The Fall

Oct. 22nd, 2009 11:30 pm
[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Original (das schöne, böse Tier)
Personen: Mamoru, Kentarô, random Tsubasa und Kazuya
Genre: h/c, wer hätt´s gedacht
Warnung: blutige Nasen, sap
Wörter: 798
Kommentar: Ich werfe wieder nur mit sinnlosem Romantik-Kitsch um mich. Würde gerne was mit mehr Substanz schreiben, aber nun ja... das hier ist mein Nano-Projekt und man will ja nicht das ganze Buch schon vor November schreiben. Sorry für´s Zumüllen der Comm.

Der Fall.
Mamoru sah ihn, als er den Platz erreichte, als es krachte und der Sicherheitsboden nachgab.
So atemlos, wie er war, hatte er zuerst die Hoffnung, Sauerstoffmangel würde seinem Gehirn einen Streich spielen. Eine Halluzination, ein Schleier der Fata Morgana.
Aber nein, der Fall war viel zu echt.
Der fallende Kentarô war viel zu echt.
Mamoru war umsonst so schnell gerannt, dass seine Lungen brannten, seine Nasenflügel weit aufgebläht von der trockenen Winterluft schmerzten. Er hatte es geahnt, aber er war zu spät gekommen.

Er schleppte sich vorwärts durch das Kreischen der Mädchen.
Kentarô war mitten in ihre Mitte gefallen. Mamoru stieß sich durch die Masse aus warmen, weichen, parfümierten Körpern, kleine Mädchen und Frauen, die mit ihren aufgerissenen Augen wirkten wie zitternde Schaufensterpuppen. Er war nie der Typ gewesen, der seine Ellenbogen einsetzte um irgendwie vorwärtszukommen.
Jetzt benutzte er sogar seine Nägel.
Und er konnte es fühlen.
Er spürte, wie die Schreie der Menschen zu einem Kreischen der Aufregung wurde. Die Stimmen begannen, über den Platz zu kriechen, versuchten, nach Kentarô zu fassen.

„Lasst mich mal bitte...“ Seine eigenen Worte klangen rau in seinen Ohren- und seltsam fremd. High Heels trampelten ihm auf die Turnschuhe, als ein Sog in Richtung Mitte des Platzes begann. Oben auf der Bühne- oder dem Rest derselben- stand der Moderator und versuchte stotternd auf die Menschenmenge einzureden.

„Bitte verhalten Sie Sich ruhig! Achten Sie auf Ihre Sicherheit...!“

Auf wessen Sicherheit?, dachte Mamoru höhnisch. Die Kette aus Mädchen schloss sich enger um ihn, nahm ihm den nötigen Atem, den er vom langen Laufen ohnehin dringend schöpfen musste.

Er fluchte leise.
„Könntet ihr mich vielleicht endlich mal durchlassen..!“, er schubste eine Frau im roten Mantel beiseite, doch sie wich sofort zurück an seine Seite, vor ihn, als wäre sie an einer unsichtbaren Feder zurückgeschnellt.

Dann sah er, wie zwei kräftige Männer Kentarô hochhoben. Sie trugen ihn aus der Menge und er sah dabei aus wie ein toter Heiliger, offensichtlich ohnmächtig, mit Blut an der Schläfe und erschlafften Gliedern. Arme streckten sich nach ihm aus mit zitternden Fingern, weiche, kleine Mädchenhände hielten Kentarôs, zogen, stützten, schoben und schienen ihn nie wieder loslassen zu wollen.

„Bitte, meine Damen, Ihre Sicherheit!“, röhrte die Stimme des Moderators schrill in Mamorus Ohren und erst jetzt bemerkte er, dass er keine Luft mehr bekam. Irgendetwas schnürte seine Brust ein.

Er bäumte sich auf, boxte einer Frau neben sich ins Gesicht, die Augen immerzu auf Kentarô gerichtet, der wie aufgebahrt aus dem Menschenmeer getragen wurde. Das letzte, was er mitbekam, bevor er das Bewusstsein verlor, war die Frau neben ihm, die ihn wild zurückboxte.

Durch einen grauen, milchfarbenen Schleier drang Kentarôs hübsches, blasses Gesicht.
Zuerst fragte ich mich, ob sie ihn schon wieder neu geschminkt hatten, doch die dunklen Ringe unter seinen Augen belehrten mich eines Besseren.
„Okay, wo bin ich hier?“, wollte ich fragen, aber ich schaffte es leider nicht einmal, meinen Mund zu öffnen.

Ich setzte mich auf, eindeutig zu schnell, wie ich feststellte. Die Welt schwankte ein-zwei Sekunden bedrohlich und ich versuchte, mich an meiner Krankenliege festzuhalten.
Hinter Ken erschien Kazuyas Gesicht und dann hörte ich Tsubasas Stimme.
Oh, dachte ich bitter, ich habe ein Fantreffen gewonnen.

Ken hielt mich bei den Schultern und schob mich ein wenig zurück, bis ich mich auf meine Ellenbogen aufstützen konnte.
Er kam näher, fast schon unangenehm nahe und ich spürte seine warme Hand an meiner Wange.
Wir sahen uns in die Augen- er sehr besorgt und selbst fast noch ohnmächtig- und ich zutiefst verwirrt.

„Bist du okay?“

„Eh...“ Ich sah kurz an mir herunter.
„Ehrlich gesagt...ich weiß es nicht.“

Wenn irgendwas mit mir wäre, müsste es doch wehtun. Oder? Es tat mir aber nichts weh. Rein gar nichts. Noch nicht.

Aber darüber konnte ich nicht weiter nachdenken, weil Kentarô plötzlich an mir hing.
Zugegeben, ein bisschen unbeholfen und ein bisschen zu plötzlich, weil er mich damit beinahe von der Liege zog. Doch seine Arme hatten sich um mich gelegt und seine bandagierte Schläfe war rauh an meinem Ohr.

„Deine Fans hätten mich fast zertrampelt.“, murmelte ich, aber in Wahrheit fühlte mich schlicht und ergreifend glücklich. Dass er sich um mich Sorgen gemacht hatte. Dass er mich hier antatschte, einfach so, vor seinen Freunden.
Dass er noch lebte.

„Das waren wahrscheinlich gar nicht seine.“, hörte ich Kazuya sagen.
„Das waren sicherlich Tsubasas. Oder meine. Würden meine Fans jemandem umrennen?“

Er bekam keine Antwort, aber ich konnte Tsubasas vorwurfsvolles Gesicht ganz deutlich spüren.

Ich legte einen Arm um ihn.
„Solange du okay bist, bin ich es auch.“

Und es war die grauenhafteste Liebeserklärung, die ich jemals hätte geben können. Aber wahrscheinlich waren die Umstände dafür einfach nicht die besten.

All diese Mädchen hatten versucht, ihn zu verschlucken. Das Geschrei hallte noch immer alptraumartig in meinen Ohren und es wollte einfach nicht weggehen.

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