der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Prince of Tennis
Challenge: Unerwiderte Liebe
Charaktere: Ootori Choutarou, Shishido Ryou
Wörter: 1.244
Disclaimer: Nichts mir, wie immer.
Widmung: für [livejournal.com profile] keksdiebin
Kommentar: Ich hatte so eine schöne Idee und war so schön in der Stimmung... und dann wurde ich unterbrochen und... ph. Herzzerreißende Liebesgeschichten funktionieren einfach nicht, wenn man fröhlich vor sich hinpfeift und sich ablenken lässt. Egal.
Ich hoffe, es ist trotzdem halbwegs was geworden, es hat jedenfalls ewig (1 1/2h) gedauert es zu schreiben. ;)



„Shishido-san?“
Eine Hand legte sich auf seine Schulter, die langen Finger drückten sanft, aber bestimmt zu und Shishido sah von seinem Bier auf.
„Choutarou.“ Er brachte ein kleines, schiefes Lächeln zustande. „Was machst du denn hier?“
„Ich habe dich gesucht. Weil du dich vor anderthalb Stunden mit uns treffen wolltest.“ Das wahrscheinlich faszinierendste an Ootori Choutarou war, dass er selbst nachdem er eine Stunde auf seinen besten Freund gewartet und eine weitere halbe Stunde damit verbracht hatte, durch Tokyo zu laufen, nur um ihn schließlich mit ausgeschaltetem Handy in einer Kneipe zu finden, nicht im geringsten vorwurfsvoll klang. In seiner Welt hatte alles einen Grund, der mit Sicherheit absolut vernünftig war – Shishido war sich nicht sicher, ob das nun einen sehr guten oder einen wahnsinnig schlechten Juristen aus ihm machen würde.
Und sein Grund... war definitiv nicht vernünftig.
„Oh, verdammt, das tut mir leid. Ich habe es völlig vergessen.“ Was eine Lüge war. Er hatte nur zwanghaft versucht, nicht daran zu denken. – Und das hatte erstaunlich gut funktioniert.
Choutarou ließ sich auf den leeren Barhocker neben ihm sinken und lächelte seinen ehemaligen Partner an. „Ist es wegen Sachiko?“
Die Tatsache, dass er einfach immer wusste, wenn man nicht ganz ehrlich mit ihm war, erhöhte seine Chancen als Anwalt allerdings mit Sicherheit.
„Nein, natürlich nicht, du weißt, dass ich sie mag.“ Das stimmte sogar. Sachiko war wirklich in Ordnung, an guten Tagen brachte sie ihn sogar zum Lachen. Und er hatte mir ihr im Mixed gewonnen, damals beim letzten Uni-Turnier, als Choutarou völlig verschnupft auf der Bank gesessen hatte. – Sie war wirklich in Ordnung. Und eigentlich sprach gar nichts dagegen, mal wieder mit ihr, Choutarou und Aki-chan in einen Club zu gehen. Außer vielleicht...
„Und ihr meint es ernst, ja?“
„Darüber macht man eigentlich keine Witze, Shishido-san.“
„Ja, ich weiß. Ich meine ja nur... du bist mit dem Studium noch nicht fertig.“
„Aber fast. Und ich habe schon eine Stelle in Aussicht... Wir wollen ja nicht morgen heiraten.“
Shishido schluckte. „Tut mir leid, Choutarou, ich will es dir gar nicht schlecht reden, ich freue mich echt für euch.“
Und auch das stimmte. Er freute sich wirklich. Außerdem hatte er sich bereits vor Jahren an den Gedanken gewöhnt, dass Choutarou ihn eines Tages anrufen und mit vor Aufregung zitternder Stimme „Shishido-san, ich werde heiraten!“ sagen würde. – Es war nicht wirklich eine Überraschung gewesen. Und wenn es irgendeine Frau gab, der er seinen Choutarou gönnte, dann war es Sachiko. Aber...
Ja, aber.
„Komm, lass uns die Mädels nicht weiter warten, immerhin haben wir heute wirklich etwas zu feiern.“


Sachiko hatte ihm den Weg zu der Kirche beschrieben, und ohne diese Beschreibung hätte er sie wirklich nie gefunden. Sie war klein und unauffällig, verschwand beinahe zwischen den Wohnhäusern, die sie umgaben, und wirkte generell fehl am Platze. Shishido mochte sie auf Anhieb.
Die schwere Holztür gab keinen Laut von sich, als er sie aufschob.
Wenn es denn möglich war, wirkte sie von innen noch kleiner als von außen. Im Gang lag ein dicker Teppich, der wirklich jeden Laut erstickte und die Heiligenfiguren hinter dem Altar schienen sich dicht aneinander zu quetschen. Durch die hohen Fenster fiel Licht herein und malte bunte Muster auf Boden und Holzbänke. Staub tanzte im Licht. Und ganz vorne leuchtete Choutarous silbernes Haar.
Er war ganz in Gedanken versunken und bemerkte Shishido nicht, bis der sich räusperte.
„Shishido-san!“ Er schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. „Schön, dass du kommen konntest.“
„Von normalen Treffpunkten wie Cafés, die man gut finden kann, hältst du nichts, oder?“
„Oh, entschuldige, Shishi-“
„Nicht. Ich habe dich doch gefunden. – Hübsch hier.“
Choutarou nickte lächelnd. „Ich hatte eigentlich vor, hier zu heiraten, aber Nee-san meinte, es wäre zu klein. Und wahrscheinlich hat sie recht.“
„Habt ihr schon eine andere Kirche gefunden?“
„Natürlich.“
Shishido ließ sich auf die Bank auf der anderen Seite des Ganges sinken. „Also, was gibt es? – Sachiko sagte, du wärest ‚komisch’.“
„Ich vermute, ich denke zu viel nach und mache mich lächerlich, aber... ich weiß nicht. Meinst du, es ist vielleicht doch keine so gute Idee, schon zu heiraten?“
Shishido zog eine Augenbraue hoch. „Choutarou...“
„Ich weiß nicht, warum ich das jetzt denke, aber ich habe doch grade erst meinen Abschluss gemacht. Was kann ich ihr da schon bieten? Und vielleicht habe ich sie auch nur gefragt, weil ich Angst habe, dass...“ Er fuhr sich durch die Haare, drehte eine silberne Locke um seinen Finger. „Erinnerst du dich noch an unsere Schulzeit? An Atobe-buchous Trip zum Meer?“
Was für eine Frage. Natürlich erinnerte Shishido sich. Es gab noch immer Nächte, in denen er aufwachte, nachdem er von genau diesem Ausflug geträumt hatte, und nicht wieder einschlafen konnte.
Sie waren damals zur Feier ihres High School-Abschlusses ans Meer gefahren, an einen Privatstrand der Atobes, und Oshitari hatte Sake besorgt und gegen Mitternacht war auch Choutarou, auch wenn er sich anfangs geweigert hatte, zu trinken, leicht angesäuselt gewesen. Und sie hatten nebeneinander weit weg von den anderen im Sand gesessen, die Sterne betrachtet und geredet und geschwiegen und sich geküsst. Nur kurz, flüchtig und Shishido hatte damals noch geglaubt, nicht schwul zu sein, und es war einfach nur der Alkohol gewesen.
Shishido war immer davon ausgegangen, dass Choutarou es vergessen hatte.
„Natürlich erinnere ich mich. Aber...“
„Ich weiß nicht. Vielleicht...“
Seine Stimme war belegt und er konnte kaum glauben, was er sagte. „Mach dich nicht lächerlich, Choutarou. Wir waren jung, sentimental und angetrunken. – Du hast in all den Jahren nicht einmal an diese Sache gedacht, bis jetzt. Du liebst Sachiko. Du bist nur nervös und hast Angst, nicht der perfekte Ehemann zu sein. Aber –“ Jetzt versagte seine Stimme ihm tatsächlich den Dienst. Er räusperte sich. „Aber das wirst du. Sachiko könnte sich keinen besseren wünschen. – Ihr gehört einfach zusammen, egal was du vor Ewigkeiten mal getan hast.“ Er schluckte.
„Shishido-san, geht es dir nicht gut?“
„Mir schlägt nur auf den Magen, meinen besten Freund an so etwas zweifeln zu sehen.“ Er klang nicht im geringsten überzeugend. Verdammt, war das uncool.
„Tut mir leid, ich...“
„Hey. Jeder zweifelt vor seiner Hochzeit an sich. Aniki wollte noch in letzter Minute ins Kloster gehen. – Und jetzt zwingt er mich trotzdem andauernd zum babysitten.“
„Shishido-san...“
„Sachiko ist perfekt, Choutarou. So eine findest du kein zweites Mal.“
„Und du...“
„Wenn du sie nicht nimmst, nehme ich sie.“
Choutarou lachte leise.
Natürlich wusste er, dass Shishido schwul war. Aber so unrealistisch war das jetzt auch wieder nicht! Trotzdem war Shishido bloß froh, ihn wieder lachen zu hören.
„Hey, ich mein das ernst!“
„Shishido-san, du bist unverbesserlich... Und natürlich hast du recht. Wie immer.“
„Na also. – Außerdem habe ich meinen Anzug schon gekauft. Wäre doch ne Schande...“
„...Shishido-san?"
"Hm?"
"Ich weiß, du hast gesagt, ich soll irgendjemand anderen fragen, du könntest das nicht... aber es gibt niemand anders, den ich fragen wollen würde, und... Willst du nicht vielleicht doch mein Trauzeuge werden?“
Er wollte im ersten Moment wieder genauso brüsk ablehnen wie er es das erste mal getan hatte und sich dann wieder eine Kneipe suchen um sich zu betrinken, aber dann sah er auf, sah den bittenden Blick in den tiefbraunen Augen und das bunte Licht, das auf dem silbernen Haar spielte und es schnürte ihm die Kehle zu.
Warum denn nicht? Sein Choutarou gehörte zu Sachiko. Daran war nichts zu ändern, also warum sollte nicht er derjenige sein, der ihnen ihre Ringe... Er schluckte.
„Unter einer Bedingung.“
„Ja?“
„Hör endlich mit dem ‚-san’ auf. Und dem Shishido. Ich heiße Ryou.“
Choutarou lachte. „In Ordnung, ...Ryou.“

Date: 2009-03-09 12:08 pm (UTC)
From: [identity profile] somali77.livejournal.com
Autsch... oh mann... armer Shishido, das ist bitter. ^^" Aber irgendwie sehr wahrscheinlich. Ich mag es, wie du die immer freundliche, immer sanfte Art von Choutarou rüber gebracht hast, und mit was für netten Details eben alles an der Situation irgendwie falsch läuft-... erst die Entscheidung, die Frau zu heiraten... dann die Tatsache, dass sie nicht in dieser hübschen Kirche heiraten können, sondern sich was größeres suchen müssen... dann die Erinnerung an diesen kleinen Kuss, obwohl sie zu der Zeit eigentlich betrunken gewesen waren... und dann auch noch Shishido als Trauzeuge. Einfach nur autsch. ^^"
Und der arme Shishido läuft natürlich voll ins Messer, und bringt es nicht über sich, auch ein bisschen egoistisch zu sein und die Karten auf den Tisch zu legen... ^^"
Schöne Geschichte, aber so wehmütig... schreibst du auch Happy Ends? xD Irgendwie hab ich jetzt Lust, Choutarou/Shishido- Fluff zu lesen, nur um das hier wieder auszugleichen xD~

Date: 2009-03-09 06:12 pm (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
Awwww!!!
Danke für die Widmung! *__*!
Die FF hat mir total gut gefallen, auch wenn das Thema wirklich deprimierend ist :/
Die Beschreibung der Kirche war total schön und beim Lesen bin ich allgemein recht nostalgisch geworden, ich meine... aw, die beiden *-*, PoT!!
(und ich muss bei Ootori immer noch an Oogenese denken - sorry, falls du das erfolgreich verdrängt hattest *hust* - und das erinnert mich an die 12. Klasse XD)

Und der Typ auf deinem Icons... ist das nicht einer dieser Emos XD?
Und schreibt mir endlich eine Mail wegen der LB ;p

Date: 2009-03-11 06:42 pm (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
Hach, freut mich wirklich... und eigentlich schreit irgendwas in mir grade nach Crack!Drabbles (es ist der Teil von mir, der sich daran erinnert, dass ich in den nächsten zwei Wochen vier Klausuren schreibe, und bisher nur für eine gelernt habe und auch irgendwie so halbwegs knappe 50% von dem, was wir gemacht haben, jetzt intus hab. ;))
Für Crack!Drabbles stehe ich gerne zu Verfügung ;)

Und der Typ auf deinem Icons... ist das nicht einer dieser Emos XD?
ADMIRAL ACKBAR EIN EMO??? O___o
Er hat mich irgendwie an jemand aus Final Fantasy erinnert *hust*

Und schreibt mir endlich eine Mail wegen der LB ;p
Das klingt, als müsste ich von irgendetwas eine Ahnung haben... Wieso endlich? *drop*
Und, ähm, ja, LBM (ich nehme an, die meinst du, ja?) fällt traditionsgemäß wegen Klausuren ins Wasser. XD

Nein, ich meinte die Lovebar ^^

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