Old Habits Die Hard
Sep. 6th, 2009 11:14 pmChallenge: #5 Ein Bild
Teil: 1/2 (hoffe ich)
Fandom: The Mortal Instruments
Pairing: Magnus BanexAlec Lightwood
Warnung: Ein ziemlich zickiger Nephilim und noch ein zickigerer Warlock? oO
Inhalt: Was gibts da zu sagen...? Manchmal scheinen die Gegensätze einfach zu groß zu sein.
Zum wiederholten Male sah Alec auf die Uhr.
Wieder hatte der Zeiger sich ein Stück weiterbewegt.
Ein Stück weiter auf den Morgengrauen zu.
Und immer noch saß er alleine hier herum – von einer winzigen Katze als Gesellschaft mal abgesehen, die ihn aber ignorierte, seit er sie gefüttert hatte. Jetzt hatte Chairman Meow es sich auf Magnus’ Bett bequem gemacht und schlief in aller Seelenruhe – ohne zu wissen, dass er dort eigentlich schon längst hätte vertrieben sein sollen, damit sein Herrchen und dessen Freund die Nacht auf angenehmere Weise als die momentane verbringen konnten.
Aber gut… die Nacht ging auch von alleine mit großen Schritten seinem Ende zu und Alec hätte auch nichts dagegen gehabt, hätte Chairman Meow das Bett behalten dürfen – solange Magnus sich endlich mal dazu bequemte, heimzukommen.
„Lügner…“, murmelte er, stand von dem pinken, flauschigen Sessel auf und ging nach ein paar unruhigen Runden durch das Zimmer ans Fenster. Dort konnte er bereits einen grauen Schimmer am Horizont sehen, der noch schüchtern den neuen Tag ankündigte. Fast als hätte er Angst, den New Yorkern einen neuen Tag voller Hektik zu bescheren.
Alec konnte sich gerade auch Schöneres als einen Sonnenaufgang vorstellen – vor allem deshalb weil er ihn alleine erleben musste!
Der Tag versprach schon jetzt scheiße zu werden.
„Ich bleib nur ein paar Stunden, Miranda ist immer so zickig, wenn man nicht zu ihren Partys kommt…“
Alec spürte immer noch den Kuss, mit dem Magnus ihn zurückgelassen hatte, um zu dieser blöden Party von dieser noch blöderen Vampirtussi zu gehen. Und wenn er nicht bei irgendwelchen Freunden war, saß der ganze Haufen hier.
Großartig.
Natürlich war er zu jeder Party auch eingeladen und am Anfang war er auch mitgegangen, aber jedes Mal als der Shadowhunter-Freund des High Warlock of Brooklyn angestarrt zu werden war irgendwann wirklich nicht mehr lustig.
Ebensowenig, wie die überflüssigen Scherze über seinen „Job“.
Am Schlimmsten waren allerdings die Blicke derer, die selber ein Auge auf Magnus geworfen hatte – oder schon mal etwas mit ihm gehabt hatten. Er war ein Mensch. Dass er ein Nephilim war, machte es eher noch schlimmer. Beides bedeutete eine recht kurze Lebenserwartung. Er konnte die Gedanken einiger richtig hören. Warum ließ Magnus sich ausgerechnet mit einem Sterblichen ein? Und dazu noch einem Nephilim?
Er konnte das nicht so leicht übergehen wie Magnus. Und der Warlock schien außerstande zu begreifen, wo sein Problem lag. Er stand nun mal nicht gerne im Mittelpunkt. Er war nicht Jace oder Isabelle. Also hatte er begonnen, diese Partys zu meiden, hatte Ausreden benutzt, die teilweise erfunden, teilweise wahr gewesen waren.
Und hatte die quälende Frage, die sich seit einiger Zeit häufiger aufdrängte immer zur Seite geschoben, sie nie zugelassen.
Aber jetzt, wo der graue Schimmer den ganzen Horizont einnahm und rote Muster auf die Wolken malte, drängte sie sich ihm mit aller Macht auf.
Bedeutete er Magnus am Ende doch nicht so viel?
Weil er sterblich war?
War er am Ende doch nur ein Zeitvertreib?
Glücklicherweise klingelte sein Handy, mit diesem merkwürdigen Popsong, den Isabelle für sich als Klingelton eingestellt hatte. Irgendwas mit „Umbrella“… er hatte mit der Mundane-Musik nie besonders viel anfangen können.
„Was gibt’s?“, meldete er sich. Irgendetwas musste schließlich passiert sein, sonst würde seine Schwester nicht in aller Herrgottsfrühe anrufen. Vor allem nicht, wenn sie ihn zusammen mit Magnus im Bett glaubte.
„Reiß mir nicht den Kopf ab, aber es ist ein Notfall!“
„Schieß los.“
„Du klingst…“, begann Izzy verwirrt aber er unterbrach sie unwirsch mit einem „Was ist los?“
Das musste man wirklich nicht jetzt und auf diese Weise diskutieren.
„Es gab einen Mord in der 9th… ein Vampir wurde regelrecht zerfetzt.“
„Werwölfe?“
„Luke sagt nein…“
„Sein Rudel ist nicht das Einzige in New York.“
„Wir arbeiten dran, okay? Aber wir brauchen deine Hilfe. Beweg dich also aus Magnus Bett und komm her.“
„Institut oder die 9th?“
„Takis. Luke und Raphael werden auch dort sein.“
„Oder das.“
Dann bekam er wenigstens noch ein Frühstück. Er legte auf und warf der nun erwachenden Sonne einen bitterbösen Blick zu, bevor er das Loft verließ. Nur um draußen fast mit Magnus zusammenzustoßen, der sich endlich bequemte wiederzukommen. Alec wich in letzter Sekunde aus und sagte, ohne ihn anzusehen: „Izzy hat angerufen. Ein Notfall.“
„Alec…“ Aus dem Augenwinkel konnte Alec sehen, wie Magnus die Hand nach ihm ausstreckte, um ihn zu berühren. Er wich zurück.
„Lass das.“ Dann: „Du sagtest, es würde nur ein paar Stunden dauern.“
„Sieben…“
„Das nenne ich die ganze Nacht.“
„Es tut mir Leid, ich hätte dich anrufen sollen.“
Nun plötzlich wütend fuhr Alec zu ihm herum und stellte fest, dass er für eine durchgefeierte Nacht noch verboten gut aussah. „Das wäre wirklich ne Option gewesen, dann wäre ich nämlich nach Hause gefahren. Oder meinst du, es macht mir Spaß, zu warten, bis dir deine blöden Partys zu langweilig werden?“
Das genügte, um Magnus ebenfalls wütend zu machen. „Dir steht es jederzeit frei, mitzukommen.“
„Und dann von allen entweder wie etwas Ansteckendes behandelt zu werden, weil ich zufällig ein Shadowhunter bin? Oder dumm angemacht zu werden, weil der Rest wissen will, was du an mir findest und du jedes mal in den ersten zehn Minuten verschwunden bist und mit was-weiß-ich-wem redest! Wenn ich mir überflüssig vorkommen will, lasse ich mich von Izzy und Clary auf eine Mundie-Party schleifen, da hängt wenigstens nicht der Makel an mir, dass ich Nephilim oder sterblich bin!“
Eigentlich hatte Alec das alles gar nicht sagen wollen, aber jetzt, wo es richtig aus ihm herausgebrochen war fühlte er sich aus einem unerfindlichen Grund besser. Magnus starrte ihn einen Moment lang nur an, dann wurde sein Blick trotzig – was den katzenartigen Augen erschreckend gut stand.
„Jetzt hör mir mal zu. Wenn du keine Lust auf die Partys hast, rede ich dir da nicht rein, aber ich lasse mir von dir nicht vorschreiben wo ich hingehe oder was ich in meiner Wohnung mache.“
Alec schnaubte. „Von mir aus kannst du da machen was du willst, aber ohne mich.“
„Gut. Du denkst doch wohl nicht wirklich dass ich meinen Lebensstil ändere, den ich übrigens schon seit ein paar hundert Jahren praktiziere, nur weil ein 19jähriger es gerne so hätte.“ Als Alec nicht sofort darauf reagierte, fuhr er fort: „Du kannst jederzeit gehen, ich werde dich nicht aufhalten. Und wenn du mich jetzt entschuldigst, ich bin müde.“
„Wenn das so ist…“ Warum hatte er überhaupt jemals angenommen, er wäre etwas Besonderes für Magnus? So etwas wollte er sich auf jeden Fall nicht bieten lassen. Vielleicht hatten seine anderen Beziehungen das mit sich machen lassen, aber er zählte ganz sicher nicht dazu. Er nahm den Schlüssel zu Magnus’ Wohnung aus seiner Hosentasche, warf ihn dem Warlock wütend vor die Füße und wandte sich wortlos ab.
So viel also dazu.
Alles in ihm schrie danach, sich umzudrehen, zu sehen, wie Magnus darauf reagierte, aber er tat es nicht. Dann würde er es nämlich nicht durchziehen.
Diese blöden Partys waren schon so oft ein Streitpunkt zwischen ihnen gewesen und immer war es Magnus gelungen, ihn vom eigentlichen Problem abzulenken, es herunterzuspielen.
Vielleicht war es für den Warlock auch kein Problem – nein, das ‚vielleicht’ konnte man getrost wieder streichen. Aber nicht nur er – Alec – hatte gewusst, worauf er sich einließ, Magnus musste ebenso klargewesen sein, dass sein Freund vollkommen anders als er selbst war.
Als er eine Viertelstunde später in der Bahn saß, die ihn zurück nach Manhattan brachte, begriff zu zum ersten Mal wirklich, warum Jace den Kampf suchte, wenn er mit einer Situation nicht umgehen konnte oder es ihm einfach nur mies ging.
Es würde ihn zumindest davon abhalten, einfach loszuheulen.
~*~
Keine Panik, es geht noch weiter.
Das kommt davon, wenn man nur zwei Stunden Zeit hat aber eine Idee, die für mehrere Kapitel reicht. @.@ *noch schauen muss, wie das macht*
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Date: 2009-09-06 09:40 pm (UTC)Aber Alec ist soooooo knuffig *ihn umfluff* Wollen wir hoffen, dass die beiden sich beim zweiten Kapitel nicht auch verselbständigen =D
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Date: 2009-09-06 09:53 pm (UTC)no subject
Date: 2009-09-06 09:54 pm (UTC)no subject
Date: 2009-09-07 12:33 pm (UTC)Ich finde das Challenge gut umgesetzt, aber ich hoffe wirklich, dass der nächste Teil ein weniger trauriges Ende hat!
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Date: 2009-09-07 08:20 pm (UTC)@maddle: Wie gesagt, ich arbeite dran. @.@ Aber ich denke schon, dass Alec sehr zickig sein kann, auch bei solchen Dingen. Vor allem, wenn er deswegen seinen Freund nicht mehr zu sehen bekommt und dann noch eine Nacht lang wach war und zu allem Überflüss von Izzy einen Mord vorgesetzt bekommt. XD Einfach eine Verkettung unglücklicher Umstände ^^°
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Date: 2009-09-08 08:18 pm (UTC)Ich meine, Magnus hat doch recht und er lebt wirklich seit Jahrhunderten so - ich kann mir nicht vorstellen, dass Alec erwarten würde, dass er sich ändert. ^^*
Abgesehen davon hätte er natürlich Bescheid sagen können, dass es länger dauert, wenn er wusste, dass Alec auf ihn wartet.
Was ich toll finde, ist den Gedanken, dass Izzy ihm Popsongs als Klingelton einstellt. *lach* Der Arme!