Nightmare after Christmas
Dec. 28th, 2008 07:15 pmFandom: Original
Challenge: Nightmare After Christmas
Words: 584
Anmerkungen: Gute Weihnachten enden immer in der Notaufnahme...
„Ach ja…“ Eric seufzte. „Gute Weihnachten enden immer in der Notaufnahme.“
Von ihrer Sitzbank aus, könnten sie die Aufnahme durch gläserne Schiebetüren sehen. Der alte Mann lag immer noch auf einem Bett neben der Tür, aber er starrte sie nicht mehr an sondern schlief. Das Wartezimmer war eigentlich kein richtiges Zimmer nur ein Paar Sitzbänke, alte Zeitschriften und eine große Holzlokomotive für Kinder mitten im Raum. Links und rechts konnte man Korridore sehen, die Kirche war ausgeschildert, ebenso wie die Fahrstühle und Stationen. Mittendrin statt nur dabei. Erics Begleitung legte die Sportbild vom letzten Jahr zurück und sah ihn fragend an.„Immer?“
Eric nickte. „Letztes Jahr was es mein Cousin Danny mit seiner Nussallergie. Er hatte einen Berg von diesen Keksen verschlungen und sich dann gewundert, dass sein Hals zu schwillt.“
„Wußte nicht, dass es Nusskekse sind?“
„Nein, wusste nicht, dass in Nusskeksen Nüsse drin sind.“
„Aber ich dachte, es macht gerade seinen Führerschein.“
„Tut er.“ Eric lächelte leicht verzweifelt. „Und das Jahr davor, hatten mein Vater den üblichen Streit mit seinem Bruder, wer den Puten zerschneidet. 2,6 Promille, zwei Erwachsene Männer und ein spitzes Messer. Zum Glück war es ein sauberer Schnitt und heutzutage können sie ja fast alles wieder annähen…“
Die Schiebetüren öffneten sich, aber es war nur ein Pfleger, der ein Bett inclusive frisch aufgenommenen Patienten von der Notaufnahme auf ein Zimmer brachte. Ein einziger Arzt und viele Menschen, die anscheinend nichts anderes zu tun hatten, als am Abend des letzten Weihnachtsfeiertag hier aufzuschlagen.
„Wenigstens nicht langweilig.“ Tom lächelte.
„Definitiv nicht. 2003 hat Karo die Zwillinge bekommen. 2004 bestand meine Großmutter darauf, dass der Fisch immer diese Farbe hätte und noch frisch wäre- war immerhin mal abwechslungsreich hier mit der ganzen Familie zu landen.“
Beide Männer schwiegen und beobachteten wieder das Ehepaar mit der kleinen Tochter, das ihnen bei ihrer Ankunft aufgefallen war. Bestimmt ihr erstes und einziges Kind.
„Ein bisschen wie nächtliche Wiederholungen.“ flüsterte Tom. Das Mädchen wollte unbedingt, dass der Vater mit ihm in die viel zu kleine Lokomotive kam. Er erklärte es ihr und sie trat ihn so lange gegen das Schienbein und schrie dabei, als würde sie misshandelt werden, bis er aufstand und sich mit einem Bein und die Hälfte seines Oberkörpers hinein zwängte.
Das gleiche Spiel wie vor fünf Minuten, als das Mädchen den Autoschlüssel wollte, das gleiche wie vor 10 Minuten als es unbedingt auf den Schultern getragen werden wollte, immer das gleiche. Und immer gewann sie.
Die Mutter las weiter in ihrem Roman und schaute nur von Zeit zu Zeit kurz auf, um ihr herumtollendes Kind zu fragen, ob der Fuß noch weh täte. Und das Kind verneinte, während es auf der Stelle hüpfte, während es über die Lokomotive und unter die Sitzbänke krabbelte.
„Oder ein Werbespot für Geburtenkontrolle. “ flüsterte Eric zurück. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Tom dermaßen unkontrolliert lachen würde, so dass sie für einen kurzen Moment der Mittelpunkt aller Aufmerksamkeit waren. Einfach so tun als fände man es niedlich, wie das Kind sich verhält. Ist es nicht witzig, wie es aus einem der wenigen Kinderbücher kleine Papierschnipsel macht und um kurz vor Mitternacht hier noch wach und fröhlich herumtollt.
Tom gähnte und lehnte sich an Erichs Schulter an. Es würde noch eine Weile dauern, bis sie den Bruder seines Freundes wieder mit nach Hause nehmen könnten. Wer hätte auch gedacht, dass man mit einem Christbaumständer solche Schäden verursachen konnte.
Eric drückte seine Hand. „Tut mir Leid, dass unser erstes Weihnachten so verläuft…“
Tom schüttelte nur den Kopf. „Immerhin unvergesslich.
no subject
Date: 2008-12-29 12:12 am (UTC)