[identity profile] somali77.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Ich weiß, es ist eigentlich zu spät, aber ich hab die Challenge auch zu spät entdeckt >___< ich hab mir zwei Stunden gestoppt, und irgendwie wärs schade drum, es nicht hoch zu laden... <.<“ Hoffe das geht okay, ausnahmsweise! >___<“

Jedenfalls:
Fandom: Prince of Tennis
Challenge: #1: Kopfschmerzen
Warnungen: eigentlich keine... angedeutetes Shounen Ai vielleicht
Pairing: Taka/Fuji


~

Fuji wachte morgens auf, und noch bevor er die Augen öffnete fühlte er bohrenden Schmerz, pochend und intensiv wie Zahnschmerzen, von der rechten Seite seines Hinterkopfs durch die Länge seines Schädels bis hinter den rechten Augapfel.
Als er mühsam blinzelte und seinen entnervend piependen Wecker ausschaltete, um das Licht auf dem Nachttisch anzuknipsen, spürte er Übelkeit. Ihm war schwindelig.
Hinter seinem linken Ohr begann es, ebenfalls zu pochen.

Das plötzliche Licht biss in seine Sehnerven, weiße Punkte tanzten auch noch hinter geschlossenen Augenlidern. Auf zittrigen Knien kam er aus dem Bett, und schaffte es gerade noch ins obere Badezimmer, bevor er, über das Waschbecken gekrümmt, würgen musste.
Sein Körper reagierte einfach allein, es gab nichts was er im Moment dagegen halten konnte.

“Shyuuske!”, der erschrockene Ruf seiner Schwester klang durch den oberen Stock. Sie war gleich bei ihm, er spürte eine sanfte Hand an seiner Schulter und eine kühle Berührung an seiner Stirn.
“Syuuske, was hast du? Du bist bleich wie die Wand, leg dich wieder hin!”
“Ich kann nicht”, krächzte er, aber er spürte seinen Körper in der plötzlichen Kälte etwas zittern. Sein Kopf fühlte sich an als würde ihm die Hirnmasse gleich zur Nase herausspritzen. Er versuchte sehr konzentriert, durchzuatmen, “Kopfweh...”, flüsterte er.

Er wurde kurz allein gelassen, verschiedene Rufe schallten durch die Stockwerke, Schwester und Mutter unterhielten sich. Sein Bruder schien mittlerweile auch aufgestanden, das Trampeln über die Treppe war unverwechselbar.
Wenig später kam seine Mutter ins Badezimmer, fix und fertig zur Arbeit gerichtet, ihr Parfüm war süß und Fuji spürte eine neue Welle Übelkeit, bekam eine zweite kühle Hand an die Stirn gehalten.

“Leg dich zurück ins Bett”, meinte sie ebenfalls, “Ich werde in der Schule anrufen. So kannst du unmöglich aus dem Haus gehen.”

Fuji schämte sich in so ungewohnt erbärmlicher Lage zu sein. Er war kein Weichei, aber der Gedanke noch ein paar Stunden Ruhe zu bekommen, war ehrlich vorlockend. Sein ganzer Kiefer schmerzte. Sein Nacken schien völlig verkrampft. Es fühlte sich so an, als bohrte jemand ab und zu genüsslich mit einem stumpfen Messer in seiner rechten Hirnhälfte herum.

Seine Schwester versorgte ihn mit Migränetabletten und kalten Kompressen für die Stirn, und wenig später lag er tatsächlich wieder in seinem abgedunkelten Zimmer, in hilfloser Hoffnung darauf, dass die Chemie anschlagen und sein Bewusstsein möglichst bald in gnädige, watteweiche Dunkelheit betten würde.

Sein Bruder kam neugierig ins Zimmer geschlendert, schon fertig angezogen in seiner Schuluniform.
“Heh, was ist denn mit dir los, auf einmal?”, wollte er betont unbekümmert wissen, “Ma hat gesagt, du hast gekotzt. Bist du schwanger oder so?”
Fuji lächelte gequält.
“Schön, dass du dir Sorgen machst, Yuuta...”

Yuuta schnaubte heftig.
“Mach ich mir ja gar nicht”, knurrte er, und verschwand wieder.
Die Treppe hinunter und zur Tür hinaus.
In die Schule.
Fuji beobachtete aus kleinen Augen die Leuchtzifferanzeige seines Weckers. Irgendetwas in seinem Kopf wütete so fürchterlich, dass er die merkwürdige Sehnsucht bekam, ihn abzureißen und aus dem Fenster zu werfen. Wenigstens würde er dann nicht mehr so weh tun, oder?
Er hatte trotz allem ein schlechtes Gewissen, nicht zum Unterricht zu erscheinen. Obwohl er kaum einen Gedanken fassen konnte, außer dem alles zermürbenden Schmerz, fühlte es sich an als würde er schwänzen.
Normalerweise fehlte er fast nie.

Er beobachtete den Wecker, und sah die Zeit des Unterrichtsbeginns kommen und gehen. Er stellte sich vor, wie Eiji völlig verzweifelte, weil er niemanden hatte bei dem er seine Englisch-Hausaufgaben abschreiben konnte.
Er fragte sich, was Tezuka darüber dachte, oder ob er sich überhaupt Gedanken machen würde, wenn er später auch nicht zum Training erschien. Würde Taka an ihn denken?

Er schloss die Augen, weil sie sich anfühlten als würden sie explodieren wenn er sie länger offen hielt, und driftete irgendwann, zwischen der Quälerei unter seiner Schädeldecke und der beginnenden Betäubung durch die Tablette, die seine Muskeln in Richtung Matratze zog, in einen Traumzustand, und später in erlösenden, tiefen Schlaf.

Er hatte merkwürdige Träume. Aber als er wach wurde, fühlte er sich tatsächlich ein wenig besser.
Die Erleichterung darüber war unbeschreiblich. Die Leute, die Schmerzmittel erfunden hatten, waren wirklich gute Menschen... Fuji war der Meinung, dass sie ein riesiges Denkmal bekommen sollten.

Mit einem Griff auf den Nachttisch bekam er sein Handy zu fassen, und bemerkte, dass er in der Zwischenzeit fünf verschiedene SMS bekommen hatte. Zwei davon von Eiji, eine, in der er wissen wollte was passiert war, und eine, in der er sich über die Geschehnisse im Unterricht ausließ, die Fuji verpasst hatte.
Eine andere war von Oishi.

“Ich hoffe es ist nichts schlimmes? Gute Besserung von uns allen!”
Fuji grinste. “Uns alle” beinhaltete in solchen Fällen in der Regel Oishi allein. Vielleicht noch Eiji.
Die vierte war von Taka.
“Hallo, ich komme später bei dir vorbei und bringe die Mitschriebe von Eiji.”
Das klang doch gut...

Die fünfte war von seiner Mutter. “Syuuske, wenn du etwas essen möchtest, es ist noch Reis unten.”
Ja, darauf wäre er auch selbst gekommen.
... natürlich würde Tezuka ihm keine SMS schicken. Pff. Vielleicht wusste er nicht einmal, wie es funktionierte.

Fuji fühlte sich nicht imstande, zu Essen. Er schlief lieber noch eine Weile.
Später kam Taka, und endlich waren dann auch die Rollläden in seinem Fenster hochgezogen, die Fenster geöffnet um durchzulüften.

“Hey”, sagte der Andere verlegen, “Ich hätte dir was zu Essen mitgebracht, von zuhause, aber ich wusste nicht was du hast, und da-...”
“Kein Problem”, Fuji lächelte, und nahm den Blätterstapel entgegen, der ihm vor die Nase gehalten wurde, “Es geht mir schon besser als heute morgen... ich hatte nur schlimme Kopfschmerzen auf einmal, ich weiß auch nicht, warum...”
“Uhm, achja, und...”, der Andere stotterte ein bisschen, bekam leicht rote Wangen und setzte seine Schultasche auf den Boden, um sehr umständlich etwas Knisterndes herauszuholen, das in das rötliche Papier des nahen Blumenladens eingepackt war. Es sah ziemlich zerknittert aus.
“Danke”, meinte Fuji verblüfft, fast ein wenig erschrocken, und wusste nicht recht was er sagen sollte. Blumen..? Seit wann brachte Taka ihm Blumen?

Etwas beunruhigt wickelte er das Papier vorsichtig ab, und zum Vorschein kam-... ein winziger Kaktus. Er war grün und länglich, und ausgesprochen stachelig, und er hatte mit Heißkleber zwei dieser runden Wackelaugen an der Spitze kleben, die ihn als einen von diesen billigen Discount-Kakteen auszeichneten.
Fuji musste lachen. Sein sonst so stilles Lächeln zog sich von Ohr zu Ohr, brachte weiße Zähne zum Vorschein, er fühlte sich warm innerlich, warm und glücklich, und sehr, sehr amüsiert.

“Ich dachte”, stotterte Taka mit puterrotem Kopf, “Naja. Ich wollte nicht ohne irgendwas kommen, und da-...”
“Danke”, strahlte Fuji, “Wirklich. Der ist furchtbar süß.”
“Dann bin ich ja froh”, Taka sah schrecklich erleichtert aus, und kratzte sich mit verlegenem Grinsen am Hinterkopf, “Ich hatte Angst er gefällt dir nicht... oder du hast schon zu viele”
“Man kann nie genug Kakteen haben”, fand Fuji grinsend.

“Das nächste Mal bring ich dir Sushi”, versprach Taka froh, und schulterte seine Schultasche wieder.
“Es wird hoffentlich kein nächstes Mal geben”, Fuji fuhr sich durch die Haare und atmete durch. Seine Kopfhaut fühlte sich immer noch seltsam empfindlich an, und er fühlte sich schlapp, aber wenigstens gab sein Kopf einigermaßen Ruhe.

“Dann sehen wir uns morgen?”, Taka verlagerte sein Gewicht verlegen von einem Bein aufs andere und wagte ein hoffnungsvolles Lächeln.

Fuji nickte.
“Morgen.”

Sie gaben sich die Hand als Taka ging, Fuji spürte den kräftigen Druck. Er entschied, dass es ihm piepegal war, was Tezuka dachte, oder ob er sein Handy bedienen konnte. Seinethalben konnte er sich auch SMS mit Echizen schreiben, bis sein Daumen glühte. Es interessierte ihn nicht mehr.

Er hatte ja seinen neuen Kaktus. Noch einmal nahm er ihn in die Hand und betrachtete ihn sehr genau. Er sah noch ein bisschen jämmerlich aus, aber mit ein bisschen Pflege konnte er sicher auch groß und hübsch werden.
Die Augen waren auf eine überaus dämliche Weise unwiderstehlich. Er schüttelte den winzigen Kaktus ein wenig, und die schwarzen Pupillen kullerten lustig herum.  


Fuji lächelte.


~*~

 

Date: 2009-03-01 04:22 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Aww, das war schön.
Nichts geht über ein bisschen Fuji quälen am Abend. ;)
Du hast einen sehr schönen Stil, by the way. Wenn ich für 120_min was runterrassel, strotzt das immer nur so vor Rechtschreib- und Grammaikfehlern. ^^
Ich habe grade gesehen, dass du noch keinen Autoren-tag hast. Ich lege dir gerne einen an - möchtest du somali oder somali77 oder was ganz anderes? ^^

Date: 2009-03-01 06:02 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Alles klar - tag ist da. =)

Und ich bin 100% dafür, Fuji leiden zu lassen (das klingt jetzt so als mag ich ihn nicht, dabei liebe ich ihn ... *_*)

Date: 2009-03-01 06:02 pm (UTC)
ext_31352: ([pot] taka/fuji ^___^)
From: [identity profile] shiun.livejournal.com
^____________^

<-- :D Das war Taka/Fuji fic wie ich, es liebe; so süß und weeeeh. *knuffelt die beiden* Wußte gar nicht, dass du das pairing schreibst! Und ich finde es total schön, mal was auf Deutsch zu lesen.

Vielen Dank für's teilen. :)

Date: 2009-03-04 09:31 am (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
Awww *-*
Die FF hat mir hat mir sehr gut gefallen, acuh wenn Tezuka so schlecht weggekommen ist (aber er wurde erwähnt *hust*)

Und ich fand Yuuta ziemlich IC und fand es süß, dass er sich Sorgen um Fuji macht, das aber verstecken will <3

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