Glaswand drang gedämpft die Konversation zu ihnen hinüber und obwohl Ria das Gefühl hatte, sie sollten hier nicht sein, konnte sie sich doch irgendwie nicht dazu überreden, aufzustehen und Kyoko hinter sich her zu schleifen.

Kirk und McCoy gehörten genauso zum Campusklatsch wie die Affäre eines Dozenten mit seiner besten Gesangsschülerin. Man kam einfach nicht drum herum. Kirk war überredet worden (und bei allen Göttern, wer musste überredet werden beim Juilliard anzufangen?) hier zu studieren und war einer der wenigen Ausgewählten, die ihr Studium in drei statt vier Jahren schaffen würden. Nicht, dass Ria darauf Wert legte, Kirks Übungspensum musste der Horror sein und sie kam mit ihren normalen Erstsemesterkursen schon kaum hinterher.

„Genug gelesen?“, hörten sie McCoys Stimme aus dem Studio kommen.

„Wenn ich nie wieder etwas über die Alexander-Methode ausarbeiten muss ist es immer noch zu früh“, erwiderte Kirk mit einem Lächeln und reckte seine Arme in die Luft.

„Du siehst müde aus.“

„Und du überarbeitet“, erwiderte Kirk und lehnte sich über den Flügel hin zu McCoy. „Wie ist deine Klausur über Musikgeschichte gelaufen?“

„Ach“, McCoy wedelte ein wenig mit der Hand in der Luft rum. „Nachdem du die letzte Woche damit zugebracht hast, mir überall aufzulauern und mich abzufragen ... ganz gut, denke ich.“

Kirk drehte sich einmal auf der Stelle, bevor er seine Brille absetzte und auf den Flügel legte. „Wusste ich doch“, sagte er grinsend über seine Schulter zu McCoy und ging ein paar Schritte in die Mitte des Flures. „Spielst du?“

„Hab ich das nicht die ganze Zeit getan?“, kam die gegrummelte Antwort von McCoy und neben Ria kicherte Kyoko stumm vor sich hin.

Kirk lachte leise und begann sich zu bewegen, als McCoy die ersten Töne aus dem Klavier hervorholte und Kyoko hob ihren Kopf von Rias Schulter um Kirk besser sehen zu können.

Das schwache Licht im Studio und von draußen reichte gerade aus, um Kirks Silhouette zu betonen und seine Bewegungen für Ria und Kyoko sichtbar zu machen. Es war kein klassisches Ballett, was er zu der Musik tanzte, so viel konnte Ria sagen. Es sah eher nach fließender Improvisation aus, als ob er die Musik in sich aufsog und direkt wiedergab was er dabei fühlte. Manchmal waren seine Bewegungen so schnell und mühelos, dass sich Ria fragte wie er plötzlich auf die andere Seite des Raumes gekommen war. Und manchmal waren sie so langsam und behutsam, dass er über den Boden zu schweben schien. Und über allem schmiegte sich die Melodie und hüllte sie ein, zog sie in diese Symbiose aus Tanz und Musik, so dass Ria den beginnenden Schneefall erst bemerkte, nachdem die letzten Töne auf dem Klavier verklungen waren und Kirk schwer atmend neben dem Klavier zu stehen kam.

„Jim, du hast deine Antihistaminika heute genommen, nicht?“ McCoys Stimme klang ungewohnt besorgt.

Ria konnte praktisch bis in den Flur hören, wie Kirk seine Augen verdrehte. „Ja, Bones. Es war einfach nur ein langes, anstrengendes Semester.“

Bones? Ria hatte diesen Spitznamen für McCoy noch nirgendwo sonst gehört. „Kyo, hast du den Spitznamen schon – “ Ria wandte sich an ihre Nachbarin, aber die war inzwischen gegen ihre Schulter gelehnt eingeschlafen. Ria seufzte. McCoy war gerade dabei, den Flügel zu schließen und seine Noten einzusammeln und Kirk bückte sich um seine Bücher aufzusammeln. Mit einer schlafenden Kyoko an ihrer Seite hatte Ria keine Chance mehr, den beiden Männern unerkannt zu entkommen.

Kirk trat als erster aus dem Tanzstudio, aber er schien keineswegs überrascht zu sein, die beiden Frauen auf dem Boden sitzend zu sehen. Stattdessen grinste er und schlang den Arm um Bones, der allerdings überrascht war. „Frohe Weihnachten“, sagte Kirk leise und nickte Ria im Vorbeigehen zu.

„Frohe Weihnachten“, erwiderte sie überrumpelt, aber da waren Kirk McCoy schon an ihr vorbei und gingen den Gang entlang. Sie starrte ihnen hinterher, wie sie so nah nebeneinander gingen dass sie im Halbdunkel des Flures beinahe zu einer Einheit verschmolzen.

„Hab’sch was verpasst?“, holte sie Kyokos schlaftrunkenes Gemurmel aus ihren Gedanken und sie lachte leise.

„Nur eine Privatvorführung.“ Sie stand auf und reichte Kyoko die Hand um ihr hoch zu helfen. „Komm jetzt, ich will noch Glühwein trinken bevor es morgen nach Hause geht.“

- fin


Date: 2009-12-01 11:08 am (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Sehr schöne, stimmungsvolle FF! =)
Besonders Ria und Kyoko habe ich inzwischen sehr ins Herz geschlossen. *beide puschel*
Und tanzenden Jungs? Immer ein Gewinn!
Vielen Dank für das schöne erste Türchen. ^_^

Date: 2009-12-01 06:48 pm (UTC)
From: [identity profile] janiebj.livejournal.com
Bones spielt Klavier. Kirk tanzt. Keiner wird verletzt. Wo ist mein Handtuch???
Tine bist du krank?

Date: 2009-12-01 08:02 pm (UTC)
From: [identity profile] khalaris.livejournal.com
Schön die beiden aus einer anderen Perspektive zu sehen. Und keine Verletzungen! Wie selten ;)

Date: 2009-12-02 07:59 pm (UTC)
From: [identity profile] underwater-fu.livejournal.com
Ich muss ja zugeben, Star Trek hat mich am Anfang etwas abgeschreckt, aber du hattest recht, es ging auch ohne =)
Danke jedenfalls für die erste schön zu lesende Tür (;

Lecker.

Date: 2009-12-03 03:55 pm (UTC)
From: [identity profile] uena.livejournal.com
„Das ist McCoy.“ Durch die Glaswand beobachtete Ria, wie seine Finger beinahe mühelos über die Tastatur des Steinway Flügels schwebten und ihm Töne entlockten, die sie wie warmer Schnee einhüllten. McCoy hatte die Augen halb geschlossen und es schien, als ob sein ganzer Körper dem Takt der Musik folgte.
Diese HÄNDE an einem Klavier sind machen mich schwach. Gut, zugegeben, diese Hände machen mich überall schwach. An einem Schwert. An einer Handfeuerwaffe. An Chris Pine. Völlig egal.

Kirk drehte sich einmal auf der Stelle, bevor er seine Brille absetzte und auf den Flügel legte. „Wusste ich doch“, sagte er grinsend über seine Schulter zu McCoy und ging ein paar Schritte in die Mitte des Flures. „Spielst du?“
Es ist eine dieser unheimlich hässlichen Brillen, klobig, mit schwarzem Gestell, die nur an Menschen wie Kirk gut aussehen, richtig? Richtig.

„Ach“, McCoy wedelte ein wenig mit der Hand in der Luft rum. „Nachdem du die letzte Woche damit zugebracht hast, mir überall aufzulauern und mich abzufragen ... ganz gut, denke ich.“
Wenn er das mit mir gemacht hätte, wär ich wahrscheinlich jedes Mal zu Tode erschreckt, hätte ihm eine verpasst ... und dann Küsschen auf die schmollende Unterlippe gedrückt. Denn ich mag schreckhaft sein, aber ich bin kein Unmensch.

„Jim, du hast deine Antihistaminika heute genommen, nicht?“ McCoys Stimme klang ungewohnt besorgt.
Ok. RANDOM.

Kirk trat als erster aus dem Tanzstudio, aber er schien keineswegs überrascht zu sein, die beiden Frauen auf dem Boden sitzend zu sehen. Stattdessen grinste er und schlang den Arm um Bones, der allerdings überrascht war. „Frohe Weihnachten“, sagte Kirk leise und nickte Ria im Vorbeigehen zu.
Die zwei Mädels sind hauptberufliche Stalker.
Und Jim macht nette Weihnachtsgeschenke.


Danke dafür!

Date: 2009-12-04 07:24 pm (UTC)
From: [identity profile] leviathans-moon.livejournal.com
ich weiß nicht, was du hast, ich finde du hast das wunderbar hingekriegt mit der atmosphäre und dem tanzen. auch wenn ich mit star trek nicht viel anfangen kann, die geschichte war toll, und ich mochte die beiden mädels.

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