Fandom: Original ("Das schöne, böse Tier")
Challenges: #4 (Verlust des Geruchsinnes), #3 Beziehungen sind nichts für Weicheier
Wörter: 1244
Summary: Als Kentarô grippebedingt seinen Geruchssinn verliert, ist Sugiyama recht verstimmt. Es macht den Mann jedoch recht glücklich, als er sieht, dass auch Kikutake darunter zu leiden hat.
Dass Menschen überhaupt den Verlust ihres Geruchsinnes erleiden können, hatte Sugiyama vor der Grippe seines Schützlings Inoue Kentarô auch nicht gewusst. Man lernte nie aus, schon gar nicht mit dem Bürschchen.
Drei Tage nach dem Dreh über das Snowboarden in den japanischen Alpen, bei dem Kentarô und Tsubasa einvernehmlich in eine Schneewehe gerast waren, hatte sich bei letzterem ein leichter Husten eingestellt. Bei ersterem eine enorme Grippe.
Sugiyama hatte während Kentarô beim Arzt hinter verschlossener Tür gesessen hatte, im Gang gelangweilt immer wieder die gleichen fünf Schritte getan, hin und her, hatte sein Handy auf- und zugeklappt und geseufzt.
Und erst als die Krankenschwester mit der Patientenakte aus dem Raum kam, erschien auch Kentarô, langsam, träge und mit bleichem Gesicht.
„Die Geruchsnerven sind angegriffen.“, erklärte man dem Manager zwischen zwei Verbeugungen.
„Die Grippe ist sehr stark, er sollte jetzt unbedingt dringend Bettruhe halten.“
Sugiyama hatte genickt, hatte sich genervt an den Kopf gefasst, seinen Planer gezückt und Termine für die nächsten zwei Wochen gestrichen. Sein Idol war innerhalb der letzten sechs Monate mehr krank als gesund gewesen, mehr verunglückt als glücklich, länger ausgefallen als eingesetzt. Im Gedanken nahm er sich vor, bei der nächsten Feier Tsubasas Manager zu fragen, ob sie nicht einmal für einen Monat tauschen wollten.
„Ist doch eigentlich ein Segen.“, sagte er, als er den kranken Jungen im Auto zurück nach Hause chauffierte.
„Kein Gestank auf öffentlichen Toiletten, keine penetranten Perfumes von Sekretärinnen und so weiter.“
Es sollte keine Aufmunterung sein, kein mentales Tätscheln. Sugiyama hatte sich schon vor einiger Zeit abgewöhnt, Kentarô verbal den Hintern abzuwischen. Dafür hatte er sein kleines Betthäschen Kikutake.
Kentarôs Gesicht blieb ihm verborgen hinter der blütenweißen Schutzmaske und den langen, braun gebleichten Ponysträhnen.
Die nächsten Tage verbrachte er damit, von einem Veranstalter zum nächsten zu hetzen, aufgebrachte Showhosts zu beruhigen. Seine unfähige Sekretärin mit den dünnen Ärmchen hatte kleine, bunte Halsbonbons für Kentarôs Genesung gekauft und sie Sugiyama zustecken wollen.
„Soll er dazu noch den Diabetes-Tod sterben?“, hatte er sie angeherrscht. Doch irgendwie hatte sie es dennoch geschafft, den Süßkram irgendwie in seine Aktentasche zu befördern.
Mit Tsubasa zusammen besuchte er den Kranken ab und an.
Warum Tsubasa ihn anflehte, mitzukommen, war ihm nicht gerade schleierhaft.
„Schlechtes Gewissen hin oder her.“, sagte Sugiyama dazu.
„Aber ist das nicht ein bisschen übertrieben? Oder ist das nur wieder dafür gut, dass du in der nächsten Show was zu erzählen hast über eure ach so enge Beziehung?“
Tsubasa schaute ihn nicht an, aber lächelte recht schwach dazu.
„Ich verlange nicht, dass Sie es verstehen. Aber wären wir nicht zusammen in diesen Schneehaufen gekracht, würde er jetzt nicht darum bangen müssen, jemals wieder etwas riechen zu können.“
Er schaute aus dem Autofenster des Audi, den Sugiyama durch die Straßen lenkte, abends um halb elf. Und er sah wirklich reuig aus.
Sugiyama checkte stets nur den aktuellen Stand des Kranken, wenn er bei diesem zu Besuch war. Dann setzte er sich auf die schöne Ledercouch, die Kentarô zum Einzug gekauft hatte- Kentarô selbst hasste diese Couch, hatte sie sich aber gekauft, weil Sugiyama ihn dazu getriezt hatte, denn dieser liebte das dunkle, kühle, duftende Leder- legte die Füße hoch und schloss müde die Augen.
Kikutake und Tsubasa unterhielten sich leise um Kentarô nicht zu wecken. Ihre Worte waren voll mit Gefühl.
Ein Geruch von Kräutertee und Mintpastillen erfüllte die Wohnung, der Geruch von Kikutakes Kleidern. Sein Schlafsack lag zusammengeknüllt auf der Couch.
Hin und wieder hörte man ein verschnupftes Schnaufen aus dem Schlafzimmer und Sugiyama verbot es sich, aufzustehen und nach ihm zu sehen.
Dieses kränkliche, bleiche Gesicht mit den dramatisch leidenden Augen bereitete ihm Kopfschmerz, wenn er es sich nur vorstellte.
Nein, es war nicht so, dass Sugiyama Kentarô gar nicht leiden konnte. Er verachtete ihn beinahe schon mit heißer Leidenschaft. Der Junge vereinte so viele Wesensarten, die er verabscheute: Schwäche, Inkonsequenz, Emotionalität und Unprofessionalität. Er war zu künstlich um echt zu sein und dahinter zu echt um künstlich zu sein. Er war eine unerwünschte Chimäre aus Mensch und Idol und existierte lediglich, weil seine Fans das scheinbar gut fanden. Er war der nette Junge von nebenan, der immer Pech hatte und sich trotzdem durchboxte.
Er war das Symbol für den Kampfgeist in den wilden Stürmen der Rezession.
Mit der Zeit genas Kentarô- viel zu langsam, wie Sugiyama fand.
Aber sein Geruchssinn kam nicht wieder.
Es blieb keine Zeit für Arztkonsultationen, es ging gleich wieder ins volle Leben hinein.
Bei der ersten Variety Show, in denen Winged auftraten, die neue Single vorsangen und anschließend Spezialitäten aus Hokkaidô probierten, gab es noch Mitleidsbekundungen an Kentarô, in der zweiten und dritten Show gab es bereits die schlechten Witze.
Ein Clown ist dafür da, dass man über sein Unglück lacht- das war Kentarô zum Glück klar- und so fügte er sich. Wieso auch nicht? Den bitteren Nachgeschmack schmeckte er ja nicht.
Dass ausgerechnet Kikutake derjenige war, der am meisten durch Kentarôs Absterben aller Geruchszellen litt, amüsierte den Manager durchaus.
Er ließ es sich nicht anmerken, doch wenn er wollte, hatte er seine Augen und Ohren überall.
Der Moment, in dem Kentarô sagte, er würde Kikutake heute nicht treffen. Der einsame Moment in der Garderobe, in dem Sugiyama durch den Türschlitz sah, wie er ihn von sich wegschob.
„Ich hab grade viel zu tun, nimm´s nicht persönlich.“, sagte Kentarô und ging zur Tagesordnung über.
Und das war der Moment, in dem Sugiyama seine Chance witterte, sich ein bisschen für sämtliche arrogante Aktionen des Fremden zu rächen.
„Es sind die Pheromone.“, sagte er seelenruhig, als er Kikutake dazu überredet hatte, diesen nach Hause zu fahren. In seinem Audi gab es auch Ledersitze- und Kikutake rutschte unbequem darauf herum. Offensichtlich mochte dieser Banause Leder genauso wenig wie Kentarô.
„Normalerweise kommunizieren Menschen ja sehr viel über ihren Geruchssinn. Man gibt Duftstoffe ab und empfängt wiederum welche. Je nachdem wie unterschiedlich die Gene sind, empfindet man einen Menschen als gut riechend und will mit ihm zusammen sein...oder eben nicht.“
Kikutake schaute ihn etwas verstört an, auch wenn er sich, und das musste Sugiyama amüsiert honorieren, wirklich Mühe gab, ihn verärgert anzusehen.
„Wollen Sie damit sagen, dass er plötzlich nichts mehr mit mir zu tun haben will, weil er nicht mehr riechen kann?“
Sugiyama zuckte mit den Schultern.
„Es wäre möglich. Ist es nicht denkbar, dass eure Beziehung lediglich auf einen netten Pheromoncocktail zurückzuführen ist? In seinem Falle doch sicher schon.“
Er genoss diesen Augenblick. Diesen Augenblick, in dem es in Kikutake dämmerte, dass er, der verhasste Manager, Recht hatte. Dieser Moment wie in einem Film, indem dem Haupthelden plötzlich klar wird, dass seine Beziehung, nein, alles, woran er zu glauben pflegte, eine Lüge ist.
Kentarô machte sich nun einmal nichts aus Jungs.
Und all die Illusionen, die Kikutake sich gemacht hatte, wurden beiseite gewischt.
Er war ein Freund mit kleinen Extras für stille Stunden bei einem überbeschäftigten Idol, welches keine Freundin haben durfte und bis obenhin voll war mit Sehnsucht, Leidenschaft und Samen.
Das war die Wahrheit.
„Bis hierhin reicht.“, hörte Sugiyama den Jungen knurren als er kurz darauf an der Ampel hielt.
„Vielen Dank.“
„Nichts zu danken.“, lächelte er breit.
„Ich hab doch gern geholfen.“
Die Autotür wurde mit einem Krachen zugeworfen und dann konnte Sugiyama sehen, wie der Junge sich zum Bürgersteig an anderen, wartenden Autos entlangschlängelte, im Nieselregen des Herbstabends die Kapuze seines Sweatshirts tief ins Gesicht zog und im Schwarz der nächsten Querstraße verschwand.
„Beziehungen sind eben nichts für Weicheier.“, murmelte Sugiyama als er sein Radio lauter drehte.
„Und eingebildete noch viel weniger.“
Challenges: #4 (Verlust des Geruchsinnes), #3 Beziehungen sind nichts für Weicheier
Wörter: 1244
Summary: Als Kentarô grippebedingt seinen Geruchssinn verliert, ist Sugiyama recht verstimmt. Es macht den Mann jedoch recht glücklich, als er sieht, dass auch Kikutake darunter zu leiden hat.
Dass Menschen überhaupt den Verlust ihres Geruchsinnes erleiden können, hatte Sugiyama vor der Grippe seines Schützlings Inoue Kentarô auch nicht gewusst. Man lernte nie aus, schon gar nicht mit dem Bürschchen.
Drei Tage nach dem Dreh über das Snowboarden in den japanischen Alpen, bei dem Kentarô und Tsubasa einvernehmlich in eine Schneewehe gerast waren, hatte sich bei letzterem ein leichter Husten eingestellt. Bei ersterem eine enorme Grippe.
Sugiyama hatte während Kentarô beim Arzt hinter verschlossener Tür gesessen hatte, im Gang gelangweilt immer wieder die gleichen fünf Schritte getan, hin und her, hatte sein Handy auf- und zugeklappt und geseufzt.
Und erst als die Krankenschwester mit der Patientenakte aus dem Raum kam, erschien auch Kentarô, langsam, träge und mit bleichem Gesicht.
„Die Geruchsnerven sind angegriffen.“, erklärte man dem Manager zwischen zwei Verbeugungen.
„Die Grippe ist sehr stark, er sollte jetzt unbedingt dringend Bettruhe halten.“
Sugiyama hatte genickt, hatte sich genervt an den Kopf gefasst, seinen Planer gezückt und Termine für die nächsten zwei Wochen gestrichen. Sein Idol war innerhalb der letzten sechs Monate mehr krank als gesund gewesen, mehr verunglückt als glücklich, länger ausgefallen als eingesetzt. Im Gedanken nahm er sich vor, bei der nächsten Feier Tsubasas Manager zu fragen, ob sie nicht einmal für einen Monat tauschen wollten.
„Ist doch eigentlich ein Segen.“, sagte er, als er den kranken Jungen im Auto zurück nach Hause chauffierte.
„Kein Gestank auf öffentlichen Toiletten, keine penetranten Perfumes von Sekretärinnen und so weiter.“
Es sollte keine Aufmunterung sein, kein mentales Tätscheln. Sugiyama hatte sich schon vor einiger Zeit abgewöhnt, Kentarô verbal den Hintern abzuwischen. Dafür hatte er sein kleines Betthäschen Kikutake.
Kentarôs Gesicht blieb ihm verborgen hinter der blütenweißen Schutzmaske und den langen, braun gebleichten Ponysträhnen.
Die nächsten Tage verbrachte er damit, von einem Veranstalter zum nächsten zu hetzen, aufgebrachte Showhosts zu beruhigen. Seine unfähige Sekretärin mit den dünnen Ärmchen hatte kleine, bunte Halsbonbons für Kentarôs Genesung gekauft und sie Sugiyama zustecken wollen.
„Soll er dazu noch den Diabetes-Tod sterben?“, hatte er sie angeherrscht. Doch irgendwie hatte sie es dennoch geschafft, den Süßkram irgendwie in seine Aktentasche zu befördern.
Mit Tsubasa zusammen besuchte er den Kranken ab und an.
Warum Tsubasa ihn anflehte, mitzukommen, war ihm nicht gerade schleierhaft.
„Schlechtes Gewissen hin oder her.“, sagte Sugiyama dazu.
„Aber ist das nicht ein bisschen übertrieben? Oder ist das nur wieder dafür gut, dass du in der nächsten Show was zu erzählen hast über eure ach so enge Beziehung?“
Tsubasa schaute ihn nicht an, aber lächelte recht schwach dazu.
„Ich verlange nicht, dass Sie es verstehen. Aber wären wir nicht zusammen in diesen Schneehaufen gekracht, würde er jetzt nicht darum bangen müssen, jemals wieder etwas riechen zu können.“
Er schaute aus dem Autofenster des Audi, den Sugiyama durch die Straßen lenkte, abends um halb elf. Und er sah wirklich reuig aus.
Sugiyama checkte stets nur den aktuellen Stand des Kranken, wenn er bei diesem zu Besuch war. Dann setzte er sich auf die schöne Ledercouch, die Kentarô zum Einzug gekauft hatte- Kentarô selbst hasste diese Couch, hatte sie sich aber gekauft, weil Sugiyama ihn dazu getriezt hatte, denn dieser liebte das dunkle, kühle, duftende Leder- legte die Füße hoch und schloss müde die Augen.
Kikutake und Tsubasa unterhielten sich leise um Kentarô nicht zu wecken. Ihre Worte waren voll mit Gefühl.
Ein Geruch von Kräutertee und Mintpastillen erfüllte die Wohnung, der Geruch von Kikutakes Kleidern. Sein Schlafsack lag zusammengeknüllt auf der Couch.
Hin und wieder hörte man ein verschnupftes Schnaufen aus dem Schlafzimmer und Sugiyama verbot es sich, aufzustehen und nach ihm zu sehen.
Dieses kränkliche, bleiche Gesicht mit den dramatisch leidenden Augen bereitete ihm Kopfschmerz, wenn er es sich nur vorstellte.
Nein, es war nicht so, dass Sugiyama Kentarô gar nicht leiden konnte. Er verachtete ihn beinahe schon mit heißer Leidenschaft. Der Junge vereinte so viele Wesensarten, die er verabscheute: Schwäche, Inkonsequenz, Emotionalität und Unprofessionalität. Er war zu künstlich um echt zu sein und dahinter zu echt um künstlich zu sein. Er war eine unerwünschte Chimäre aus Mensch und Idol und existierte lediglich, weil seine Fans das scheinbar gut fanden. Er war der nette Junge von nebenan, der immer Pech hatte und sich trotzdem durchboxte.
Er war das Symbol für den Kampfgeist in den wilden Stürmen der Rezession.
Mit der Zeit genas Kentarô- viel zu langsam, wie Sugiyama fand.
Aber sein Geruchssinn kam nicht wieder.
Es blieb keine Zeit für Arztkonsultationen, es ging gleich wieder ins volle Leben hinein.
Bei der ersten Variety Show, in denen Winged auftraten, die neue Single vorsangen und anschließend Spezialitäten aus Hokkaidô probierten, gab es noch Mitleidsbekundungen an Kentarô, in der zweiten und dritten Show gab es bereits die schlechten Witze.
Ein Clown ist dafür da, dass man über sein Unglück lacht- das war Kentarô zum Glück klar- und so fügte er sich. Wieso auch nicht? Den bitteren Nachgeschmack schmeckte er ja nicht.
Dass ausgerechnet Kikutake derjenige war, der am meisten durch Kentarôs Absterben aller Geruchszellen litt, amüsierte den Manager durchaus.
Er ließ es sich nicht anmerken, doch wenn er wollte, hatte er seine Augen und Ohren überall.
Der Moment, in dem Kentarô sagte, er würde Kikutake heute nicht treffen. Der einsame Moment in der Garderobe, in dem Sugiyama durch den Türschlitz sah, wie er ihn von sich wegschob.
„Ich hab grade viel zu tun, nimm´s nicht persönlich.“, sagte Kentarô und ging zur Tagesordnung über.
Und das war der Moment, in dem Sugiyama seine Chance witterte, sich ein bisschen für sämtliche arrogante Aktionen des Fremden zu rächen.
„Es sind die Pheromone.“, sagte er seelenruhig, als er Kikutake dazu überredet hatte, diesen nach Hause zu fahren. In seinem Audi gab es auch Ledersitze- und Kikutake rutschte unbequem darauf herum. Offensichtlich mochte dieser Banause Leder genauso wenig wie Kentarô.
„Normalerweise kommunizieren Menschen ja sehr viel über ihren Geruchssinn. Man gibt Duftstoffe ab und empfängt wiederum welche. Je nachdem wie unterschiedlich die Gene sind, empfindet man einen Menschen als gut riechend und will mit ihm zusammen sein...oder eben nicht.“
Kikutake schaute ihn etwas verstört an, auch wenn er sich, und das musste Sugiyama amüsiert honorieren, wirklich Mühe gab, ihn verärgert anzusehen.
„Wollen Sie damit sagen, dass er plötzlich nichts mehr mit mir zu tun haben will, weil er nicht mehr riechen kann?“
Sugiyama zuckte mit den Schultern.
„Es wäre möglich. Ist es nicht denkbar, dass eure Beziehung lediglich auf einen netten Pheromoncocktail zurückzuführen ist? In seinem Falle doch sicher schon.“
Er genoss diesen Augenblick. Diesen Augenblick, in dem es in Kikutake dämmerte, dass er, der verhasste Manager, Recht hatte. Dieser Moment wie in einem Film, indem dem Haupthelden plötzlich klar wird, dass seine Beziehung, nein, alles, woran er zu glauben pflegte, eine Lüge ist.
Kentarô machte sich nun einmal nichts aus Jungs.
Und all die Illusionen, die Kikutake sich gemacht hatte, wurden beiseite gewischt.
Er war ein Freund mit kleinen Extras für stille Stunden bei einem überbeschäftigten Idol, welches keine Freundin haben durfte und bis obenhin voll war mit Sehnsucht, Leidenschaft und Samen.
Das war die Wahrheit.
„Bis hierhin reicht.“, hörte Sugiyama den Jungen knurren als er kurz darauf an der Ampel hielt.
„Vielen Dank.“
„Nichts zu danken.“, lächelte er breit.
„Ich hab doch gern geholfen.“
Die Autotür wurde mit einem Krachen zugeworfen und dann konnte Sugiyama sehen, wie der Junge sich zum Bürgersteig an anderen, wartenden Autos entlangschlängelte, im Nieselregen des Herbstabends die Kapuze seines Sweatshirts tief ins Gesicht zog und im Schwarz der nächsten Querstraße verschwand.
„Beziehungen sind eben nichts für Weicheier.“, murmelte Sugiyama als er sein Radio lauter drehte.
„Und eingebildete noch viel weniger.“
no subject
Date: 2009-09-11 07:33 pm (UTC)Die Beziehung zwischen Kentarô und Kikutake stellst du auch immer wieder richtig toll dar. Ich kann da so richtig mit Kikutake mitleiden. Armer kleiner Puschel.
Einzige Kritik: Kräutertee in Japan? Schön wärs... ;__;