Dafür sind Helden da
Mar. 2nd, 2009 01:21 amChallenge: #2 Die Welt ging unter an einem Dienstag. Die Sonne schien und der Himmel war blau und nirgendwo waren Anzeichen für die drohende Apokalypse ...
Fandom: Original
Warnung: sappy und ideenlos. Schreiben ohne zu denken bringt so etwas scheinbar hervor. In letzter Zeit scheine ich auf solche Märchen-Realitätsvermengungen zu stehen ô.o
Die Welt ging unter an einem Dienstag. Die Sonne schien und der Himmel war blau und nirgendwo waren Anzeichen für die drohende Apokalypse ...
Auf den Knien Mutters Brotbüchse mit den Kratzern von der Katze am Deckel. Und überallhin drang der Duft von Nutella.
So saß ich und legte den Kopf in den Nacken, kauend. Mit Zucker auf der Zunge ging der Tagtraum viel, viel schneller dahin. Die Sonne blendete selbst durch die geschlossenen Augenlider, ein wildes, zartrosa Flimmern hinter der Haut, hinter den Nerven.
Und ein sternhagelvolles Hirn, ein überfettetes Herz.
Der Prinz war auf dem Weg zur Prinzessin.
Er würde natürlich nicht dort ankommen, denn heute war immerhin Dienstag; der Dienstag, an dem die Welt unterging. Noch galoppierte er auf seinem weißen Pferd dahin, noch preschte er vorwärts, mit vor Anstrengung offenem Mund und aufgeblähten Nasenflügeln, mit kindisch vorgestrecktem Unterkiefer, der die schiefen Zähne entblößte.
Eigentlich gab es gar keine Prinzessin, dachte ich und spürte den Schmerz durch meinen Zahn mit dem Loch zucken. Noch ein bisschen Nutella mit der Zunge hinzuschieben und den Schmerz fühlen. Gut so. Gut so, dachte ich und lehnte den Kopf noch ein klein bisschen weiter zurück.
Wenn sich in dieser Welt wirklich jemand dazu entschloss, jemanden aus tiefstem Herzen und bis zur entgültigen Erlösung zu retten, dann gehörte er schwer bestraft. Womöglich wusste der Märchenprinz auf seinem Schimmel noch nichts davon. Wer wissentlich eine Sünde begeht, muss wirklich gute Gründe haben. Und Prinzen suchten doch eigentlich immer nur das Lob einzustreichen, oder nicht?
Besonders dann, wenn es keine Prinzessin gab.
Es gab lediglich den Drachen mit den schwarzen Augen hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen. Er war in seinem eigenen, viel zu kleinen Geist eingesperrt und somit harmloser als jede Fliege.
„Wofür also?“ , seufzte ich.
„Wofür eine Apokalypse riskieren? Blödmann...Blödmann.“
Und dann tat sich der Himmel auf über dem wackeren Helden, es ergossen sich Unglück und Schmerz, Funkensprühen und tausend Pfeile über ihn.
Diese Welt musste untergehen. Weil heute Dienstag war.
Ein weiteres Mal.
Ein vorvorvorvorvovorletztes Mal.
Ich sah ihn fallen, den Prinzen. Den törichten Prinzen, der dachte, es gäbe eine hilflose Dame zu retten. Sein Pferd war sofort tot, doch der Narr musste natürlich sein Schwert ziehen. Dem sicheren Tod schritt er stur entgegen mit tief gesenkten Augenbrauen, mit zerzausten Haaren- wohin war die Krone gefallen?- mit zerfetzter Rüstung, aufgerissenen Hemden...- oh, jetzt nur nicht die Fassung verlieren!
Noch ein bisschen mehr Nutella in den kaputten Zahn schieben, nur noch ein bisschen mehr.
Der Nerv jaulte auf.
Gut so.
Gut so.
Nur noch ein bisschen mehr.
Alles Unglück der Welt ergoss sich über dem Jüngling. Das schöne, weiche Gesicht geschändet, der Leib durchbohrt mit all dem Leid, das die Welt zu bieten hat. Wenn alle Not und alles Elend der Erde auf einen Punkt trifft, dann implodiert das Jetzt und Hier. Die Welt ging soeben unter und niemand außer mir, dem Prinzen und dem bitterlich winselnden Drachen wusste davon. Aber was konnte ein in sich gesperrter Drache schon tun, eingefangen in seine eigenen, viel zu engen Eingeweide, er, der nicht einmal von der Existenz des Prinzen wusste?
Drachen verspüren nämlich den größten Weltschmerz von allen Kreaturen, die je diesen Planeten betreten haben.
Ich öffnete die Augen und starrte in die Sonne, als der Prinz seinen letzten Atemzug tat. Schneller als bei einer Atomexplosion war es geschehen. Eine Seele war verbrannt und außer mir hatte es niemand gemerkt.
Das war das Ende der Welt.
Ich blinzelte und schloss die Augen wieder, sah die tanzenden, weißen Blitze vor meinen Pupillen in mein Hirn tanzen als es soweit war.
Und das Höherschlagen meines Herzens als ich einen letzten Blick ins Innere warf und den leblosen Leib sah. Ein schönes Gesicht. Es war wichtig, dass Prinzen starben ohne dass ihr schönes Gesicht zerschmettert wurde. Ganz als ob ihnen alle zurufen würden; „Schau her, du Idiot, wie sinnlos du dich hingegeben hast!“ inmitten der züngelnden Flammen um ihn und sein totes Ross umher.
Und dann war es still.
Viel zu still, bis auf meinen schreienden Zahn.
„Mensch, Kind, wo bleibst du denn?“
Ich öffne die Augen. Noch immer blitzt es gefährlich vor meinen Augen.
Habe ich diesmal vielleicht zu lange in die Sonne geschaut?
„Du weißt doch, wie ärgerlich dein Papa immer wird, wenn du zu spät zu den Umgangszeiten kommst!“
Jeden Dienstag geht die Welt unter. Und es ist egal, ob die Sonne scheint, ob es stürmt oder ob es schneit.
Niemand kommt und erschlägt diesen Menschen für mich.
Fandom: Original
Warnung: sappy und ideenlos. Schreiben ohne zu denken bringt so etwas scheinbar hervor. In letzter Zeit scheine ich auf solche Märchen-Realitätsvermengungen zu stehen ô.o
Die Welt ging unter an einem Dienstag. Die Sonne schien und der Himmel war blau und nirgendwo waren Anzeichen für die drohende Apokalypse ...
Auf den Knien Mutters Brotbüchse mit den Kratzern von der Katze am Deckel. Und überallhin drang der Duft von Nutella.
So saß ich und legte den Kopf in den Nacken, kauend. Mit Zucker auf der Zunge ging der Tagtraum viel, viel schneller dahin. Die Sonne blendete selbst durch die geschlossenen Augenlider, ein wildes, zartrosa Flimmern hinter der Haut, hinter den Nerven.
Und ein sternhagelvolles Hirn, ein überfettetes Herz.
Der Prinz war auf dem Weg zur Prinzessin.
Er würde natürlich nicht dort ankommen, denn heute war immerhin Dienstag; der Dienstag, an dem die Welt unterging. Noch galoppierte er auf seinem weißen Pferd dahin, noch preschte er vorwärts, mit vor Anstrengung offenem Mund und aufgeblähten Nasenflügeln, mit kindisch vorgestrecktem Unterkiefer, der die schiefen Zähne entblößte.
Eigentlich gab es gar keine Prinzessin, dachte ich und spürte den Schmerz durch meinen Zahn mit dem Loch zucken. Noch ein bisschen Nutella mit der Zunge hinzuschieben und den Schmerz fühlen. Gut so. Gut so, dachte ich und lehnte den Kopf noch ein klein bisschen weiter zurück.
Wenn sich in dieser Welt wirklich jemand dazu entschloss, jemanden aus tiefstem Herzen und bis zur entgültigen Erlösung zu retten, dann gehörte er schwer bestraft. Womöglich wusste der Märchenprinz auf seinem Schimmel noch nichts davon. Wer wissentlich eine Sünde begeht, muss wirklich gute Gründe haben. Und Prinzen suchten doch eigentlich immer nur das Lob einzustreichen, oder nicht?
Besonders dann, wenn es keine Prinzessin gab.
Es gab lediglich den Drachen mit den schwarzen Augen hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen. Er war in seinem eigenen, viel zu kleinen Geist eingesperrt und somit harmloser als jede Fliege.
„Wofür also?“ , seufzte ich.
„Wofür eine Apokalypse riskieren? Blödmann...Blödmann.“
Und dann tat sich der Himmel auf über dem wackeren Helden, es ergossen sich Unglück und Schmerz, Funkensprühen und tausend Pfeile über ihn.
Diese Welt musste untergehen. Weil heute Dienstag war.
Ein weiteres Mal.
Ein vorvorvorvorvovorletztes Mal.
Ich sah ihn fallen, den Prinzen. Den törichten Prinzen, der dachte, es gäbe eine hilflose Dame zu retten. Sein Pferd war sofort tot, doch der Narr musste natürlich sein Schwert ziehen. Dem sicheren Tod schritt er stur entgegen mit tief gesenkten Augenbrauen, mit zerzausten Haaren- wohin war die Krone gefallen?- mit zerfetzter Rüstung, aufgerissenen Hemden...- oh, jetzt nur nicht die Fassung verlieren!
Noch ein bisschen mehr Nutella in den kaputten Zahn schieben, nur noch ein bisschen mehr.
Der Nerv jaulte auf.
Gut so.
Gut so.
Nur noch ein bisschen mehr.
Alles Unglück der Welt ergoss sich über dem Jüngling. Das schöne, weiche Gesicht geschändet, der Leib durchbohrt mit all dem Leid, das die Welt zu bieten hat. Wenn alle Not und alles Elend der Erde auf einen Punkt trifft, dann implodiert das Jetzt und Hier. Die Welt ging soeben unter und niemand außer mir, dem Prinzen und dem bitterlich winselnden Drachen wusste davon. Aber was konnte ein in sich gesperrter Drache schon tun, eingefangen in seine eigenen, viel zu engen Eingeweide, er, der nicht einmal von der Existenz des Prinzen wusste?
Drachen verspüren nämlich den größten Weltschmerz von allen Kreaturen, die je diesen Planeten betreten haben.
Ich öffnete die Augen und starrte in die Sonne, als der Prinz seinen letzten Atemzug tat. Schneller als bei einer Atomexplosion war es geschehen. Eine Seele war verbrannt und außer mir hatte es niemand gemerkt.
Das war das Ende der Welt.
Ich blinzelte und schloss die Augen wieder, sah die tanzenden, weißen Blitze vor meinen Pupillen in mein Hirn tanzen als es soweit war.
Und das Höherschlagen meines Herzens als ich einen letzten Blick ins Innere warf und den leblosen Leib sah. Ein schönes Gesicht. Es war wichtig, dass Prinzen starben ohne dass ihr schönes Gesicht zerschmettert wurde. Ganz als ob ihnen alle zurufen würden; „Schau her, du Idiot, wie sinnlos du dich hingegeben hast!“ inmitten der züngelnden Flammen um ihn und sein totes Ross umher.
Und dann war es still.
Viel zu still, bis auf meinen schreienden Zahn.
„Mensch, Kind, wo bleibst du denn?“
Ich öffne die Augen. Noch immer blitzt es gefährlich vor meinen Augen.
Habe ich diesmal vielleicht zu lange in die Sonne geschaut?
„Du weißt doch, wie ärgerlich dein Papa immer wird, wenn du zu spät zu den Umgangszeiten kommst!“
Jeden Dienstag geht die Welt unter. Und es ist egal, ob die Sonne scheint, ob es stürmt oder ob es schneit.
Niemand kommt und erschlägt diesen Menschen für mich.
no subject
Date: 2009-03-02 12:01 am (UTC)no subject
Date: 2009-03-03 02:52 pm (UTC)Dankeschön =)