[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Neon Genesis Evangelion
Pairing: Asuka x Kensuke aka wtf-Pairing of doom
Summary: Und wieder einmal streiten sie sich.
Challenge: #4 Die Stilaufgabe. Ja, alle Sätze meiner Dialoge sind Fragen. Und nein, eigentlich wollte ich nicht meine eigene Challenge beantworten, aber irgendwie kam es so.
Wörter: 971

Asuka konnte behaupten, was sie wollte.
Kensuke wusste trotzdem, dass tief in ihr ein romantikversessenes Prinzesschen schlummerte. Wer- wenn nicht er- wusste schon, was manchmal in ihr vorging, wenn sie sich in der Nacht in einem Anflug plötzlicher Gefühlswallungen an ihn drückte, ihm den Mund verschloss, ihn benebelte mit ihrem unglaublichen fabelhaften Geruch.

Wer- und diesmal nicht einmal er- wusste schon, warum sie immer wieder einen Streit mit ihm vom Zaun brach, einfach aus dem Nichts heraus. Warum sie plötzlich zickte und giftete und manchmal anfing zu schreien.
Er fühlte sich hilflos, ein wenig ausgeliefert. Touji nannte es Furie- er selbst wagte das nicht mal in seinen Gedanken.

Es zermürbte ihn.
Es machte ihn müde, sich immer und immer wieder um sie zu bemühen. Genau genommen hatte er seit drei, nein, vier Jahren niemals wirklich aufgehört, sie zu umbalzen. Eigentlich eine Tätigkeit, die man höchstens zwei bis drei Wochen zu tun brauchte. Aber Asuka war nun einmal ein ganz spezieller Fall.

Er saß auf dem Treppenpodest vor der Wohnung, wo sie ihn hingedrängt hatte. Der kalte Wind fuhr durch die Ritzen im Treppenhaus, überall pfiff und zischte es.
Warum nur?, fragte er sich, dieselbe stumme, dumpfe Frage wie seit Jahren.
Warum nur konnte er sich nicht einfach von ihr losmachen und sich ein bequemeres Mädchen suchen, ein liebevolleres?

Sein Daumen wanderte über das orange beleuchtete Display seines Handys. Toujis Name blinkte auf im Dämmerlicht des Treppenhauses, dann Shinjis, dann Misatos.

Kensuke blinzelte müde. Nein. Hier konnte niemand helfen. Außer er sich selbst.

Er presste das Handy gegen sein Ohr, gegen seine Schläfe und lauschte, wie in der Wohnung das Telefon schrill losbimmelte.

Einen Moment lang hoffte er, sie würde nicht rangehen, würde einfach nur stumm bleiben und das Ende dieses vierjährigen Elends besiegeln. Wie immer wollte er Asuka die Entscheidungsgewalt überlassen. So wie sie bisher immer alles entschieden hatte. Entschieden hatte, wann er zu ihr kommen sollte, wann er sie wo anfassen durfte- und wie-, wann sie zusammenzogen.

Doch Asuka nahm ab.
Ihr Atem zitterte in Kensukes Ohr, jagte ihm leichte, heißkalte Schauer über den Rücken.
Er stieß Luft durch die Nase aus.

„Was, wenn ich auf all das keine Lust mehr habe?“, sagte er dunkel und betrachtete über den Rand seiner Brillengläser die zu Matsch verwischten dunkelgrauen Gewitterwolken vor dem Treppenhausfenster.

„Was, wenn ich weggehe und nicht mehr wiederkomme?“

Er hörte, wie sie leicht die Nase hochzog. Und versuchte, es zu ignorieren. Es war lange her, dass er sie in eine Ecke gedrängt hatte. Asuka in einer Ecke war unberechenbar, war zuweilen kleiner, ängstlicher, verwundbarer als er sich je erträumt hatte. Und davor hatte er Angst.

„Willst du mir mit solch einer Lächerlichkeit drohen?“, murmelte sie bissig.

Kensuke lächelte bitter und stützte den Ellenbogen der freien Hand auf seinem Knie auf.

„Es ist doch so, oder?“
Irgendwo in der Ferne zuckte ein Blitz.
„Hast du nicht Angst davor, dass du es irgendwann mal zu weit treibst? Befürchtest du gar nicht, dass ich irgendwann einfach die Nase voll habe und weggehe, auf Nimmerwiedersehen? Und das, obwohl du mich eigentlich willst; denn....“

Er hielt kurz den Atem an.

„...warum solltest du sonst so lange an meiner Seite sein?“

Hast du nicht einfach nur Angst?, zuckte der Gedanke durch seinen Kopf und er konnte ihn gerade noch so für sich behalten.

Hast du nicht einfach nur Angst davor, dass ich wirklich verschwinden und nie wiederkommen kann? So wie deine Mutter?

Früher hatte er solche Fragen nicht gestellt. Aber die Zeiten hatten ihn mürbe gemacht. Wo war das Problem? Es gab keines. Asuka liebte es aber, welche aus nichts zu machen.

Er hatte sich lange mit all diesen Gedanken herumgeschlagen.
Warum sie ihn rauswarf, aber gleich wieder zu sich nahm. Warum sie nicht aufhörte, ihn an sich zu drücken, zu küssen, auf ihn zu warten.
Wenn man sich ganz nüchtern die Fakten betrachtete, gab es für all diese Handlungen eben nur eine Erklärung.

Und darin, etwas nüchtern zu betrachten, egal wie viele nagende Gefühle daran hingen, darin war Kensuke gut. Zumindest manchmal.

Hinter ihm quietschte die Wohnungstür und Asukas bleichgeweintes, von Wut verzerrtes Gesicht erschien. Sie hielt noch den Telefonhörer an ihrem Ohr.

Er hatte sich zu dem Geräusch umgedreht, den Mund halb geöffnet. Ganz langsam ließ er die Hand mit dem Handy sinken, klappte es zu und ließ den Ton, den das Telefon beim Auflegen machte, durch das Treppenhaus hallen.

„Würdest du...“
Er seufzte und erhob sich langsam, stieg die knarrenden zwei Stufen hoch bis er auf dem Wohnungspodest angekommen war und presste kurz die Lippen aufeinander.
„Würdest du mir sagen...?“

Asuka schaute ihn eine Weile nichtssagend an, dann schien sie zu bemerken, dass sie noch immer sinnloserweise das tutende Telefon am Ohr hatte. Sie machte ein knurrendes Geräusch und feuerte das Gerät wütend auf den Teppichboden zu ihren Füßen.
„Was?“, zischte sie quengelnd.

„Soll ich gehen?“, fragte er mit sanfter Stimme.
„Soll ich..?“
Seltsam, wie seine Sicht plötzlich etwas verschwommen wurde.
Es war ihm peinlich, äußerst peinlich.

„Soll ich mich von dir wegwerfen lassen, damit wir das hier nicht mehr durchmachen müssen, immer und immer wieder?“

Er sah schnell zur Seite, aber es schien zu spät zu sein.
Asuka starrte ihn an mit einem Blick, der tausend Dinge auf einmal sagte und nochmal so viele Fragen stellte. Sie schüttelte den Kopf, nickte, bedauerte, betonte- alles auf einmal.
Weil sie ihn zum Weinen gebracht hatte.
Brachte sie das etwa so sehr aus der Fassung?

Sie zog ihn an sich und schlang ihre warmen Arme um ihn.
Und als er sein feuchtes Gesicht, so gut es ging, in ihre Halsbeuge schmiegte und die Augen zupresste bis er weiße Sterne explodieren sah, wusste er, dass all das seinen Wert hatte.
Asuka litt an Selbstzerstörungssucht.
Und alles, was zu ihr gehörte, sollte ebenfalls zerstört werden.

Das berührte ihn auf eine seltsame Art und Weise unglaublich tief.

Date: 2009-10-13 09:41 pm (UTC)
ext_184151: (hold me)
From: [identity profile] nyx-chan.livejournal.com
HACH
Was hab ich die beiden irgendwie in letzter zeit vermisst? T^T
Sehr kuschligwarm, sehr süß - auch wenn ich sagen muss, das mir gerade nicht ganz danach ist. XD
<3

Date: 2009-10-13 10:08 pm (UTC)
ext_184151: (Default)
From: [identity profile] nyx-chan.livejournal.com
Kuschligwarm, weil als wenn sie ihn wegtreten würde, wenn er ernst macht !
Zu Anfang ist es ein wenig bitterlich, aber auch nicht ernsthaft, eher ein Wannabe. Daher die übliche Dosis wtf?!-Zucker ^^

Date: 2009-10-14 11:51 am (UTC)
From: [identity profile] nebel-kraehe.livejournal.com
Aw, schön <3
Die Dynamik zwischen den Beiden ist unglaublich toll und für die Dauer der fic kann ich sie mir wirklich zusammen vorstellen. Vor allem Asukas ängstlich-patzige Art hat mir sehr gefallen.

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