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[identity profile] shiun.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Das Foto unten in der Schublade
Fandom: Prince of Tennis
Challenge: Ratet #3 Das Foto unten in der Schublade
Rating: G
Pairing: Taka/Fuji
Anmerkung: Ja, ich weiß auch nicht. Es kam einfach so über mich.


Das Foto unten in der Schublade

"Ich langweile mich! Ich will was spielen!"

"Ah, Eiji, bist du nicht zu alt dafür?"

"Oishiii! Pöh, hör auf so gemein zu sein."

"Aber Eiji, ich, äh … ich bin nicht gemein"

"Bist du doch."

"…"

"Ich weiß! Fujiko~, holst du Karten? Bitte? "

"Ah, willst du, dass ich dir Karten lege?"

"Was? Nein, das ist gruselig! Hey, Taka-san, sag Fujiko-chan das er mir keine Karten legen soll."

"Was? Aber … aber wenn Fujiko-chan das möchte, dann kann er doch."

"Ja, dir vielleicht, aber nicht mir."

"Okay, dann legen wir für Taka-san Karten!"

"Was? Ich, aber ich …"

"Shuusuke, Telefon für dich!"

"Danke, Nee-san."

"Ah, Taka-san, sei so lieb und hole Fujis Karten aus seinem Zimmer, ja?"

"Was? Eiji! Ich kann doch nicht einfach durch Fuji’s Sachen gehen!"

"Na klar kannst du! Hoi, Fuji! Ist es okay, wenn Taka-san die Karten holt? … siehst du, er hat genickt."

"Ja, aber …"

Eiji streckte Takashi die Zunge aus, schwang seine langen Beine über die Couchlehne und grinste. Als würde er sagen wollen, komm schon, guck dich in Fujis Zimmer um, ich weiß das du es willst, und Takashi spürte die Hitze in seinen Wangen bei dem Gedanken daran aufsteigen. Fuji sah ihn an, den Kopf leicht schief gelegt, den Telefonhörer ans Ohr gepresst.

"Sie sind in der untersten Schublade der Kommode, Taka-san", sagte er leise, und dann redete er wieder mit wem auch immer am anderen Ende der Leitung.

"Okay."

Es war nicht so, als ob er noch nie in Fujis Zimmer gewesen wäre. Aber als er die Treppen nach oben ging und die Tür aufmachte, hatte es irgendwie etwas Bedrohliches.

Es war aufgeräumt, natürlich, viel aufgeräumter als sein eigenes Zimmer es je war. Kakteen auf dem Fensterbrett, ein paar Fotos, so nebeneinander aufgereiht als wollten sie ein perfektes Familienidyll abgeben.
Ein Poster von Nadal an der Wand. Bücher fein säuberlich nebeneinander gestellt.

Irgendwie sagte es gar nichts über Fuji.

Takashi seufzte und wunderte sich über sich selber. Er kniete sich vor die Kommode und zog die unterste Schublade auf. Unten hörte er Eijis lautes Lachen, hörte Oishi husten, und Fujis Schwester mit den Töpfen klappern. Er fragte sich, mit wem Fuji wohl telefonierte. Vielleicht mit Tezuka. Oder mit seinem Freund aus Shiba, Saeki? der so gut Tennis spielen konnte und blaue Augen hatte.

Takashi rieb sich über die Augen, plötzlich wütend auf sich selber. Was dachte er eigentlich. Manchmal wollte er seinen Kopf aus dem Fenster halten und den Wind durch beide Ohren pusten lassen. Vielleicht würde er all diese komischen Gedanken, die er nicht verstand, mitnehmen.

Er sah in die Schublade. Es lagen ein paar Socken darin, ein grüner Kapuzenpullover, den Takashi Fuji noch nie hatte tragen sehen. Ein Fotoalbum. Das Monopolyspiel. Ein Buch in einer Sprache, die Takashi nicht identifizieren konnte. Mehrere aufgerissene Briefe, einige davon aus dem Ausland, aus Frankreich, Deutschland. Und es roch nach Salz, nach Muscheln und nachdem Takashi ein paar Mal geblinzelt hatte, sah er die Tüte mit Sand und getrocknetem Seetang. Eine große Muschel, so eine, die man sich an die Ohren hält und das Meer rauschen hört lag daneben. Takashi schloss die Augen für einen Moment und schluckte.
Er fühlte sich auf einmal allein.

Warum hatte Fuji ihm gesagt, dass es okay ist, in die Schublade zu schauen? Das war …

Oh ja, die Karten. Er hob das Fotoalbum hoch, und als er es zur Seite legen wollte, rutschten ein paar Fotos heraus.

Die Fotos kannte er. Fotos von ihrem Team. Beim Spielen, beim Essen, im Trainingscamp. Eiji, der ihm die Zunge rausstreckte. Tezuka beim Versuch, über glitschige Steine zu balancieren. Oishi und Momo beim Essen.

Er selber, wie er Handeln hochstemmte, mit schweißnassem, rotem Gesicht.

Auf einmal hörte er leise Schritte. Erschrocken drehte er sich um. Fuji stand im Türrahmen, die Arme vor seiner Brust verschränkt, und er lächelte ein bisschen.

"Fujiko!"

"Ich dachte mir, du brauchst ein bisschen lange, um die Karten zu finden. Soll ich dir helfen?"

"Ich, öh, ich ich ---"

Fuji kniete sich neben ihm. "Oh, du hast meine Fotos gefunden."

"Es tut mir leid. Ich wollte nicht deine Sachen durchwühlen."

"Ah, mach dir keine Sorgen, Taka-san. Aber weißt du, du hast nicht mein Lieblingsfoto gesehen."

"Dein Lieblingsfoto?"

"Hmhm." Fuji nahm das Buch – auf dem Titelbild war ein kleiner Junge mit blonden Haaren, der eine Menge Vögel an einer Leine hatte – und öffnete es. Takashi sah kurz, dass jemand darin etwas geschrieben hatte, mit lateinischen Buchstaben, eine Handschrift, die er nicht kannte. Fuji zog ein Foto heraus und zeigte es ihm.

Das Bild war von ihm und Fuji. Er hatte es noch nie gesehen, er hatte keine Erinnerung daran, dass es überhaupt jemand gemacht hatte. Es war an dem Tag, als sie am Meer waren, Volleyball gespielt hatten und abends zu viel gegessen und er immer noch beim Gedanken an ihre Abenteuer dort lachen musste.

Er selber hatte die Beine angezogen, seine Arme drumherum geschlungen und starrte auf das Meer. Neben ihm saß Fuji und sah in die Kamera. Er lächelte nicht.

"Das … das ist dein Lieblingsfoto?"

"Hmhm."

Takashis Herz raste, was vermutlich völlig ungesund war, und außerdem übergaben sich in seinem Bauch tausend Schmetterlinge.

"Oder magst du es nicht, Taka-san?" Fujis Augen waren sehr klar und sehr eindringlich und Takashi musste wegschauen. In die Schublade. Mit all den vielen kleinen Dingen, die er an Fuji nicht verstand. Nicht sehr hilfreich, oh Gott.

"Doch, ich verstehe nur nicht, warum das dein Lieblingsbild ist."

Fuji legte das Bild wieder in das Buch; und dann gab er das Buch Takashi. Takashi starrte nur darauf und hatte keine Ahnung, was eigentlich gerade passiert war. Fuji lehnte sich über ihn, fischte die Karten aus der Schublade und machte sie dann wieder zu. Als er aufstand, stützte er sich kurz auf Takashis Schulter ab, und von dieser kurzen Berührung durchströmte Wärme seinen ganzen Körper.

"Finde es heraus, Taka-san", sagte er, und dann lächelte er. Ein echtes Lächeln, eines das die Augen leuchten lässt und Grübchen auf den Wangen zeigt und Takashi hatte das Gefühl, dass Fuji ihm gerade den Schlüssel zu etwas gegeben hatte. Er würde herausfinden zu welcher Tür der Schlüssel war, das nahm sich Takashi fest vor, als er Fujis Buch an seine Brust presste.

Date: 2009-04-19 02:35 pm (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
Yay, das hat mir gefallen ^-^!
Ich finde die Beschreibung der Gegenstände in der Schublade total schön. Und Takas Gefühlslage hast du auch total gut beschrieben =)!

Auch wenn das Pairing nach wie vor nicht meins ist, hab ich die FF sehr gerne gelesen *-*

Date: 2009-04-19 04:15 pm (UTC)
From: [identity profile] willeke4439.livejournal.com
This is so adorable! I really enjoyed reading it ^^

I loved your description of the pictures and what was in them. I really wonder why that last one is Fuji's favourite now though... But at the same time, I liked how you didn't give it all away, it makes it a bit mysterious. ^^

Date: 2009-04-20 04:27 pm (UTC)
From: [identity profile] willeke4439.livejournal.com
It IS, even though I'm not that good at German. Of course there were some words I didn't know, but the context of the story helped enough to understand it anyways.

Date: 2009-04-21 11:59 am (UTC)
From: [identity profile] paranoid-fridge.livejournal.com
*endlich auch zum Lesen gekommen*

Süüüüüüüüüüüüüüüüüß. Und knuffelig. Die Beschreibungen waren klasse - die alten Fotos, der grüne Pulli, und das Paar Socken das in keiner Schublade fehlen darf. ^^
Fehlt nur noch Daumen drücken das Taka-san auch alles richtig versteht. Und kommuniziert. ^___^

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