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Fandom: Full Metal Alchemist
Pairing: (mehr oder weniger) Sheska x Winry
Challenge: #1 Perfektion
Wörter: 1284

Warnungen: ... sehr, sehr mildes shoujo-ai und nicht beta gelesen. Achtung vor freilaufenden Tippfehlern

Anmerkungen: Ich wollte schon so lange mal etwas zu den beiden schreiben, bin aber nie dazu gekommen.^^* Es ist auch gleichzeitig mein erster Versuch in diese Ecke.

“U-Und dann natürlich die Blumen! Pinako-san, wo sind die Blumen?”

Winry stand in der Tür und… staunte. Scheinbar waren Aliens während ihrer Abwesenheit eingedrungen und hatten ihr Haus übernommen. Anders ließ sich nicht beschreiben, was gerade vor sich ging. Eigentlich war sie nur kurz weg gewesen, um ein paar von den Sachen zu besorgen, die sie noch für eine Reparatur einer Automail gebraucht hatte, nur um jetzt das reine Chaos in ihrem Haus vorzufinden.

“Hier hinten machen die sich doch sicher viel besser. Die ganze Dekoration ist…”

Jemand huschte an ihr vorbei, einen großen Strauß von Blumen tragend. In dem Haus sah es seltsam aus. All die Werkzeuge, die normalerweise herumlagen, waren verschwunden. Ebenso ihre geliebten Maschinenteile. Und die Möbel waren ebenfalls aus unerfindlichen Gründen verrückt worden. Sie blickte zur Seite und sah ihre Großmutter, die sich gelassen und nachdenklich auf ihren Spazierstock stützte, während sie seelenruhig das Chaos beobachtete. Auf ihren fragenden Blick erhielt sie allerdings nur ein Schulterzucken.

Winry trat ein. “Sheska…?”, fragte sie vorsichtig.

Das braunhaarige Mädchen vor ihr fuhr so abrupt herum, dass ihr die Blumen aus den Händen zu fallen drohten. Sofort sprang Winry hinzu, natürlich nur zur Sicherheit. Sheska entfielen so häufig Sachen. Mindestens einmal am Tag schaffte sie es, unter einem Stapel Büchern begraben zu werden.

“Winry… san...”, sagte sie und ihre Wangen röteten sich hektisch. “Du bist schon zurück! Ich dachte, du würdest länger wegbleiben. Tut mir Leid…”

“Was machst du hier?”, fragte Winry, ohne darauf einzugehen. Sie lugte seitlich an den Blumen vorbei, damit sie die andere auch sehen konnte. Vorsichtig nahm sie die Blumen an sich und stellte sie auf den Tisch, auf welchem, wie ihr jetzt auffiel sich bereits Besteck und Teller befanden. Es wirkte geradezu grotesk ordentlich, wenn man bedachte, dass der Rest der Küche mit all den Töpfen und Schüsseln, die darin verteilt waren, einem Schlachtfeld nicht unähnlich war.

In der Küche roch es nach Mehl. Sie musterte Sheska erneut und nun fiel ihr auf, dass die Ärmel ihres dunklen Pullovers - obwohl sie sie hochgekrempelt hatte - leicht weiß eingestaubt waren. Unweigerlich musste sie lächeln.

“Heute ist doch dein Geburtstag”, verkündete Sheska und schob sich hastig die Brille nach oben, wie um ihre Verlegenheit zu verbergen. Sie war schon vor ein paar Tagen eingetroffen, damit sie mit ihnen feiern konnte. Winry wollte sich lieber nicht vorstellen, was sie hatte tun müssen, um endlich einmal vom Militär entlassen zu werden. “Ich treffe nur die letzten Vorbereitungen. Ich muss nur noch die Blumen machen und den Kuchen und die Dekoration und-”

“Sheska…”

“Auf jeden Fall kriege ich das schon hin. Auch wenn es jetzt vielleicht ein wenig durcheinander aussieht. Bis Edward und Alphonse eintreffen ist das wieder in Ordnung. Du musst gar nichts machen…”

“Sheska.”

“Vielleicht könntest du ja auch noch mal einen Spaziergang machen, damit ich dafür sorgen kann, dass alles klappt! Ich meine-”

“Sheska!”

Ihr Kopf flog nach oben, als sie abrupt innehielt und Winry nutzte die Gelegenheit, um die Distanz zwischen ihnen zu überbrücken. Sie wusste inzwischen, dass Sheska manchmal einfach nervöser war als gut für sie und in solchen Fällen war es das Beste, ihren Redefluss einfach abzuschneiden. “Warum willst du das alles machen? Es ist doch nur mein Geburtstag.”

Vielleicht hatte sie das falsch ausgedrückt, denn ein Funke von Entschlossenheit glimmte nun in den Augen ihres Gegenübers auf, als sie belehrend den Finger hob. “Nicht ‘nur’, Winry. Es ist dein Geburtstag. Das ist ein sehr wichtiges Ereignis.”

Winry bemerkte, dass ein Stück Mehl an den Wangen ihrer Freundin hing und lächelte, was allerdings falsch aufgefasst wurde.
“Mach dich nicht lustig.”, sagte Sheska. Sie sah zur Seite, wahrscheinlich noch während sie überlegte, was sie gerade falsch gemacht haben. “Die beiden Elric Brüder kommen schließlich auch und es wird bestimmt sehr schön werden. Heute ist doch ein wichtiger Tag für dich.”

“Ed und Al?” Sie lachte. “Ach, die kommen doch nur, um den Kuchen zu essen.”

Das Schlimme daran war, dass in dieser Aussage tatsächlich ein Stückchen Wahrheit steckte. Die beiden kamen so selten zu Besuch, oder schrieben Briefe… Es dauerte so lange, bis sie tatsächlich wieder etwas von ihnen hörte. Die beiden lebten ihr eigenes Leben. Ohne sie…

“… Winry?”

“Oh. Natürlich. Ich war nur in Gedanken.” Grüne Augen schoben sich in ihr Sichtfeld, als sie mit einem forschenden Blick gemustert wurde, den Sheska immer annahm, wenn sie auf etwas ungewöhnliches stieß. Oder auf Bücher.

“Ich glaube, ich gehe lieber…”, erwähnte Pinako von der Seite. Keines der beiden Mädchen schenkte ihr Beachtung, als sie schließlich mit einem nachsichtigen Lächeln den Raum verließ.

Das Mehl auf Sheskas Wange stach beinahe aufdringlich hervor. Es passte dort nicht hin. Sie fühlte sich unbehaglich dabei, so gemustert zu werden.

“Auf jeden Fall muss ich den Kuchen fertig machen. Ich habe schon viel zu viel Zeit verschwendet”, beschloss Sheska plötzlich und wandte sich mit einem Mal ab. Erneut begann sie, in der Küche herumzuwuseln und Dinge zu verschieben. “Ich will, dass es absolut perfekt wird. Immerhin ist es doch dein Geburtstag.”

Einen Moment lang war sie versucht, zu widersprechen, aber dann ließ sie es doch. Es hatte keinen Sinn. Wenn sie es sich einmal in den Kopf gesetzt hatte, dann konnte sie nichts aufhalten. Und eigentlich wollte sie das ja auch gar nicht. Winry krempelte sich die Ärmel hoch und begann, die Küche ebenfalls aufzuräumen, wobei sie den protestierenden Blick von Sheska kurz entschlossen ignorierte.

Sie kamen nicht weit, denn keine zwei Minuten später hörten sie bereits allzu bekannte Stimmen von draußen.

“Glaubst du, sie haben den Kuchen schon fertig, Al?!”

“Bruder! Es geht doch nicht um den Kuchen. Schließlich hat Winry Geburtstag. Wage es nicht, alles wegzuessen.”

“Jaja…”

“Ich meine es ernst, Ed. Oder du wirst morgen nur Milch trinken.”

“Was?! Du bist doch nicht mein Kindermädchen!”

“Irgendwer muss es ja sein. Du bist so unselbstständig…”

Sheska und Winry sahen sich an. Wer es war, stand wohl außer Frage. Diese Idioten. Winry schüttelte amüsiert den Kopf und wandte sich um, um ihnen zu öffnen.

“Es ist zu früh…”, meinte Sheska verzweifelt. “Sie sollen doch noch gar nicht kommen.”

Winry hielt inne und drehte sich um. Ihre Freundin starrte unsicher auf das Chaos in der Küche, dass sie verursacht hatten und welches nun nur unwesentlich besser aussah als zuvor. “Ist schon okay. Die beiden sind es gewohnt, mein Haus in Unordnung zu finden.”

Abgesehen davon waren sie nicht wirklich besser…

“Es passt noch nicht. Es ist zu früh.” Sie schien nicht zufrieden. Eine Falte grub sich in ihre Stirn und Winry wusste, dass sie in diesem Moment anfing, sich die Schuld zuzuweisen, wofür, wusste sie wahrscheinlich nicht mal selbst. Es war doch immer wieder dasselbe. Schnell ging sie auf sie zu und berührte Sheska am Arm, bis ihr Blick erwidert wurde.

“Hör auf damit.”, befahl sie.

“Aber… es sollte doch perfekt sein.”

Sie klang so ernst, dass es rührend war. Winry spürte, wie sie weich wurde. Als wenn es das nicht wäre… als wenn es das nicht schon die ganze Zeit gewesen wäre… Mit einer flüssigen Bewegung strich sie das Mehl von Sheskas Wange und ließ ihre Hand einen Moment länger dort verweilen als nötig gewesen wäre. Ja. Es war perfekt…

Aber wie immer konnte sie nicht das aussprechen, was sie dachte.

“Na komm”, sagte sie eine Spur zu laut und eine Spur zu heiter. Sie gab Sheska einen leichten Klaps auf den Rücken, so das deren Brille verrutschte, und lachte ob ihres verwirrten Blickes. “Lass uns diesen beiden Trotteln die Türe öffnen. Am Ende finden sie den Eingang nicht.”

“I- In Ordnung…” Sheska rückte sich ihre Brille zurecht und hastete zur Türe, damit sie die beiden Jungen begrüßen konnten. Im Vorbeigehen streifte sie Winrys Schulter und einen Moment lang konnte diese den unverwechselbaren Geruch von Sheska nach Mehl und… Sheska noch einmal aufnehmen. Sie lächelte.

Es konnte gar nicht mehr schlecht werden.

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