Existenzen (Original)
Oct. 7th, 2009 12:18 amTitle: Existenzen
Rating: PG-13
Wörter: ca. 780
Warnings: Mystery, dark, gen, sci-fi?, extrem seltsam
Sommer-Challenge: Gerstern war die Welt noch in Ordnung
Summary: Gestern war die Welt noch.
Kommentar: Ich weiß, wieder zu spät, aber immerhin. *drop* Eigentlich wollte ich zu der Challenge was anderes schreiben, was ich auch noch schreiben werde, aber erst mal das.
Sowas in der Art habe ich schon ewig im Kopf, man kann es nur so schlecht… beschreiben. *sigh* Egal, ich habe es versucht und ich bin an dieser Vorstellung kläglich gescheitert. Ich würde es gern noch mal neu schreiben, aber das vielleicht ein andermal. Dennoch mag ich diesen einen bestimmten Teil des Dialogs. *g*
Existenzen
Das Universum funktionierte nach einem Plan, von dem nur wenige wussten. Eigentlich wusste niemand davon, zumindest niemand, der lebte.
Es saß in einer Bar und trank eine giftgrüne Flüssigkeit, die in etwa die gleiche Farbe hatte, wie die Augen der Wesen, die diesen Planeten bewohnten. Sie waren für es schwer zu beschreiben, da es selbst keinen Standard besaß, mit dem es das Aussehen anderer vergleichen konnte.
Es hatte eine Form der Bewohner angenommen, ausgestattet mit durchschnittlichen Proportionen – unauffällig und leicht zu übersehen. So vermied es, angesprochen zu werden, das war jedenfalls die Absicht, dennoch setzte sich ein weibliches Exemplar der heimischen Spezies neben es und fing an zu sprechen.
„Du siehst etwas traurig aus, soll ich dir Gesellschaft leisten?“
Es legte den Kopf schief, eine Angewohnheit, die viele Spezies besaßen und die es sich angeeignet hatte – unbewusst. Es brauchte einen Moment, bis die noch unbekannte Sprache in sein Bewusstsein drang und es sie verstand.
Mit einer schnell generierten Stimme antwortete es: „Mir ist es gleich. Es spielt keine Rolle.“
Etwas irritiert von der seltsamen Antwort, veränderte sich die Mimik der Fremden, doch sie fing sich schnell wieder und zwinkerte mit zwei ihrer vier Augen.
„Dann bleib ich hier.“ Sie bestellte sich etwas zu trinken und wandte sich wieder an es. „Was machst du hier, du siehst so abwesend aus“, fragte sie neugierig und grinste.
„Ich bilde Erinnerungen von diesem Planeten.“
„Du drückst dich wirklich seltsam aus… Du ‚bildest Erinnerungen’. Das klingt, als kämst du von woanders.“
„Ja.“
„Was ja?“
„Ich komme von einem anderen Ort.“
Die Fremde schüttelte leicht irritiert den Kopf, vielleicht hätte sie sich doch woanders hinsetzen sollen.
„Welcher Ort ist das? Und was meinst du mit ‚Erinnerungen bilden’?“
„Der Ort ist nirgends, er ist nur da.“
„Das ergibt keinen Sinn.“
„Wenn man es weiß, versteht man es – er existiert nur. So wie ich.“
Sie wollte gerade erneut widersprechen, als es jedoch weiter sprach und die zweite Frage beantwortete: „Ich bilde Erinnerungen von diesem Planeten. Er ist interessant und schön. Es wäre Schade, wenn er vergessen würde.“
„Wieso sollte man diesen Planeten vergessen?“ Für sie ergab die Unterhaltung immer weniger Sinn.
„Weil ich ihn zerstören werde.“ Es konnte nicht Lügen.
„Diesen… Was redest du da? Wieso solltest du einen ganzen Planeten zerstören?!“
Inzwischen war sie sich sicher, dass ihr Gegenüber verrückt sein musste. Vielleicht sollte sie die Soldaten alarmieren.
Es drehte seinen Kopf zu ihr, der Ausdruck neutral, beinahe gleichgültig.
„Diese Spezies destabilisiert mit ihren Handlungen das Gleichgewicht des Universums. Ihr seid die Gewicht-Ungleichung, deswegen wird diese Variable aus der Gleichung entfernt und an die Konstante angeglichen.“
„Was zum…?! Unsere Spezies ‚entfernen’?! Das wäre Genozid!“ Sie stand auf und schob ihren Stuhl nach hinten, der daraufhin umfiel.
„Ja, natürlich.“ Es nickte. „Es ist nicht mein erster.“
„Du bist irre! Eindeutig!“ Mit aufgerissenen Augen lief sie hinaus, begleitet von den fragenden Blicken der anderen Gäste.
Wieder legte es den Kopf schief, aber es spielte keine Rolle. Es war egal, was sie tat, denn bald müsste es das Zeichen bekommen.
Seine Aufmerksamkeit lenkte sich wieder auf die vielen Ereignisse dieses Planeten und speicherte jedes, das es zu fassen bekam. Doch so schnell es sich auch bemühte, es konnte nicht alles aufnehmen.
„Du hast diese Frau belästigt?“
Die Fremde war wieder da. Sie stand vor seinem Tisch in Begleitung drei männlicher Exemplare der einheimischen Wesen. Sie trugen alle die gleiche Kleidung und etwas, das es als Waffen dieses Planeten identifizierte.
„Du hast gegen den §62 des Gesetzes 4.5 verstoßen: Umgang einer Person höherer Klasse in der Öffentlichkeit. Du weißt, was dir droht?“
Es schüttelte den Kopf. „Nein. Was ist ‚eine höhere Klasse’?“, fragte es unwissend und einer der Fremden grollte etwas Unverständliches. Dann hob er die Waffe an und feuert.
Es spürte nichts, als der Strahl seinen Körper durchdrang.
Jedes Wesen in der Bar starte es sprachlos an. Es war nichts passiert.
„Du… du müsstest tot sein!“
„Nein.“ Es war unversehrt, nur die Lehne des Stuhls war weggeätzt.
„Wa… Wieso?“
„Weil ich nicht lebe. Was nicht lebt, kann nicht sterben – ich existiere nur.“
Es wurde still im Raum, bis es nach einigen Momenten aufstand und sich ein letztes Mal umsah.
„Es beginnt.“
Das Zeichen war da und mit einer Handbewegung, versank die Stadt im Tod.
Es gab keine Schreie, keine Schmerzen – nur Endgültigkeit.
Es sah den Planeten von außen, sah das Sonnensystem und die Kolonien, die die Spezies auf den Monden anderer Planeten gebaut hatte.
Es hätte gern noch mehr Erinnerungen generiert, doch es blieb keine Zeit. Vor seinem Blickfeld wischte es über das Planetensystem, das daraufhin verschwand.
Das Universum funktionierte nach einem Plan, von dem nur Wesen wussten, die nicht lebten – die nur existierten, um das Gleichgewicht zu bewahren.
Vielen Dank fürs Lesen. ^^
Rating: PG-13
Wörter: ca. 780
Warnings: Mystery, dark, gen, sci-fi?, extrem seltsam
Sommer-Challenge: Gerstern war die Welt noch in Ordnung
Summary: Gestern war die Welt noch.
Kommentar: Ich weiß, wieder zu spät, aber immerhin. *drop* Eigentlich wollte ich zu der Challenge was anderes schreiben, was ich auch noch schreiben werde, aber erst mal das.
Sowas in der Art habe ich schon ewig im Kopf, man kann es nur so schlecht… beschreiben. *sigh* Egal, ich habe es versucht und ich bin an dieser Vorstellung kläglich gescheitert. Ich würde es gern noch mal neu schreiben, aber das vielleicht ein andermal. Dennoch mag ich diesen einen bestimmten Teil des Dialogs. *g*
Existenzen
Das Universum funktionierte nach einem Plan, von dem nur wenige wussten. Eigentlich wusste niemand davon, zumindest niemand, der lebte.
Es saß in einer Bar und trank eine giftgrüne Flüssigkeit, die in etwa die gleiche Farbe hatte, wie die Augen der Wesen, die diesen Planeten bewohnten. Sie waren für es schwer zu beschreiben, da es selbst keinen Standard besaß, mit dem es das Aussehen anderer vergleichen konnte.
Es hatte eine Form der Bewohner angenommen, ausgestattet mit durchschnittlichen Proportionen – unauffällig und leicht zu übersehen. So vermied es, angesprochen zu werden, das war jedenfalls die Absicht, dennoch setzte sich ein weibliches Exemplar der heimischen Spezies neben es und fing an zu sprechen.
„Du siehst etwas traurig aus, soll ich dir Gesellschaft leisten?“
Es legte den Kopf schief, eine Angewohnheit, die viele Spezies besaßen und die es sich angeeignet hatte – unbewusst. Es brauchte einen Moment, bis die noch unbekannte Sprache in sein Bewusstsein drang und es sie verstand.
Mit einer schnell generierten Stimme antwortete es: „Mir ist es gleich. Es spielt keine Rolle.“
Etwas irritiert von der seltsamen Antwort, veränderte sich die Mimik der Fremden, doch sie fing sich schnell wieder und zwinkerte mit zwei ihrer vier Augen.
„Dann bleib ich hier.“ Sie bestellte sich etwas zu trinken und wandte sich wieder an es. „Was machst du hier, du siehst so abwesend aus“, fragte sie neugierig und grinste.
„Ich bilde Erinnerungen von diesem Planeten.“
„Du drückst dich wirklich seltsam aus… Du ‚bildest Erinnerungen’. Das klingt, als kämst du von woanders.“
„Ja.“
„Was ja?“
„Ich komme von einem anderen Ort.“
Die Fremde schüttelte leicht irritiert den Kopf, vielleicht hätte sie sich doch woanders hinsetzen sollen.
„Welcher Ort ist das? Und was meinst du mit ‚Erinnerungen bilden’?“
„Der Ort ist nirgends, er ist nur da.“
„Das ergibt keinen Sinn.“
„Wenn man es weiß, versteht man es – er existiert nur. So wie ich.“
Sie wollte gerade erneut widersprechen, als es jedoch weiter sprach und die zweite Frage beantwortete: „Ich bilde Erinnerungen von diesem Planeten. Er ist interessant und schön. Es wäre Schade, wenn er vergessen würde.“
„Wieso sollte man diesen Planeten vergessen?“ Für sie ergab die Unterhaltung immer weniger Sinn.
„Weil ich ihn zerstören werde.“ Es konnte nicht Lügen.
„Diesen… Was redest du da? Wieso solltest du einen ganzen Planeten zerstören?!“
Inzwischen war sie sich sicher, dass ihr Gegenüber verrückt sein musste. Vielleicht sollte sie die Soldaten alarmieren.
Es drehte seinen Kopf zu ihr, der Ausdruck neutral, beinahe gleichgültig.
„Diese Spezies destabilisiert mit ihren Handlungen das Gleichgewicht des Universums. Ihr seid die Gewicht-Ungleichung, deswegen wird diese Variable aus der Gleichung entfernt und an die Konstante angeglichen.“
„Was zum…?! Unsere Spezies ‚entfernen’?! Das wäre Genozid!“ Sie stand auf und schob ihren Stuhl nach hinten, der daraufhin umfiel.
„Ja, natürlich.“ Es nickte. „Es ist nicht mein erster.“
„Du bist irre! Eindeutig!“ Mit aufgerissenen Augen lief sie hinaus, begleitet von den fragenden Blicken der anderen Gäste.
Wieder legte es den Kopf schief, aber es spielte keine Rolle. Es war egal, was sie tat, denn bald müsste es das Zeichen bekommen.
Seine Aufmerksamkeit lenkte sich wieder auf die vielen Ereignisse dieses Planeten und speicherte jedes, das es zu fassen bekam. Doch so schnell es sich auch bemühte, es konnte nicht alles aufnehmen.
„Du hast diese Frau belästigt?“
Die Fremde war wieder da. Sie stand vor seinem Tisch in Begleitung drei männlicher Exemplare der einheimischen Wesen. Sie trugen alle die gleiche Kleidung und etwas, das es als Waffen dieses Planeten identifizierte.
„Du hast gegen den §62 des Gesetzes 4.5 verstoßen: Umgang einer Person höherer Klasse in der Öffentlichkeit. Du weißt, was dir droht?“
Es schüttelte den Kopf. „Nein. Was ist ‚eine höhere Klasse’?“, fragte es unwissend und einer der Fremden grollte etwas Unverständliches. Dann hob er die Waffe an und feuert.
Es spürte nichts, als der Strahl seinen Körper durchdrang.
Jedes Wesen in der Bar starte es sprachlos an. Es war nichts passiert.
„Du… du müsstest tot sein!“
„Nein.“ Es war unversehrt, nur die Lehne des Stuhls war weggeätzt.
„Wa… Wieso?“
„Weil ich nicht lebe. Was nicht lebt, kann nicht sterben – ich existiere nur.“
Es wurde still im Raum, bis es nach einigen Momenten aufstand und sich ein letztes Mal umsah.
„Es beginnt.“
Das Zeichen war da und mit einer Handbewegung, versank die Stadt im Tod.
Es gab keine Schreie, keine Schmerzen – nur Endgültigkeit.
Es sah den Planeten von außen, sah das Sonnensystem und die Kolonien, die die Spezies auf den Monden anderer Planeten gebaut hatte.
Es hätte gern noch mehr Erinnerungen generiert, doch es blieb keine Zeit. Vor seinem Blickfeld wischte es über das Planetensystem, das daraufhin verschwand.
Das Universum funktionierte nach einem Plan, von dem nur Wesen wussten, die nicht lebten – die nur existierten, um das Gleichgewicht zu bewahren.
Vielen Dank fürs Lesen. ^^