Wie lang noch?
Mar. 1st, 2009 03:07 pmChallenge: # 2b Die Welt ging unter an einem Dienstag. Die Sonne schien und der Himmel war blau und nirgendwo waren Anzeichen für die drohende Apokalypse ...
Title: Wie lang noch?
Fandom: X/1999
Characters: Subaru (Seishirou), Kamui
Rating: PG-16
Warnings: death, disturbing imagery
Summary: Siehe Challenge.
Die Welt ging unter an einem Dienstag. Die Sonne schien und der Himmel war blau und nirgendwo waren Anzeichen für die drohende Apokalypse. Außer man sah sich genauer um, wenn man noch das Glück gehabt hatte, am Leben zu sein. Nicht vielen war dieses vergönnt und als sich Subaru umdrehte, sah er nur noch Kamui schwer atmend mit dem Schwert in der Hand über dem anderen Kamui stehen. Arashis Körper lag entzweigerissen vor und hinter einem Eisenbalken. Subaru fühlte, wie sich Seishirou in ihm abkühlte. Er schloss die Augen und strich über das rechte Lid. "Es wird noch eine Weile dauern", flüsterte er.
"Subaru", sagte Kamui. Er stürzte auf die Knie und schüttelte den Kopf. "Er ist doch nicht tot. Er ist nicht tot. Er muss leben. Sonst wären doch die Menschen noch da. Die vielen Menschen. Wir sind doch in Tokyo!"
Subaru rollte den Kopf in den Nacken. Es knackte laut. Oder es kam ihm nur so viel lauter vor, weil sonst Stille herrschte. Es war auch nichts mehr vorhanden, außer Kamui und ihm, das ein Geräusch hätte machen können. Es waren ja alle tot. Es waren ja alle Gebäude schon längst eingestürzt.
"Er lebt noch!"
Dem Erddrachenkamui lief Blut aus dem Mund. Sein Gesicht war in einem Lächeln eingefroren, seine Augen waren leer. Es war nicht anders als auf der Brücke. Subarus rechte Wange brannte und er machte "sch" bevor er sich zu Kamui auf den Boden setzte.
"Du weißt doch, dass er tot ist."
"Nein! Wir hätten dann gewonnen und dann wäre..."
Subaru lächelte. "Ihr? Die Himmelsdrachen sind alle tot, Kamui."
Kamuis Brust hob und senkte sich zitternd. Er bekam einen Schluckauf. Subaru wollte ihm die Hand auf den Rücken legen. Kamui schlug sie weg. "Fass mich nicht an!", zischte er.
"Wenn es nicht so wichtig wäre, würde ich dich bitten, mich auch noch zu töten."
"So wichtig?" Kamui hickste. Rotz und Tränen liefen ihm übers Gesicht und tropften auf den leblosen Körper darunter. "So wichtig!?"
Es hatte keinen Wert mit ihm. Subaru stand auf und klopfte sich den Dreck von der schwarzen Hose. Es blieben erdige Flecken zurück, gemischt dem Blut des anderen Kamuis. Vielleicht auch des noch lebenden. Auch er war schließlich mit Wunden übersät. Letztendlich hatte er doch gewonnen. Sein Schicksal hatte sich erfüllt.
Subaru wandte sich von ihm ab und fing an sich langsam von ihm zu entfernen. Schritt für Schritt. Seishirou wollte den Anblick genießen und Subaru hatte keine Einwände.
'Trockene Lippen.'
Subaru sammelte Speichel im Mund an, rollte die Zunge über seine aufgerissenen Lippen und es dauerte nicht lange, bis ein leichtes Prickeln seine Haut von innen kitzelte. Er hörte, wie Kamui nach ihm rief. Vielleicht sollte er stehen bleiben und zurückgehen. Sich um ihn kümmern.
'Sakurazukamori.'
"Ist es meine Aufgabe?"
'Ja.'
"Und wenn ich es nicht tue?"
'Tot.'
Subaru seufzte und setzte sich auf ein herausgebrochenes Stück Wand.
"Fuuma. Fuuma. Fuuma", konnte man Kamui wimmern hören.
Das Prickeln ließ wieder nach und Subaru warf einen Blick hinüber zu den zwei Kamuis. Es sich jetzt noch einzureden half nichts.
'Kein erstes Mal.'
Subaru nickte; aber er würde warten, bis Kamui von allein zu ihm kam. Ihn zu töten solange er noch die Illusion hatte, dass Fuuma leben würde, erschien ihm grausam. So würde er sich nicht einmal vorstellen können, ihn im Jenseits wiederzusehen.
Der Abend brach an und der Himmel hinter dem Schmutz war grell. Rot wie das Blut der Gefallenen. Erde und Himmel schienen vor Subarus Augen zu verschwimmen.
'Schön. Wie du.'
Subaru lächelte und knetete seine Hände. Müde fielen seine Lider zu. Er wartete weiter. Das Wimmern verstummte. Nicht mehr lange, dachte er. Und er hatte Recht damit. Kamui war soweit.
Der Boden knisterte und knusperte an Kamuis Schuhsohlen, als er Subaru näher kam. Subaru musste nicht aufsehen um zu wissen, dass ihn jemand aufsuchte und der Tod ließ ihn wissen, wer es sein würde.
Subaru öffnete die Augen und sah Kamuis blutige Schuluniform.
"Subaru", sagte Kamui. "Er ist tot."
"Ich weiß", sagte Subaru, stand auf und lächelte ihn an. Ein aufgequollenes, verweintes Gesicht, die Haut gereizt und rot wie der Sonnenuntergang.
Der Geruch von Menschenfleisch und Staub hing in der Luft, als ob es schon seit Jahrhunderten nichts anderes als diese Szenerie gegeben hätte. Subaru zog sich beide Handschuhe aus. Seishirou schnalzte und es fühlte sich an, als ob Subarus Herz von sanften Händen eingeengt, zerdrückt würde. Aber wenigstens das wollte er Kamui lassen.
"Er ist tot", sagte Kamui noch einmal und schniefte.
Subaru durchstieß den Brustkorb vor ihm und zog den Arm wieder heraus. Kamui fiel nach vorn und hätte Subaru den Körper nicht mit dem Arm weggestoßen, wäre er wohl auf ihn gefallen. Er wischte sich die Hände an der Hose ab und zog die Handschuhe an.
Wie lang würde es dauern?
'Zu mir.'
Wie lang würde es dauern?
'Jetzt.'
*
An einem grauen Mittwoch, wo der Boden vom Regen durchweicht wurde bis er nur noch Brei war, versank Japan im Meer.
Viele Welten waren untergegangen, aber sie noch nicht. Und Mutter Natur wartete.
Wie lang würde es dauern?
Title: Wie lang noch?
Fandom: X/1999
Characters: Subaru (Seishirou), Kamui
Rating: PG-16
Warnings: death, disturbing imagery
Summary: Siehe Challenge.
Die Welt ging unter an einem Dienstag. Die Sonne schien und der Himmel war blau und nirgendwo waren Anzeichen für die drohende Apokalypse. Außer man sah sich genauer um, wenn man noch das Glück gehabt hatte, am Leben zu sein. Nicht vielen war dieses vergönnt und als sich Subaru umdrehte, sah er nur noch Kamui schwer atmend mit dem Schwert in der Hand über dem anderen Kamui stehen. Arashis Körper lag entzweigerissen vor und hinter einem Eisenbalken. Subaru fühlte, wie sich Seishirou in ihm abkühlte. Er schloss die Augen und strich über das rechte Lid. "Es wird noch eine Weile dauern", flüsterte er.
"Subaru", sagte Kamui. Er stürzte auf die Knie und schüttelte den Kopf. "Er ist doch nicht tot. Er ist nicht tot. Er muss leben. Sonst wären doch die Menschen noch da. Die vielen Menschen. Wir sind doch in Tokyo!"
Subaru rollte den Kopf in den Nacken. Es knackte laut. Oder es kam ihm nur so viel lauter vor, weil sonst Stille herrschte. Es war auch nichts mehr vorhanden, außer Kamui und ihm, das ein Geräusch hätte machen können. Es waren ja alle tot. Es waren ja alle Gebäude schon längst eingestürzt.
"Er lebt noch!"
Dem Erddrachenkamui lief Blut aus dem Mund. Sein Gesicht war in einem Lächeln eingefroren, seine Augen waren leer. Es war nicht anders als auf der Brücke. Subarus rechte Wange brannte und er machte "sch" bevor er sich zu Kamui auf den Boden setzte.
"Du weißt doch, dass er tot ist."
"Nein! Wir hätten dann gewonnen und dann wäre..."
Subaru lächelte. "Ihr? Die Himmelsdrachen sind alle tot, Kamui."
Kamuis Brust hob und senkte sich zitternd. Er bekam einen Schluckauf. Subaru wollte ihm die Hand auf den Rücken legen. Kamui schlug sie weg. "Fass mich nicht an!", zischte er.
"Wenn es nicht so wichtig wäre, würde ich dich bitten, mich auch noch zu töten."
"So wichtig?" Kamui hickste. Rotz und Tränen liefen ihm übers Gesicht und tropften auf den leblosen Körper darunter. "So wichtig!?"
Es hatte keinen Wert mit ihm. Subaru stand auf und klopfte sich den Dreck von der schwarzen Hose. Es blieben erdige Flecken zurück, gemischt dem Blut des anderen Kamuis. Vielleicht auch des noch lebenden. Auch er war schließlich mit Wunden übersät. Letztendlich hatte er doch gewonnen. Sein Schicksal hatte sich erfüllt.
Subaru wandte sich von ihm ab und fing an sich langsam von ihm zu entfernen. Schritt für Schritt. Seishirou wollte den Anblick genießen und Subaru hatte keine Einwände.
'Trockene Lippen.'
Subaru sammelte Speichel im Mund an, rollte die Zunge über seine aufgerissenen Lippen und es dauerte nicht lange, bis ein leichtes Prickeln seine Haut von innen kitzelte. Er hörte, wie Kamui nach ihm rief. Vielleicht sollte er stehen bleiben und zurückgehen. Sich um ihn kümmern.
'Sakurazukamori.'
"Ist es meine Aufgabe?"
'Ja.'
"Und wenn ich es nicht tue?"
'Tot.'
Subaru seufzte und setzte sich auf ein herausgebrochenes Stück Wand.
"Fuuma. Fuuma. Fuuma", konnte man Kamui wimmern hören.
Das Prickeln ließ wieder nach und Subaru warf einen Blick hinüber zu den zwei Kamuis. Es sich jetzt noch einzureden half nichts.
'Kein erstes Mal.'
Subaru nickte; aber er würde warten, bis Kamui von allein zu ihm kam. Ihn zu töten solange er noch die Illusion hatte, dass Fuuma leben würde, erschien ihm grausam. So würde er sich nicht einmal vorstellen können, ihn im Jenseits wiederzusehen.
Der Abend brach an und der Himmel hinter dem Schmutz war grell. Rot wie das Blut der Gefallenen. Erde und Himmel schienen vor Subarus Augen zu verschwimmen.
'Schön. Wie du.'
Subaru lächelte und knetete seine Hände. Müde fielen seine Lider zu. Er wartete weiter. Das Wimmern verstummte. Nicht mehr lange, dachte er. Und er hatte Recht damit. Kamui war soweit.
Der Boden knisterte und knusperte an Kamuis Schuhsohlen, als er Subaru näher kam. Subaru musste nicht aufsehen um zu wissen, dass ihn jemand aufsuchte und der Tod ließ ihn wissen, wer es sein würde.
Subaru öffnete die Augen und sah Kamuis blutige Schuluniform.
"Subaru", sagte Kamui. "Er ist tot."
"Ich weiß", sagte Subaru, stand auf und lächelte ihn an. Ein aufgequollenes, verweintes Gesicht, die Haut gereizt und rot wie der Sonnenuntergang.
Der Geruch von Menschenfleisch und Staub hing in der Luft, als ob es schon seit Jahrhunderten nichts anderes als diese Szenerie gegeben hätte. Subaru zog sich beide Handschuhe aus. Seishirou schnalzte und es fühlte sich an, als ob Subarus Herz von sanften Händen eingeengt, zerdrückt würde. Aber wenigstens das wollte er Kamui lassen.
"Er ist tot", sagte Kamui noch einmal und schniefte.
Subaru durchstieß den Brustkorb vor ihm und zog den Arm wieder heraus. Kamui fiel nach vorn und hätte Subaru den Körper nicht mit dem Arm weggestoßen, wäre er wohl auf ihn gefallen. Er wischte sich die Hände an der Hose ab und zog die Handschuhe an.
Wie lang würde es dauern?
'Zu mir.'
Wie lang würde es dauern?
'Jetzt.'
*
An einem grauen Mittwoch, wo der Boden vom Regen durchweicht wurde bis er nur noch Brei war, versank Japan im Meer.
Viele Welten waren untergegangen, aber sie noch nicht. Und Mutter Natur wartete.
Wie lang würde es dauern?