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Title: Das schöne Anders.
Fandom: Axis Powers Hetalia
Charaktere: Liet/Litauen/Toris und Lettland/Raivis, Erwähnungen von LietxPolen/Feliks, Russland, Estland, Seeland/Peter und Finnland, wenn man will auch Russland/Liet
Challenge: #1 Knutschfleck
Genre: Angst, Fluff, Hurt/Comfort, etwas Comedy?, Erwähnung von Slash
Rating: PG
Anmerkung: Zeitpunkt ist einige Jahre nach der Unabhängigkeit der Baltischen Staaten und bevor Seeland zum Verkauf stand.
Disclaimer: Dies ist eine fiktionale Geschichte im Hetalia-universum. Charakterisierungen der Länder entstammen dem dortigen Canon, wer sich an anthromorphisierten Ländern stört sollte hierum einen Bogen machen. Geschichtliche Ereignisse (die eh nicht genau genannt werden) sind meines Erachtens korrekt wiedergegeben, aber ich habe keine baltische Geschichte studiert.
Anmerkung zwei: OHMIGOSH ICH BIN IN ZEIT OXO


Raivis entdeckte den Fleck als sein Bruder gerade aufstand und blinzelte verwirrt. Die Verletzung irritierte ihn; nicht dass er Verletzungen an Liet nicht gewohnt war, aber das hier war keine Strieme, keine Quetschung, Schlag- oder andertweitige Verletzung die er kannte. Außerdem waren sie jetzt schon ein paar Jahre nicht mehr in Russlands Haus. Woher also kam das Mal, und was-

"Lettland?" Die überraschte Stimme der älteren Nation riss ihn aus seinen Gedanken, und als er aufsah bemerkte er seine eigene ausgestreckte Hand, die Liets Hals schon fast berührte.

"Ah, entsch...schuldigung, ich wollte nicht-"

Er zog seine Finger hastig zurück bevor sie die dunkle Haut berührten. Sie zitterten jetzt nicht mehr so stark wie früher, auch wenn sich die Nervosität und Angst noch lange nicht gelegt hatten. Aber die letzten Jahre und besonders die fast unbeachtete, nachlässige Weise in der er das große, kalte Haus in dem sie so lange gelebt hatten hatte verlassen können, hatten ihn etwas sicherer gemacht... Ebenso wie der Umstand dass er jetzt einige Freunde außer seinen Brüdern hatte.

Toris brauchte einen Augenblick um zu verstehen, was sein Bruder meinte. Dann lächelte er auf seine sanfte und liebevolle Art, in die sich seit sie unabhängig waren (auch wenn es für den Älteren bei weitem nicht so einfach gewesen war) auch ein immer vergnügter Zug geschlichen hatte, der den Blonden glücklicher machte als irgend etwas anderes, und zauste Lettlands Haar.

"Es ist okay, mach dir keine Sorgen..."

Und Lettland fand, dass er seinen Bruder schon lange nicht mehr so aufgeregt, nervös und fröhlich gesehen hatte... zumindest nicht alles gleichzeitig.

"I...ist etwas Gutes passiert?"

Obwohl es durchaus offensichtlich war, und selbst wenn es nicht so klar gewesen wäre... Die baltischen Staaten waren sich immer sehr nahe gewesen, und gerade Lettland und Litauen verstanden einander ohne ein Wort, und etwas vor dem bruder zu verbergen war ihnen unmöglich. Aber er wusste eigentlich nur eine Person, die seinen Bruder in eine derartige Stimmung versetzen konnte. Aber... Warum war Liet dann verletzt? Polen würde doch nicht...

Die plötzliche Sorge spiegelte sich in seinem Gesicht, und Liet starrte ihn kurz verwirrt an bevor er eine Hand automatisch zu seinem Hals hob um den Fleck zu verdecken - automatisch, ohne nachzudenken. Wie immer. Der Braunhaarige würde versuchen, seine Verletzungen zu verbergen oder herunterzuspielen um seinen Brüdern nicht unnötig Sorgen zu bereiten, und Lettland und Estland würden das gleiche tun... Nur dass diesmal Liet seine hand wieder herunter nahm, sobald er seine eigene Bewegung bemerkte, und lächelte. Nicht das nervös beruhigende, entschuldigende Lächeln dass ihn bat nicht weiter zu fragen, sondern ein fast mädchenhaft verschämtes, aufgeregt fröhliches.

"Es tut nicht weh." der Ältere begann die Frühstücksteller zu stapeln, und Raivis half ihm automatisch. "Es ist eher... angenehm." Als der südlichste Balte den ungläubig fragenden Blick seines bruders bemerkte, stellte er die Teller weg und ging zu ihm hinüber. "Wirklich. Feliks weiß was er tut... auf die gute Art und Weise." Die Wangen des größeren röteten sich, während das verschämte Lächeln wurde weniger unsicher. Liet redete nicht gerne über diese Dinge, er war ihm viel zu peinlich sie in Worte zu fassen. Aber Raivis machte sich Sorgen, und der braunhaarige konnte die, die ihm wichtig waren, einfach nicht bekümmert sehen. Er würde alles tun, um das zu verhindern... hatte immer alles ihm mögliche getan, egal was es für ihn bedeutete. "Glaub mir, nicht alles was Male hinterlässt ist schmerzhaft."

Und dann kippte die Stimmung plötzlich. Wie froh einer von ihnen auch sein mochte, und wie glücklich Liet auch war, die Male auf seinem Rücken, seinem ganzen Körper, und auf denen seiner Brüder, blieben. Egal wie sehr sie versuchten, sie zu vergessen. Die Erinnerungen kamen wieder, nicht nur wenn Russland ihnen einen seiner Besuche abstattete oder andertweitig seine Meinung zu etwas kundtat. Sondern auch wenn sie glücklich waren. Wenn Feliks seine Arme um Toris schloss und er plötzlich nicht schmale weiche, sondern große starke Arme um sich spürte; wenn Seeland Lettland an der Hand packte um híhn zur nächsten Jahrmarktsbude zu ziehen; wenn Finnland unangemeldet an Estlands Tür klingelte. Jeder der Brüder würde zusammenzucken und für einen Augenblick ein leeres Lächeln, kalte violette Augen und einen Schal vor sich sehen, und Lettland war sich sicher dass er sogar den Vodka riechen konnte.

Aber das durfte nicht sein, nicht hier, nicht jetzt! Sein Bruder war glücklich, der Blonde wollte, dass er glücklich war. Strahlend blaue Augen verengten sich kurz, als er Remineszenzen zu verdrängen suchte, und dann formte sich in ihnen ein gewisser untypischer Schelm - Estland hatte gesagt, Raivis würde zu viel Zeit mit Peter verbringen. Vielleicht hatte er recht... Obwohl sich beide älteren Brüder einig waren, dass es ihrem Jüngsten gut tat.

Schmale Arme schlossen sich um Liet, und reines Blau spiegelte sich in Grasgrün. "V...vielleicht sollte ich es dann auch mal ausprobieren?"

"W-was?" Erstaunen spiegelte sich in Toris Zügen. "Mit wem...?"

"Ich weiß nicht." Die Stimme des Kleineren zitterte kaum, anscheinend war dies etwas worüber er lange nachgedacht hatte. "Aber ich werde j...jemanden finden." Er blickte zu Liet hoch. "Denn jetzt sind wir frei, und wir k...können alles tun, was wir wollen!"

Und auch wenn das nicht ganz stimmte, sie waren Nationen und es gab so viel das sie beachten mussten, Regeln und Abkommen und Politik. Im Augenblick zählte das nicht, im Augenblick war nur wichtig dass sie unabhängig waren, und dass die Zukunft die sie manchmal schon hatten aufgeben wollen, glänzend und offen vor ihnen lag.

"Ja, das können wir. Und das werden wir." Es war ein Versprechen. Dass sie stark sein würden. Dass Vergangenheit Vergangenheit war. Dass sie ihren Weg finden würden, jeder von ihnen. Gemeinsam im Geiste, aber alleine. "Und das dürfen wir niemals vergessen."

Date: 2009-04-13 07:26 am (UTC)
From: [identity profile] chija.livejournal.com
Toll. Vor allem das Kippen der Stimmung gefällt mir unheimlich gut, die Erinnerung an Russland, das ist sehr schön beschrieben, die Staaten tun mir wirklich Leid. Macht noch mehr Lust, mich mit der Serie zu beschäftigen^^
Gefällt mir super!

Date: 2009-04-13 11:20 am (UTC)
From: [identity profile] chija.livejournal.com
Klingt klasse, ich bin auf die Balten gespannt (und grinse jetzt schon bei dem Gedanken, dass ich dieses Jahr noch nach Estland fahre).

Ich hatte Geschichte LK und interessiere mich total dafür, deswegen finde ich das ja so toll *gg*

Date: 2009-04-13 07:11 pm (UTC)
From: [identity profile] chija.livejournal.com
Ich bin nur in Tallinn und auch nur für ein paar Stunden, aber ich freue mich schon sehr drauf.

Oh, das ist toll, das hätte ich gerne gemacht! Osteuropäische Geschichte ist wirklich ein Feld, das gerne ignoriert wird.

Date: 2009-04-13 07:43 pm (UTC)
From: [identity profile] chija.livejournal.com
Ich kann dir ja dann Fotos zeigen^^

Klingt nach nem guten Plan^^

Date: 2009-04-13 08:52 pm (UTC)
From: [identity profile] chija.livejournal.com
Ich werd's mir vormerken, ich fahre erst im August. Ich komme dann auf dich zurück^^

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